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Das wahre Leben:
Steckenpferde

Übersicht

  • Sammelleidenschaft
    Timo Beil ĂŒber verschiedene Formen der AnhĂ€ufung von Dingen
  • Mein Haus, mein Auto, mein Boot ...
  • Erdbeer-Ernte
    Teil 1
  • Erdbeer-Ernte
    Teil 2
  • Dialoge
  • Einblicke in mein Nagelstudio

Sammelleidenschaft

Timo Beil ĂŒber verschiedene Formen
der AnhÀufung von Dingen

(Foto: © Frank R. Bulla)

KĂŒrzlich las ich einen Blog ĂŒber Sammelleidenschaft, der mich dazu inspiriert hat, mir auch mal ein paar Gedanken zu dem Thema zu machen ...

Es ist schon erstaunlich, was die Leute so alles sammeln: Briefmarken und MĂŒnzen, Bildpostkarten, Parfums und NagellackflĂ€schchen, Kronkorken und Bierdeckel, ‚FlachmĂ€nner‘, Promi-Autogramme, Bilder von Fußballspielern (meist zeitlich begrenzt, um ein vorgegebenes Album zu fĂŒllen), Lackbilder, Schallplatten, CDs und DVDs, Percussion-Instrumente und Gitarren, Zitate und Redewendungen, Begriffen der Jugendsprache, Prominenten-Geburtstage, alte Möbel samt StaubfĂ€ngern fĂŒrs Regal (Frosch-Sammlungen, Uhu-Sammlungen u. dgl. mehr), Puppen und Stofftiere, Spielzeug-Autos und Modell-Eisenbahnen, Schmuck, Piercings und Tattoos, Sex-Spielzeug, Kunstwerke und Fotografien, Brillen und last not least: die Lieblingszeitschrift und BĂŒcher.

Nun ja – die meisten Dinge sammelt man wohl völlig selbstlos: aus Langeweile, weil man bestimmte Objekte besonders gern hat oder um vor anderen Leuten damit anzugeben. Aber dann gibt es noch diesen Sammeltrieb, der weniger aus eigenem Antrieb kommt, sondern uns regelrecht aufoktroyiert worden ist – vom Einzelhandel. Wir sammeln Rabattmarken, Punkte fĂŒr die „Deutschland“- oder „Payback“-Card, ja, wir sammeln sogar Kundenkarten, um dadurch gewisse Vorteile einheimsen zu können, nicht selten in Form von NachlĂ€ssen, die manche an der Kasse zu entrichtende Summe mehr oder weniger stark reduziert. Der Einzelhandel indes ist auch ein großer Sammler: Er sammelt nicht nur Kunden, indem er sie durch die o. g. Rabatte ködert, sondern er sammelt auch Daten ĂŒber Einkaufsgewohnheiten sowie Adressen, die wiederum – aus einer gewissen Sammelleidenschaft heraus – von anderen Unternehmen gekauft und angehĂ€uft werden, um die Zielgruppe direkt mit Werbung in jedweder Form penetrieren zu können, worauf diese in noch grĂ¶ĂŸere Sammelleidenschaft verfĂ€llt und dies und das kĂ€uflich erwirbt; nicht, weil man es wirklich braucht, sondern um noch schneller zu noch mehr Punkten zu gelangen. Devise: Je mehr man kauft, umso mehr spart man – eine Philosophie, wie sie gern auch von Rooooooobert Geiss in einem TV-Spot angepriesen wird.

Daneben kann man – allerdings eher unfreiwilig – anderweitig viele Punkte sammeln. Allerdings findet die Sammelei nicht selten ein jĂ€hes Ende, weil einem der fahrbare Untersatz entzogen wird, was einen dann erst einmal eine Weile davon abhĂ€lt, weitere Punkte zu sammeln. Dieses jĂ€he Ende ist seit 1. Mai 2014 – dem Zeitpunkt, als das Punkte-Limit mit acht Punkten ungefĂ€hr halbiert worden ist – fĂŒr manche Leute sehr viel schneller da, als ihnen lieb ist. Ein weiterer Nachteil dieser Sammlung: Sie ist lokal sehr begrenzt und findet ausschließlich in Flensburg ihren Niederschlag.

Eine Sammelleidenschaft darf man natĂŒrlich nicht vergessen: Das Sammeln von Geld – ein schier unerschöpfliches BetĂ€tigungsfeld, das einige Dutzend Menschen dieser Erde (darunter Bill Gates und Mark Zuckerberg) sogar zu sehr viel Ruhm verholfen hat. Bei noch mehr Menschen allerdings reicht es bei weitem nicht zu dieser BerĂŒhmtheit, weil sie sich gezwungen sehen, sich mit einem Hut in die FußgĂ€ngerzone zu setzen – mal mit, mal ohne Gesang, in jedem Falle aber so wenig ergiebig, dass sie sich regelmĂ€ĂŸig zur „Tafel“ begeben mĂŒssen, wo man jeden Tag eifrigst damit beschĂ€ftigt ist, bei wohltĂ€tigen Supermarkten abgelaufene Lebensmittel fĂŒr die BedĂŒrftigen zu sammeln.

Eine Sammlung der besonderen Art ist mir vor wenigen Jahren mal auf dem Hörbuchmarkt begegnet: Ein Schriftsteller namens Erich MĂŒhsam sammelte dereinst schreibenderweise Geschichten ĂŒber Erbtanten (26 an der Zahl, die er in dem Werk „Die Psychologie der Erbtante“ zum Besten gab). Hier wiederum versuchten die Erben der Protagonistinnen, das Ersparte ihrer weiblichen Anverwandten einzusammeln ...

Es soll ja auch andere Menschen geben, die gar der Sammlung bestimmter Artgenossen frönen: Da sei der Playboy genannt, der sich nicht nur als JĂ€ger betĂ€tigt, sondern auch als Sammler; oder der weibliche Vamp, der einen MillionĂ€r nach dem nĂ€chsten abgrast – mit Trauschein, versteht sich, damit sich die wie auch immer geartete Trennung (von der Scheidung bis hin zum sozusagen erzwungenen Witwenstand) ordentlich bezahlt macht. Aber das sind (zumindest fĂŒr den einen Part der Beziehung) die eher nicht ganz so schönen Formen von Sammelleidenschaft.



Mein Haus, mein Auto, mein Boot ...

(Fotos: © Frank R. Bulla)



Erdbeer-Ernte

Teil 1

Wenn man Gartenbesitzer ist, sollte man aus der Not eine Tugend machen, das heißt: Man sollte alle BemĂŒhungen, die man in den Dienst des Gartens stellt, von der positiven Seite her betrachten, mehr als Hobby einstufen, das einem viel Schönes beschert, und nicht als lĂ€stige Aufgabe ansehen.


(Fotos: © Frank R. Bulla)


Gleichwohl hat der erste Versuch, in einem PflanzgefĂ€ĂŸ Erdbeeren anzubauen, hat leider nur zu 50 Prozent geklappt. An den ersten 50 Prozent hatte sich offenbar ein Piepmatz vergangen, was die Frucht unbrauchbar machte. Die zweiten 50 Prozent sind auf dem Foto zu sehen: zwar recht klein, aber auch recht lecker – eben Bio-QualitĂ€t!

Gleichwohl war das VergnĂŒgen doch recht kostspielig: das PflĂ€nzchen mit den bislang zwei FrĂŒchten hat mal eben schlappe drei Euro und ein paar Zerquetschte gekostet. 😕 Bleibt zu hoffen, dass in der verbleibenden Zeit, die der Erdbeerstrauch in diesem Jahr Zeit hat, sich zu entfalten, noch ein bisschen mehr rĂŒberwĂ€chst!



Erdbeer-Ernte

Teil 2

(Foto: © Frank R. Bulla)

Nachdem es ĂŒber mehrere Wochen hinweg immerhin mehrere Tage gab, an denen ein, zwei oder gar drei Erbeeren geerntet werden konnten, neigte sich die Saison allmĂ€hlich dem Ende entgegen. Den vermutlich letzten Ernteerfolg des Jahres konnte ich am 25. September verzeichnen (siehe Foto!).

Die Planung fĂŒr die Verarbeitung der Erdbeeren lief auf vollen Touren. ZunĂ€chst galt es, einen Tortenboden zu belegen – mit hauchdĂŒnnen Scheiben, versteht sich! Denn aus der Gourmet-KĂŒche kennt man ja auch eher den dezenten Einsatz von Material. Dazu sollte es dann noch Champagner mit Erdbeeren geben. SpĂ€testens seit „Pretty Woman“ wissen wir ja, dass Erdbeeren den feinen Geschmack von Sekt unterstreichen. Als Dessert stellte ich mir Erdbeeren mit Schlagsahne vor. Ich ĂŒberlegte noch, ob ich den Rest einkoche – Erdbeermarmelade gab's schon lange nicht mehr.

Man sagt ja, dass die Ernte im Folgejahr etwas besser ausfallen soll. Ich werde mich also schon bald um die Planung fĂŒrs kommende Jahr kĂŒmmern und mich um polnische Saison-Arbeiter bemĂŒhen, denn die sind sehr gefragt und schnell ‚vergriffen‘. Ich bin schon ganz aufgeregt, wenn ich an die Erdbeer-Ernte im kommenden Jahr denke! 😜


DIALOGE

„Hast du Hobbys?“
„Schlafen.“
„Nein, ich meine schon etwas Aktiveres.“
„Essen.“

*

„Was fĂŒr Hobbys haben Sie eigentlich?“
„Ich zaubere gern.“
„Haben Sie gerade die ganze Packung Kekse gegessen?“
„Fimfalabim!“


Einblicke
in mein
Nagelstudio






(Foto: © Frank R. Bulla)