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Reisen:
Menorca

Elektrifizierung

Ăśber ein innenarchitektonisches Meisterwerk

(Fotos: © Frank R. Bulla)

Das Schöne an Reisen ist, dass man reichlich Gelegenheit hat, Neues, Einzigartiges und Kurioses kennenzulernen – so wie in folgendem Beispiel in einem etwas überbewerteten menorquinischen Drei-Sterne-Hotel.

An erster Stelle menschlichen Erfindungsreichtums steht ohne Frage das Rad. Schon bald darauf ist in der Abfolge genialer Ideen die kombinierte Ventilator-Deckenlampe anzusiedeln (siehe Fotos: tagsüber in ausgeschaltetem, nachts in eingeschaltetem Zustand). Irgendwo zwischen der Erfindung des Rades und der Ventilator-Deckenlampe rangiert das geschickt angebrachte Bedienungs-Elenent zur getrennten Schaltung von Ventilator und Deckenlampe (Foto links) – ein geradezu innenarchitektonisches Meisterwerk, denn nicht immer ist es erwünscht, im Ambiente einer Wohn-Einheit so profane Dinge wie Lichtschalter und dergleichen unmittelbar wahrzunehmen. Man erwartet zwar ausgesprochen gute Erreich- und leichte Bedienbarkeit, stellt sich aber ein Design vor, das optisch mit dem Hintergrund geradezu verschmilzt und Schalt-Elemente so gut wie unsichtbar macht. Insofern erfreut es einen Bewohner, wenn Derartiges hinter Accessoires wie Vorhängen oder – wie in diesem Hotel – hinter Kopfkissen verborgen ist.

In vorliegendem Falle bedeutet es jedoch, dass einem bei nächtlicher, ein wenig ungeschickter Bewegung auf der Liegestatt, was nicht selten mit einem Verrutschen des Kissens einhergeht, eine Extraration Zugluft aus dem Ventilator zuteil wird, die unter gewissen Umständen noch von ein wenig Licht aus der Deckenlampe begleitet wird. Man kann lediglich dadurch ein wenig der nächtlichen Störung vorbeugen, dass man vorm Zubettgehen das Kissen möglichst weit nach links schiebt, sodass das Bedienungs-Element keinen Kontakt mit dem Kissen hat. Eine Berührung der Schalter ist aber dennoch möglich, weil des Nachts menschliche Arme durchaus die Angewohnheit haben, sich mehr oder weniger unkontrolliert im Bett zu bewegen.

Da wünscht man sich dann doch eher eine sprachgesteuerte Schalter-Version – in der Hoffnung, dass man nicht im Schlaf redet und womöglich solch bedeutsame Sätze wie „Licht an!“ oder „Ventilator an!“ von sich gibt ...

P. S. bzw. ein kleiner Tipp: Wie aus dem linken Foto ersichtlich, befindet sich in der Steckdose ein für einen Urlaub auf einer spanischen Insel ungewöhnlicher Netzstecker. Die meisten Geräte, die man auf Reisen für gewöhnlich mit sich führt – Stecker für Handy- / Smartphone- / Tablet- oder Akku-Ladegeräte – sehen in der Regel vollkommen anders aus. Dieser Stecker gehört zu einer Mehrfachsteckdose, die ein wichtiger Punkt auf meiner Urlaubs-Check-Liste und schon seit Jahren fester Bestandteil meines Reisekoffer-Inhalts ist. Denn viele Hotels bedenken bei der Einrichtung eines Zimmers alles Mögliche, aber selten, dass man als Paar mehr als nur eine gut erreichbare Steckdose benötigt: zum Beispiel für jeden eine gleich neben dem Nachtschrank, um da zeitgleich alle wichtigen Geräte anschließen zu können, oder im Badezimmer die Steckdosen für die elektrischen Zahnbürsten und den Rasierapparat.

Immerhin hat das Zusammenrücken europäischer Staaten dazu geführt, dass man, wie noch in früheren Zeiten üblich, meist keine Netzstecker-Adapter mehr mit sich führen muss.