bulla-blog
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Das wahre Leben:
Dumm gelaufen

Übersicht

  • KĂŒndigung 2021-Abo
  • Tabula rasa
    Mein persönlicher JahresrĂŒckblick 2020
  • Lehrgeld gezahlt
    Wenn man nicht die richtigen Fragen zu stellen versteht ...
  • Ich Kunstbanause ...
  • Katastrophal!
    Gedanken zum sogenannten „Deutschen Warn-Tag“

  • Fake-News
  • Funkstille
    Ein Telefon auf Abwegen
  • Das Spiegel-Malheur
    Die Geschichte hinter der Murmel
  • HamsterkĂ€ufe anlĂ€sslich des Corona-Virus'
    Da hilft nur, Klopapier und andere Produkte einzusparen
  • Der „Bullwhip-Effect“
    Wie sich HamsterkÀufe auf die Lieferkette auswirken
  • Klopapier-Songs
  • Domino-Day
    Timo Beil ĂŒber die Sammelleidenschaft seiner Gattin Tina und die Folgen ...
  • Und tĂ€glich grĂŒĂŸt
    die Klick-klack-Frau ...

    Schuhfetischist Timo Beil ĂŒber eine sehr morgen-aktive Dame
  • Öffnungszeiten
  • Cook Salt Solution
    Als Atemschutzmasken noch kein Thema waren ...
  • EinsturzgefĂ€hrdet
    Was „IKEA“ mit der Straßenbahn zu tun hat ...
  • Elektro-Schrott
    Von vielen elektrischen GerÀten bleiben manche dauerhaft auf der Strecke
  • Kleines Versehen –
    immense Folgen

    Finanzamt sorgt fĂŒr horrende AnwaltsgebĂŒhren zu Lasten des Steuerzahlers
  • Warum ich meine SekretĂ€rin feuerte ...
  • Die Aufreger des Jahres
    WorĂŒber man sich wann aufregen sollte / könnte / mĂŒsste ...
  • Meine Erfahrung mit dem Flaschenzug
    Heimwerker-Schicksal
  • Planung
    Die sechs Phasen
  • Dialoge
  • Die traurige Wahrheit
    Der Unterschied zwischen Teenagern, Erwachsenen und Senioren
  • „Murphy's Gesetz“
    Teil 1: Die 15 Schrauber-Gesetze
  • Doktorspiele (Teil 1)
    Möchtegern-Patientin Tina Beil zum Thema „Dollarzeichen im Auge“
  • Doktorspiele (Teil 2)
    Patientin Tina Beil zum Thema „Krankenversicherungskarte vergessen“

KĂŒndigung 2021-Abo

Hiermit kĂŒndige ich mein Abonnement fĂŒr 2021. Ich habe die kostenlose siebentĂ€gige Test-Version ausprobiert und bin absolut nicht interessiert.

Die Frist fĂŒr 2020 war ja leider schon lange abgelaufen, sonst hĂ€tte ich das Abo auch zurĂŒckgegeben. Aber es konnte ja innerhalb der ersten 14 Tage des Jahres keiner ahnen, wie schlimm sich das Jahr vor allem ab MĂ€rz noch entwickeln sollte: Lockdown, Hamstern von Klopapier, Nudeln und Backpulver, Auftritte von Corona-Leugnern und Corona-Verharmlosern, beschĂ€mende Szenen in FlĂŒchtlingslagern, noch ein Lockdown und vieles andere mehr – und dazwischen immer wieder Trump's Eskapden sowie weltweit Ewiggestrige aus dem ganz rechten Lager.

Bei 2021 bin ich jetzt definitiv vorsichtiger, denn ich habe wahrlich keine Lust, mir noch so ein Jahr anzutun. Allein die erste Woche hat mir wirklich gereicht: Man denke nur an Trump's Hassrede, die unmittelbar gefolgt war von einem geradezu terroristischen Akt, nÀmlich dem Sturm auf das Kapitol in Washington durch militante Vollpfosten, die mindestens genauso einen an der Waffel haben wie ihr republikanisches Idol.

Hoffen wir also auf 2022!



Tabula rasa

Mein persönlicher JahresrĂŒckblick 2020

(Grafik: N. N.)

Wenn ein Jahr dazu angetan ist, aufzurĂ€umen und reinen Tisch zu machen, dann das Jahr 2020. FĂŒr mich war das Jahr ein sehr denkwĂŒrdiges – nicht nur wegen Corona!

Es begann damit, dass mir zum Jahresanfang mein lokaler Internet-Provider die Hiobsbotschaft ĂŒberbrachte, dass er im Sommer in Rente zu gehen gedachte und deswegen auch seinen Server abschalten wollte. Das bedeutet angesichts eines eh veralteten CMS, dass ich mehrere Websites von der Pike auf neu aufbauen musste: die geschĂ€ftliche Homepage meiner Frau und drei geschĂ€ftliche Websites von mir. Auf Grund gewisser UmstĂ€nde ergab sich, dass aus dem ganzen Schlamassel eine zusĂ€tzliche, meine mehr private Homepage, hervorging, was den Arbeitsaufwand nicht gerade minimierte. Corona hatte sich hier insofern positiv bemerkbar gemacht, als ich auf Grund eines corona-bedingten AuftragsrĂŒckgangs etwas mehr Zeit fĂŒr diese ausgesprochen zeitaufwĂ€ndige Arbeit hatte.

Bevor ich jedoch an den Websites Hand anlegen konnte, ereilte mich ein ausgesprochen heftiger Bandscheibenvorfall, der mich insofern auch wie ein Schlag traf, als ich von jeher ein sportlicher Mensch bin und mir bis dahin im Leben nicht vorstellen konnte, dass mir so etwas mal passieren könnte. Dieser Vorfall brachte mich tatsĂ€chlich fĂŒr wenige Tage ins Krankenhaus, zog mich aber fĂŒr viele Wochen aus dem Verkehr. Auch hier machte sich Corona positiv bemerkbar, weil sich auf Grund der Pandemie keine AuftrĂ€ge als Redner ergaben, fĂŒr die ich das Haus hĂ€tte verlassen mĂŒssen – also GlĂŒck im UnglĂŒck, denn nichts wĂ€re blöder gewesen als einen Auftrag zu bekommen, den ich nicht hĂ€tte annehmen können, weil ich drei Wochen lang dermaßen schlecht zu Fuß war, dass ich selbst den Weg zur Toilette zuweilen nur auf allen Vieren zu bewerkstelligen vermochte.

WĂ€hrend ich ans Bett und danach mehr oder weniger ans Haus gefesselt war, hatte ich die Zeit auch dafĂŒr genutzt, auf „Facebook“ klar Schiff zu machen: Im Laufe der vergangenen zehn Jahre war die Liste der „Facebook“-Freunde dermaßen angewachsen, dass unbedingt mal aufgerĂ€umt werden musste.
Wer bei „Facebook“ viele Kontakte hat, weiß aus Erfahrung, dass sich mit wachsender Zahl an Kontakten zwangslĂ€ufig auch der News-Feed ausgesprochen unĂŒbersichtlich gestaltet. Ich hatte eh das GefĂŒhl, dass ich bei ĂŒber 90 Prozent meiner Kontakte eh nur eine Art Dateileiche war und auch ich betrachtete diese 90 Prozent inzwischen auch als solche. Da war mal das große AufrĂ€umen angesagt, sodass ich im Jahre 2020 viele hundert Kontakte aus meinem „Facebook“-Freundeskreis verschwinden ließ, vor allem auch solche, die eh nichts Besseres zu tun hatten, als bei „Facebook“ fĂŒr ihre selbststĂ€ndige TĂ€tigkeit Werbung zu machen, aber nie einen einzigen Klick auf meiner Profilseite hinterließen. Ganz zu schweigen von all jenen, die sich letztlich als merkwĂŒrdige Kretins herausstellten: Leute, bei denen es augenscheinlich eine AffinitĂ€t zu gewissen Gruppierungen gab: „AfD“, Neo-Nazis, Rassisten, „Hells Angels“, Corona-Leugner und Corona-Verharmloser, „Querdenker“ und dergleichen mehr. Ich bin durchaus ein toleranter Mensch – aber das, was all diese Gestalten zu sagen haben, ist keine Meinung: Das ist Renitenz, mangelnde Empathie und Dummheit pur! DafĂŒr habe ich absolut kein VerstĂ€ndnis und auch keinen Platz in meinem „Facebook“-Freundeskreis!

2020 war auch das Jahr unpassender Geschenke. Zum Geburtstag beispielsweise erhielt ich eine Eintrittskarte fĂŒr den internationalen Feuerwerks-Wettbewerb in Hannover-Herrenhausen – an sich ein tolle Idee; blöd nur, dass die Veranstaltung wegen Corona nicht stattfinden konnte. Inzwischen habe ich stattdessen ein anderes Geschenk bekommen, denn im Laufe der Pandemie war ja nicht wirklich sicher, ob es diesen Wettbewerb bereits in 2021 wieder wĂŒrde geben können: Corona war noch lĂ€ngst nicht ausgestanden.
Zum Nikolaus bekomme ich schon seit Jahren regelmĂ€ĂŸig eine Musik-CD. Wegen Corona bekam ich in 2020 stattdessen eine „Google Play“-Card, um mir selbst Musik aussuchen zu können. Das Blöde war nur, dass „Google“ sein Musikangebot inzwischen eingestellt hatte. Und da ich mit dieser Karte sonst absolut nichts anzufangen wusste, bekam ich stattdessen doch die gewohnte CD.
Über einen beruflichen Kontakt erhielt ich schließlich noch ein Weihnachts-PrĂ€sent: ein Set aus KĂ€sereibe, Spaghetti und Tomatensoße. FĂŒr Otto Normalesser wĂ€re das gewiss ein tolles Geschenk gewesen. FĂŒr mich war in dem Set leider nichts dabei: FĂŒr eine KĂ€sereibe habe ich keine Verwendung, und die Beigaben Spaghetti und Tomatensoße entsprachen leider nicht meinen qualitativen Vorstellungen, die geschmacklich eher in den Bio-Bereich gehen. Insofern plante ich also, das PrĂ€sent zeitnah weiterzuverschenken.

Zum GlĂŒck ist das Jahr 2020 bald beendet, und ich hoffe instĂ€ndig, dass mir weitere Überraschungen erspart bleiben und das neue Jahr zur Abwechslung mal etwas ruhiger und reibungsloser verlĂ€uft.



Lehrgeld gezahlt

Wenn man nicht die richtigen Fragen zu stellen versteht ...

(Fotos: © Frank R. Bulla)

Als handwerklicher Laie hat man es zuweilen nicht leicht. Manch' Profi könnte einem sicherlich gute Tipps geben, wenn man die richtigen Fragen zu stellen verstĂŒnde. Aber manche Dinge scheinen enem Laien so klar, so logisch, dass sich jede Frage zu erĂŒbrigen scheint.

KĂŒrzlich sollten die Vorbereitungen fĂŒr unseren Carport beginnen. Der Spezialist fĂŒr die Fundamente war bestellt. Zur Kosten-Ersparnis wollte ich mich um die Entsorgung des Aushubs selbst kĂŒmmern. Also errechnete ich zunĂ€chst mal ganz schulmĂ€ĂŸig das Volumen: FundamentgrĂ¶ĂŸe (LĂ€nge mal Breite mal Tiefe) mal Anzahl der Fundamente. Das Ergebnis betrug gut zwei Kubikmeter. Da ich noch gut einen Kubikmeter fĂŒr diverse AuffĂŒllarbeiten im Garten brauchte (wobei mir alles recht war: Mutterboden, Sand, Mineralgemisch), orderte ich bei einem Entsorgungs-Unternehmen einen Container mit einem Fassungsvermögen von einem Kubikmeter. Eigentlich eine simple Rechnung!

Es kam der Tag, da der Spezialist fĂŒr die Fundamente anrĂŒckte. Jede zweite Schubkarre mit Erdreich ging an mich, damit ich das Material im Garten verteilen konnte, die andere Schubkarre wurde im Container entleert. Das ging solange gut, bis der Fundament-Spezialist und ich feststellten, dass wir wohl insgesamt deutlich mehr als zwei Kubikmeter Aushub produzieren wĂŒrden. Zum GlĂŒck hatte ich noch einen stabilen Ein-Kubikmeter-Sack ĂŒbrig von einer Kieslieferung vom Vorjahr.

Inzwischen hatte ich meine Gartenarbeit erledigt, aber der Fundament-Spezialist und sein Team produzierten weiterhin Aushub. NatĂŒrlich hatte ich auch noch einen zweiten stabilen Sack in petto. Beim dritten Sack, in dem sich noch ein kleiner Rest Kies befand, musste ich etwas improvisieren. Man ahnt schon, worauf das hinauslaufen sollte: Am Ende hatte ich planmĂ€ĂŸig gut einen Kubikmeter Erde im Garten angelegt, einen Ein-Kubikmeter-Container gefĂŒllt sowie drei Ein-Kubikmeter-SĂ€cke, die allerdings nicht bis zum Rand gefĂŒllt waren. Der Spezialist schaute sich das Ergebnis an und stellte fest, dass ich wohl noch Container fĂŒr zwei weitere Kubikmeter Erde bestellen mĂŒsste.

HĂ€tte ich vorher gewusst, dass das Mineralgemisch, das auf der fĂŒr den Carport bestimmten FlĂ€che verbaut und verdichtet worden war, nach dem Ausheben deutlich an Volumen zulegen wĂŒrde, hĂ€tte ich natĂŒrlich gleich Container mit einem Fassungsvermögen von drei Kubikmetern bestellt – und rund 50 Euro fĂŒr eine zusĂ€tzliche Anfahrt des Entsorgungs-Unternehmens gespart. Viel schwerer wog allerdings die Tatsache, dass ich gemeinsam mit meiner Frau den halben Samstagnachmittag damit verbrachte, den Inhalt der drei großen SĂ€cke in den neuen Container zu schaufeln. Ein ganz besonderes Lehrgeld: ein Sportprogramm mit dem Versprechen fĂŒr einen außerordentlichen Muskelkater am nĂ€chsten Tag!



Ich Kunstbanause ...

Wenn Leute in der Redaktion ohne Kennung anrufen, sind das in der Regel irgendwelche KnalltĂŒten, die was verkaufen wollen oder eine Dienstleistung anzubieten haben. Wer schon ohne Kennung anruft, darf auch nicht erwarten, dass ich mich gescheit mit Firmenname und Namen melde. Ein freundliches, leicht fragendes „hallo“ muss dann erst mal reichen.

Heute meldete sich ein Dichter, dessen Name mir absolut nichts sagte. Er aber war offenbar der Meinung, dass er so bekannt sei, dass mir sein Name etwas sagen mĂŒsste. Tja, so unterschiedlich kann Wahrnehmung sein.

Er innerte mich daran, dass er vor Monaten schon mal angerufen hatte, um seine Gedichte anzupreisen. Da der Zeitpunkt gerade ungĂŒnstig war, weil der Relaunch des Stadt-Magazins, das ich betreibe, gerade in Planung war und ich noch nicht wusste, was konzeptionell kĂŒnftig u. a. angesagt sein könnte, vertröstete ich ihn.

Wie besprochen, meldete er sich nach einem halben Jahr wieder. Ich informierte ihn darĂŒber, dass konzeptionell auch weiterhin keine Gedichte vorgesehen waren. Er gab aber so schnell nicht auf und fragte, ob denn in der bald bevorstehenden (Vor-) Weihnachtszeit Gedichte interessant sein könnten, was ich ebenfalls verneinte, auch mit Hinweis darauf, dass Entscheidung, keine Gedichte zu veröffentlichen, nunmehr eine grundsĂ€tzliche ist. Er wirkte etwas aufgebracht, als er fragte, wieso ich ihm das nicht schon vor einem halben Jahr gesagt hatte. Gerade als ich ausholen wollte, um zu erklĂ€ren, dass vor einem halben Jahr noch kein inhaltliches Konzept fĂŒr den Relaunch der Homepage vorgelegen hatte (weswegen ich ihn ja vertrösten musste), legte er auf ... Ob er auch aufgelegt hĂ€tte, wenn ich seinen Rufnummer im Display hĂ€tte sehen können?

Zu blöd jedenfalls fĂŒr Herrn Wichtig, dass er jetzt extra nochmal anrufen musste. Seinen tatsĂ€chlichen oder KĂŒnstlernamen habe ich leider vergessen – so werde ich kĂŒnftig auch leider nicht verfolgen können, wie seine Karriere weiter steil nach oben geht und er einen Dichterpreis nach dem nĂ€chsten abrĂ€umt. Wie schade! Sollten in der Redaktion irgendwann doch noch mal Gedichte benötigt werden, muss ich vermutlich selbst welche schreiben. Eines habe ich immerhin schon mal in der Schublade:

  • Ein Esel steht wie 'n Ochs vorm Berg,
    versucht's mit List und TĂŒcke.
    Der Ochs' indes, der schafft sein Werk
    mit einer EselsbrĂŒcke.
    (Frank R. Bulla)



Katastrophal!

Gedanken zum sogenannten „Deutschen Warn-Tag“

(Foto: © Frank R. Bulla)

In der Liste der zahlreichen Gedenktage gibt es seit 2020 einen neuen Tag: den „Warn-Tag“. Dieser wird ab sofort an jedem zweiten Donnerstag im September begangen. Das Procedere: Um 11:00 Uhr gibt es seitens der Sirenen einen stetig an- und abschwellenden Alarmton und um 11:20 Uhr die Entwarnung in Form eines einminĂŒtigen Dauertons. Ebenfalls um 11:00 Uhr sollen „Katastrophen“-Apps bundesweit auf das Ereignis aufmerksam machen. Der erste „Warn-Tag“ verlief allerdings nicht ganz so wie geplant.

Deutsche Apps sind phĂ€nomenal – das hatte bereits die sogenannte „Corona“-App gezeigt. Auch wenn die Warnungen per „Katastrophen“-App am 10. September 2020 zu einem Zeitpunkt eingetroffen waren, an dem im Ernstfall die Katastrophe bereits ĂŒber uns hereingebrochen wĂ€re, musste man der App zugutehalten, dass sie nicht versehentlich und leicht verspĂ€tet auf den Beginn der Corona-Pandemie im MĂ€rz 2020 hingewiesen hat.

Manche Sirenen – sofern es ĂŒberhaupt noch welche gibt (in grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten hat man sie zum Großteil schon abgeschafft) – wurden vermutlich auch durch eine App gesteuert. Denn von den drei Sirenen allein hier im Ort habe ich bestenfalls eine einzige gehört, bin mir aber nicht sicher, weil der Ton dermaßen leise war, dass ich mutmaßte, dass es sich dabei auch um die Sirene aus dem benachbarten Dorf gehandelt haben könnte. Dass die Sirenen aber grundsĂ€tzlich funktionieren, zeigt der wöchentliche Test: jeden Samstag um 11:45 Uhr.

Wie auch immer: Der „Warn-Tag“ scheint jedenfalls tĂŒchtig schiefgegangen zu sein. Aber bekanntlich lernt man ja aus Fehlern.

Indes ... Falls mich in nĂ€chster Zeit jemand suchen sollte: Ich sitze auf dem Dachfirst meines Hauses, bewaffnet mit einem Feldstecher, und halte Ausschau nach Katastrophen (Jagdbomber, Terror-AnschlĂ€ge, Vulkan-AusbrĂŒche, Erdbeben, Rauchschwaden u. dgl.). Ganz nach der Devise „Wenn man nicht alles selbst macht“ ...

Interessanter Link



Fake-News

Als wenn es zu Zeiten bedeutender Gesundheitskrisen wie beispielsweise der Corona-Pandemie nicht schon genug Panik gĂ€be, treibt noch ein verachtungswĂŒrdiges Gesindel – schlimmer noch als jeder HamsterkĂ€ufer, der sich Massen von Klopapier, Nudeln und Backpulver unter den Nagel gerissen hat – sein Unwesen und verbreitet ĂŒber unterschiedlichste KanĂ€le („Facebook“, „WhatsApp“ & Co.) Falschnachrichten, wie zum Beispiel, dass das Schmerzmittel „Ibuprofen“, das fĂŒr mit dem „COVID-19“-Virus Infizierte gefĂ€hrlich werden kann, was definitiv völliger Blödsinn ist. Parallel zu Corona, aber auch schon weit davor, haben rechte Gelichter soziale Netzwerke als ihre Plattform auserkoren, um ihr ewiggestriges Gedankengut samt den dazugehörigen Hassreden und Falschmeldungen zu verbreiten. Selbst der Donald Trump missbraucht die Plattform „Twitter“, um andere Staaten, andere Politiker zu diffamieren und um all seine LĂŒgen zu verbreiten, mit dem er seine gesitig minderbemittelte AnhĂ€ngerschaft bei der Stange hĂ€lt.

Überall hier hat die Meinungsfreiheit eine bedenkliche Grenze ĂŒberschritten und sollte den Rechtsstaat auf den Plan rufen, denn nur der vermag, dem Ganzen Einhalt zu gebieten.

Diese widerwĂ€rtigen Fake-News lassen einen darĂŒber nachdenken, inwieweit nicht langsam mal wieder seriöse Medien die Informationshoheit wiedererlangen sollten und alles andere ausgebremst und in HĂ€rtefĂ€llen bestraft gehört.

Denn gerade Plattformen wie „Facebook“ haben sich im Laufe der Zeit zu einer Art Medien-Ersatz entwickelt, der vieles auf den Kopf stellt. Absolut dilettantische und dĂŒmmliche private Schreiberlinge, Meinungsmacher und Möchtegern-Journalisten lehnen sich immer mehr mit ihrem geistigen DĂŒnnschiss aus dem Fenster, verbreiten falsche Informationen und vor allem auch jede Menge Schleichwerbung. Sie geben der Leserschaft das trĂŒgerische GefĂŒhl, einigermaßen neutral informiert zu sein – wĂ€hrend die, die ihr Handwerk wirklich beherrschen, nĂ€mlich die renommierten Medien mit ihrer schwindenden Zahl an guten Journalisten, wirtschaftlich immer mehr ins Hintertreffen geraten und den Bach runtergehen.



Funkstille

Ein Telefon auf Abwegen

(Foto: © Frank R. Bulla)

Dank fortschreitender Technik passieren heutzutage Dinge, die vor 20 Jahren absolut nicht denkbar gewesen wÀren. Dies hat auch damit zu tun, dass Mechanik vielfach durch Elektronik ersetzt worden ist, und auch damit, dass Computer-Chips immer kleiner werden.

Meine Frau und ich leben in einer großen Wohnung, die nicht nur langgestreckt ist, sondern auch ĂŒber zwei Etagen geht. Da macht durchaus ein Telefon Sinn, das nicht nur aus einem, sondern gleich aus mehreren Apparaten besteht. Dank ausgefeilter Funktechnik muss man hierfĂŒr nicht mal mehr zu jedem GerĂ€t ein Telefonkabel legen, sondern braucht fĂŒr jeden Apparat lediglich eine Ladestation mit Anschluss ans Stromnetz.

KĂŒrzlich hatte ich eine recht nervöse Woche. Aufgrund hohen Arbeitsaufkommens war ich sehr gestresst, zerstreut und ĂŒbermĂŒdet, und viele Dinge gingen mir im Laufe der Woche nicht mehr so leicht von der Hand wie zu anderen Zeiten. Gleich am Wochenanfang gelang es mir daher, einen normalerweise nicht so leicht umzukippenden Kaffeebecher flachzulegen. Klar, dass der Becher mehr als halbvoll war – und klar auch, dass das auf dem Schreibtisch inmitten von PC-Tastatur und Papierstapeln passieren musste. Nun ja, so etwas geschieht schon mal. Es ist Ă€rgerlich, weil es den Arbeitsprozess wegen der nun anfallenden Reinigungsarbeiten eine ganze Weile lahmlegt.

Doch in besagter Woche ließ sich dieser Vorfall noch toppen. Gerade hatte ich ein Telefonat beendet, als ich den Apparat wieder auf die Ladestation in etwa 60 Zentimetern Entfernung setzen wollte. Auf halbem Weg rutschte mir das Telefon weg, und wĂ€hrend ich noch versuchte, es durch mehrmaliges Nachfassen vorm Runterfallen zu retten, machte es eine Punktlandung im Kaffeebecher. Da man sich so einen Vorgang wie eine Arschbombe in der Badeanstalt vorstellen kann, spritzte es natĂŒrlich ordentlich. Und indem ich schnell noch versuchte, die Elektronik vor Schaden zu bewahren und den Apparat schnell wieder aus der Tasse zu ziehen, fiel auch noch der ganze Becher um.

Meine Sorge galt natĂŒrlich vor allem dem Telefon, das ich schleunigst von der brĂ€unlichen FlĂŒssigkeit zu reinigen suchte. Aber es war offenbar zu spĂ€t: Bereits mein erster Versuch, das Telefon wieder zum Leben zu erwecken, scheiterte – offenbar war schon zu viel Kaffee ins Innere des GehĂ€uses eingedrungen: Es gab keinen Mucks mehr von sich.

Da ich aber noch den ganzen Tag lang weitertelefonieren musste, nahm ich mir kurzerhand den Apparat aus dem Arbeitszimmer meiner Frau, weil das am einfachsten zu bewerkstelligen war. Da ich aber ihre Reaktion am Abend voraussah, suchte ich im Internet schon nach einem ErsatzgerĂ€t, das exakt zum nun noch vorhandenen Telefon-Trio passte. Allerdings gestaltete sich die Suche schwierig und ich beließ es erst mal dabei. Als meine Frau nach Hause kam und wie erwartet ihren Apparat vermisste, versprach ich, mich am nĂ€chsten Tag um Ersatz zu kĂŒmmern.

Der nÀchste Tag jedoch brachte einen unerwarteten Lichtblick. Optimistisch, wie ich meistens bin, nahm ich mir noch mal das gestern abgesoffene GerÀt vor, das ich unmittelbar nach dem Missgeschick von den Batterien befreit und auf die Heizung gelegt hatte. Und was soll ich sagen: Es funktionierte wieder wie zuvor; alle Einstellungen und gespeicherten Telefonnummern waren noch intakt.

Zu frĂŒheren Zeiten jedenfalls wĂ€re ein solcher Unfall undenkbar gewesen: Das Telefon (jenes mit WĂ€hlscheibe oder alternativ mit Tastatur, aber beide mit einem halben Meter gedrehtem Kabel zwischen Apparat und Hörer) war seinerzeit viel zu groß – nicht einmal der aus Mikrofon und Hörmuschel bestehende Hörer hĂ€tte aufgrund seiner GrĂ¶ĂŸe so ohne weiteres in einer Kaffeetasse landen können ...



Das Spiegel-Malheur

Die Geschichte hinter der Murmel

(Fotos: © Frank R. Bulla)

Vor sehr vielen Jahren bekamen wir mal von der Schwiegermutter einen großen, querformatigen und relativ schweren Wandspiegel vermacht. Der war bereits Jahre alt und hatte bereits ein paar Macken. Eine GlĂ€serei versah das gute StĂŒck mit ein paar Applikationen, die die teils abgebrochenen Ecken vertuschen sollten, wodurch der Spiegel noch sehr gewonnen hatte.

In der Horizontalen waren drei kreisrunde Löcher an der Vorderseite des Spiegels ausgespart, die in frĂŒheren Zeiten mal kleine LĂ€mpchen aufgenommen hatten. In der Mitte dieser Kreise gab es kleine Bohrungen, durch die seinerzeit die Kabel fĂŒr die Elektrifizierung zu den LĂ€mpchen gefĂŒhrt worden waren. Diese Aussparungen sahen höchst merkwĂŒrdig aus, um nicht zu sagen unschön, zumal daraus das Holz des Spiegel-Untergrunds durchschien. Da ich schon immer alle möglichen Kleiigkeiten aufbewahre, weil man sie ja immer mal wieder fĂŒr irgendetwas gebrauchen kann, so hatte ich auch ein paar Murmeln zur Seite gelegt, die es irgendwann mal im Rahmen einer Treuepunkte-Aktion einer großen Supermarktkette gegeben hatte. Diese Murmeln kamen jetzt zum Einsatz und wurden mit einem guten Klebstoff in den kreisförmigen Löchern befestigt, passten sie doch exakt in die Aussparungen im Spiegel, passten sich aber auch farblich ganz gut in den Spiegel und auch in das in hellem Blau gehaltene Schlafzimmer ein, wo der Spiegel schließlich aufgehĂ€ngt worden war. So ĂŒberstand das ErbstĂŒck trotz der empfindlichen Applikationen an den vier Ecken zwei UmzĂŒge völlig unbeschadet.

Eines Tages, als ich nach Hause kam und das Schlafzimmer betrat, traute ich meinen Augen nicht, glaubte ich doch zunĂ€chst an einen Einbruch, weil der Raum zwischen der Kommode, ĂŒber der der Spiegel gehangen hatte, und dem Bett vollkommen verwĂŒstet aussah.

Was war passiert? Der Spiegel wurde bei der Herstellung mit einem guten Klebstoff auf dem TrĂ€germaterial, in diesem Falle Holz, aufgebracht. Da das SchmuckstĂŒck aber schon ein paar Jahre, wohl eher ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hatte, hatte sich der Kleber offensichtlich ganz allmĂ€hlich in Wohlgefallen aufgelöst und konnte so nicht mehr seinen Zweck erfĂŒllen. So kam es, dass sich das glĂ€serne Etwas erst ganz kurz vorm Einzug in die neuen RĂ€umlichkeiten vom Holzuntergrund löste, kurz auf der Kommode aufsetzte (was die OberflĂ€che beschĂ€digte, wie man auf dem Fotos sehen kann), um dann auf dem Fußboden mit lautem Krach in tausend Teile zu zerbersten. Ein wahres Schlachtfeld!

Es soll ja durchaus aberglĂ€ubische Menschen geben, die einen zerbrochenen Spiegel mit „sieben Jahre Pech“ in Verbindung bringen. Zum GlĂŒck, so dachten wir uns, haben wir den Spiegel nicht selbst demoliert. Wir können sagen – toi, toi, toi! –, dass wir seither sogar ausgesprochern viel GlĂŒck hatten.



HamsterkÀufe anlÀsslich des Corona-Virus'

Da hilft nur, Klopapier und andere Produkte einzusparen

(Foto: © Frank R. Bulla)

„Real“ in Celle: GĂ€hnende Leere auf einem etwa 15 bis 20 Meter langen, mehretagigen Regal, wo man normalerweise alles bekomnt, was das Herz  ... Ă€h ... der Arsch begehrt: Klopapier in allen nur denkbaren AusfĂŒhrungen und Verpackungs-Einheiten.

Es ist ja nicht so, dass gar nichts mehr dagewesen wĂ€re - nein, es gab (und das ist kein Witz!) noch exakt zwei Packungen (Ă  ca. sechs Rollen) fĂŒr den Kinderpo: hĂŒbsch bunt bedrucktes Klopapier.

An der Kasse war zu erfahren, dass dieser Mangel nicht etwa an dem Verkauf der Supernarktkette „Real“ liegt, der dieser Tage ĂŒber die BĂŒhne geht, sondern an panischen Konsumenten. Der Supermarkt kommt mit der Befriedigung der Nachfrage bei manchen Produkten nicht mehr hinterher, zum Beispiel auch bei Mehl und Nudeln, die - wie man in sozialen Netzwerken sehr anschaulich via Smartphone-Cam-Fotos erfahren kann - derzeit bundesweit Mangelware sind, egal, ob bei SupermĂ€rkten wie „Aldi“ oder „Real“.

Im falschen Film ...

Ich war wĂ€hrend des Höhepunktes der HamsterkĂ€ufe wegen Bandscheiben-Problemen leider ein Weilchen aus dem Verkehr gezogen. Indes versuchte meine Frau vergeblich, an Klopapier zu kommen. Ich selbst hatte mit dem Filialleiter eines Supernarktes telefoniert, der mich vom Sehen her kennt, und unsere Situation vorab per Mail dargestellt. Sobald die nĂ€chste Lieferung kommt, so sprach er, wollte er was fĂŒr uns zurĂŒcklegen.

Tags darauf kam meine Frau vom Einkaufen zurĂŒck. Der Filialleiter hatte Wort gehalten und eine Familienpackung Klopapier fĂŒr uns gerettet. Als meine Frau ihn diesbezĂŒglich ansprach, sagte er (kein Scherz!), dass er das Paket kurz aus dem Safe holen mĂŒsse. Er hatte es dort versteckt, damit es nicht abhandenkomnt ... Wo leben wir eigentlich!?

Man hörte im Rahmen dieser EngpĂ€sse davon, dass halsabschneiderische Unternehmen und auch Privatleute große Klopapier-Packungen zu absoluten Wucherpreisen anbieten wĂŒrden. Es wĂŒrde mich nicht wundern, wenn solcher Wucher Aggressoren auf den Plan ruft, sodass so ein Klopapierlager plötzlich Opfer eines Brandanschlags wird – Klopapier brennt bestimnt außerordentlich gut ...

Parallel zur Corona-Pandemie scheint es auch eine Pandemie zu geben, die Hirne schrumpfen lÀsst und Leute zu mÀchtigem Egoismus und zu absurden EinkÀufen verleitet ...

Weitere Auswirkungen der Corona-Pandemie

Nachdem die ganze Woche lang weder in Ehlershausen noch in Hannover (BahnhofsnĂ€he) weder Bio-Trockenhefe zu bekommen war noch ganz normale frische oder Trockenhefe, rief ich gestern natĂŒrlich mal den Filialleiter meines Lieblings-Supermarktes an und fragte, wie es denn um Hefe bestellt ist. Seine Antwort war ernĂŒchternd. Er vertröstete mich zwar auf heute Nachmittag, gab aber zu, dass er da nicht viel Hoffnung hĂ€tte.

Bereits gestern hatte ich den Hersteller jener Bio-Trockenhefe angeschrieben, die ich vornehmlich fĂŒrs Brotbacken benötige. Nebenstehend die wenig trostreichen Worte.

Übrigens: Als ich gestern mit dem Filialleiter des Supermarktes telefonierte (das ist jener Herr, der erst kĂŒrzlich fĂŒr mich eine Packung Klopapier zurĂŒcklegte, die er vorsichtshalber im Safe verstaut hatte!), erzĂ€hlte er mir das Neueste in Sachen Klopapier. Dieser Tage hatte sich im Dunstkreis des Supermarktes eine Initiative gebildet, die privat Klopapier aus Russland geordert hat. Man wusste zwar nichts zur QualitĂ€t des Klopapiers (wenn Not am Mann ist, ist die QualitĂ€t sicherlich auch scheißegal), wusste aber zu berichten, dass der Lkw – ein 40-Tonner voll mit Klopapier – bereits auf dem Weg in die Region war. Da blieb nur zu hoffen, dass von dem Transport niemand Wind bekommen hatte – schon gar nicht diese Horden asozialer Gelichter, die regelmĂ€ĂŸig die Regale plĂŒndern. Denn heutzutage scheint es in den Bereich des Möglichen gerĂŒckt zu sein, dass so ein Lkw kurzerhand mal Opfer eines rĂ€uberischen Überfalls wird ...

Eine Nachbarin hatte inzwischen schon Mitleid mit mir und spendete – weil sie eh nie Brot oder Kuchen backt – zwei TĂŒten einfachste Trockenhefe von „Dr. Oetker“, Ablaufdatum: September 2019. Man nimmt ja schon, was man kriegen kann!

Und gerade entdeckte ich, dass meine Frau wohl letzte Woche in einem Anfall von Hamsteritis drei PĂ€ckchen Backpulver gekauft hatte. Gerade habe ich auch Rezepte gefunden, wie man statt mit Hefe auch mit Backpulver Brot backen kann. Das lĂ€sst hoffen, dass wir die kommenden Wochen ĂŒberleben werden. Notfalls könnten wir das Backpulver auch gegen Klopapier tauschen.



Der „Bullwhip-Effect“

Wie sich HamsterkÀufe auf die Lieferkette auswirken

(Grafik: Frank R. Bulla)

Das eigentlich Schlimme an HamsterkĂ€ufen ist der sogenannte „Bullwhip-Effect“, auch „Peitschen-Effekt“ genannt, der schon von relativ wenigen geistlosen HamsterkĂ€ufern in Gang gesetzt werden kann. Dieser Effelt wird bei „Wikipedia“ wie folgt kurz und prĂ€gnant beschrieben:

  • „Der Ausdruck Peitscheneffekt bezeichnet das PhĂ€nomen, dass Bestellungen beim Lieferanten zu grĂ¶ĂŸeren Schwankungen neigen als VerkĂ€ufe an den Kunden und damit von der Nachfrage abweichen und dass diese Abweichung sich in vorgelagerte Richtung der Lieferkette aufschaukelt, sich die Schwankung also zum Ursprung der Lieferkette hin vergrĂ¶ĂŸert.“

Die gesamte Lieferkette schaukelt sich – beginnend beim Konsumenten (in der nebenstehenden Grafik links beginnend) – von Glied zu Glied weiter auf, wobei jedes Glied der Kette sozusagen ein Sicherheits-Polster einbaut, das sich bis zum Hersteller hin (rechts in der Grafik) immer weiter vergrĂ¶ĂŸert, sodass der Hersteller kaum mehr eine Chance hat, mit der gewĂŒnschten Lieferung hinterherzukommen. Im Extremfall befindet sich das gesamte Klopapier bei relativ wenigen Kunden, wĂ€hrend der Hersteller völlig ĂŒberlastet ist und nicht mehr die geforderte Menge liefern kann..



Klopapier-Songs

Die grĂ¶ĂŸte Klopapier-Hamster-Aktion gab es vermutlich wĂ€hrend der ersten Corona-Welle im Jahr 2020. Das war ein echtes Ärgernis fĂŒr jene, die plötzlich vor leeren Regalen standen, ermunterte aber andere, der absurden Situation etwas abzugewinnen: Es gab eine ganze Reihe von „Klopapier-Songs“. Nachfolgend zwei, die mir – textlich wie auch musikalisch – besonders gut gefielen:


Greeen:
„Klopapier (Corona)“


Danger Dan:
„Nudeln und Klopapier“



Domino-Day

Timo Beil ĂŒber die Sammelleidenschaft
seiner Gattin Tina und die Folgen ...

(Foto: © Frank R. Bulla)

Sie kennen doch bestimmt diese Sendung „Domino-Day“, die vor Jahren mal auf einem dieser unsĂ€glichen Privatsender mit hollĂ€ndischem Einfluss gelaufen ist, denen es innerhalb von zwei Jahrzehnten gelungen ist, das Niveau der deutschen TV-Landschaft auf ein Minimum herabzusenken – und das nicht nur mittels umfallender Domino-Steine. SpĂ€testens seit jener Sendung wissen wir, wie mĂŒhselig es ist, Unmengen von Domino-Steinen aufzustellen – und zwar dergestalt, dass sie erst dann kontrolliert umfallen, wenn man den Zeitpunkt fĂŒr gegeben hĂ€lt – und kein bisschen frĂŒher!

Gedankensprung. FrĂŒher gab es Tuben fĂŒr alle möglichen Zwecke, insbesondere auch im Badezimmer. Ich erinnere mich an diese Dinger, die man ordentlich ausquetschen und mit zunehmender Leerung immer mehr von hinten her zusammenrollen konnte (und die auch hĂ€ufig – gerade wegen des falschen oder des Nicht-Zusammenrollens – zum Objekt manchen Ehestreits wurden). Meist kam aus diesen Tuben Zahnpasta, zuweilen auch Krem gegen Sportverletzungen oder Spachtelmasse fĂŒr die Tag- und Nachtpflege der weiblichen Haut. Ich erinnere mich daran, dass es in Tuben eine fette Substanz gab, die sich Ă€ltere Herren gern in ihr schĂŒtteres Haar schmierten, um ihm einen gewissen Halt zu verleihen. Als mal meine Oma aus der damaligen DDR zu Besuch kam, wurde ihr diese Substanz, die mein Erzeuger achtlos im Bad hatte herumliegen lassen, bei der Morgentoilette zum VerhĂ€ngnis, weil sie von drĂŒben her offenbar aus der Tube nur Zahnpasta kannte ... Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls kommen diese guten alten Tuben aus DĂŒnnblech heute immer seltener vor. Seit lĂ€ngerem im Trend sind diese Tuben, die so gebaut sind, dass man sie platzsparend kopfĂŒber auf den Tubendeckel stellen kann (vermutlich steckt da mal wieder irgendeine EU-Verordnung dahinter, die der Vereinheitlichung dient oder der Herstellung preisgĂŒnstigerer Verpackung). Mittlerweile gibt es auch viele Dinge in mehr oder weniger großen Tuben, die frĂŒher noch in Glas- oder Plastikflaschen zu haben waren: Sonnenkrem, Liebesperlen, Duschgel, Nugatkrem, flĂŒssige Seife, Sahne, Honig, Haar-Shampoo – wenn der Trend so weitergeht, kann man sich sicherlich bald Klopapier aus solchen Tuben herausziehen. Und alle Tuben haben eines gemeinsam: Man kann sie aufrecht auf den Deckel stellen, und bei der Konstruktion wurden offenbar Dinge wie Statik und Schwerkraft kaum bedacht: Einmal böse angeschaut, fĂ€llt so eine Tube schon um.

Tina Beil, meine gepflegte Gattin, hat ein großes Sammelsurium an solchen Tuben. Ich glaube, wenn ein Preis ausgelobt wĂŒrde, wer die vielseitigste Tubensammlung im ganzen Lande hat, hĂ€tte sie eine gute Chance auf den Hauptgewinn – auch was die Menge betrifft: Denn es ist beileibe nicht so, dass jede Art von Tube nur einmal vorhanden ist. Da es mĂŒĂŸig zu sein scheint, eine Tube nachhaltig zu leeren, wird schon mal eine zweite angefangen, und da es ebenfalls mĂŒĂŸig zu sein scheint, eine fast leere Tube einfach zu entsorgen (schließlich kann man in Gedenken an die armen Menschen in der Dritten Welt nicht einfach jede Kleinigkeit achtlos wegwerfen!), liegen (besser gesagt: stehen) da dann irgendwann von einem Produkt mehrere Exemplare herum, weil die Lust, sie nachhaltig zu leeren, mit Zunahme der Anzahl an  Tuben nicht wirklich steigt.

Das Schlimme heutzutage ist ja auch, dass, wĂ€hrend man frĂŒher nur eine einzige Zahnpasta brauchte, man heute gleich mehrere fĂŒr sehr differenzierte Anwendungen benötigt: eine fĂŒr den Morgen, eine fĂŒr die Nacht, eine fĂŒr zwischendurch, eine gegen Karies, eine gegen Parodontose, eine gegen den Zahn der Zeit, eine fĂŒr besseren Atem, eine fĂŒr weißere ZĂ€hne, eine mit der man auch die Zunge putzen kann etc. Da, wo frĂŒher eine einzige olle Blechtube lag, steht heute stellvertretend mindestens ein Dutzend.

Jedes Mal, wenn ich das Badezimmer betrete, werde ich so auch unweigerlich an die eingangs erwĂ€hnte Sendung erinnert: Da stehen in Reih und Glied Unmengen von Tuben: auf der Badezimmer-Vitrine, auf der Ablage ĂŒber dem Waschbecken, auf den RĂ€ndern von Badewanne und Dusche, auf der AblageflĂ€che ĂŒber dem Heizkörper, auf dem SpĂŒlkasten, ja, manchmal sogar auf der geschlossenen Klobrille, weil vermutlich woanders kein Platz mehr war.

Irgendwo mittendrin liegen (!) meine zwei Tuben: die fĂŒr Zahnpasta und die fĂŒr Rasierkrem. Mittlerweile habe ich eine sehr ausgefeilte Technik entwickelt, um an diese meine beiden Tuben heranzukommen, ohne die Tuben meiner Gattin zu berĂŒhren. Aber alle paar Wochen, wenn ich morgens schlaftrunkener als sonst ins Bad torkele, passiert es dann doch: Da berĂŒhre ich aus Versehen eine jener stehenden Tuben meiner Gattin ... Es ist Domino-Day!



Und tĂ€glich grĂŒĂŸt die Klick-klack-Frau ...     

Schuhfetischist Timo Beil ĂŒber
eine sehr morgen-aktive Dame

(Grafik: © Frank R. Bulla)

Stellen Sie sich vor, Sie wohnen in einem Mehrfamilienhaus. Die mehr oder weniger junge Frau, die ĂŒber Ihnen wohnt, gehört offensichtlich zur arbeitenden Bevölkerung, da sie werktags ziemlich exakt um 07:45 Uhr das Haus verlĂ€sst. Sie wissen dies nicht deswegen so genau, weil Sie ihr regelmĂ€ĂŸig auflauern, sondern weil Punkt Viertel vor acht das Klackern, das vorher eine Viertelstunde lang direkt ĂŒber Ihnen zu hören war, jetzt im Hausflur zu vernehmen ist, woraufhin im GebĂ€ude wieder Ruhe einkehrt und Sie sich in Ihrem Bett noch einmal umdrehen und versuchen können, vor 08:00 Uhr nochmal ein Auge zuzubekommen, bevor Ihr eigener Wecker sich meldet ...

Doch bis es so weit ist, gilt es, jene besagte Viertelstunde des permanentes Klick-klacks ĂŒber Ihnen zu ĂŒberstehen. Da Sie diese Frau ja noch niemals in ihren GemĂ€chern aufgesucht haben, können Sie nur ahnen, welcher Art ihr Fußboden ist: In den fĂŒr die GerĂ€uschkulisse relevanten Teilen der Wohnung dĂŒrften das wohl Kacheln in Badezimmer und KĂŒche und ansonsten Parkett oder Laminat sein. Zum GlĂŒck gibt es aber auch Bereiche in der Wohnung, die mit Teppichboden ausgelegt sind. Zur Art des Schuhabsatzes lĂ€sst sich definitiv sagen: Es ist kein weiches Material, wie man es von Sportschuhen her kennt, sondern reichlich harter Kunststoff oder hartes Leder. Aber vielleicht auch keine Stöckelschuhe, weil dann wohl eher Trippelschritte mit wesentlich hellerer Klangfarbe zu vernehmen wĂ€ren. Aber so genau kann man das schließlich nicht wissen ...

Man möchte annehmen, dass ein Mensch, wenn er sich morgens auf die Arbeit vorbereitet, dies in mehr oder weniger geordneter Weise tut; und wenn er denn bereits die Schuhe angezogen hat (wie in diesem Falle: eine Viertelstunde vor Verlassen des Hauses), dann nur noch zwei, drei Sachen zusammenzusuchen braucht, bis er bereit ist ...

So nicht besagte Dame! Binnen einer Viertelstunde absolviert sie da mindestens einen 1.000-Meter-Lauf, klickert und klackert permanent von einer Ecke der Wohnung in die andere (wohlgemerkt: immer in den Bereichen, die akustisch am wirkungsvollsten erscheinen) – gerade so, als wĂ€re sie auf dem Weg zum Badezimmer-Spiegel, und da fiele ihr noch ein: „Ach, ich habe ja meine Halskette vergessen!“ Wieder zurĂŒck zum Spiegel, ginge ihr durch den Kopf: „Ach, das Pausenbrot muss ich noch einpacken!“ Ab in die KĂŒche und wieder zurĂŒck zum Spiegel, fiele ihr auf: „Meine Frisur sitzt ja heute gar nicht!“, suchte den Kamm, fĂ€nde ihn nicht, liefe geschlagene fĂŒnf Minuten wie irre in der Wohnung umher, um ihn zu suchen, fĂ€nde ihn schließlich und begĂ€be sich – mit kleinen Umwegen – zurĂŒck zum Spiegel, wo sie anfinge, die Frisur zu richten, bis ihr einfiele: „Ach, ich ziehe heute doch lieber die rote Bluse an!“ Liefe also ins Schlafzimmer (daran zu hören, dass eine Minute lang gar nichts zu hören ist!), um nach vollendeter Tat wieder zurĂŒck zum Spiegel zu eilen, wo ihr wieder so manches einfiele ...

Irgendwann ist diese Viertelstunde ĂŒberstanden – und morgen ist zum GlĂŒck Wochenende und klick-klack-frei!

Öffnungs-
zeiten





(Abb.: N. N.)



Cook Salt Solution

Als Atemschutzmasken noch kein Thema waren ...

(Foto: © Frank R. Bulla)

Eine der unangenehmsten Aufgaben beim Hausbau ist das Vorbereiten der Trockenbau-FlĂ€chen fĂŒr die Grundierung. Nach der Devise „Wo gehobelt wird, fallen SpĂ€ne“ entsteht beim Abschmirgeln jede Menge feiner Abrieb, auf den ich nicht allzu gut vorbereitet war. Nicht nur, dass ich nach Fertigstellung eines Raumes fast wie ein Schneemann aussah, hatte ich jede Menge von dem weißen Staub in Augen und Nase bekommen. Bei den Augen half jede Menge kaltes Wasser, das Riechorgan musste sich einer NasenspĂŒlung unterziehen – mit einer Kochsalzlösung (daher auch der ausgesprochen schlecht ĂŒbersetzte Titel dieses Textes).

Als ich das Foto bei „Facebook“ mit entsprechendem Text postete, brachte das neben reichlich GelĂ€chter und Schadenfreude auch den Tipp einer „Facebookerin“, die auf die Benutzung von Schutzbrille und vor allem Atemschutzmaske verwies. Manche Lösungen sind so simpel, dass man da vor lauter Betriebsblindheit einfach nicht so schnell darauf kommt. Hinterher ist man natĂŒrlich immer schlauer. 😕

Was damals natĂŒrlich noch keiner wissen konnte: dass es in absehbarer Zeit so sein wird, dass jeder, aber auch wirklich jeder solche Masken massenweise zu Hause haben wird. Was soll man dazu sagen!? Entweder war ich viel zu frĂŒh dran oder die Corona-Pandemie zu spĂ€t ...



EinsturzgefÀhrdet

Was „IKEA“ mit der Straßenbahn zu tun hat ...

(Text: N. N.)

Eine verheiratete Frau kauft bei „IKEA“ einen neuen Schrank. Sie sagt sich: „Selbst ist die Frau!“ und baut ihn selber – natĂŒrlich ohne Probleme – zusammen.

Kaum hat sie ihn fertig hingestellt, fĂ€hrt draußen vor der Wohnung die Straßenbahn vorbei und der Schrank klappt in sich zusammen. „Was soll's!?“ denkt sich die Frau und baut ihn nochmals zusammen.

Wieder fĂ€hrt die Straßenbahn unten vorbei und wieder klappt der Schrank zusammen. Entnervt ruft die Frau bei „IKEA“ an und sagt: „Schicken sie bitte einen Techniker vorbei, ansonsten bringe ich das Ding noch heute zurĂŒck!“

Der Techniker kommt, baut den Schrank fachmĂ€nnisch zusammen. Unten fĂ€hrt die Straßenbahn vorbei, und der Schrank klappt zusammen.
„Hm...“, ĂŒberlegt er. „Passen Sie auf: Wir bauen den Schrank jetzt nochmal zusammen, ich stelle mich rein und gucke, wenn die Straßenbahn vorbeikommt, woran's denn liegen kann.“

Gesagt – getan. Schrank zusammengebaut, und der Techniker klettert rein. In dem Moment kommt der Ehemann der Frau zurĂŒck nach Hause und sagt ĂŒberrascht: „Oh, Schatz, du hast ja den neuen Schrank schon zusammengebaut!“

Er öffnet die SchranktĂŒr und meint erstaunt zu dem Techniker: „Ja, was machen Sie denn hier?“ Worauf der Techniker meint: „Tja – Sie werden mir das jetzt wahrscheinlich nicht glauben, aber ich warte auf die Straßenbahn.“



Elektro-Schrott

Von vielen elektrischen GerÀten bleiben
manche dauerhaft auf der Strecke

(Foto: © Frank R. Bulla)

In der Welt, insbesondere in vielen Haushalten, steht reichlich Zeug herum, was niemand wirklich braucht ... bis hin zu Gedöns, was seit Jahren nicht mehr benutzt wird. Bestenfalls erfreut sich noch so manche Lady an ihrem begehbaren Schuhschrank, in dem womöglich eine dreistellige Zahl an Pumps vergeblich darauf wartet, angezogen zu werden – Schuhe, die nur mal so im Kaufrausch erworben worden sind.

Dieser Tage hörte ich mal in irgendeinem Medium eine gigantische Zahl, nĂ€mlich: wie viele zig Millionen Euro an Werten in deutschen Haushalten ungenutzt vor sich hindĂŒmpeln, die einfach mal so gekauft worden sind – die Zahl war so gigantisch, dass ich sie nicht glauben mochte und sie mir wohl deshalb nicht gemerkt habe.

Werfe ich einen Blick in die KĂŒchenschrĂ€nke, stolpere ich in den hintersten Winkeln ĂŒber so manches elektrische GerĂ€t, das sich allein im Laufe der vergangenen 30 Jahre aus den unterschiedlichsten GrĂŒnden als nicht wirklich brauchbar erwiesen hat: Entweder war das maschinelle Ergebnis unbefriedigend oder die Bereitstellung zu aufwĂ€ndig oder aber es kam ĂŒber das Stadium „Reiz des Neuen“ nicht hinaus, oder es ist inzwischen durch etwas erheblich Fortschrittlicheres ĂŒberholt wurden: Da sind Waffeleisen, PĂŒrierstab, Fondue-GerĂ€t, Raclette-GerĂ€t, KaffeemĂŒhle (elektrisch) und und und ... teils auch GerĂ€tschaften, die einem irgendwann zu irgendeinem Anlass von der Familie in bester Absicht geschenkt worden sind, die man sich selbst aber niemals angeschafft hĂ€tte, weil man deren Nutzen nicht wirklich erkennen kann und auch noch nie erkennen konnte.

Wenigstens bin ich nicht dem Wahn verfallen, mir eine jener dĂ€mlichen Kapsel-Automaten zulegen zu mĂŒssen, deren ‚Zubehör‘ ein Schweinegeld kostet (60 bis 80 Euro pro Kilo Kaffeebohnen!) und das zu unsĂ€glichen und völlig unnötigen MĂŒllbergen fĂŒhrt. Zum GlĂŒck habe ich meinen Unwillen auch rechtzeitig im Kreise derer kommunizieren können, die sonst womöglich auf die Idee gekommen wĂ€ren, mir damit was Gutes zu tun. Ich schĂ€tze, dass so ein geschenkter Kapsel-Automat wohl auch das erste GerĂ€t gewesen wĂ€re, das ich umgehend wieder versilbert hĂ€tte – und bei der vielen Dummheit in der Welt wĂ€re ich es sicherlich schnell losgeworden, selbst wenn ich nur minimal unter dem ursprĂŒnglichen Kaufpreis geblieben wĂ€re.

Letztlich hat es neben zwei wichtigen GerĂ€ten, die ich hier nicht weiter erwĂ€hnen will, nur eines mit großem Abstand auf den ersten Platz geschafft – und das ist ein Standmixer, der mehrfach die Woche im Einsatz ist, um insbesondere die herrlichsten Smoothies hervorzubringen. Es ist ĂŒbrigens schon das zweit GerĂ€t dieser Art innerhalb weniger Jahre, was den enorm starken Einsatz im Haushalt deutlich macht. Dieses GerĂ€t wusste ich besonders heute wieder zu schĂ€tzen, weil ich in der Obst-Abteilung mĂ€chtig zugeschlagen und auch FrĂŒchte mitgebracht habe, die ich ohne entsprechendes KĂŒchengerĂ€t vermutlich eher liegenlassen wĂŒrde, z. B. GranatĂ€pfel und Cranberrys. Zusammen mit Kaki, Bananen, Äpfel, Birnen, blauen Weintrauben und Walnuss-StĂŒckchen hat das einen superleckeren und gesunden Smoothie ergeben, von dem (siehe Foto!) leider nur noch ein klĂ€glicher Rest ĂŒbrig ist ...

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  • Kaffee-Kapseln
    Timo Beil ĂŒber die Suche nach intelligentem Leben im All oder: Was war zuerst da: das Ei oder die Henne?



Kleines Versehen – immense Folgen

Finanzamt sorgt fĂŒr horrende AnwaltsgebĂŒhren
zu Lasten des Steuerzahlers

Ein Rentner hat vor einigen Jahren ordnungsgemĂ€ĂŸ mit seiner Schreibmaschine seine SteuerklĂ€rung gefertigt. In dieser hat er Zins-EinkĂŒnfte von 11.000 Euro angegeben. TatsĂ€chlich hatte er jedoch 18.000 Euro an Zins-EinkĂŒnften. Als ihm sein Fehler auffiel, informierte er prompt die Sachbearbeiterin beim Finanzamt.

Im Steuerbescheid traute der Rentner seinen Augen nicht: Die Sachbearbeiterin hatte die Zins-EinkĂŒnfte hintereinander weg geschrieben und auf „1100018000 Euro“ (= 1,1 Milliarden Euro) beziffert. Seine Steuerschuld errechnete das Finanzamt auf mehr als 200 Millionen Euro. Daraufhin rief der Rentner beim Finanzamt an und wies die Sachbearbeiterin auf ihren ‚FlĂŒchtigkeitsfehler‘ hin. Umgehende Änderung wurde ihm zugesagt.

Einige Wochen spÀter wurde dem Rentner seine EC-Karte vom Bank-Automaten eingezogen. Seine Bank wies den Rentner darauf hin, dass das Finanzamt eine Steuerrate von 13 Millionen Euro eingezogen habe.

Daraufhin marschierte der Rentner zu seinem Rechtsanwalt. Der Rechtsanwalt fertigte ein Schreiben an das Finanzamt an und innerhalb weniger Tage wurde der Beschwerde abgeholfen. Der Rentner bekam natĂŒrlich sein Geld vollstĂ€ndig zurĂŒck.

Der Rechtsanwalt bezifferte gegenĂŒber dem Finanzamt seine Kosten, die er abhĂ€ngig vom Streitwert errechnete. Der Streitwert (mehr als 200 Millionen Euro) hatte einen Kostenersatz von 2,5 Millionen Euro zur Folge. Das Finanzamt weigerte sich, den Betrag auszuzahlen. Der Rechtsanwalt klagte seinen Anspruch ein und gewann vor Gericht.

Ein Schreiben ans Finanzamt gefertigt und um 2,5 Millionen Euro reicher! Der Mann hat alles richtig gemacht. Die Kosten fĂŒr das Verfahren trĂ€gt ĂŒbrigens der Steuerzahler. Die Beamtin wurde auf einen besser bezahlten Posten wegbefördert.

(Quelle: „Frontal 21“ / „ZDF“)



Warum ich meine SekretÀrin feuerte ...

(Text: N. N. / Foto: N. N.)

Vor zwei Wochen hatte ich meinen 45. Geburtstag und fĂŒhlte mich ohnehin nicht sehr wohl. Ich ging zum FrĂŒhstĂŒck. Meine Frau sagte nicht einmal „Guten Morgen“, schon gar nicht „Alles Gute“. Die Kinder sagten auch kein Wort und ließen mich völlig links liegen.

Auf dem Weg ins BĂŒro fĂŒhlte ich mich ziemlich niedergeschlagen. Ich ging durch die EingangstĂŒre meines BĂŒros. Als Janet, meine SekretĂ€rin, auf mich zukam und „Alles Gute zum Geburtstag, Boss!“ sagte, fĂŒhlte ich mich schon ein bisschen besser. Wenigstens eine hatte sich erinnert.

Ich arbeitete bis mittags. PĂŒnktlich um zwölf klopfte Janet an die TĂŒr und sagte: „Es ist Ihr Geburtstag. Lassen Sie uns doch Mittagessen gehen, nur Sie und ich“.

Wir gingen nicht in das ĂŒbliche Lokal, sondern fuhren aufs Land zu einem kleinen gemĂŒtlichen Restaurant, um ein wenig PrivatsphĂ€re zu haben. Wir tranken zwei „Martini“ und erfreuten uns am hervorragenden Mahl.

Auf dem Weg zurĂŒck ins BĂŒro sagte Janet: „Wissen Sie, es ist so ein schöner Tag, und es ist Ihr Geburtstag. Wir mĂŒssen doch nicht zurĂŒck ins BĂŒro fahren, oder? Fahren wir doch zu mir in meine Wohnung und trinken noch einen Kaffee.“

Als wir in ihrem Appartement ankamen, tranken wir statt Kaffee noch ein paar weitere „Martini“ und rauchten gemĂŒtlich eine Zigarette. Nach einiger Zeit sagte Janet: „Wenn es Sie nicht stört, wĂŒrde ich mir gerne etwas Bequemeres anziehen. Ich gehe nur schnell ins Schlafzimmer und bin gleich wieder da.“

Nach einigen Minuten kam sie wieder heraus. Sie trug eine Geburtstagstorte in den HĂ€nden – gefolgt von meiner Frau, den Kindern sowie den engsten Mitarbeitern. Alle sangen „Happy Birthday“. Und ich saß auf der Couch – und hatte außer meinen Socken nichts mehr an ...



Die Aufreger des Jahres

WorĂŒber man sich wann aufregen
sollte / könnte / mĂŒsste ...

Wir kennen das ja: Der letzte Winter war hart, dauerte lĂ€nger als erwartet, und die Meckereien darĂŒber nehmen kein Ende – und so freut man sich bereits auf die wĂ€rmere Jahreszeit. Aber wer glaubt, die Nörgeleien seinen damit beendet, irrt gewaltig! Denn der verwöhnte Mensch in Mitteleuropa hat eigentlich immer was zu meckern ...

Sollte Ihnen mal in einem Monat nichts einfallen, worĂŒber Sie sich aufregen können – nachfolgend ein paar Anregungen:

Januar:
zu kalt, zu viel Schneematsch und in den Regalen gibt es bereits Oster-Leckereien

Februar:
zu kalt, zu kurz und zu viel Karneval

MĂ€rz:
zu wenig sonnige Tage

April:
der Monat macht meist, was er will

Mai:
zu viele Hochzeiten

Juni:
zu heiß und die FahrgĂ€ste der „Deutschen Bahn“ werden aufgrund ausgefallener Klima-Anlagen des öfteren Opfer der Hitze

Juli:
zu heiß, ĂŒberfĂŒllte FreibĂ€der und Staus auf den Autobahnen

August:
zu heiß, zu viele Wespen und zu viele Ernte-Fahrzeuge unterwegs

September:
in den Regalen gibt es bereits Weihnachts-Leckereien

Oktober:
zu stĂŒrmisches Wetter

November:
zu nass und alles viel zu grau

Dezember:
zu kalt, Weihnachts-Stress und die FahrgĂ€ste der „Deutschen Bahn“ werden des öfteren Opfer des Winter-Einbruchs



Meine Erfahrung mit dem Flaschenzug

Heimwerker-Schicksal

(Text: N. N. / Foto: N. N.)

Als ich am GebĂ€ude ankam, sah ich, dass der Wind eine Anzahl Ziegel vom Dach getragen hatte. Ich hatte deshalb einen Balken und einen Flaschenzug angebracht, um damit zwei Kisten Ziegel auf das Dach zu hieven. Als ich den Schaden beseitigt hatte, blieb eine Anzahl Ziegel ĂŒbrig. Ich zog also die leere Kiste noch einmal auf das Dach und knotete den Strick unten fest. Dann stieg ich durch die Luke erneut auf das Dach und fĂŒllte die Kiste mit den ĂŒbrigen Ziegeln.

Als ich das getan hatte, ging ich hinunter und löste den Knoten. UnglĂŒcklicherweise war aber die Kiste voller Ziegel nun schwerer als ich, und bevor ich begriff, was vorging, kam die Kiste herunter und ich schwebte hoch. Ich klammerte mich fest an den Strick. Auf halbem Wege begegnete ich der Kiste und musste einen unsanften Stoß gegen die Schulter einstecken, wodurch das SchlĂŒsselbein brach. Infolge der zunehmenden Geschwindigkeit kam ich ziemlich schnell oben an und stieß mit dem Kopf mit voller Gewalt gegen den Balken, was mir ein heftige Platzwunde an der Stirn einbrachte, wĂ€hrend mir der Flaschenzug die Finger quetschte.

Im selben Augenblick kam die Kiste unten an. Aber aufgrund der hohen Geschwindigkeit schlug sie so heftig auf, dass der Boden heraussprang und die Ziegel ĂŒberall herumflogen. Da ich selbst aber nun viel schwerer war als die leere Kiste, sauste ich wieder nach unten. Die leere Kiste begegenete mir unterwegs abermals und ritzte mir das ganze Bein auf. Als ich unten ankam, fiel ich in die Ziegeln und und bekam durch die scharfen Kanten etliche Schnittwunden.

Offenbar verlor ich dadurch die Geistesgegenwart, denn ich ließ den Strick los. Das Ergebnis davon war, dass mir die leere Kiste auf den Kopf fiel und einen SchĂ€delbruch verursachte.

Seitdem liege ich nun im Krankenhaus ...



Planung

Die sechs Phasen



(Text: N. N. / Foto: N. N.)

  1. Enthusiastische Begeisterung
  2. Plötzliche Verwirrung
  3. Totale ErnĂŒchterung
  4. Suche nach dem Schuldigen
  5. Bestrafung eines Unschuldigen
  6. Auszeichnung eines völlig Unbeteiligten


DIALOGE

Frau (im Bademantel und mit Lockenwicklern im Haar):
„Nehmt ihr noch MĂŒll mit?“
MĂŒllwagen-Fahrer: „Aber sicher – spring' hinten rein!“

*

„Morgens lĂ€ute ich mit dem Glöckchen nach den Bediensteten.“
„Du hast Bedienstete?“
„Nein, aber ein Glöckchen.“

*

(Treffen zweier Planeten)
Planet 1: „Du siehst ja scheiße aus!“
Planet 2: „Ja, ich hab' Homo sapiens.“
Planet 1: „Hier, nimm mal ‚Corona forte‘!“
Planet 2: „Danke.“
Planet 1: „Gute Besserung!“

*

Blondine 1 (hockt vor ihrem Auto): „Scheiße, der Reifen ist platt!“
Blondine 2: „Ganz platt?“
Blondine 1: „Nee, nur unten.“

*

Polizist: „Können Sie Angaben zum Unfallhergang machen?“
Ehemann: „Meine Frau öffnete den Schrank
mit den ‚Tupper‘-Dosen ...“




Die traurige Wahrheit

Der Unterschied zwischen Teenagern,
Erwachsenen und Senioren

Teenager

Erwachsene

Senioren

viel Zeit

wenig Zeit

viel Zeit

wenig Geld

viel Geld

viel Geld

viel Energie

viel Energie

wenig Energie



„Murphy's Gesetz“

Teil 1: Die 15 Schrauber-Gesetze

(Text: N. N.)

  1. Egal, was einem in den Motorraum fĂ€llt – es kommt nicht auf dem Werkstattboden an.
  2. Der SchraubenschlĂŒssel rutscht immer dann ab, wenn eine scharfe Kante in der NĂ€he eines Fingerknöchels ist.
  3. Das herabfallende Teil springt umso weiter in eine Ecke, je keliern es ist.
  4. Gewinde können ihre Drehrichtung spontan Àndern.
  5. Undichtigkeiten existieren nie gleichzeitig mit beobachtenden Augen, sondern immer nur im Moment des Wegsehens.
  6. Unzerbrechliche Teile und Werkzeuge gibt es nicht.
  7. Fallengelassenes Werkzeug schlÀgt genau da ein, wo es maximalen Schaden anrichten kann.
  8. Frisch lackierte Teile ziehen, solange der Lack noch feucht ist, Insekten magisch an.
  9. Ein Fehler, der einen wochenlang genervt hat, verschwindet bei der Auffahrt auf das WerkstattgelÀnde und tritt erst beim Verlassen desselben wieder auf.
  10. Die Schraube, die beim Aufdrehen Probleme macht, ist immer die am schlechtesten erreichbare.
  11. Beim Schrauben am Samstag gehen irgendwelche betriebsrelevanten Teile immer erst nach 14:00 Uhr kaputt.
  12. An den am KotflĂŒgel abgelegten Schraubenzieher denkt man immer erst nach dem Schließen der Motorhaube.
  13. Gibt es verschiedene Möglichkeiten fĂŒr Fehlerursachen, ist es immer die zuletzt ausprobierte.
  14. Das Werkzeug, das man gerade eben noch benutzt hat, ist nach einem Telefonanruf fĂŒr immer verschwunden.
  15. Am Ende ist immer eine Schraube ĂŒbrig.

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Doktorspiele (Teil 1)

Möchtegern-Patientin Tina Beil zum Thema
„Dollarzeichen im Auge“

(Foto: © Frank R. Bulla)

Anfang Mai telefonierte Timo Beil seine Frau (ausgerechnet, als Timo Beil mal seinen Genitiv verlegt hatte) mit jenem Augenarzt, den sie im digitalen Telefonbuch fand – und zwar nach der bewĂ€hrten Methode „Augen zu und irgendwo drauftippen“ ...


„Praxis Dr. Sparfuchs, guten Tag!“

„Ich hĂ€tte gerne einen Termin bei Ihnen.“

„Waren Sie schon mal bei uns?“

„Nein.“

„Bei welcher Krankenkasse sind Sie versichert?“

„Ersatzkasse fĂŒr gebeutelte Patienten.“

„Gut – dann kann ich Ihnen fĂŒr Anfang Januar nĂ€chsten Jahres einen Termin geben, und zwar am ...“

„Wie bitte!? Anfang Januar??? Jetzt habe ich aber ganz stark den Eindruck, dass das mit dem Januar-Termin an meiner Krankenkasse liegt!?“

„Na ja, es gibt eben drei verschiedene Kategorien von Patienten: Selbstzahler, privat Versicherte und gesetzlich Krankenversicherte. Und fĂŒr jede Gruppe steht eben ein gewisses Kontingent an Terminen zur VerfĂŒgung, und das Kontingent fĂŒr die gesetzlich Versicherten ist naturgemĂ€ĂŸ auch eher erschöpft, weil es den grĂ¶ĂŸten Teil der Patienten ausmacht."

„Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Sie mich wegen meiner Krankenkasse erst in einem Jahr behandeln wollen???“

„Nein, in einem halben bis dreiviertel Jahr. Wollen Sie den Termin jetzt haben oder nicht?“

Schade, dass Tina Beil nach dieser erschöpfenden Auskunft ein wenig irritiert, aber umgehend den Hörer aufgelegt hatte – so werden wir wohl nie erfahren, ob es sich um drei gleichgroße Kontingente an Terminen handelte, die der offenbar wenig hippokratische Eidgenosse fĂŒr seine Schutzbefohlenen vergeben lĂ€sst, und ob er, als er irgendwann mal den Hippokratischen Eid geschworen hat, diesen leistete durch Handauflegen auf sein Sparbuch oder ob er dabei doch dem Schwur gemĂ€ĂŸ nicht das Dollarzeichen, sondern den Menschen im Auge hatte ...

Timo Beil seine Frau jedenfalls hat jetzt bei einem anderen Augenarzt einen Termin – und zwar sage und schreibe nur vier Wochen nach dem erwĂ€hnten Telefonat! Man munkelt, dass es daran liegen könnte, dass Tina Beil's Gatte dort Patient ist – Privatpatient.



Doktorspiele (Teil 2)

Patientin Tina Beil zum Thema
„Krankenversicherungskarte vergessen“

(Foto: © Frank R. Bulla)

Nach rund zweijĂ€hriger Pause besuchte Patientin Tina Beil, angetrautes Eheweib von Timo Beil, wieder einmal ihre HNO-Ärztin. Einen Behandlungstermin konnte sie diesmal relativ zeitnah bekommen, hatte allerdings blöderweise die Krankenversicherungskarte nicht dabei. Das fiel ihr just in dem Moment auf, als sie im Fahrstuhl stand, der sie in die vierte Etage des Ärztehauses beförderte. Dabei wurde ihr auch klar, warum sie das wichtige Dokument nicht mit dabei hatte: Ihr Gatte hatte es noch in seiner Brieftasche.

Nein, Timo Beil hatte die Karte nicht bei sich, weil er stellvertretend fĂŒr seine Frau, die berufsbedingt regelmĂ€ĂŸig unter akuter Zeitnot litt, den GynĂ€kologentermin wahrgenommen hatte, sondern lediglich, um mit Vorlage der Versicherungskarte seiner Frau 10 Euro PraxisgebĂŒhr zu entrichten und dafĂŒr ein Rezept ausgehĂ€ndigt zu bekommen. (Sie merken schon: Die Geschichte spielt zu der Zeit, als in jedem Quartal noch diese unsĂ€gliche PraxisgebĂŒhr entrichtet werden musste.)

Tina Beil hatte sich fĂŒr den Facharzt-Termin jedenfalls nicht nur ein paar Stunden arbeitsfrei nehmen mĂŒssen, sondern musste dafĂŒr auch rund 30 Kilometer fahren. Die Arzthelferin indes war wegen des Nichtvorhandenseins der Versicherungskarte alles andere als begeistert und ließ das durchaus auch raushĂ€ngen:

„Wenn Sie keine Versicherungskarte mit dabei haben, können wir Sie leider nicht behandeln. Wir mĂŒssten einen neuen Termin vereinbaren ...“

Dass Tina Beil angesichts der UmstĂ€nde kein besonders großes Interesse an dieser Option hatte, lag auf der Hand. Sie begrĂŒndete das der Doktorengehilfin gegenĂŒber sehr detailliert und stellte die durchaus berechtigte Frage – zumal es sich von Tageszeit und Wochentag her anbot –, inwieweit sich die Praxis nicht mal schnell telefonisch mit der Krankenkasse in Verbindung setzen könnte.

Die befragte Arzthelferin schaute ihre Kollegin hilflos an, und jene schaute hilflos zurĂŒck. Schließlich kamen aber beide ĂŒberein, dass sich ihre Chefin persönlich mit dieser Ă€ußerst schwerwiegenden Frage auseinandersetzen mĂŒsste.

Tina Beil wartete also artig ab, bis die Ärztin geruhte, Zeit fĂŒr sie zu haben, um sich dieser Problematik anzunehmen. Nach einer Weile kam sie tatsĂ€chlich zum Anmeldetresen, bereits ĂŒber die heikle Situation informiert, und insistierte, dass wohl aufgrund der Sachlage ein neuer Behandlungstermin vereinbart werden mĂŒsste. Was auf dem kurzen Dienstwege zwischen der Ärztin und ihren Gehilfinnen nicht erwĂ€hnt worden war: dass Tina Beil gewichtige GrĂŒnde hatte, diesen Termin nicht zu verschieben. Insofern blieb Tina auch nichts anderes ĂŒbrig, zum wiederholten Male mit ihren schwerwiegenden ErklĂ€rungen aufzuwarten. Schließlich schlug sie der Ärztin auch noch einmal vor, dass die Praxis sich doch kurzerhand mit der Krankenkasse in Verbindung setzen könnte, um sich der Mitgliedschaft der Patientin zu vergewissern.

„Ist Ihnen eigentlich klar, was das fĂŒr einen Aufwand fĂŒr uns bedeutet!?“ fragte die stressgeplagte hippokratische Eidgenossin streng rhetorisch, flankiert von ihren noch stressgeplagteren und ebenso streng dreinblickenden Eidgehilfinnen.

Tina Beil brachte abermals ihr Bedauern ĂŒber ihre Vergesslichkeit zum Ausdruck, erklĂ€rte aber mit Nachdruck – auch unter Zuhilfenahme der bereits vorgebrachten GrĂŒnde –, dass die Behandlung heute unbedingt stattfinden sollte.

Letztlich ließ sich die HNO-Spezialistin erweichen, wies die Arzthelferinnen an, die Krankenkasse zu kontakten und eine MitgliedsbestĂ€tigung per Fax zu erbitten, betonte aber, dass, solange die BestĂ€tigung nicht als Fax vorlĂ€ge, auch keine Behandlung stattfinden wĂŒrde.

Die angerufene Versicherung versprach, binnen fĂŒnf Minuten das gewĂŒnschte SchriftstĂŒck zu senden. Nach zehn Minuten kam es dann auch endlich.

Nun waren nur noch die ĂŒblichen 10 Euro PraxisgebĂŒhr zu entrichten, da Tina Beil leider auch versĂ€umt hatte, sich von ihrem Hausarzt (bei dem sie erst vor einer Woche vorstellig gewesen war und wo sie bereits den ĂŒblichen Quartals-Obolus berappt hatte) eine Überweisung geben zu lassen. Und die Arzthelferin betonte, dass Tina Beil zudem noch dafĂŒr Sorge tragen mĂŒsse, dass der Praxis innerhalb der nĂ€chsten Tage auch die Versicherungskarte vorliegen mĂŒsste. Daraufhin erwiderte Tina Beil, dass sie sich in dem Falle dann doch lieber um die Überweisung kĂŒmmern wĂŒrde.

Also wurde der Zahlungsvorgang rĂŒckgĂ€ngig gemacht. Schließlich wurde Tina Beil nochmals durch die Ärztin an die Vorlage der Versicherungskarte erinnert. In diesem Zusammenhang und vor Beginn der Untersuchung belehrte sie ihre Patientin dahingehend, dass sie sie gemĂ€ĂŸ Paragraph Sowieso eigentlich ĂŒberhaupt nicht behandeln mĂŒsste. Und wenn sich dann am Ende womöglich noch herausstellte, dass Tina Beil gar nicht versichert wĂ€re – wie wĂŒrde Frau Doktor dann wohl zu ihrem Honorar kommen? Woraufhin Tina Beil einwendete, dass die Praxis ihr in dem Falle durchaus auch eine Rechnung stellen könnte ...

„Sicher könnte ich Ihnen eine Kostennote schicken. Aber wenn Sie wĂŒssten, was wir hier fĂŒr kuriose Sachen erleben ...“, sprach die Ärztin und begann nun endlich mit der Behandlung einer potenziellen BetrĂŒgerin.

Nach erfolgter Behandlung bezahlte Tina Beil noch brav die Behandlungskosten (die von der Art her eh nicht oder nur zu einem geringen Teil von der Versicherung mitgetragen wurden) und verabschiedete sich.

Ein paar Tage spĂ€ter klingelte das heimische Telefon. Tina Beil arbeitete wie ĂŒblich. Aber ihr Gatte war zu Hause und wusste um die merkwĂŒrdige Situation in der Facharzt-Praxis. Nachdem er der Arzthelferin erklĂ€rt hatte, dass seine Frau nicht zu Hause war und vermutlich auch selten zu Hause sein wĂŒrde, wĂ€hrend man in der Praxis arbeitete, brachte diese ihr Anliegen vor:

„Die Überweisung ist dieser Tage hier eingegangen. Aber es fehlt uns nach wie vor die Krankenversicherungskarte ihrer Frau ...“

Leider ist nur wenig ĂŒberliefert, wie sich Timo Beil Ă€ußerte, bevor er sich mit Hinweis darauf, dass sich seine Frau in den nĂ€chsten Tagen telefonisch mit der Praxis in Verbindung setzen wĂŒrde, sehr kurz angebunden verabschiedete. Thematisch soll es aber wohl um „Dollar-Zeichen im Auge“, „Mangel an Vertrauen“ und „Dienstleistungs-WĂŒste“ gegangen sein. Die Arzthelferin jedenfalls soll das Gesagte nicht besonders erfreut haben ...