bulla-blog
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Das wahre Leben:
Straßenverkehr

Übersicht

  • Raserei vor Kita und Schule
  • Wenig vorbildlicher Senior
  • Verkehrsschilder (1)
    Zitat
  • Buch-Tipps
    zum Thema „Fahrrad“
  • Nahtod-Erfahrung eines Rentners
    Dämlichste Ausrede ever
  • Dialoge
  • Mann am Steuer
    Timo Beil über enen besonders testosteronschwangeren Autofahrer mit Migrationshintergrund
  • Mann am Steuer
    Zitat
  • Blinken? Nein, danke!
    Drehwurm Timo Beil über Richtungszeichen-Muffel insbesondere im Kreisverkehr
  • Freund und Helfer
    Dialoge
  • Polizei-Kontrolle
  • Verkehrsschilder (2)
    Zitat
  • Verkehrs-Rowdys gesetzlich ‚ausbremsen‘!
    Timo Beil nimmt vergeblich einen Verkehrs-Rowdy aufs Korn
  • Geblitzdingst
    Timo Beil über einen selbsternannten Aufschreiber und das Recht am eigenen Bild
  • Brandmarkung
    Deutschland-Fähnchen am Auto – das Straßenverkehrsamt informiert ...

Raserei vor Kita und Schule

(Foto: © Frank R. Bulla)

Hier im Ort gibt es an einer verkehrsberuhigten Straße (30er-Zone) gleich nebeneinander zwei große Grundstücke: auf dem einen befindet sich die Grundschule, auf dem anderen der Kindergarten. Jahrelang war der Straßenbereich kurz vor diesen Einrichtungen mit den gebräuchlichen Hinweisschildern versehen, die auf das Vorhandensein von vermehrtem Kinderverkehr aufmerksam machen sollten. Diese Beschilderung war offenbar auch nötig, obgleich das Gros der Autofahrer (meist Ortsansässige) eigentlich weiß, dass hier häufig – zumal in der ersten Hälfte des Tages – Kinder queren können, die von Natur aus eher unaufmerksam sind. Die rot umrandeten weißen Dreiecke haben offenbar nicht viel geholfen. Daher entschied sich vermutlich eine Initiative, hier für zusätzliche Aufmerksamkeit zu sorgen, indem an mehreren Stellen neonfarbene, wirklich gut sichtbare Aufsteller mit Kindermotiven platziert wurden (siehe Abb.!). Offenbar hat auch das nicht viel geholfen.

Ich frage mich immer wieder, was wohl Leute (und nicht nur in dem Ort, in dem ich lebe) bewegt, durch solch' einen sensiblen Bereich mit deutlich mehr als 30 km/h zu brettern (50 km/h und mehr scheinen hier keine Seltenheit zu sein), obwohl die Straße, die am Waldrand vorbeiführt, an mehreren Stellen – insbesondere im Schul- und Kindergarten-Bereich – verengt ist und mittels quer über die Fahrbahn verlaufender Huckel und Erhöhungen das Tempo bremsen soll. Vermutlich braucht es eine automatische Geschwindigkeitskontrolle, die irgendein gravierendes Ereignis auslöst: einen plötzlich mitten auf der Fahrbahn hochfahrenden Poller oder ein ähnlich funktionierendes Nagelband oder eine Sprungfeder mit einer vorn angebrachten Faust, die durch das Seitenfenster dem Fahrer einen heftigen Schlag gegen seinen offenbar hohlen Kopf verpasst.



Wenig vorbildlicher Senior

Durch den Ort fährt regelmäßig ein Fahrzeug von der Größe eines „VW“-Busses. Auf der Heckklappe prangt der Schriftzug „Hier fährt die Jugend“, gefolgt vom Ortsnamen – ein Fahrzeug also, dass in irgendeiner Weise für juvenile Vereinsmitglieder unterwegs ist. Dieser Schriftzug wirft durchaus ein schlechtes Licht auf die Dorfjugend: Betrachtet man nämlich den Fahrstil des Mannes im Rentenalter, der mit dem Gefährt regelmäßig durch den Ort heizt, bewahrheitet sich der Schriftzug, denn nur ein junger Mensch (oder jemand, der zu viel Testosteron im Blut hat) kann sich so ungestüm durch die Nebenstraßen eines Dorfes bewegen, das – bis auf die Hauptstraße (50 km/h) – nur Straßen aufzuweisen hat, wo man deutlich langsamer unterwegs sein darf (in der Regel 30 km/h, in wenigen Fällen sogar nur spielstraßenmäßige Schrittgeschwindigkeit).

Das ficht den alten Mann allerdings nicht an. Zu der Zeit, da er seinen Führerschein gemacht hat, gab es offenbar noch keine verkehrsberuhigten Zonen. Daher brettert er mit schöner Regelmäßigkeit mit 50 km/h und mehr durch den Ort und beweist auch keinen Respekt vor Verkehrsregeln wie „rechts vor links“. Da bleibt nicht nur für die Jugend, die er möglicherweise zuweilen transportiert, sondern für alle, die ihm so in die Quere kommen könnten, zu hoffen, dass das stets gutgeht. Denn auf die mit Radarfallen ausgerüstete Polizei kann man heutzutage auf Dorfstraßen eh nicht hoffen: Die sind hoffnungslos unterbesetzt und schaffen es gerade eben, sich um echte Bösewichte und echte Straftaten zu kümmern.

(Foto: © Keith van der Keife)

VERKEHRSSCHILDER (1)

„Ich war schon immer dafür, dass man Verkehrsschilder
nicht umfahren, sondern umfahren soll.“
(Frank R. Bulla)

Buch-Tipps

Rezensionen zum Thema „Fahrrad“

(externe Links)



Nahtod-Erfahrung eines Rentners

Dämlichste Ausrede ever

(Foto: © Frank R. Bulla)

Ich fuhr auf dem Fahrradschutzstreifen, passierte dabei einen Rentner, der körperlich noch recht fit zu sein schien und – zumindest auf den ersten Blick – auch geistig. Gleichwohl benutzte er verbotenerweise den Fußweg. Darauf angesprochen, erinnerte er an den ehemaligen Todesstreifen zwischen Ost und West, wies mit dem Zeigefinger auf den Fahrradschutzstreifen zwischen Fußweg und Kfz-Fahrspur und meinte, dass er diese Nahtod-Erfahrung nicht bräuchte und deshalb lieber den Fußweg benutzen würde. Dazu fiel mir echt nichts mehr ein, zumal alle 20 Meter deutlich ein Schild angebrascjht war, dass den Weg eindeutig als Fußweg deutlich machte – und zwar ohne den Zusatz „Für Radfahrer frei“, denn dazu war der Fußweg im Grunde genommen auch viel zu schmal, weswegen wohl auch ein Fahrradschutzstreifen installiert worden war. Ich fuhr kopfschüttelnd weiter.

Das war in der Tat die dämlichste Ausrede, die ich seit langem gehört habe. Bleibt zu hoffen, dass ihm mal eine Polizeistreife Verkehrsregeln beibringt, die dann mit mindestens 15 Euro zu Buche schlagen – aber nur sofern er niemanden behindert oder gefährdet, sonst wird's noch teurer. Es scheint eh an der Zeit, sich seitens des Verkehrsministeriums mal mehr der Damen- und Herrschaften jenseits der 50 anzunehmen, denn die werden mit zunehmendem Alter zusehends renitenter und toppen häufig in ihrer Dummdreistigkeit noch locker Kids in den besten Flegeljahren. Insofern sind diese Alten nicht reif fürs Pflegeheim, sondern fürs Flegelheim.

Vielleicht sollte ich bei der nächsten Fahrt auf der Autobahn auch mal den Standstreifen benutzen, um der Nahtod-Erfahrung auf dem Todesstreifen in Form der linken Fahrspur zu entgehen. Alt genug für so was bin ich allemal! 😜

Interessanter Link


DIALOGE

„Ich hätte gern ein Paar neue Scheibenwischer
für meinen ‚Lada‘.“
„OK, das nenne ich mal einen fairen Tausch.“

*

Sie (am Telefon): „Schatz, das Auto fährt nicht.“
Er: „Wenn ich nicht dabei bin, musst du links sitzen.“

*

„Angeklagter, warum haben Sie das Auto gestohlen?“
„Ich musste schnell zur Arbeit kommen, Herr Richter.“
„Sie hätten doch auch den Bus nehmen können!“
„Für den habe ich doch gar keinen Führerschein!“

*

Er: „Ich hole dich um fünf ab. Ich hupe, wenn ich da bin.“
Sie: „Kommst du mit dem Auto?“
Er: „Nein, nur mit der Hupe.“

*

Sie: „Schatz, ich hab' mich verfahren ...“
Er: „Wo bist du denn?“
Sie: „Im Auto.“



Mann am Steuer

Timo Beil über enen besonders testosteronschwangeren Autofahrer mit Migrationshintergrund

(Grafik: Frank R. Bulla)


MANN AM STEUER

„Wie ein Mann Auto fährt, so möchte er sein.“
(Anna Magnani)



Zu diesem Zitat fällt mir immer eine bestimmte Art von Mann ein: jener hormongesteuerte Zeitgenosse, der mit seiner Fahrweise ebenso penetrant negativ auffällt wie mit seinem sonstigen Verhalten und seinem widerlich stinkenden Parfum, mit dem er seine Umwelt einnebelt (ähnlich manchen Wildtieren, die mit ihrem Urin ihr Revier markieren) ...

Kürzlich kam mir in einer Sackgasse ohne Wendehammer ein solcher Möchtegern entgegen, in einer Straße, in der normalerweise – mit etwas Rücksicht – einigermaßen bequem zwei Autos einander passieren können. Da ich beim rücksichtsvollen Ausweichen bereits so dicht an einen Grundstückszaun herangefahren war, dass ich mir beim Rückwärtsfahren möglicherweise eine Schramme weggeholt hätte, wäre es an ihm gewesen, hinter dem vor ihm parkenden Fahrzeug zu warten (das sieht die „SVO“ so vor). Aber nein: Er musste seinen protzigen weißen „Mercedes“-Sportwagen unbedingt zwischen dem parkenden Auto und mir hindurchmanövrieren. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass man in dieser Straße drei Fahrzeuge nebeneinanderbekommt! Hätte er es nicht geschafft – das war im wahrsten Sinne des Wortes Millimeterarbeit (!) – hätten wir uns entweder Schrammen geholt oder wir hätten über den Kofferraum aussteigen müssen, weil wir uns hoffnungslos verkeilt hätten und man hätte sein Fahrzeug mittels Kran aus der Klemme befreien müssen.

Die Signal-Anlage meines Autos indes piepte die ganze Zeit und machte das auch durch eine sich bewegende Digital-Anzeige sowie das nebenstehende Symbol neben dem Tacho deutlich, weil der Abstand zum Zaun und zu dem anderen Fahrzeug stark unterschritten war.

Dieser Schnösel war, wie sich herausstellte, der Junior-Chef eines türkischen Handwerksbetriebes, der an unserem Haus tätig war (also waren wir via Baufirma sein Kunde!) – vermutlich einer von jener Sorte Sohn, der sich ins gemachte Nest setzt, nicht besonders stark durch Fleiß glänzt, dafür aber ordentlich auf die Kacke haut, wo immer er glaubt, es tun zu können.

Für mich eine klare Lachnummer, denn diese Firma war die einzige unter zahlreichen Gewerken, die durch mehrmalige terminliche Unzuverlässigkeit aufgefallen war und das Projekt zweimal kurzzeitig zum Stocken brachte, weil andere Handwerker blockiert wurden. Diese gaben sich dann alle Mühe, die Zeit wieder aufzuholen – und zwar erfolgreich. Das wird diese asoziale Type allerdings wohl kaum wahrgenommen haben. Für den zählte vermutlich nur die Ehre: sich im Straßenverkehr gegen einen vermeintlichen Widersacher durchgesetzt zu haben.



Blinken? Nein, danke!

Drehwurm Timo Beil über Richtungszeichen-Muffel
insbesondere im Kreisverkehr

(Grafik: © Frank R. Bulla)

Inzwischen gibt es deswegen überall so viele Kreuzungen, die durch einen Kreisverkehr ersetzt worden sind, weil der Kreisverkehr von der Europäischen Union seit vielen Jahren subventioniert wird. Auch wenn man sich an manchen Stellen, wo diese eigentlich alte Form der Verkehrsabwicklung wiederentdeckt worden ist, fragen muss, warum bitteschön gerade dort ein Kreisverkehr eingerichtet worden ist, bringt der Kreisverkehr doch viele Vorteile mit sich ...

Ein Vorteil liegt darin, dass erwiesenermaßen im Kreisverkehr der Autoverkehr erheblich schneller abgewickelt werden kann als an einer Kreuzung, zumal wenn Letztere noch mit einer Lichtzeichenanlage versehen ist. Rein theoretisch. Denn praktisch gesehen haben viele Autofahrer augenscheinlich nur wenig Ahnung von den Verkehrsregeln in und um einen Kreisel herum, und es herrschen Unsicherheiten, die nicht zuletzt auch von jenen völlig verdrehten Herrschaften geschürt werden, die eben keine Ahnung von den Verkehrsregeln innerhalb eines Kreisels haben oder es in ihrer pubertären Renitenz wohl einfach nur cool finden, nicht – wie vorgeschrieben – den Blinker zu setzen (und zwar während sie sich im Kreisel befinden und sie kurz davor sind, an einer bestimmten Stelle den Kreisel wieder zu verlassen). Würden besagte Herrschaften also rechtzeitig blinken, ja, würden sie überhaupt mal blinken, wüssten die in den Kreisel Einfahrenden rechtzeitig Bescheid und könnten schneller reagieren. Das käme dem eigentlichen Sinn eines Kreisels – nämlich den Verkehr deutlich zu beschleunigen – zugute. Und es käme auch dem Umstand zugute, dass Signale jedweder Art dazu da sein, eine gewisse Sicherheit im Miteinander zu gewährleisten.

Aber solange es diese obercoolen Möchtegerne gibt, die nicht nur im Kreisel nicht blinken, sondern grundsätzlich auf dieses Richtungszeichen verzichten und sich auch sonst – z. B. hinsichtlich angepasster Geschwindigkeit – eher auffällig rücksichtslos verhalten, wird es immer Unsicherheiten im Verkehr geben, die schnell mal zu einem Unfall führen können.

Übrigens: Nichtblinken ist zwar nur ein kleines Vergehen im Rahmen der Straßenverkehrsordnung, schlägt aber im Falle des Erwischtwerdens polizeilicherseits immerhin mit 10 Euro zu Buche (Stand: 2020). Zehnmal 10 Euro sind dann schnell mal 100 Euro, wobei dann noch die Frage ist – sofern sich die Polizei solche Lappalien überhaupt gesondert notiert –, inwieweit irgendwann nach soundsoviel Malen Nichtblinken doch mal Schluss mit lustig ist und die Strafe etwas heftiger ausfällt.


FREUND UND HELFER

„Polizeikontrolle. Alkohol? Drogen?“
„Danke, nein. Kaffee mit Milch, bitte! Ohne Zucker!“

*
„Polizeikontrolle. Führerschein, Fahrzeugschein, Warnweste, Warndreieck, Verbandskasten ...“
„Na, Jungs, ihr seid doch nicht etwa sauer,
weil Mama euch allen heute das gleiche angezogen hat?“

*

„Polizeikontrolle. Haben Sie Drogen oder Alkohol dabei?“
„Hau ab, du Schnorrer!“

*

„Polizeikontrolle. Haben sie Drogen oder Alkohol konsumiert?“
„Nein. Warum? Ist das jetzt Vorschrift?“

*

„Polizeikontrolle. Haben Sie getrunken?“
„Nein, ich fahre grundsätzlich in Schlangenlinien – aus Angst vor Scharfschützen.“

*

„Polizeikontrolle. Haben Sie was getrunken?“
„Nur einen kleinen Wachtmeister, Herr Jägermeister.“

*

„Polizeikontrolle. Haben Sie Restalkohol?“
„Sicher nicht, wir haben gestern alles vernichtet.“

*

„Polizeikontrolle. Ihr Wagen ist vollkommen überladen –
ich muss Ihnen leider den Führerschein abnehmen.“
„Aber das ist doch lächerlich!
Der Führerschein wiegt höchstens 50 Gramm.“

*

„Polizeikontrolle. Ihren Führerschein, bitte!“
„Hab' ich vergessen.“
„Wie: vergessen? Zu Hause?“
„Nee, vergessen zu machen.“

*

„Polizeikontrolle. Sie müssen pusten!“
„Wo tut es denn weh, Herr Wachtmeister?“

*

„Polizeikontrolle. Sie wissen, warum ich Sie angehalten habe?“
„Einsam?“

*

„Polizeikontrolle. Sind Sie gerade mit 65 durch die 30er-Zone gafahren?“
„Sie Charmeur! Ich bin schon 83!“

*

„Polizeikontrolle. Stellen Sie den Motor ab!“
„Wohin?“
„Motor aus!“
„Hat er gebissen?“
„Sind Sie betrunken?“
„Sie etwa nicht?“
„So, aussteigen!“
„Auf der linken oder auf der rechten Seite?“

*

„Polizeikontrolle. Verbandskasten und Warndreieck?“
„Danke, hab' ich schon! Aber sagen Sie mal:
Was soll diese bekloppte Kapitänsmütze kosten?“

*

„Polizeikontrolle. Wo ist Ihr Verbandskasten?“
„Hat der Wachtmeister ein Aua?“
„Nehmen Sie mich auf den Arm?“
„Oh,so schlimm ist es? Soll ich mal pusten?“

*

„Polizeikontrolle. Wissen Sie, warum wir Sie angehalten haben?“
„Weil Batman und Robin die richtigen Verbrecher jagen?“

*

„Seid ihr Zwillinge?“
„Nein. Wieso?“
„Weil euch eure Mama heute Morgen die gleichen Klamotten rausgelegt hat.“
„Dies ist eine Verkehrskontrolle!“



Polizeikontrolle

(Text: N. N.)

Polizist: „Haben Sie getrunken?“

Mann: „Ja, habe ich. Heute hat meine Tochter geheiratet. Wir sind von weit hergekommen und haben den Tag sehr genossen. Und da ich kein Bier mag, habe ich mich an Whisky gehalten.“

Polizist (sichtlich irritiert): „Sie haben schon verstanden, dass ich Polizist bin und sie angehalten habe, um einen Alkohol-Test zu machen?“

Mann: „Und Sie haben schon verstanden, dass dies ein britisches Auto ist und mein Frau gerade fährt?“

Interessanter Link

  • Verkehrs-Infos
    Infos für Radler und Pkw-Fahrer(z. B. Auszüge
    aus dem Bußgeld-Katalog), Punkte-Tacho etc.
    (extern)

(Foto: © Keith van der Keife)

VERKEHRSSCHILDER (2)

„Viele Wege führen nach Rom,
manche aber auch in eine Sackgasse.“
(Frank R. Bulla)



Verkehrs-Rowdys gesetzlich
‚ausbremsen‘!

Timo Beil nimmt vergeblich
einen Verkehrs-Rowdy aufs Korn

Besonders nach über 800 Kilometern Autobahnfahrt – wie zum Beispiel an einem Osterwochenende, an dem ich nur allein auf der A 14 auf Hin- und Rückfahrt insgesamt fünf etwas schwerere Unfälle zählte (einer davon mit drei Rettungswagen, einem Notarztfahrzeug und einem Rettungshubschrauber) – frage ich mich, was für einen Blödsinn die Auto-Industrie (unterstützt oder ausgebremst durch die Politik?) im Begriff ist zu produzieren!

Ein solches Symbol in der Instrumententafel mancher Fahrzeuge signalisiert, dass der Abstand zum Vordermann zu gering ist ...

(Grafik: © Frank R. Bulla)


Da arbeitet man ernsthaft an Autos, die selbst fahren, wo man es noch nicht mal geschafft hat, alle Autos standardmäßig mit Sicherheitssystemen auszustatten, die dem Fahrer beispielsweise zu schnelles und zu dichtes Auffahren signalisieren (siehe Abb.!) – vielleicht sogar Systeme, die im Bedienfeld nicht nur ein rotes Lämpchen aufleuchten lassen und / oder einen Warnton abgeben, sondern aktiv abbremsen, um Schlimmeres zu verhüten; vor allem Systeme, die sich ausdrücklich nicht vom Fahrer abschalten lassen!

Als Kraftfahrer auf der Autobahn erlebt man es regelmäßig – sowohl als Beobachter als auch als ‚Opfer‘ –, dass Autos viel zu dicht auf andere auffahren, geradezu so dicht, als hätten die Fahrer niemals den Führerschein gemacht, um dort auch mal etwas zum Thema „Sicherheitsabstand“ zu erfahren. Und das Auffahren geschieht beileibe nicht immer nur aus Versehen oder aus Unwissenheit, sondern ganz gezielt, um andere Verkehrsteilnehmer dazu zu bewegen, Platz zu machen für jemanden, der es entweder ziemlich eilig und / oder viel zu viel Testosteron im Blut hat.

Ich fuhr Mitte April 2017 u. a. auf einem dreispurigen Autobahn-Abschnitt auf der linken Spur. Gefahrene Geschwindigkeit ca. 120 km/h. Alle drei Spuren waren gut belegt. Mein Abstand zum Vordermann war ausreichend (wenigstens „halber Tacho-Abstand“). Selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich nicht so ohne Weiteres auf die mittlere Spur gewechselt, weil ich zum einen den dann hinter mir Fahrenden ausgebremst hätte und zum anderen dem vor mir Fahrenden zu sehr auf die Pelle gerückt wäre. Es herrschte eben starker Rückreiseverkehr aus dem Osterwochenende.

Im Rückspiegel sah ich ein Fahrzeug (ich schätze mal, vom Typ her ein größerer und massiverer SUV oder Lieferwagen mit sehr eckigem Design) auf mich zupreschen, das keine Anstalten machte, langsamer zu werden. Erst kurz hinter mir – in einem Abstand von höchstens einer Fahrzeuglänge – passte sich das Fahrzeug meinem Tempo an und das über eine Strecke von mehreren hundert Metern. Wenn man eine Vorstellung von physikalischen Prozessen hat, weiß man, wie gefährlich eine solche Fahrweise ist.

Irgendwann stellte ich kurz die Warnblinkanlage ein, weil ich mich sehr bedrängt fühlte und (siehe oben!) auch keine passable Möglichkeit sah, auf die mittlere Spur auszuweichen. Mehr Gas geben konnte ich auch nicht, weil sich dadurch mein Sicherheitsabstand zum Vordermann zu sehr verringert hätte. Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass das meinen Hintermann bei seiner ausgesprochen aggressiven Fahrweise dazu bewegt hätte, mehr Abstand zu halten.

Mein Warnzeichen jedenfalls schien den Fahrer eher zu provozieren: Er scherte trotz der Enge zwischen den auf der mittleren Spur befindlichen Fahrzeugen plötzlich nach rechts aus, überholte mich rechts mit hohem Tempo und scherte rasant zwischen dem vor ihm befindlichen Fahrzeug und mir wieder ein und setzte sein Spielchen beim nächsten Vordermann fort.

Genau genommen gehören solche Fahrzeugführer für lange Zeit aus dem Verkehr gezogen. Meine Frau als Beifahrerin hatte sich alle relevanten Daten notiert, damit wir diesen Verkehrs-Rowdy anzeigen konnten. Aber leider – so meine erste Überlegung – ist die Beweislage in der Regel vermutlich viel zu dünn, besonders auch, weil man sich in so einer Situation mit anderen möglicherweise ebenfalls gefährdeten Verkehrsteilnehmern schlecht verständigen kann, um weitere Zeugen zu aktivieren. Zudem kann man wohl sehr oft getrost davon ausgehen, dass sich mancher Autofahrer denkt: „Warum soll ich mir die Mühe machen, einen Verkehrs-Rowdy anzuzeigen!? Das können doch andere erledigen!“ Das heißt, eine Anzeige wegen Nötigung, Verkehrsgefährdung, zu dichtem Auffahren, rechts überholen u. dgl. ist im Grunde genommen zum Scheitern verurteilt, zumal man am Ende noch den Fahrer identifizieren können müsste, was aus der Situation heraus ausgesprochen schwierig ist. Hier würde vermutlich nur ein Kamerasystem helfen, das bei zu dichtem Auffahren eingeschaltet wird, um dann das weitere Verhalten (zum Beispiel auch beim Überholen rechts und sonstiger Gefährdungslagen) dokumentiert.

Unsicher, ob es überhaupt Sinn macht, den Verkehrs-Rowdy anzuzeigen, trug ich den Fall mal ganz unverbindlich einem Polizeibeamten gegenüber vor, der sich allerdings ganz deutlich für eine Anzeige aussprach. Zitat: „Eine Anzeigenerstattung kostet Sie lediglich eine halbe Stunde in einer Polizeidienststelle oder am Computer, wenn Sie die Anzeige von daheim als Online-Anzeige erstatten. Ob sich durch die Anzeige etwas für den Fahrzeugführer als Konsequenz ergibt, kann ich Ihnen natürlich nicht zusagen. Ich kann Ihnen aber versprechen, dass gar nichts passiert, wenn Sie es nicht anzeigen – und Sie ärgern sich noch wochenlang über den besagten Kfz-Führer!“

Nun – ich habe mich überzeugen lassen und Anzeige erstattet, zumal mir auch klar ist, dass die Polizei nicht überall ihre Augen haben kann und so das couragierte Mitwirken von Verkehrsteilnehmern notwendig ist, um Verkehrs-Rowdys wie den oben Erwähnten in seine Schranken zu weisen. Und je mehr Leute einen solchen Autofahrer anzeigen, umso größer sind die Chancen, dass es für den Rowdy richtig kostspielig wird.

Die Anzeige habe ich online aufgegeben, was im Grunde recht einfach ist: Egal, in welchem Bundesland man die Anzeige aufgeben möchte: Unter dem Link www.polizei.niedersachsen.de ist man goldrichtig. Rechts auf der Startseite findet sich der Button „Online-Wache“, der einen auf eine Seite führt, wo man auch Zuständigkeiten anderer Bundesländer auswählen kann, was aber letztlich nicht wirklich nötig ist, weil jede Polizeiwache das Anliegen an die zuständige Wache weiterleitet.

Sollte meine Anzeige tatsächlich Folgen für den Verkehrs-Rowdy haben, werde ich davon sicherlich erfahren – und an dieser Stelle darüber berichten.

Nachtrag

Nach ein paar Monaten bekam ich Nachricht: Das Verfahren wurde eingestellt, weil Täter oder Täterin nicht ermittelt werden konnte. Ich mutmaße mal, dass der Halter des Fahrzeugs angab, nicht gefahren zu sein, und es ließ sich wohl auch niemand ermitteln, der gefahren sein könnte. Immerhin gibt es einen Lichtblick (allerdings nicht für mich): Irgendwann ist Schluss mit lustig, denn es kann passieren, dass – sollte das Fahrzeug wieder einmal ähnlich auffällig werden –, der Halter ein Fahrtenbuch führen muss, um zu dokumentieren, wer wann gefahren ist.

Angesichts solcher Fälle wären die noch nicht zugelassenen Dash-Cams nützlich, die – vorn und hinten am Fahrzeug angebracht – solche Situationen und das Verhalten solcher Verkehrs-Rowdys dokumentieren könnten.



Geblitzdingst

Timo Beil über einen selbsternannten Aufschreiber
und das Recht am eigenen Bild

(Foto: N. N.)

Vor einiger Zeit ging es mal durch die Medien, dass der als „Knöllchen-Horst“ bekannte Denunziant (seine Erfolgsrate soll bei weit über 10.000 Anzeigen gegen Verkehrssünder liegen) selbst beim Rasen erwischt worden war – und jetzt nicht mal sein eigenes Knöllchen für eine digital festgehaltene Geschwindigkeits-Überschreitung zahlen wollte, begründet mit der Verletzung des Rechtes am eigenen Bild.

Wenn er damit durchkäme, hätten schon allein die mobilen Radarfallensteller alle Hände voll zu tun – ganz zu schweigen von den Besitzern des so genannten Starenkastens: Die nämlich müssten zusätzliches Personal abstellen, das die Raser recht trickreich nach dem Verstoß, aber noch vor der Ablichtung zur Rede stellt: „Sind Sie damit einverstanden, dass wir ein Beweisfoto von Ihnen schießen?“

Nun – sehr viele von uns haben eh ihre Probleme damit, mehr oder wenig spontan fotografiert zu werden, halten wir uns selten für fotogen, und oft sind wir es auch nicht. In eine Radarfalle geraten, hätte auch meine Frau Tina ihre Vorbehalte und würde auf die o. g. Frage sicherlich zahlreiche plausible Erklärungen parat haben, warum sie es strikt ablehnt, geblitzdingst zu werden: „Das geht jetzt nicht – ich habe erst morgen meinen Friseurtermin“ oder „Schauen Sie sich doch mal meinen Haaransatz an: Ich muss dringend meine Haare nachfärben“ oder „Unmöglich! Ich habe heute vergessen, meine Faltenkrem aufzutragen“ ...

Und dann sind da noch all die anderen unterschiedlichsten Zeitgenossen mit ihren Vorbehalten: Der Mensch, der grundsätzlich immer wegschaut oder sich versteckt, wenn eine Kamera auf ihn gerichtet ist (was ja nun einer Beweissicherung nicht gerade zuträglich ist); der Künstler, der vor der Aufnahme zunächst mal seine Stylisten und Visagisten konsultieren muss; nicht zu vergessen: der Paparazzi-Geschädigte, der – kaum, dass er eine Kamera entdeckt – mit seinem zusammengefalteten Regenschirm auf den Fotografen losgeht und ihm Prügel androht.

Ich denke mal, angesichts dieser vielen Vorbehalte wird sich auch unser „Knöllchen-Horst“ eines anderen besinnen müssen. Die Denunziation von Verkehrssündern indes hatte er aufgegeben und wollte sich, wie man hören konnte, künftig wohl mehr dem Thema „Abfallgebühren“ widmen und dort gegen rechtswidrige Bescheide vorgehen. Könnte sein, dass er damit bei den Behörden abblitzt – zumindest solange man ihn nicht mit einem illegal entsorgten Müllsack erwischt ...



Brandmarkung

Deutschland-Fähnchen am Auto –
das Straßenverkehrsamt informiert ...

(Foto: N. N.)

In Deutschland hat sich die Qualität der Pkw- und Lkw-Fahrer deutlich verschlechtert. Aus diesem Grund hat das Straßenverkehrsamt ein neues System eingeführt, um die schlechten Fahrer zu identifizieren.

Mit sofortiger Wirkung werden allen Fahrern, die sich im Straßenverkehr schlecht benehmen – u. a. durch plötzliches Anhalten, zu dichtem Auffahren, Überholen an gefährlichen Stellen, Abbiegen ohne zu blinken, Drehen auf Hauptstraßen und rechts überholen –, Fahnen ausgehändigt. Diese sind rot, mit einem schwarzen Streifen oben und einem gelben Streifen unten. Dadurch sind sie für andere Verkehrsteilnehmer als unfähige Autofahrer zu identifizieren.

Diese Fahnen werden an der Autotür befestigt und müssen für alle anderen Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sein.

Die Fahrer, die eine besonders schwache Leistung gezeigt haben, müssen je eine Fahne auf beiden Seiten ihres Autos befestigen, um auf ihre fehlende Fahrkunst und ihren Mangel an Intelligenz aufmerksam zu machen. Gleichsam bedeutet das ein besonderes Warnzeichen für andere Verkehrsteilnehmer.

Fahrer, die genau genommen vollkommen unfähig sind, haben neben wenigstens zwei an der Karosserie angebrachten Fähnchen noch zwei so genannte Außenspiegel-Kondome in den Nationalfarben überzuziehen. Wie begriffsstutzig diese Fahrer sind, lässt sich daran erkennen, dass 100 Prozent von ihnen die Gebrauchsanweisung für die Anbringung der Überzieher grundsätzlich vollkommen falsch verstehen und diese Abzeichen von der falschen Seite her über die Außenspiegel ziehen: Denn ursprünglich sollte diese Kennzeichnung dazu dienen, die Fahrer von dem ohnehin schon seltenen Blick in die Außenspiegel nachhaltig abzuhalten, da ihr Fahrverhalten sonst noch mehr darunter leiden würde.