bulla-blog
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Allgemeines:
Bulla aus Tralien?

Vorgeschichte

(Grafik: © Frank R. Bulla)

Vor ein paar Jahren sendete mir mal eine „Facebook“-Freundin – eine ehemalige Cellerin, die es vor vielen Jahren nach Australien verschlagen hatte – einen Ausschnitt aus „Google Maps“.

Darauf zu sehen ist ein Stadtteil im Nordwesten der australischen Großstadt Melbourne namens „Bulla“ (siehe unten!) mit der „Bulla-Diggers Rest Road“, der „Bulla Road“, dem „Bulla Recreation Reserve“ (Erholungsgebiet), dem „Bulla Village Tennis Club“, dem „Bulla Hill Hair and Beaauty“ (Frisörsalon), dem „Bohemian Bulla Market“, der „Bulla Produce Saddlery“ (Hofladen), mit SehenswĂŒrdigkeiten wie dem „Bulla Hill Railway“ und vielem anderen mehr. Der Ort, der bereits im Jahre 1851 vermessen wurde, ist etwa 25 Kilometer vom Zentrum Melbournes entfernt und befindet sich auch ganz in der NĂ€he der Melbourner Flughafens. Die Gemeinde liegt an einem Bach namens Deep Creek, einem Nebenfluss des Maribymong, inmitten einer Tallandschaft. An einer Stelle wird der Bach von der Bulla Bridge (siehe Foto!) ĂŒberspannt.

Bulla Bridge

(Foto: © Scottius11)

Schließlich fand sich noch mehr „Bulla“, und zwar im westlichen Tel von Melbourne: Dort ist der Hauptsitz eines weltweit agierenden Unternehmens namens „Bulla“, von dem ich noch niemals zuvor etwas gehört hatte. Die Produktion der Lebensmittel dieser Firma – das sind vor allem Milchprodukte – ist an anderer Stelle sĂŒdwestlich von Melbourne, u. a. auch im Bereich eines Nationalparks, untergebracht.

Immerhin habe ich seither noch einen Grund mehr, mal eine Reise nach ‚Downunder‘ zu unternehmen. Ich hoffe sehr, dass sich – bis es mal so weit ist – die Flugzeit drastisch verringert haben wird, denn derzeit kann ich mir so einen langen Flug nur in mehreren Etappen vorstellen, denn mehr als eine vier- bis fĂŒnfstĂŒndige Flugreise empfinde ich als nur schwer zumutbar.

Nachtrag

Inzwischen habe ich schon mal mit besagter Firma, dem Unternehmen „Bulla Dairy Food“ in Australien, Kontakt aufgenommen. Meine Hoffnung war, dass man mir mehr dazu zu sagen vermochte, wie der viktorianische Melbourne-Stadtteil Bulla zu seinem Namen gekommen war. Denn der Homepage des Unternehmens konnte ich ja bereits entnehmen, dass der GrĂŒnder der Firma „Bulla“ keineswegs jemand namens Bulla war, sondern ein gewisser Thomas Sloan. Das war im Jahre 1910.

Die Antwort der Firma „Bulla Dairy Food“ war zunĂ€chst ernĂŒchternd, denn man gab mir lediglich die Information, die ich eh schon hatte. Ich musste da also ein wenig nachhaken. Kurze Zeit spĂ€ter bekam ich erschöpfend Auskunft in Form eines Links auf der Website von „Victorian Places“, wo sich unter dem Stichwort „Bulla“ einige EintrĂ€ge finden ließen. So weiß ich jetzt, dass der Ort Bulla im Jahre 1861 exakt 136 Einwohner hatte und inzwischen (2011) auf 349 angewachsen ist. Das den Ort Bulla umgebende Auenland – Bulla Shire – hatte im Jahre 1871 ĂŒber 2.200 Einwohner, im Jahre 1991 zĂ€hlte man bereits ĂŒber 39.000.

Auszug aus dem
„Australian Handbook“
von 1903

Etwa 90 Kilometer nordwestlich von Melbourne entfernt taucht der Name Bulla nochmals auf: Dort nĂ€mlich liegt eine lĂ€ndliche Gegend namens Bullarock und zwar an der sĂŒdlichen grenze des Bullarock Forest. 1901 lebten dort in einer ausgesprochen bĂ€uerlichen Bevölkerung 97 Einwohner. Seit 1911 (242 Einwohner) ist die Bevölkerung rĂŒcklĂ€ufig: Im Jahre 2006 zĂ€hlte man nur noch 127 Einwohner.

Die zunĂ€chst fĂŒr mich wichtigste Information des Internet-Links, den mir die Firma „Bulla Dairy Food“ mitteilte, war, dass das Wort „Bulla“ aboriginalen Ursprungs ist – aber leider ein Begriff ungewisser Bedeutung, sodass ich da wohl noch ein wenig recherchieren muss.

Immerhin gab es in der englischen Version von „Wikipedia“ einen weiteren Hinweis auf einen möglichen aboriginalen Ursprung: „Moola Bulla“ bzw. die „Moola Bulla Station“, einer Viehstation in der Region Kimberley im Westen Australiens. „Moola Bulla“ wurde im Jahre 1910 von der Regierung gegrĂŒndet und diente der Bestrafung der Aborigines. In einer nicht nĂ€her bezeichneten Aborigines-Sprache – Ethnlogen unterscheiden rund 250 Dialekte, wovon die allermeisten inzwischen ausgestorben sind – bezeichnet der Ort offenbar „meat plenty“, also „viel Fleisch“.

Übersicht

  • „Google Maps“
  • Eiskrem, Sahne, KĂ€se und mehr
  • DJ Bulla
  • Wo komme ich her,
    wo gehe ich hin?
  • Abstammung
    Zitat

„Google Maps“



Eiskrem, Sahne, KĂ€se und mehr

Bereits im Jahre 1910 wurde die „Bulla Cream Company“ gegrĂŒndet und produziert seither alle möglichen Milchprodukte, insbesondere wohl Eiskrem, Sahne und KĂ€se. Auch heute noch ist der Betrieb einer der grĂ¶ĂŸten Milchproduzenten in Familienbesitz in Australien.


(Abb.: © „Bulla Dairy Company“)



DJ Bulla

Ein weiteres FundstĂŒck aus dem World Wide Web mit dem Namen Bulla ist jedenfalls DJ Bulla, was möglicherweise nur ein KĂŒnstlername ist; da in dem u. g. Track spanisch gesungen wird, könnte es sich bei DJ Bulla auch um einen spanisch sprechenden Musiker handeln und bei „Bulla“ um das spanische Wort fĂŒr „LĂ€rm“. Witzig jedenfalls, dass auch er offenbar Frank mit Vornamen heißt.

Nachfolgend jedenfalls ein musikalisches Werk, an dem DJ Bulla beteiligt ist:

DJ Bulla, Nimssawa
& Hugo Cardona:
„Aprendiendo a ser“

(dt.: „Lernen zu sein“)



Wo komme ich her, wo gehe ich hin?

Ich betreibe zwar seit vielen Jahren als Hobby eine mehr oder weniger intensive Recherche in Sachen Familienstammbaum, bin allerdings der Verbindung des Namens Bulla zu Australien und dem Stadtteil von Melbourne noch lÀngst nicht wirklich auf die Schliche gekommen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden ...

Meine familiĂ€ren Recherchen reichen derzeit nur wenig ĂŒber meine Großeltern vĂ€terlicherseits hinaus. Diese Großeltern indes waren die Köpfe einer zehn Kinder schweren Großfamilie aus dem oberschlesischen Raum, und sie waren ebenfalls eine Unternehmer-Familie im Bereich Spedition.

Aber auf dem Weg von der ‚Wiege der Menschheit‘ in Afrika bis ins heutige Polen (meine Großeltern stammen aus Oberschlesien) kann eine Menge passiert sein.

Kann sein, dass oberschlesische Vorfahren meiner Großeltern – womöglich ebenfalls eine unternehmerische Großfamilie – nach Australien ausgewandert waren, sich nahe Melbourne niederließen, dort fĂŒr reichlich Wirbel sorgten, sodass man kurzerhand ein ganzes Dorf nach ihnen benannte.

Vielleicht ist es aber auch so, dass die Linie der Bullas aus Australien stammte und Aborigines als Vorfahren hatte. Sollten sich gewisse AffinitĂ€ten genetisch weitervererben, wĂ€re damit auch die ErklĂ€rung gefunden, warum Didgeridoos eine so faszinierende Wirkung auf mich ausĂŒben.

Möglicherweise sind aber meine Ahnen nicht buchstĂ€blich um den halben Globus gezogen, sondern stammen lediglich vom anderen Ende Europas, zum Beispiel aus Spanien, was wiederum meine große Liebe zu diesem sĂŒdwest-europĂ€ischen Land samt seiner Sprache erklĂ€ren könnte. Und wie bereits im obigen Beitrag „DJ Bulla“ zu lesen ist, ist „Bulla“ ebenfalls ein durch und durch spanischer Begriff.

Es wĂŒrde mich am Ende nicht wundern, wenn die Herkunft sowohl in Australien als auch in Spanien zu finden ist, denn die Generation der mir noch persönlich bekannten Bullas ist ein sehr bewegliches Volk, sind doch die Kinder, Enkel und Ur-Enkel meiner Großeltern ĂŒber den Globus verteilt: Manche leben zwar noch ĂŒber ganz Deutschland verteilt, einige aber in Kanada, in den USA und auch in Polen. Und auch meine Großmutter hielt es nach dem Tod ihres Mannes nicht mehr lange in Deutschland, und sie gab hier alles auf, um nach Kanada zu ihren Kindern auszuwandern.

Auf meiner weltweiten Suche nach dem Namen Bulla bin ich auch auf KuriositĂ€teh gestoßen, wie beispielsweise das dreieinhalb Quadratmeter große Bulla Island im westlichen Teil des Kaspischen Meeres oder die nur noch in Form von Ruinen bestehende berberische, punische und römische Stadt Bulla Regia in der NĂ€he des heutigen Jendrouba in Tunesien. Das dortige Bulla Regia ist heutzutage eine archĂ€ologische StĂ€tte; Funde werden vor Ort im „Bulla Regia Museum“ gezeigt

Wohin es mich eines Tages noch verschlagen wird, ist nicht wirklich klar. Es mag schon sein, dass ich in Spanien landen werde oder womöglich im fernen Australien. Vielleicht falle ich auch in einen Jungbrunnen oder die Wissenschaft kann den Alterungs-Prozess stoppen und gar ein wenig umkehren und gibt mir zusĂ€tzlich zur durchschnittlichen Lebenserwartung weitere 50 oder 100 Jahre, sodass ich noch die Chance habe, auf den Mond oder auf den Mars auszuwandern. Womöglich begegnen mir auf meiner Reise durchs All eines Tages noch Aliens, die sich als UrvĂ€ter und BegrĂŒnder des Familiennamens Bulla herausstellen. Wer weiß das schon!? 😜


ABSTAMMUNG

„Ein fortschrittlicher religiöser Mensch rĂ€umt ein,
dass er vom Affen abstammt –
allerdings von dem aus der Arche Noah.“

(Frank R. Bulla)

Interessante Links