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Feierliches:
Traditionen

Übersicht

  • Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ...
    AdventsbrĂ€uche oder Was davon ĂŒbrigblieb
  • Laternegehen
  • Alle Jahre wieder ...
    Jedes Jahr dasselbe!
  • Vorweihnachtliche Erkenntnis
  • Das Haus vom Nikolaus
  • Immer diese Bettelei!
    „Halloween“ & Co.

  • Allergisch
    Cartoon
  • „Halloween“ mit Maske?
  • Snoopy und der KĂŒrbis
    Gedicht
  • Schon gewusst?
  • Ein etwas anderer Adventskalender
  • Der völlig andere Adventskalender

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ...

AdventsbrĂ€uche oder Was davon ĂŒbrigblieb

(Text: Esther Kunitz)

Schon eine lange Zeit vor Beginn des Advents tauchen KaufhĂ€user und GeschĂ€fte in die weihnachtliche Glitzerwelt ein. Die StĂ€dte erhellen sich durch allerlei Lichtergefunkel. Die Adventszeit ist eine Zeit freudiger Erwartung bei Groß und Klein, die durch viele Sitten und GebrĂ€uche begleitet wird. Wir zĂŒnden jedes Jahr wieder die Kerzen des Adventskranzes an, betasten und befĂŒhlen die bunten, kleinen PĂ€ckchen, fragen uns, ob Socken oder vielleicht doch wieder eine Unterhose drin ist ... Aber warum? Woher kommt dieser Brauch? Was ist Advent? Wissen Sie es?

Der Begriff „Advent“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Ankunft“, in diesem Falle die Ankunft Christi. Der erste Advent ist an einem Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Mit ihm beginnt in der katholischen und in der evangelischen Kirche das neue Kirchenjahr. Die Adventszeit endet am Heiligen Abend mit dem Sonnenuntergang. UrsprĂŒnglich war die Adventszeit eine Fastenzeit. Gut, bei all den leckeren Lebkuchen und Weihnachtsstollen sieht man heutzutage feierlich darĂŒber hinweg. An eine Zeit der Stille und Besinnung ist auch nicht mehr wirklich zu denken – was wollte ich Harald noch gleich schenken? Oh, und das Geschenk fĂŒr Mutter muss ich auch noch besorgen! Sehen Sie! So viel dazu ...

Wenn man großzĂŒgig ist, dann zĂ€hlt der ganze Trubel wenigstens noch zur „Vorbereitung“ auf Weihnachten, allerdings eher zur materiellen als zur spirituellen Vorarbeit. Die vorweihnachtlichen BrĂ€uche bleiben dem einen oder anderen jedoch erhalten:

Den Adventskalender beispielsweise gibt es seit dem 19. Jahrhundert; zum ersten Mal gedruckt wurde er 1904. Er bestand aus einem Bogen mit 24 kunstreichen Bildern der Weihnachtsgesichte, die man einzeln, Tag fĂŒr Tag, aufhĂ€ngen konnte. In unserem Zeitalter brauchen wir den Kalender zwar nicht mehr als ZĂ€hlhilfe und Zeitmesser; Kinder von heute freuen sich auch nicht besonders darĂŒber, einen von 24 Kreidestrichen pro Tag von der Wand zu wischen oder fĂŒr jeden Tag einen Strohhalm in eine Krippe zu legen – aber ein Überraschungsei pro Tag tut's ja auch, schließlich gibt es die ersten mit Schokolade gefĂŒllten Adventskalender bereits seit 1958.

Der Adventskranz ist uns ebenfalls bewahrt geblieben. Ein Hamburger Theologe und Erzieher hat ihn 1839 ‚erfunden‘, damit seine Waisenkinder aufhörten zu fragen, wann denn Weihnachten sei. Sicher gibt es verschiedene Deutungen der Symbolik des Kranzes. Anfangs war der Holzkranz mit 19 kleinen und vier großen Kerzen geschmĂŒckt. Seit 1860 wird er mit TannengrĂŒn verziert und seit Anfang des 20. Jahrhunderts gehört er zum deutschen Adventsbrauchtum. Heutzutage buhlen die verschiedensten Floristen um die Gunst, die immer reicher und schöner verzierten KrĂ€nze an die KĂ€ufer zu bringen. Selbst in den SupermĂ€rkten findet man nun auch AdventskrĂ€nze aus der Massenproduktion – herrlich!



Laternegehen

(Foto: © Frank R. Bulla)

Ist das Laternegehen ĂŒberhaupt noch zeitgemĂ€ĂŸ? Ich habe den Eindruck, dass frĂŒher viel mehr Eltern in den Abendstunden mit ihren Kindern unterwegs waren.

Oder wurde diese Tradition des „Laterne to go“ inzwischen durch „Laterne to stay“ (siehe Foto!) oder gar eine App ersetzt? Da sitzen womöglich die Smombies – sowohl Kids als auch Kompostis – daheim ĂŒber ihren Smartphones und schauen sich „YouTube“-Videos der letzten Jahrzehnte an, auf denen zu sehen ist, wie ganze Gruppen mit Laternen und Gesang abends durchs Viertel zogen – und am Ende der Laterne-Zeit gekrönt von einem Umzug mit musikalischer UnterstĂŒtzung durch einen Spielmannszug oder eine Feuerwehrkapelle.

Und wenn man denn tatsĂ€chlich noch das „Laterne to go“ praktiziert: Wird denn dann noch selbst gesungen oder spielt man einfach Lieder vom Smartphone ab? Alternativ könnte man auch das Smartphone mit der Laterne-App, die sowohl eine brennende Lateren zeigt als auch das Laterne-Lied abspielt, auf einen Selfie-Stick pflanzen, den Stick in die Höhe halten und traditionsgemĂ€ĂŸ durchs Stadtviertel ziehen.

Kaum hatte ich diese Zeilen niedergeschrieben, machte ich einen abendlichen Herbstspaziergang – und ich traute meinen Augen nicht: Waren da in gut einhundert Metern Entfernung tatsĂ€chlich Kinder zu sehen, die mit ihrer Laterne unterweg waren? Im NĂ€herkommen kam dann allerdings die ErnĂŒchterung: Es war lediglich ein PĂ€rchen, das mit seinen beiden Hunden unterwegs war. Beide Tiere hatten farbige LED-HalsbĂ€nder ...

Kurz nach Verfassen dieser Zeilen kam mir der wöchentliche Werbe-Flyer von „Edeka“ zwischen die Finger. Darauf lockte eine Headline zu „Knabbereien zum Laterne-Singen“.

„Was fĂŒr ein Blödsinn!“ dachte ich zunĂ€chst. In frĂŒheren Zeiten, als wir noch frĂŒhabends mit der Laterne unterwegs waren, hatten wir Besseres zu tun als uns wĂ€hrend des Spaziergangs Knabbereien reinzutun: zum Beispiel Laternenlieder zum Besten geben.

Zu den heutigen Kids passten Knabbereien da schon eher. Die hĂ€tten sicherlich auch Lust und auch genĂŒgend Appetit, um solchen Werbe-Botschaften zu folgen, haben aber vermutlich keine Hand mehr frei: In der einen halten sie – ganz traditionell – die (heutzutage allerdings LED-bestĂŒckte) Laterne, in der anderen das Smartphone mit dem aktuellen Laternen-Rap, wĂ€hrend sie mit ihren Freunden via „WhatsApp“ chatten. Wir leben nun mal im Zeitalter des Multi-Taskings.

Aber eigentlich sind heute nicht mehr so viele Kids unterwegs: Einerseits geht man in manchen Gegenden bei DĂ€mmerung nicht mehr so gerne aus dem Haus (die Menschen sind Ă€ngstlicher geworden ob der zahlreichen Gelichter, die insbesondere zu spĂ€terer Stunde ihr Unwesen treiben), andererseits muss man sich das nicht antun, sondern kann sich gemĂŒtlich am PC bei „YouTube“ anschauen, wie Kids im GĂ€nsemarsch ihren Laternen folgen – wĂ€hrend man sich aus der Schale mit den Knabbereien bedient.

Die Werbe-Fachleute von Supermarkt-Ketten wissen schon ganz genau, was sie da tun!



Alle Jahre wieder ...

Jedes Jahr dasselbe!

(Text: N. N.)

In unserer Familie wird jedes Jahr Weihnachten gefeiert, und zwar immer am 24. Dezember. Einen besseren Termin fanden wir nicht, da an diesem Tag im Fernsehen immer so gute Filme laufen. Außerdem muss Papa an diesem Tag nie arbeiten.

Der Tag beginnt jedes Jahr gleich. Papa zieht los in den Wald und fĂ€hrt einen Tannenbaum um. Meistens wird er aber doch dabei erwischt und muss viel mehr Strafe zahlen als der Baum auf dem Christbaummarkt um die Ecke gekostet hĂ€tte. WĂ€hrend Papa mit dem Weihnachtsbaum kĂ€mpft, holt Mama die Kekse vom letzten Jahr aus der TiefkĂŒhltruhe und backt sie wieder auf.

Abends kommt dann immer Tante Fettel zu uns; das Essen verpasst sie nie. Tante Fettel ist doppelt so dick wie hĂ€sslich. Zum Fasching geht sie immer als Gletscher verkleidet. Papa sagt im Geheimen immer, wenn sie in den Wald kackt, nennt man das eine EndmorĂ€ne. Vor Jahren kamen noch viele Verwandte zu uns, aber seit der großen Pilz-Auflauf-Vergiftung vor drei Jahren kommen sie nicht mehr. Nur die dicke Tante Fettel, die ließ sich auch von Giftpilzen nicht abschrecken.

Punkt 18:00 Uhr gibt es immer Essen. Mama holt das Tier, das Papa am Tag zuvor ĂŒberfahren hat, aus dem Backofen. Papa nennt es immer Steinkohlebraten. Wer von uns allen herausfindet, ob die Reifenspuren von seinem oder von Mamas Auto stammen, bekommt einen Nachtisch. WĂ€hrend des Abendessens schauen wir uns einen Film nach dem anderen an. Derweil fressen wir, bis wir schier platzen.

Um das viele Essen etwas zu verdauen, spielen wir dann immer „Die Pauschalreise nach Jerusalem“. Obwohl wir nur fĂŒnf Personen sind, brauchen wir zwölf StĂŒhle, denn wenn sich Tante Fettel auf einen einzigen Stuhl setzt, bricht der in sich zusammen. Wenn Papa dann so richtig besoffen ist, spielt er immer „RĂŒckreise nach Jerusalem“: Er alleine und zehn StĂŒhle; aber er verliert meistens.

Um 20:00 Uhr ist dann Bescherung. Plötzlich kommt ein sturzbetrunkener SozialpĂ€dagogik-Student aus seinem Zimmer herunter ins Wohnzimmer und singt „BaFög, BaFög, trallalalala“. Und dann schlĂ€gt ihm Papa eine aufs Maul, um ihn ruhigzustellen. Dann gibt es Geschenke: Papa kriegt von Mama ein Rasierwasser, Mama kriegt von Papa ein ParfĂŒm, Jahr fĂŒr Jahr das gleiche. Ich kriege immer den aktuellen „Quelle“-Katalog mit vielen bunten Bildchen zum Ausschneiden. Papa sagt dann immer, dass ich all die schönen Dinge eines Tages kaufen kann, wenn ich mal selber Geld verdiene.

Tante Fettel kriegt nie was, denn sie isst es sowieso immer gleich auf. Wenn sie dann traurig ist, tröstet sie Papa immer mit der ErklĂ€rung, dass der Weihnachtsmann nicht zu ihr kĂ€me, da er Angst hĂ€tte, sie wĂŒrde ihm seine Rentiere auffressen.

Um 23:00 Uhr kommt der letzte Film; Mama rĂ€umt noch auf, wĂ€hrend Papa sternhagelblau auf dem Sofa rumlĂŒmmelt und noch die eine oder andere Ansprache an die Weltbevölkerung hĂ€lt. Tante Fettel isst noch die Reste vom Weihnachtstisch auf und schlĂ€ft dann auf dem Sofa ein. Der SozialpĂ€dagogik-Student wird von seinen Kumpels abgeholt, um noch einen heben zu gehen. Und ich nehme meinen „Quelle“-Katalog mit aufs Zimmer, um zu schauen, wie viele Seiten er gegenĂŒber dem alten mehr hat ...



Vorweihnachtliche Erkenntnis

(Foto: © Frank R. Bulla)

Angesichts des vorweihnachtlichen Rekord-Umsatzes des deutschen Handels im Jahr 2019 muss man sich schon fragen, ob die Leute noch alle am Christbaum haben! Diese zunehmend protzige Schenkerei lĂ€uft dem ursprĂŒnglichen Gedanken des Schenkens an Weihnachten vollkommen zuwider.

Man hat das GefĂŒhl, dass das Ideelle und die Moral umgekehrt proportional verlaufen zu den zunehmenden AuswĂŒchsen des Kapitalismus. Selten war eine Gesellschaft so sehr geprĂ€gt von respektloser, egoistischer, rĂŒcksichtsloser, gleichgĂŒltiger, unmenschlicher, asozialer, gefĂŒhlskalter, liebloser, empathieloser Gesinnung wie heute.

Gerade las ich eine sehr schöne Aussage, die sich jeder mal hinter die Ohren schreiben sollte, zumal wenn er meint, mit Geschenken fĂŒr mehrere hundert Euro punkten zu mĂŒssen:

  • „Es kostet null Euro,
    um jemanden mit Respekt zu behandeln.“



Das Haus vom Nikolaus

(Animation: N. N.)

Über „das Haus vom Nikolaus“ weiß die Internet-EnzyklopĂ€die „Wikipedia“ nicht nur, dass es sich dabei um „ein Zeichenspiel und RĂ€tsel fĂŒr Kinder" handelt. „Ziel ist es, ein ‚Haus‘ in einem Linienzug aus genau acht Strecken zu zeichnen, ohne eine Strecke zweimal zu durchlaufen. Begleitet wird das Zeichnen mit dem simultan gesprochenen Reim aus acht Silben: ‚Das ist das Haus vom Ni-ko-laus‘.“ Daneben gibt es nicht nur Infos ĂŒber Herkunft und Varianten, sondern auch einen mathematischen Bezug.

Die Animation indes zeigt lediglich einen von zahlreichen Lösungswegen.



Immer diese Bettelei!

„Halloween“ & Co.

(Abb.: N. N.)

Ob das wohl jemals aufhören wird, dass die Deutschen diesen ganzen Ami-MĂŒll ĂŒbernehmen mĂŒssen: Angefangen mit diesem ganzen unsĂ€glichen Fastfood-Gedöns, der nur zu deutlich macht, wie schlecht und ungesund Essgewohnheiten sein können, bis eben hin zu solchem Blödsinn wie „Halloween“. Als wenn uns der Martinstag (11. November) mit seinen blöden GesĂ€ngen und der Bettelei nicht reichen wĂŒrde! Mal ganz zu schweigen davon, dass das UrsprĂŒngliche dieses Tages völlig abhanden gekommen ist – aber das kennen wir ja schon seit Jahrzehnten von der Weihnachtszeit.

Am 31. Oktober ist seit einigen Jahren auch in Deutschland „Halloween“ angesagt, das mit Bettelei und Partys einhergeht. Die Szene hat sich zu einer regelrechten „Bettel-Battle“ entwickelt. An diesem Tag jedenfalls wird auf lĂ€stiges Klingeln an der HaustĂŒr tunlichst nicht reagiert. Sollen die Kids doch nach Irland fahren und im Heimatland des „Halloween“ betteln gehen! Ich werde auf die Bettelei bestenfalls erst wieder am Martinstag entsprechend eingehen und Leckereien verteilen. Einmal im Jahr reicht ja wohl!

Ich sage nur: Wehret den AnfĂ€ngen! Denn wer weiß, welche Entwicklung die Bettelei hierzulande sonst noch nimmt. Am Ende gibt es dann – so wie bei den unzĂ€hligen unsĂ€glichen internationalen Gedenktagen auch (am 31. Oktober beispielsweise den „Schnitze-einen-KĂŒrbis-Tag“) – noch viel, viel mehr solcher Bettel-Tage! Die meisten Kids sind heutzutage eh schon viel zu fett und verwöhnt.

Allergisch

(Cartoon: Dave Granlund)



„Halloween“ mit Maske?

Wenige Tage vor „Halloween“ in Zeiten der Corona-Pandemie sprach im Radio jemand vom Tragen einer Maske wĂ€hrend der „Halloween“-Bettelei. Leider hatte ich nicht mitbekommen, ob das ein Gag sein sollte, eine Empfehlung oder ernstgemeint und eine Pflicht, stellte mir aber gerade vor, wie sich die Kids vor der HaustĂŒr redlich abmĂŒhen, wĂ€hrend sie nach Luft ringen.

Die TĂŒr geht auf. „Man kann ja kaum verstehen, was ihr da singt. Ich habe heute leider keine SĂŒĂŸigkeit fĂŒr euch. Kommt nĂ€chstes Jahr wieder!“

Schwierige Zeiten!

BeschĂ€ftigt man sich ein Weilchen mit einer Thematik, stolpert man ĂŒber dies und das. So kam ich auch auf den Hund, der mich zu einem kleinen Vierzeiler inspirierte ...


SNOOPY UND DER KÜRBIS

„Da liegt er nun: der KĂŒrbis fein.
Und Snoopy schaut von oben rein.
Er hĂ€lt das Ding fĂŒr recht vertrackt –
und hat am Ende reingekackt.“
(Frank R. Bulla)



Es ist mal wieder soweit:
Die Uhren werden vorgestellt

Timo Beil ĂŒber den Beginn der Sommerzeit ...

So, so – die Uhren werden mal wieder vorgestellt. Bereits seit Jahren gibt es im FrĂŒhjahr dieses merkwĂŒrdige Procedere. Und seit Jahren schon frage ich mich:

Zwar ist klar, wem die Uhren vorgestellt werden (es muss sich um ein riesiges Publikum handeln, wenn darum so viel Aufhebens gemacht wird) – aber von wem werden die Uhren nun eigentlich vorgestellt?

Ist es ein berĂŒhmter Uhrmacher? Ist es ein Moderator? Oder ein Politiker? Ist es jedes Jahr dieselbe Person? Und: Kann man das Ganze auch auf irgendeinem TV-Sender live verfolgen?

Und warum werden die Uhren immer nur eine Stunde vorgestellt? Bei einer lĂ€ngeren Dauer dieses Events ließe sich das Ganze richtig nett gestalten: mit einem kaltwarmen Bufett, mit Live-Musik und einem Ehrengast (vielleicht kĂ€me sogar Bundesmutti Angela vorbei!?).

Auch wenn so viel Aufhebens wegen dieser Vorstellung der Uhren gemacht wird: Am nĂ€chsten Tag gibt es keine nennenswerte Berichterstattung zu dieser Veranstaltung. Wie kommt das bloß? Liegt es vielleicht daran, dass es eben ganz gewöhnliche Uhren sind (und nicht dermaßen spektakulĂ€re wie die auf dem nebenstehend gezeigten GemĂ€lde, dem 1954 entstandenen surrealistischen Werk „Les montres molles (Die weichen Uhren)“ von Salvador DalĂ­) oder dass Uhren gemeinhin schon so bekannt sind, dass man sie gar nicht mehr vorstellen muss? Fragen ĂŒber Fragen ...

Viel interessanter finde ich es eh, Uhren umzustellen. Mal stelle ich sie auf den Nachttisch, mal neben den PC, seltener auf die Ablage ĂŒber dem Waschbecken. Es kommt eben immer darauf an, wo die Uhr am nötigsten gebraucht wird, und manchmal auch, wo sie sich rein optisch am besten ausnimmt. Man stelle sich nur mal vor, die Uhr wĂŒrde immer an derselben Stelle stehen – wie langweilig!


SCHON GEWUSST?

4.000 Tonnen krebs-erregenden Feinstaub
produzieren die Deutschen in der Silvester-Nacht.
Diese Menge entspricht 15 Prozent der Jahresmenge,
die in Deutschland durch den Verkehr erzeugt werden.



Ein etwas anderer Adventskalender

(Text: N. N.)

Ich gÀb' dir gerne einen Kalender,
einen Kalender zum ersten Advent,
in dem, versteckt hinter kleinen TĂŒrchen,
etwas ist, was jeder Mensch braucht und kennt.

Am 1. wĂ€re hinter dem TĂŒrchen VerstĂ€ndnis,
hinterm 2. TĂŒrchen ist Fantasie,
hinterm 3. Humor,
und dann kommt am 4. eine Portion Euphorie.

Hinterm 5. TĂŒrchen findest du Hoffnung,
hinter dem 6. eine Menge Zeit,
und öffnest du dann das 7. TĂŒrchen,
entdeckst du dahinter Geborgenheit.

Im 8. TĂŒrchen sind Spaß und Freude,
im 9., da ist die Zuversicht,
hinterm 10. verborgen sind Kraft und StÀrke,
im 11. ist GlĂŒck und im 12. ist Licht.

Hinterm 13. TĂŒrchen, da ist der Glaube,
am 14. findest du Menschlichkeit,
am 15. Trost und am 16. Frieden,
hinterm 17. TĂŒrchen die Zweisamkeit.

Am 18. findest du gute Gedanken,
am 19. Achtung vor Mensch und Tier,
am 20. Hilfe. Fast ist alles offen,
zu öffnende TĂŒrchen gibtÂŽs nur noch vier.

Hinterm 21. kommt die Freundschaft
und am 22. die Toleranz,
am 23. die innere Ruhe –
am 24. strahlt der Christbaum in seinem Glanz.

Hinter dem TĂŒrchen am Heiligen Abend
sind keine Geschenke, nicht Reichtum und Geld,
hinter diesen TĂŒrchen, da ist die Liebe,
das grĂ¶ĂŸte und wichtigste auf dieser Welt.

Ich gÀb' euch so gerne diesen Kalender,
diesen Kalender zum ersten Advent,
doch mĂŒsst ihr sie alle selbst dir suchen,
die Dinge, die jeder Mensch braucht und kennt.



Der völlig andere Adventskalender

(Foto: © Frank R. Bulla)

Die Menschen der westlichen Welt sind heutzutage vielfach verwöhnt und ĂŒbersĂ€ttigt. Das ist sicherlich auch der Grund, warum es sich viele SĂŒĂŸigkeiten-Hersteller – vornehmlich aus der Schokoladen-Branche – nicht nehmen lassen, einen eigenen Adventskalender auf den Markt zu schmeißen. Wir werden geradezu ĂŒberschwemmt mit diesen Machwerken.

Die Grund-Idee wird natĂŒrlich auch von ganz anderen Branchen genutzt, die entweder 24 BehĂ€ltnisse zur individuellen BefĂŒllung bereitstellen oder gar was völlig Ausgefallenes prĂ€sentieren, wie zum Beispiel den Adventskalender eines renommeriten Sex-Spielzeug-Herstellers, der im Online-Handel bereits fĂŒr schlappe 100 Euro zu haben ist. Gerade im letzteren Falle fragt man sich unweigerlich, ob das Paar, das sich mit einem solchen Kalender beglĂŒckt, ab dem 1. Dezember 24 Tage lang tagtĂ€glich, Abend fĂŒr Abend, Sex hat – denn schließlich ist es ja auch beim Schoko-Kalender so, dass man allabendlich ein TĂŒrchen öffnet, um sich den Inhalt unverzĂŒglich einzuverleiben. Weitaus einfallsloser ist da indes sicherlich die 24er-Bierkiste, bei der man auf jeden Kronkorken einen nummerierten Stern aufgebracht hat.

Bei „Facebook“ kursierte bereits vor der Adventszeit ein Kalender ganz anderer Art: Auf jedem TĂŒrchen stand eine tĂ€gliche Aufgabe, die es zu bewĂ€ltigen gilt: beispielsweise „Gib einem Bettler auf der Straße etwas Kleingeld“ oder „Lass jemanden in der Warteschlange vor“ oder „Ruf fĂŒnf deiner besten Freunde an und sag, dass du sie lieb hast“.

In diesem Zusammenhang erinnerte ich mich unweigerlich an jene merkwĂŒrdigen Gedenktage, die sich im Laufe der vergangenen Jahre deutlich gemehrt haben. Inzwischen gibt es kaum mehr einen Tag, an dem nicht irgendetwas Spezielles begangen werden soll. Mein etwas anderer Adventskalender enthĂ€lt – ebenfalls als Aufgabe verpackt – viele dieser absurden Gedenktage (in Klammern ist vermerkt, wann der jeweilige Tag eigentlich begangen wird):

  1. „KĂŒss-deinen-Partner-Tag“ (28. April)
  2. „KĂŒsse-jemanden-der-nicht-dein-Partner-ist-Tag“ (30. April)
  3. „Gieß-eine-Blume-Tag“ (30. Mai)
  4. „Umarme-deine-Katze-Tag“ (4. Juni)
  5. „Schmeichle-deinem-Spiegelbild-Tag“ (3. Juli)
  6. „Brate-Eier-auf-dem-Gehweg-Tag“ (4. Juli)
  7. „Bastel-eine-Vogelscheuche-Tag“ (7. Juli)
  8. „Sei-nochmal-ein-Kind-Tag“ (8. Juli)
  9. „Sei-spĂ€t-dran-fĂŒr-etwas-Tag“ (5. September)
  10. „KĂ€mpfe-gegen-die-Prokrastination-Tag“ (6. September)
  11. „Mach-dein-Bett-Tag“ (11. September)
  12. „Brich-einen-Aberglauben-Tag“ (13. September)
  13. „Sprich-wie-ein-Pirat-Tag“ (19. September)
  14. „ZerdrĂŒcke-eine-Dose-Tag“ (27. September)
  15. „Gib-deinem-Auto-einen-Namen-Tag“ (2. Oktober)
  16. „Mach-was-Nettes-Tag“ (5. Oktober)
  17. „Nimm-deinen-TeddybĂ€ren-mit-zur-Arbeit-Tag“ (9. Oktober)
  18. „Iss-ein-mit-Schokolade-ĂŒberzogenes-Insekt-Tag“ (14. Oktober)
  19. „ZĂ€hl-deine-Knöpfe-Tag“ (21. Oktober)
  20. „Sei-heute-ein-Punk-Tag“ (25. Oktober)
  21. „Schnitze-einen-KĂŒrbis-Tag“ (31. Oktober)
  22. „Koch-was-Gewagtes-Tag“ (8. November)
  23. „Putz-deinen-KĂŒhlschrank-Tag“ (15. November)
  24. „Feier-eine-Party-mit-deinem-BĂ€ren-Tag“ (16. November)

Was mich allerdings immer wieder wundert, ist, dass es mittlerweile noch keinen Adventskalender gibt, der 365 bzw. 366 TĂŒrchen hat, wĂŒrde dieser doch richtig gut in die heutige Zeit der Maßlosigkweit passen, wo es im Supermarkt bereits im August Weihnachtsleckereien zu kaufen gibt. Was spricht also dagegen, einen Kalender zu entwickeln, der bereits am 25. Dezember des Vorjahres beginnt!? Aber ich denke, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis jemand diese Idee aufgreift.

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