bulla-blog
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Es menschelt:
Sozialverhalten

Übersicht

  • Scheiß Spiel
    Selffulfilling Prophecy in Sachen Klopapier

  • Lockerung der „COVID-19“-Maßnahmen
  • Argumentum ad hominem
    Lieblingswerkzeug von Corona-Leugnern, Maskenverweigerern, Verschwörungs-Theoretikern, „ReichsbĂŒrgern“, Neo-Nazis und anderen Ewiggestrigen
  • Putzhilfe gesucht?
    Timo Beil ĂŒber MerkwĂŒrdigkeiten
    bei der Suche nach einer Putzhilfe
  • Unverpacktes Obst
    Timo Beil ĂŒber unhygienische Selbstbedienung im Supermarkt
  • Das Figaro-Syndrom
    Haarspalter Timo Beil zum Thema „Friseurbesuche“
  • Verspielt
    Dialoge
  • Helmut Schmidt's
    Qualmerei
  • Nachgefragt
    Dialoge

  • Sozialverhalten zu Corona-Zeiten
    Der „Postillon“ bringt es auf den Punkt
  • Sozialverhalten zu Corona-Zeiten
    Zitate
  • Das Problem mit den alten Leuten heutzutage ...
    Beispiel: Supermarkt-Kasse
  • Dialoge
  • Mind Push-up
    Aus der Krise lernen, in der Krise lernen ...
  • Unglaublich! Unglaublich asozial!
    HamsterkĂ€ufer gefĂ€hrden die Arbeit der „Tafeln“

Scheiß Spiel

Selffulfilling Prophecy in Sachen Klopapier

(Abb.: N. N.)

Zu Beginn dessen, was man im Oktober 2020 als zweite Corona-Welle bezeichnen könnte, zeigten sich manche Medien mal wieder von ihrer eher unseriösen Seite und erwÀhnten, dass mal wieder der Run auf das Klopapier losgegangen sei.

Angesichts solcher Meldungen ahnt man schon, wohin das wieder fĂŒhren könnte: „Selffulfilling Prophecy“ ist ein durchaus ernstzunehmendes Problem. So bleibt die Hoffnung, dass wenigstens die SupermĂ€rkte ein wenig lernfĂ€hig sind und das anstehende Problem gleich im Keim ersticken, indem sie den Verkauf des Klopapiers limitieren. Hoffentlich sind die Zeiten vorbei, da die grĂ¶ĂŸten Asozialen der Republik ganze Einkaufswagenladungen voll aus den SupermĂ€rkten gekarrt haben: einerseits, um ihre Angst zu beschwichtigen, plötzlich auf dem Klo zu sitzen und nicht zu wissen, wie man sich den Arsch abwischen soll, andererseits um das kapitalistische Modell von Angebot und Nachfrage auf die Spitze zu treiben, indem sie so viel Klopapier horten, dass derartige EngpĂ€sse entstehen, dass Leute bereitwillig ein kleines Vermögen fĂŒr eine papierne Rolle auszugeben bereit sind.

Im Internet war just das Foto eines Plakates zu sehen, das offenbar vorbeugend in einem „Real“-Markt aufgehĂ€ngt worden war:

  • „Liebe Kunden,

    das Corona-Virus wird von vielen falsch behandel, da es keine Durchfall-Erkrankung ist. Also brauchen Sie kein Toilettenpapier fĂŒr die nĂ€chsten Jahrzehnte zu horten oder so viel zu sammeln, um es Ihren Neffen zu vererben.

    Daher von uns zu Ihrer UnterstĂŒtzung: nur noch ein Paket pro Haushalt! So bekommt jeder die Chance auf Toilettenpapier.“



Lockerung der „COVID-19“-Maßnahmen

(Grafik: N. N.)

Wenn der Staat verfĂŒgt, dass die Maßnahmen gegen „COVID-19“ ein wenig gelockert werden können, drehen eine ganze Reihe von Zeitgenossen an der absolut falschen Stellschraube – das fĂŒhrt offenbar zu einem klaren Fall von „Schraube locker“!

Ebenso wie von zahlreichen Gehirn-Amputierten in den sozialen Netzwerken Verschwörungs-Theorien zum Thema „Corona-Virus“ zum Besten gegeben werden, gibt es auch gescheite BeitrĂ€ge, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass sich angesichts zunehmender Lockerungen ab Juni 2020 immer mehr Verantwortungslose veranlasst sehen, das als Zeichen fĂŒr eine „Scheiß egal“-Haltung anzusehen.

Einige wenige Zeilen eines Corona-Realisierers haben mir besonders gut gefallen:

  • „Wenn ich dir 100 ‚Smarties‘ gebe, dir aber sage, dass drei davon vergiftet sind, wĂŒrdst du dann auf gut GlĂŒck trotzdem 97 davon essen? Nein? Gratuliere! Du hast soeben erkannt, wofĂŒr die Maßnahmen, die dich so Ă€rgern und die du so unnötig findest, da sind.“



Argumentum ad hominem

Lieblingswerkzeug von Corona-Leugnern,
Maskenverweigerern, Verschwörungs-Theoretikern, „ReichsbĂŒrgern“, Neo-Nazis und anderen Ewiggestrigen

Im Gegensatz zu den oben erwĂ€hnten Zeitgenossen, die zusammen letzlich nur eine verschwindend kleine Subkultur in unserer Gesellschaft darstellen, verfĂŒgt der grĂ¶ĂŸte Teil unseres Volkes ĂŒber einen mehr oder weniger gut ausgeprĂ€gten gesunden Menschenverstand und ein einigermaßen ausgebildetes soziales Denken und Empfinden. Mit diesen ist das Gedankengut besagter Subkultur nur Ă€ußerst schwer nachvollziehbar; und warum das so ist, hat seinen Grund und lĂ€sst sich mit einem einzigen simplen Begriff beschreiben: „Argumentum ad hominem“. Was das ist, dazu ist bei „Wikipedia“ Folgendes nachzulesen:

  • „Unter einem ‚Argumentum ad hominem‘ wird ein Scheinargument verstanden, in dem die Position oder These eines Streitgegners durch Angriff auf dessen persönliche UmstĂ€nde oder Eigenschaften angefochten wird. Dies geschieht meistens in der Absicht (...), die Position und ihren Vertreter bei einem Publikum oder in der öffentlichen Meinung in Misskredit zu bringen und eine echte Diskussion zu vermeiden. In der Rhetorik kann ein ‚Argumentum ad hominem‘ bewusst als polemische (...) Strategie eingesetzt werden.“

Wenn man also das GefĂŒhl hat, es kommt nur heiße Luft, wenn eine Person aus besagter Subkultur den Mund aufmacht, dann liegt man vollkommen richtig. Gleichwohl sollte man – zumal wenn man ĂŒber einzelne scheinargumentativ ausgestattete Personen stolpert – hinhören und dieser Person couragiert und mit echten Argumenten ganz entschieden Paroli bieten: Denn nur so lĂ€sst sich auf Dauer die Un-Kultur der mehr oder weniger bewussten Verdummung erfolgreich bekĂ€mpfen.



Putzhilfe gesucht?

Timo Beil ĂŒber MerkwĂŒrdigkeiten
bei der Suche nach einer Putzhilfe

(Foto: © Frank R. Bulla)

Wenn man eine Putzhilfe per Inserat sucht, kann man schon was erleben. Zu den MerkwĂŒrdigkeiten zĂ€hlt u. a. folgender aus der Erinnerung wiedergegebene Dialog am Telefon:

„Ich habe Ihr Inserat gelesen. Sie suchen eine Putzhilfe?“

„Ja.“

„Sind Sie im Haus oder ist das eine SchlĂŒsselstelle?“

„Ich bin wĂ€hrend des Putzens im Haus.“

„Dann ist das nichts fĂŒr mich. Ich mag es nicht, wenn jemand hinter meinem RĂŒcken herumlĂ€uft.“

Ja nee, is' klar! Ich bin ja auch nur der potenzielle Arbeitgeber.

Ganz selten passiert es, dass auch mal ein Mann anruft. In geschĂ€tzten 99 Prozent der FĂ€lle sind es allerdings Frauen, die sich fĂŒr eine Putzstelle interessieren. Das ĂŒbrige eine Prozent sind MĂ€nner, die sich tatsĂ€chlich selbst fĂŒr die Putzstelle interessieren – nicht selten gelernte GebĂ€udereiniger ohne Job oder MĂ€nner, die darauf lauern, einen wegen Verstoßes gegen das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)“ dranzukriegen, weil man sie als mĂ€nnlichen Bewerber ablehnt und somit diskriminiert.

Zuweilen kommt es auch vor, dass der Mann fĂŒr seine Frau anruft, die (wie sich dann meist schnell herausstellt) der deutschen Sprache nicht mĂ€chtig ist. In solchen FĂ€llen frage ich mich schon mal (wĂ€hrend ich mich fast schon als Rassist fĂŒhle), ob ich ĂŒberhaupt mit jemandem zusammarbeiten möchte, der sprachlich nicht in der Lage ist, mit mir angemessen zu kommunizieren. Mit Verlaub: Aber als Arbeitgeber möchte ich mich schon mit einem Mitarbeiter ĂŒber die anstehenden Aufgaben austauschen können, ohne umstĂ€ndlich mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen gestikulieren zu mĂŒssen. Denn letztlich geht man bei einem solchen ArbeitsverhĂ€ltnis (egal, ob im BĂŒro oder im Privathaushalt) auch ein VertrauensverhĂ€ltnis ein – und gerade in einem privaten Haushalt gibt man ein nicht unerhebliches StĂŒck PrivatsphĂ€re auf. Und zu einem guten VertrauensverhĂ€ltnis gehört auch eine gute Komminukation.

Selbst wenn im Zeitungs-Inserat darauf hingewiesen wird, dass die Putzstelle als Minijob angegeboten wird (d. h., mit der vorgeschriebenen Anmeldung bei der „Minijob-Zentrale“), ficht das manche Leute nicht an und sie fragen (man möchte fast sagen: vertrauensvoll, in Wahrheit aber ziemlich dreist) nach der Möglichkeit, den Job auch ‚unter der Hand‘ machen zu können. Denn bekanntlich darf man nicht unbegrenzt viele Minijobs haben (neben einem Hauptberuf nur einen und ansonsten nur so viele, dass insgesamt 450 Euro nicht ĂŒberschritten werden), was manchen Leuten offenbar finanziell nicht reicht und sie zur Schwarzarbeit ‚nötigt‘. Dabei nehmen sie offenbar durchaus in Kauf, dass am anderen Ende der Leitung kein wirklicher Putzstellen-Anbieter sitzt, sondern vielleicht sogar ein Schwarzarbeit-Fahnder vom deutschen Zoll. Und selbst wenn hier nicht mit Tricks staatlicherseits gearbeitet wird, könnte es doch immerhin sein, dass der angerufene Haushalt sehr rechtsbewusst ist, sich nur zum Schein auf ein VorstellungsgesprĂ€ch einlĂ€sst, um schließlich den Vorgang an hellhörige Behörden weiterzuleiten ...

Diese asozialen Schwarzarbeiter schneiden sich letztlich eh ins eigene Fleisch, denn bekanntlich passieren gerade im Haushalt die meisten UnfĂ€lle. Und an dieser Stelle könnte es kompliziert werden – und auch eng fĂŒr beide Teile, denn am Ende machen sich beide strafbar: sowohl der Arbeitgeber als auch der / die ‚schwarz‘ Arbeitende.



Unverpacktes Obst

Timo Beil ĂŒber unhygienische Selbstbedienung
im Supermarkt

(Foto: © Frank R. Bulla)

Sehen die Erdbeeren auf dem nebenstehenden Foto nicht lecker aus? Aber manchmal vergeht mir der Appetit und ich kaufe keine Erdbeeren, nÀmlich dann, wenn ich sehe, wie andere Kunden damit umgehen.

Man kann jedenfalls feststellen, dass es in spanischen SupermĂ€rkten deutlich zivilisierter zugeht als in den meisten deutschen: In Spanien habe ich bislang in nahezu allen SupermĂ€rkten beobachten können, dass es eigens fĂŒr das Anfassen von Brötchen (Selbstbedienungs-Theke) und Obst / GemĂŒse Einmalhandschuhe gibt – und vom Personal wird auch darauf geachtet, dass diese regelmĂ€ĂŸig benutzt werden.

Hierzulande dagegen grabscht jeder Kunde mit bloßen HĂ€nden in Kirsch-, Heidelbeer- und Erdbeerkörbchen herum und sortiert sich diese nach Belieben zurecht. Und auch fĂŒr die Mitarbeiter (selbst bei der Supermarktkette, die angeblich Lebensmittel liebt) gibt es da offenbar keine Vorschriften: Um Ordnung in das von der Kundschaft angerichtete Chaos bei Erdbeeren und Kirschen zu bringen, wird ebenfalls mit bloßen HĂ€nden agiert. Ganz schön ekelig angesichts von Temperaturen, bei denen viele Menschen SchweißhĂ€nde haben (zumal man auch nur ahnen kann, wo sie zuletzt ihre HĂ€nde hatten).

KĂŒrzlich habe ich im Supermarkt am Erdbeerstand eine Mitkundin zusammengefaltet, weil ich mir aus der NĂ€he eine ganze Weile mit angeschaut habe, wie sie matschige Erdbeeren in andere gefĂŒllte PappbehĂ€lter geworfen hat und sich an anderer Stelle brauchbare Erdbeeren herausgepickt hat. Die Frau war so erbost ĂŒber meine Kritik, dass sie sich noch minutenlang lautstark ĂŒber mich aufgeregt hat, wobei sie geradezu beteuerte, lediglich eine Erdbeere aussortiert zu haben.

Mindestens genauso eklig finde ich es, wenn sich Leute im Weintrauben-Probeessen ĂŒben und ordentlich abgefressene Trauben hinterlassen. Abgesehen davon, dass das bereits Diebstahl ist, ist es hochgradig asozial. Solche Leute haben ein einjĂ€hriges Hausverbot verdient. Leider ist das Personal in den meisten SupermĂ€rkten rar und viel zu sehr mit anderen Dingen beschĂ€ftigt.



Das Figaro-Syndrom     

Haarspalter Timo Beil zum Thema „Friseurbesuche“

(Grafik: © Frank R. Bulla)

Vielleicht ist Ihnen das auch schon mal passiert: WĂ€hnte sich da doch Ihr GegenĂŒber angesichts Ihrer derzeitigen Redseligkeit, von Ihnen mit Belanglosigkeiten zugetextet zu werden. So fĂŒhlte es sich daraufhin zu der rhetorischen Feststellung genötigt: „Hast du denn keinen Friseur, dem du das erzĂ€hlen kannst!?“

Nun ja, manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Friseursalons mĂŒssen sich seitens ihrer Kundschaft wohl in der Tat eine Menge anhören: Seltener wohl Kritik an ihrer kĂŒnstlerischen TĂ€tigkeit (denn wer gibt schon gerne zu, dass die vorbildhafte Frisur bei Brad Pitt oder Sandra Bullock um LĂ€ngen besser aussah!?), dafĂŒr aber die aktuellsten Krankheitsbilder, Familientragödien, Klatsch und Tratsch oder was des Menschen Herz noch so alles berĂŒhrt ...

Aber zuweilen ist es auch umgekehrt: Da steht die FachkrĂ€ft des Salons in demselben, vertieft in emsige und kunstvolle Schnippelei und noch vertiefter in geradezu tiradisch gefĂŒhrte verbale Haarspalterei. Da kann sich König Kunde, mittels UmhĂ€ngetuch auf dem Friseurstuhl fixiert, nur schwer zur Wehr setzen, zumal wenn er nicht wirklich an dem Interesse findet, was ihm der Haarverschönerer da aufschwatzen will. In diesem Falle hilft vermutlich nur: Abschalten, an etwas anderes denken, vielleicht gar ein Ohr auf die inneren VerdauungsvorgĂ€nge richten und hoffen, dass der Redeschwall bald vorĂŒber oder – was noch besser wĂ€re – die Frisur alsbald gerichtet ist.

Aber bis dahin ist noch ein langer Weg – denn eine Tirade zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie vehement und auch nicht unbedingt immer in aller KĂŒrze gefĂŒhrt wird. Das Schlimmste ist, wenn die haarstrĂ€ubende Fachkraft – vertieft in ihr Referat – beim virtuosen FĂŒhren der Schere plötzlich innehĂ€lt, im Klang der eigenen Worten schwelgend, mit jenem verklĂ€rten, in die Ferne schweifenden Blick: Da ringt der von Scherenschnitten und Worten Überfrachtete um Contenance – kommen ihm doch die Minuten wie Stunden vor, die Stunden wie Tage, und ein Ende der Kopfschmuck-Verschönerung scheint kaum mehr absehbar ...

Da endlich naht die Erlösung! Der Barbier hĂ€lt Ihnen den Spiegel hinter den Kopf, auf dass sich dessen Halbkugel darin spiegeln und Sie in wahre BegeisterungsstĂŒrme ausbrechen mögen. Kaum hingesehen, haben Sie sich dies unsĂ€glich fesselnde UmhĂ€ngetuch vom Leibe gerissen, haben der Fachkraft den Lohn in die Hand und – verbunden mit einem schnell hingeworfenen „gefĂ€llt mir“ – das Trinkgeld in die Kitteltasche gesteckt und sind – den Mantel noch nicht ganz ĂŒbergezogen – aus dem Salon gestĂŒrmt ...

Eigentlich – da es heutzutage dank schwĂ€chelnder Konjunktur vielen Friseursalons gar nicht so gut geht – sollten die redseligsten Kopfverschönerer unter ihnen ihr verbales Talent gewinnbringend nutzen und all das, was sie bewegt, nach Hörbuch-Manier auf CD bringen, fĂŒr die sie letztlich gar noch eine empfindliche SchutzgebĂŒhr verlangen könnten. Passend zum Zeitgeist von SMS und E-Mail, kann dann auch hier des Coiffeurs Kunde frei wĂ€hlen, ob und wann er den vielsagenden Worten seines Haarspezialisten lauschen möchte – und kann sich ab dem nĂ€chsten Friseurbesuch endlich wieder voll auf die wirklich angenehmen Seiten jener Haarverschönerung konzentrieren, die der Meister ihm da angedeihen lĂ€sst.

Den vorangegangenen Beitrag
finden Sie ĂŒbrigens auch
in der Anthologie
„Die Zeit fliegt mitsamt der Uhr“.


VERSPIELT

„Komm, lass uns ‚Halt die Fresse!‘ spielen!
Du fĂ€ngst an!“
„😳“

*

„Pardon, ist der Platz neben Ihnen noch frei?“
„Ja.“
„Dann denken Sie mal darĂŒber nach, wieso das so ist!
Einen schönen Tag noch!“

 


Helmut Schmidt's Qualmerei

(Abb. N. N. / photoshopped: Frank R. Bulla)

Ich bin seit Bekanntgabe seines Todes im Jahre 2015 noch immer mit mir am hadern, was ich von Helmut Schmidt als Mensch insgesamt halten soll. Grund dafĂŒr ist vor allen Dingen seine absolut schlechte, um nicht zu sagen hochgradig peinliche Vorbildwirkung, wenn's ums Thema „Rauchen in der Öffentlichkeit“ geht, insbesondere wenn's ums Rauchen in TV-Sendungen geht. Das Rauchen in TV-Sendungen (Talk-Shows u. dgl.) ist bereits seit sehr vielen Jahren nicht nur verpönt, sondern gar untersagt, und manche Sender, die das Rauchen dennoch zugelassen haben, haben sich berechtigterweise Abmahnungen eingehandelt. Schmidt hat sich ĂŒber das Rauchverbot regelmĂ€ĂŸig hinweggesetzt – und das als ein Mann, der ausgesprochen klug war, als ein Mann, dessen Meinung in unserem Lande selbst noch gefragt war und Gewicht hatte, nachdem seine eigentliche politische Karriere schon lĂ€ngst vorĂŒber war. Ich habe fĂŒr dieses sein Verhalten nie das geringste VerstĂ€ndnis aufbringen können, habe sein Verhalten zuweilen gar als geradezu asozial empfunden – eben weil seine Stimme so viel Gewicht hatte und er auch darum wusste und dies schamlos ausnutzte, um ungehindert und ungeniert seiner Sucht frönen zu können.

Das Schlimme ist auch, dass sich durch das schlechte Vorbild des ĂŒberall rauchenden Helmut Schmidt gerade militante Raucher ermuntert gefĂŒhlt haben (und vermutlich noch immer ermuntert fĂŒhlen), ihr höchst ungesundes BedĂŒrfnis ebenfalls immer und ĂŒberall durchsetzen zu wollen. Und was die gesundheitsschĂ€dliche Wirkung des Rauchens angeht, fĂŒhlten sich Raucher durch Helmut Schmidt ebenfalls ermuntert, sahen sie doch, dass man selbst als starker Kettenraucher locker ĂŒber 90 Jahre alt werden kann. In ihrer kleinen, sehr beschrĂ€nkten Welt lebend, blenden sie eben gerne mal aus, dass Helmut Schmidt hinsichtlich seiner Konstitution eine Ausnahmeerscheinung war, was aber auch nur bedingt stimmt, denn gegen Ende seines Lebens wurde er wegen eines sogenannten Raucherbeins infolge eines arteriellen Verschlusses behandelt, was fĂŒr einen starken Raucher ganz und gar nicht untypisch ist.

Gleichwohl hat Schmidt diese Republik durch sein Wissen, seine Weisheit, seine Ideologie nicht unerheblich mitgeprĂ€gt, wofĂŒr ihm Respekt gezollt werden muss. Und deswegen erwĂ€hne ich ihn hier trotz seines absolut unterirdischen Sozialverhaltens.

Möge er in Frieden ruhen.


NACHGEFRAGT

„Stört es Sie, wenn ich rauche?“
„Nein, von mir aus können Sie lichterloh in Flammen stehen.“

*

„Rauchst du nach dem Sex?“
„Keine Ahnung – ich habe noch nie nachgesehen.“



Sozialverhalten zu Corona-Zeiten

Der „Postillon“ bringt es auf den Punkt

Der „Postillon“ hat es mal wieder auf den Punkt gebracht und ein PhĂ€nomen auf die Schippe genommen, das sich im Rahmen der „COVID-19“-Pandemie offenbar weltweit gezeigt hat: Von asozialem, selbstsĂŒchtigem, rĂŒcksichtslosem Verhalten geprĂ€gt, haben manche Konsumenten Berge von Klopapier aufgekauft und nur noch leere Regale hinterlassen, auf dass viele Kunden zusehen konnten, wie sie sich bis auf Weiteres den Hintern abwischen ...

Hier der Anfang des Beitrags:

„Corona-QuarantĂ€ne fĂŒr Gourmets –
Die zehn besten Rezepte fĂŒr Nudeln mit Klopapier“

„Überall in Deutschland sieht man sie inzwischen: leere Regale in SupermĂ€rkten. Besonders gern horten HamsterkĂ€ufer Nudeln, Klopapier und Desinfektionsmittel. Doch was lĂ€sst sich damit anfangen, wenn es hart auf hart kommt und man wirklich unter QuarantĂ€ne steht? Der Postillon hat Deutschlands Sterneköche befragt und prĂ€sentiert Ihnen die zehn besten Rezepte fĂŒr Nudeln mit Klopapier ..."

Weiter unter www.der-postillon.com ...


SOZIALVERHALTEN ZU CORONA-ZEITEN

„Die Menschen sind einfach mĂŒde der Pandemie geworden.
Die verhalten sich so ein bisschen wie kleine Kinder,
die unmittelbar nach der Abfahrt in den Urlaub fragen,
wann sie endlich da sind.“
(Frank Roselieb)

*

„Corona-Leugner, Maskenverweigerer und Verschwörungs-
Theoretiker verhalten sich wie Kinder in einer schwierigen
Altersphase, die zu wenig Aufmerksamkeit bekommen.“
(Frank R. Bulla)

*

„Der Umstand,
dass Abstand als Frage des Anstands zu Aufstand fĂŒhrt,
ist mit einem Zustand von fehlendem Verstand zu erklÀren,
was gleichzusetzen ist mit geistigem Stillstand.
In diesem Notstand helfen weder Kopfstand noch Handstand,
auch wenn der Vorstand das gutheißt.
Gleichwohl könnte ein wenig Beistand hilfreich sein.“
(N. N. / Frank R. Bulla)

*

„Corona-Leugner, Maskenverweigerer und Verschwörungs-
Theoretiker kommen mir zuweilen vor wie ein einzelner
Geisterfahrer auf der Autobahn, der sich in der absolut korrekten Fahrtrichtung wĂ€hnt und den gesamten Gegenverkehr fĂŒr Geisterfahrer hĂ€lt.“
(Frank R. Bulla)




Das Problem mit den alten Leuten
heutzutage ...

Beispiel: Supermarkt-Kasse

„Facebook“-Freundin Claudia meinte, am heutigen 16. Juli auf der Plattform posten zu mĂŒssen, dass man an diesem Tag doch mal freundlich zu einander sein sollte und sich nicht gegenseitig als „Idioten“ oder dergleichen titulieren sollte ... Sie hat insofern damit recht, dass man eigentlich tĂ€glich freundlich und respektvoll mit Mitmenschn umgehen sollte. Es wird nur immer schwieriger, so ein Verhalten lange durchzuhalten, weil die Zahl derer, die es durchaus verdient haben, als „Idioten“ bezeichnet zu werden, von Tag zu Tag zu wachsen scheint. Das ist sicherlich auch kein Wunder allein angesichts von Politikern, die staatstragende Rollen spielen und von daher ein vorbildliches Verhalten an den Tag legen sollten, sich aber (wie beispielsweise im Falle von Donald Trump) auffĂŒhren wie VierjĂ€hrige. Wie auch immer ...

„Wieso denn ausgerechnet heute?“ fragte ich Claudia als Reaktion auf ihr Posting – ausgerechnet am „Internationalen Tag der frittierten MaisplĂ€tzchen“ und dem „Internationalen Tag des frischen Spinats“! Und nicht zu vergessen: „Welt-Schlangen-Tag“ ist heute auch noch!

Ich hatte heute immerhin schon einen „alten Sack“ (also: einen noch „Àlteren Sack“ als ich es bin) als „alten renitenten Mann“ tituliert, der sehr weit vorn in der recht langen Schlange an der rechten Supermarkt-Kasse stand. Als ich gerade mit meinem Einkaufswagen um die Regal-Ecke bog und Richtung Kassen fuhr, hieß es an der (bisher nicht besetzten) linken Kasse, dass diese jetzt geöffnet wĂ€re, weswegen ich direkt darauf zusteuerte. Da kam der „alte Sack“, meiner angesichtig, regelrecht angeschossen, scherte vor mir an der neuen Kasse ein und brĂŒllte mich an, was mir einfiele, mich da einfach vorzudrĂ€ngeln ... Er quakte mich die ganze Zeit an, wĂ€hrend er alles aufs Band legte. Ich gab dann zum Abschluss meines Parts des Dialogs zu bedenken, dass er noch einen Herzinfarkt bekĂ€me, wenn er sich weiter so aufregen wĂŒrde. Ab da war Ruhe!

Schwer zu sagen, was mit den Alten heutzutage los ist! FrĂŒher, als ich noch Kind war, galten alte Leute als Respektspersonen, zu denen man ob ihrer Tugendhaftigkeit, Erfahrung und Weisheit emporschaute. Man betrachtete sie mit einem hohen Maß an WertschĂ€tzung. Das Bild hat sich inzwischen sehr stark gewandelt. Zuweilen habe ich den Eindruck, dass sich die Flegeljahre der Teenager in puncto Renitenz, Trotz, Widerborstigkeit locker hinter der MentalitĂ€t der Alten verstecken können. Das wird schon allein im Straßenverkehr erkennbar, wo viele Senioren – am ĂŒbelsten scheint mir diesbezĂŒglich die Generation „60 plus“ zu sein – in ihrer eigenen kleinen Welt leben und sich ihre eigenen Regeln zusammenschustern: verbotenerweise auf dem Fußweg fahren (egal, wie schmal der auch ist), dabei FußgĂ€nger geradezu zum Platzmachen nötigen, das Rechtsfahrgebot missachten, rote Ampeln ignorien etc. ...

Genau so war es mit dem „alten Sack“ an der Supermarkt-Kasse! Man muss natĂŒrlich sehen, dass die Deutschen in puncto „Schlangestehen“ im Grunde genommen niveaulos sind – im Gegensatz zu den Menschen aus „Brexitannien“, die zwar in puncto „EU-Austritt“ gegenĂŒber der „EuropĂ€ischen Union“ eher asozial daherkommen, aber das Schlangestehen gehört zu jenen Disziplinen, wo ihnen so leicht niemand etwas vormachen kann. Da wĂŒrde es so eine Situation, wie ich sie an der Kasse mit alten Leuten immer mal wieder erlebe, wohl kaum geben.

Nebenbei bemerkt: In besagtem Supermarkt ist es normalerweise  so, dass sich im Falle, dass sich angesichts einer sehr langen Schlange eine weitere Kasse geöffnet wird, keiner mit den anderen Kunden abstimmt. Man marschiert dann mit dem Einkaufswagen los, zumal wenn man sich im hinteren Teil der Schlange befindet, wĂ€hrend die weiter vorn ungerĂŒhrt stehenbleiben, da sie ja eh gleich an der Reihe sind, und man ordnet sich an der neuen Kasse ein, ohne andere zu behindern – eher ist man rĂŒcksichtsvoll, bevor es womöglich zum Konflikt kommt.

„Facebook“-Freundin Claudia jedenfalls reagierte auf meinen Kommentar mit der Wiedergabe eines ganz Ă€hnlichen Vorfalls, den sie mit einem pöbelnden „alten Zausel“ an der Supermarkt-Kasse erlebt hatte.

Was ist bloß heutzutage mit den alten Leuten los? Entweder geht's manchen von denen viel zu gut oder aber sie pöbeln nur aus Frust, weil die Renten doch nicht so sicher sind, wie Norbert BlĂŒm das vor Jahrzehnten einst orakelt hat.

Interessanter Link


DIALOGE

„Mein Sohn wird gemobbt.“
„Meiner wĂ€scht sich selbst.“

*

(Zettel an der TĂŒr)
„Wir machen heute eine Party – es könnte etwas lauter werden.“
(ErgÀnzung wenig spÀter)
„Ich zĂŒnde gegen 23:00 Uhr das Haus an –
es könnte etwas heißer werden.“



Mind Push-up

Aus der Krise lernen, in der Krise lernen ...

WĂ€re doch toll, wenn die vom Zeitgeist, ja, vom Kapitalismus versauten Menschen die Corona-Krise nutzen und sich mal mehr auf ihre inneren Werte konzentrieren wĂŒrden.

Devise: „Was du nicht willst, dass man dir tu', das fĂŒg auch keinem andern zu“ oder der Umkehrschluss: „Was du willst, dass man dir tu', das fĂŒg auch jedem andern zu“.

Was ich im Umgang mit Mitmenschen zusehends vermisse, ist gutes Sozialverhalten, Disziplin, EinfĂŒhlungsvermögen, Empathie, Respekt, RĂŒcksicht, VerantwortungsgefĂŒhl, Courage ...

Das Autofahren ist dem Menschen hierzulande sehr wichtig. Aus Verkehrssituationen lĂ€sst sich eine Menge fĂŒr das soziale Leben ableiten:

Man kann rĂŒcksichtslos fahren, rasen, drĂ€ngeln, Lichthupe machen, rechts ĂŒberholen, andere ausbremsen, ParkplĂ€tze vor der Nase wegschnappen, ParkplĂ€tze einschrĂ€nken durch rĂŒcksichtsloses Parken, ohne Recht Behinderten-ParkplĂ€tze nutzen, Parken im totalen Halteverbot, auf SperrflĂ€chen oder auf Fußwegen, Radwegen oder Fahrradschutzstreifen ...

RĂŒcksichtsvolles Miteinander hilft dagegen ganz massiv, UnfĂ€lle zu vermeiden, wenn niemand versucht, sich durch völlig unangepasstes, gedankenloses, egoistisches Verhalten hervorzutun. Wohlverhalten und richtige Signale schaffen eine gut einschĂ€tzbare Situation und eine positive AtmosphĂ€re. Es macht nicht viel MĂŒhe, aber die meisten Menschen mĂŒssen es ein wenig trainieren, bis es in Fleisch und Blut ĂŒbergeht.

Man muss sich immer wieder vor Augen fĂŒhren, dass eine Gesellschaft nur funktioniert, weil es Regeln gibt. Je besser diese Regeln eingehalten werden und je mehr man sich auf einander einstellt, umso reibungsloser funktioniert das Leben – nicht nur, aber besonders in Krisenzeiten!



Unglaublich! Unglaublich asozial!

HamsterkĂ€ufer gefĂ€hrdeten die Arbeit der „Tafeln“

(Foto: © Frank R. Bulla)

Erinnern Sie sich noch daran, als vor allem in den Monaten MĂ€rz bis Mai 2020 die corona-bedingten HamsterkĂ€ufe starteten und die BestĂ€nde an Klopapier, Atemschutzmasken, Nudeln, Backpulver und Backhefe – selbst etwas teurere Produkte in Bio-QualitĂ€t – dermaßen dezimierten, dass ein Großteil der Bevölkerung nur noch vor restlos leergerĂ€umten Regalen stand?

Den wirklich Asozialen in unserer Gesellschaft sei Dank, mussten selbst die bedĂŒrftigen Nutzer der bundesweit aktiven „Tafeln“ in die Röhre schauen: Je weniger in den Supermarkt-Regalen auf Grund der HamsterkĂ€ufe ĂŒbrigblieb, umso weniger konnte den „Tafeln“ zur VerfĂŒgung gestellt werden, sodass die eine oder andere Einrichtung sogar gezwungen war, zu schließen. Am Beispiel von Hessen berichtete die „ARD“ in einem Beitrag ĂŒber dieses Problem.