bulla-blog
–——————————–

Das wahre Leben:
Umwelt

Übersicht

  • Zigarettenstummel
    Verheerende Auswirkungen auf GewÀsser und Grundwasser
  • Dialoge
  • „Warum ich? Sollen doch erst mal die anderen!“
    Über Doppelmoral, Image-Pflege und StadtgelĂ€ndewagen
  • Statt Urlaub
    Der Boom der Swimming Pools

Zigarettenstummel

Verheerende Auswirkungen
auf GewÀsser und Grundwasser

(Foto: N. N. / photoshopped: Frank R. Bulla)

Eine UmweltsĂŒnde, die viele als nicht so dramatisch wahrnehmen, ist das Rauchen von Zigarertten und das anschließende Wegwerfen der Zigarettenstummel – egal, ob auf die Straße, den nĂ€chsten Busch oder irgendwo ins Wasser.

„So schlimm ist der kleine Stummel schon nicht ...“ – aber ist er eben doch. Denn der ‚kleine Stummel‘ enthĂ€lt ĂŒber 4.000 verschiedene Chemikalien, die so in das Öko-System gelangen – eine kleine Chemie-Bombe fĂŒr die Natur, da der Zigarettenfilter aus robustem Celluloseacetat besteht und somit mindestens 15 Jahre zum Verrotten benötigt.

Einmal ins Wasser geworfen, verunreinigt nur ein einziger Zigarettenstummel ca. 200 Liter Wasser. Bereits ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser reicht aus, um die HĂ€lfte der darin schwimmenden kleinen Fische zu töten – kleinere Wassertiere reagieren meist noch sensibler auf die Giftstoffe. Eine auf den Boden geworfene Zigarette kann ebenfalls bis zu 40 Liter Grundwasser verseuchen.

Wenn man sich nun die Anzahl von unfassbaren 5,6 Billionen (5.600.000.000.000) jĂ€hrlich gerauchten Zigaretten weltweit anschaut, wird einem ganz schlecht. Allein in Deutschland sind es ĂŒber 200 Millionen pro Tag.

Wenn man schon nicht aufs Rauchen verzichten kann, dann achte man doch bitte darauf, dass die Zigarettenstummel nicht einfach achtlos in die Gegend geworfen, sondern ordentlich entsorgt werden!

(Quelle: „YourGreen“)


DIALOGE

„Rauchst du etwa?!“
„Nein, ich schicke HĂ€uptling ‚Qualmende Socke‘ eine SMS.“

*

„SĂ€ule 3 und 'ne Schachtel ‚Camel ohne‘, bitte!“
„Sind Sie denn schon 18?“
„Nö. Ich habe die 55 Liter in mein Fahrrad getankt.“



„Warum ich?
Sollen doch erst mal die anderen!“

Über Doppelmoral, Image-Pflege und StadtgelĂ€ndewagen

Die „Heute-Show“ („ZDF“) hatte es vor einiger Zeit mal wieder auf den Punkt gebracht: „98 Prozent der Deutschen finden, es sei die Verantwortung der Menschheit, die Natur zu schĂŒtzen – außer durch ein Tempo-Limit, den Verzicht auf Kreuzfahrten, FlĂŒge oder GelĂ€ndewagen in der Stadt und natĂŒrlich definitiv nicht durch weniger Fleisch, sonst aber gerne.“

Das Problem ist: Menschen mit „Geiz ist geil“- und „Nach mir die Sintflut“-MentalitĂ€t, Hang zu aufgemotztem Image, ausgeprĂ€gtem Phlegmatismus und zusehends schwindendem Sozial- und Umweltbewusstsein kann man nicht wirklich einen Spiegel vorhalten, weil sie sich selbst nicht darin erkennen, sondern nur die anderen.

Dabei ist es sicherlich keine Askese, wenn man statt eines protzigen, spritfressenden SUVs mit schlechter Öko-Bilanz einen ganz normalen Mittelklassewagen fĂ€hrt – das hat zahlreiche Jahrzehnte problemlos funktioniert, selbst mit einer fĂŒnfköpfigen Familie.

Es ist sicherlich auch keine Askese, wenn man statt siebenmal Fleisch pro Woche nur ein- oder zweimal Fleisch pro Woche isst – das hat ebenfalls ĂŒber einen sehr langen Zeitraum hinweg problemlos funktioniert, ohne dass die Menschen wirklich verhungert sind (jedenfalls sind damals deutlich weniger Zeitgenossen ĂŒber einen gewissen BMI hinausgekommen).

Es ist sicherlich auch keine Askese, wenn man statt 180 km/h nur 130 km/h auf der Autobahn fĂ€hrt. Es soll ja sehr, sehr viele Staaten geben, wo man sogar ein geringeres Tempo-Limit hat. Und wer rasen will, kann in Deutschland ein Wochenende auf dem NĂŒrburgring oder sonstwo buchen – da gefĂ€hrdet er wenigstens keine Mitmenschen.

Und es ist sicherlich keine Askese, wenn man nur einmal statt dreimal pro Jahr in den Urlaub fliegt. Es gibt genĂŒgend sehr attraktive Reiseziele, die man auch mit anderen Verkehrsmitteln prima erreichen kann. Noch in der zweiten HĂ€lfte des vergangenen Jahrhunderts hat es Jahrzehnte gegeben, da ist man zur Urlaubszeit aus Deutschland kaum rausgekommen – und die Leute waren deswegen keineswegs unzufrieden. Aber auch hier hat die Wahl des Urlaubsziels nicht immer nur was mit Sonne, Strand und Meer zu tun: Mit manchem Reiseziel verrĂ€t man nicht ungern, was man sich doch alles leisten kann.

Und dieser Hype mit den Kreuzfahrtschiffen, diesen riesigen Dreckschleudern, ist eh Ă€ußerst merkwĂŒrdig und ist mir persönlich absolut schleierhaft: Das sind letztlich nur gewaltige Hotelsilos ( = Wohnklos), die schwimmen können. Wie einfach muss man gestrickt sein, um sich in so einer perversen Umgebung erholen zu können!?

Aber man muss ja nicht das Land verlassen, um sich ĂŒber gewisse Zeitgenossen zu wundern, zum Beispiel all jene, die einen StadtgelĂ€ndewagen brauchen, obwohl sie damit nur Ă€ußerst selten durch WĂŒsten und Steppen heizen, da diese hierzulande relativ selten anzutreffen sind (wenn allerdings die Menschheit weiterhin an der Natur Raubbau betreibt und damit auch das Klima beeintrĂ€chtigt, wird es in absehbarer Zeit auch hierzulande WĂŒsten und Steppen geben).

Wozu, bitteschön, braucht man heutzutage ein Fahrzeug, dessen AbstÀnde zwischen den Achsen, Fahrzeugboden und Untergrund einem GelÀndewagen Àhneln!? Vom Allrad-Antrieb hier mal ganz zu schweigen!
Und die Deutschen kaufen wie bekloppt SUVs: Anfang 2016 waren es noch unter zwei Millionen, 2017 knapp ĂŒber zwei Millionen, 2018 gut zweieinhalb Millionen, Tendenz steigend. Zeitgleich explodierte auch die Zahl der zugelassenen GelĂ€ndewagen, deren Zahl 2019 bereits eine halbe Million registrierter Fahrzeuge ĂŒberschritten hatte.

KĂ€ufer Ă€ußerten sich in einer Umfrage positiv zur GerĂ€umigkeit von SUVs, zum Komfort, zur erhöhten Sitzposition, zum Design, zur LeistungsstĂ€rke, zur Sicherheit und zur GelĂ€nde-Tauglichkeit. UnerwĂ€hnt blieben völlig andere Motive, die – beobachtet man mal das Verhalten von SUV-Fahrern (diese nenne ich gern mal „Homo SUViensis“) – nicht unerheblich zu sein scheinen. Vermutlich verleiten LeistungsstĂ€rke, GrĂ¶ĂŸe und damit schwerer zu ĂŒberschauende Dimensionen zu einer Fahrweise, die man zuweilen durchaus als rĂŒcksichtslos bezeichnen kann und die immer mal wieder an die berĂŒhmte ‚eingebaute Vorfahrt‘ denken lĂ€sst, den man frĂŒher gewissen Auto-Marken unterstellt hat. So ein SUV eignet sich hervorragend als Statussymbol, zur Image-Pflege und um einen auf ‚dicke Hose‘ zu machen. Insofern könnte „SUV“ eine AbkĂŒrzung fĂŒr Schwanz-VerlĂ€ngerung sein, wobei das in der AbkĂŒrzung unterschlagene „U“ beabsichtigt, weil ebenso ĂŒberflĂŒssig ist wie das Fahrzeug selbst.

Angesichts völlig ĂŒberfrachteter Straßen, InnenstĂ€dte und ParkplĂ€tze sind SUVs alles andere als zeitgemĂ€ĂŸe Autos. Allein der Platzbedarf beim Parken ist betrĂ€chtlich: Auf einer FlĂ€che, auf der zehn SUVs, hĂ€tten locker 13 normale Pkw Platz. Und selbst wenn die SUV-Hersteller mit relativ guten Spritverbrauchswerten punkten, lĂ€sst sich die Physik nicht aushebeln. Deutlich grĂ¶ĂŸere und dadurch auch schwerere Fahrzeuge verbrauchen nun mal viel Sprit (SUVs rund doppelt so viel wie normale Pkw), insbesondere im langsameren Stadtverkehr, und stoßen somit auch mehr Kohlendioxid aus. Die grĂ¶ĂŸeren und breiteren Reifen erzeugen zudem mehr Abrieb auf dem Asphalt. Alles Argumente, die sich wahrlich nicht schönreden lassen.

Interessanter Link

Statt Urlaub

Der Boom der Swimming Pools

Im Sommer 2020 – mitten in der Corona-Pandemie – wurden hierzulande zahlreiche Swimming Pools aus dem Boden gestampft. EingeschrĂ€nkt in dem Bestreben, sich am Strand oder in FreibĂ€dern AbkĂŒhlung zu verschaffen, ließ man sich als ein mit einem eigenen Garten gesegnetes Individuum ein Schwimmbecken ins heimische GrĂŒn bauen.

Ein gescheiter Pool ist in meinen Augen ein solcher, in den man nicht nur zur Erfrischung reinspringt, sondern in dem man zur körperlichen ErtĂŒchtigung auch ein paar Bahnen schwimmen kann. Abgesehen davon, dass so ein Bauvorhaben sehr kostspielig ist – denn zu einem gescheiten Pool gehört auch eine Cocktail-Bar –, muss man stĂ€ndig auch die WasserqualitĂ€t im Blick haben und regelmĂ€ĂŸig alles UnerwĂŒnschte aus dem kĂŒhlen Nass herausfischen. Und damit der beste Platz am Pool nicht vorzeitig belegt ist, muss man obendrein morgens schon frĂŒh raus und sein Handtuch auf der Liege deponieren. Ich denke mal, das ich das alles nicht haben muss.

FĂŒr viele könnte frĂŒher oder spĂ€ter noch die ErnĂŒchterung kommen, denn die Klima-ErwĂ€rmung bringt es immer mal wieder mit sich, dass in besonders trockenen Gegenden die Gemeinden zum Wassersparen aufrufen. Mancherorts in Deutschland wurde deshalb auch schon ein Verbot zum FĂŒllen des Swimming Pools ausgesprochen – Ă€rgerlich fĂŒr all jene, die womöglich erst kĂŒrzlich eine horrende Summe fĂŒr das ĂŒberdimensionierte Planschbecken hingeblĂ€ttert haben.