bulla-blog
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Autobiographisches:
Kindheit

Übersicht

  • Wie ich zu meinem ersten Buch kam
    ... daran kann ich mich nur zu gut erinnern
  • Der erste Kuss
    Sabinchen und Klein-FrÀnky
  • Wenn ein DreieinhalbkĂ€sehoch auf die Straße geht ...
    Sind „Fridays for Future“- Aktivisten nur Trittbrettfahrer?
  • Dialoge
  • Die Helden meiner Kindheit


Wie ich zu meinem ersten Buch kam

... daran kann ich mich nur zu gut erinnern

Ich bekam es an meinem siebenten Geburtstag von einem wildfremden Mann. Der nĂ€mlich hatte mich am Tag zuvor mit seinem weißen „VW KĂ€fer“ ĂŒberfahren.

Der Grund dafĂŒr, dass sich der „KĂ€fer“ auf Abwege begeben hatte, war folgender: Es hatte in jenen Tagen sehr heftig geschneit, und die RĂ€umfahrzeuge hatten alle Schaufeln voll zu tun, und so wurden an den StraßenrĂ€ndern große Berge mit Schnee aufgetĂŒrmt. Durch die klirrende KĂ€lte an jenem verheißungsvollen Tage hatte sich die zur Fahrrinne verengte Fahrbahn samt der danebenliegenden Schneehaufen zu einer wahren Bobbahn entwickelt.

Just in dem Augenblick, als ich mich auf dem BĂŒrgersteig befand, versuchten in meiner unmittelbaren NĂ€he zwei Fahrzeuge auf der reichlich verengten Fahrbahn aneinander vorbeizukommen. Der „KĂ€fer“ war derjenige, der letztlich das gewagteste Ausweichmanöver absolvierte, was ihn mit Schwung ĂŒber einen der angehĂ€uften HĂŒgel schleuderte. Dabei erwischte er mich, und am Ende lag ich in einem kleinen GĂ€rtchen vor einem Reihenhaus unter dem Auto. Mein Schutzengel sorgte dafĂŒr, dass ich nicht mal einen blauen Fleck davontrug! (vermutlich der gleiche Schutzengel, der in spĂ€teren Jahren weitere zweimal bewirkte, dass mir „VW KĂ€fer“ nichts zu Leide taten: beide Male war ich Beifahrer eines FahrzeugfĂŒhrers, der die Kontrolle ĂŒber sein Fahrzeug verloren hatte – klar, dass ich mir niemals einen „VW KĂ€fer“ gekauft habe!!!)

Übrigens: Titel des Buches ist „Hauff's MĂ€rchen“ – ein Buch, in das ich, wenn ich denn mal ein wenig Muße habe (was heutzutage nicht mehr ganz so oft vorkommt), immer noch gerne hineinschaue. Und Dank solch glorreicher Erfindungen wie Smartphones kann ich diese und viele andere Geschichten heutzutage sogar vorm Einschlafen im Bett lesen, ohne meine bereits schlafende Frau mit der Beleuchtung und dem UmblĂ€ttern von Seiten zu stören.



Der erste Kuss ❀

Sabinchen und Klein-FrÀnky

(Foto: © Frank R. Bulla)

Es gibt Fragen, die kann man einfach nicht beantworten – auch wenn man selbst es am besten wissen mĂŒsste, weil man es am eigenen Leibe erlebt hat. Dass es so ist, liegt manchmal auch daran, dass die Antwort auf die Frage in ferner Vergangenheit zu finden ist – und so weit kann man manchmal gar nicht mehr denken.

Aber wenn die Frage in den Raum geworfen wird, ob ich mich noch an den ersten Kuss erinnern kann, habe ich sofort eine Antwort parat, auch wenn dieser Vorfall schon gut ein halbes Jahrhundert zurĂŒckdatiert.

Als echter (wenn auch noch sehr kleiner) Mann hat man mit drei Jahren natĂŒrlich schon eine Freundin! Und da man bestrebt ist, es den Erwachsenen gleichzutun – schließlich will man ja auch mal so groß werden! –, bleibt es nicht aus, dass man sich auch mal im KĂŒssen versuchen will. Und was wĂ€re naheliegender, als die kleine Freundin in dieses Tun einzubeziehen!? Und so kam es, dass Klein-FrĂ€nky und Sabinchen (so der Name der Angebeteten) ĂŒbereinander herfielen, sich heftigst umarmten und in ihrer knuddeligen Kleinheit alsbald zu Boden purzelten und sich mit Schmatzern ĂŒbersĂ€ten. Sehr zur Freude der Erwachsenen, die das Ganze auch per Fotokamera festhielten. Leider ist das Foto, das so viele Male in der Verwandtschaft herumgereicht worden ist, schon lange Zeit unauffindbar. Aber dass es existiert, das weiß ich. Geblieben ist nur eine Aufnahme, auf der Sabine und Frank sittsam Hand in Hand und recht fotogen beieinander stehen und mit dem Fotografen flirten.

Dass ich seit nunmehr ĂŒber 30 Jahren mit einem anderen (und auch etwas grĂ¶ĂŸeren) Sabinchen zusammen bin, beruht vermutlich auf Zufall, bewirkte aber, dass der Name Sabine in meinem Leben eine ganz besondere Rolle spielt.

P. S.: Man beachte mal meine damalige Frisur! Diese wurde vor sehr vielen Jahren mal von Ingo Appelt kopiert, als der seine ersten Erfolge als Comedian verzeichnete – Frechheit! 😜



Wenn ein DreieinhalbkÀsehoch
auf die Straße geht ...

Sind „Fridays for Future“-Aktivisten nur Trittbrettfahrer?

(Foto: © Frank R. Bulla)

Manche Leute können sich ja wirklich noch an alles aus ihrer Zeit als Kleinkind erinnern – ob es passiert ist oder nicht. Mir geht es da nicht anders.

Was die wenigsten wissen: Als ich vier Jahre alt war oder zweieinhalb – egal, jedenfalls war ich noch ein DreieinhalbkĂ€sehoch –, ging ich immer freitagvormittags wĂ€hrend der Kindergartenzeit zusammen mit meinen Kameradinnen und Kameraden auf die Straße. Wir demonstrierten fĂŒr mehr kostenlose SĂŒĂŸigkeiten zum gemeinsamen FrĂŒhstĂŒck. Wir taten das spontan – ohne Genehmigung, ohne Plakate.

TatsĂ€chlich aber war ich so gut wie gar nicht im Kindergarten – nur einige wenige Tage, denn meine Mutter holte mich schnell wieder aus dem ĂŒblen Laden raus, als sie mitbekam, dass Kinder dort fĂŒr Nichtigkeiten (zum Beispiel Verweigerung der Nahrungsaufnahme aus geschmacklichen GrĂŒnden) bestraft wurden, und zwar, indem man sie fĂŒr eine Weile auf dem dunklen Dachboden (es kann aber auch ein dunkler Keller gewesen sein) einsperrte.

Insofern musste ich regelmĂ€ĂŸig selbst fĂŒr meine Portion an SĂŒĂŸigkeiten sorgen. In einem unbeobachteten Augenblick soll ich das Haus verlassen haben und die Dorfstraße hinuntergegangen sein. Da man mich in dem kleinen Kaff kannte (vor allem auch wegen meiner roten SchĂŒhchen), fragte mich jeder, der mir begegnete, wohin ich des Weges wĂ€re. WahrheitsgemĂ€ĂŸ gab ich an, auf dem Weg zur Oma zu sein, die rund zwei Kilometer weiter wohnte. So war auch meine Mutter sehr schnell ĂŒber meine PlĂ€ne im Bilde, als sie anfing, nach mir zu suchen.

Wie auch immer ... Greta Thunberg ist lediglich eine etwas verspĂ€tete Trittbrettfahrerin, wenn es darum geht, fĂŒr seine Rechte auf die Straße zu gehen. Jawohl!


DIALOGE

„Angeklagter, wo waren Sie zwischen vier und sechs?“
„Im Kindergarten, euer Ehren.“

*

„Unser Aaron-Aeneas kann Französisch, Englisch, Japanisch,
Klavier, Geige, Gitarre, Schach, Fußball, Judo und Karate!“
„Und? Kann er auch spielen?“



Die Helden meiner Kindheit

(Fotos: N. N.)

Die Helden meiner Kindheit sind sehr verschieden zu den Helden heutiger Kinder, die in weniger behĂŒteten Szenarien aktiv sind bzw. ihr Unwesen treiben.

Die Helden von damals kannte man beispielsweise aus dem Umfeld des DDR-„SandmĂ€nnchens“: Dazu zĂ€hlten vor allem Figuren wie „Pittiplatsch“ und „Schnatterinchen“ (siehe Foto!), aber auch „Bummi“, „Meister Nadelöhr“ oder „Frau Puppendoktor Pille“ (die mit der großen klugen Brille). Hier verfolgte man geradezu pĂ€dagogische Ziele, indem man Situationen schuf, in denen sich Kinder gut wiederfinden konnten.

Im West-Fernsehen dominierten dagegen Tiersendungen wie „Flipper“, „Fury“ oder „Lassie“, wo es vornehmlich um eine mehr oder weniger heile Welt ging, die durch ein hohes Maß an Gerechtigkeit bestach.

Aus meiner Sicht war das damalige Fernsehen – vor allem auch die ausgewogene Mischung aus West- und Ost-Fernsehen – ein nicht unwichtiger Teil einer gesunden Sozialisation von Kindern, genau wie Kindergarten, Schule, Freundschaften und elterliche Erziehung.

In der heutigen Zeit dagegen hat sich das nachmittĂ€gliche TV-Programm – vor allem das der Privatsender – dermaßen gewandelt, dass da kaum mehr ein Unterschied zum Abendprogramm zu erkennen ist. Das Thema „Jugendschutz“ scheint keines mehr zu sein, mutet man den Kids nicht nur Krimi-Serien zu (z. B. „Mord ist ihr Hobby“), sondern auch Werbung fĂŒr Sex-Spielzeug. Vorbei die Zeiten, da man noch Lehrreiches wie „Pusteblume“, „Die Sendung mit der Maus“, „Sesamstraße“ oder auch Niedliches wie die „Teletubbies“ (Foto) zur Unterhaltung der JĂŒngsten bereitstellte. Fast scheint es so, als mĂŒsste man die Kinder schon frĂŒhzeitig mit der RealitĂ€t konfrontieren, damit sie spĂ€ter mal in der kapitalistischen Welt mit all ihren Gefahren bestehen können.

Vielleicht ist es aber auch so, dass die Gefahren fĂŒr die Kinderseele durch die Inhalte der Glotze gar nicht gegeben sind, weil die Kids heutzutage eh nichts Besseres zu tun haben als ĂŒberall da, wo sie gerade stehen, liegen, sitzen oder fahren, ohne Unterlass auf ihr Smartphone zu glotzen.

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