bulla-blog
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Feierliches:
Weihnachtliche
Exzesse  🎅

Übersicht

  • WĂ€re das Christkind heutzutage geboren worden ...
    Ein fiktiver Zeitungsbericht
  • Verkehrs-Chaos
  • Herrscht Weihnachten Narrenfreiheit?     
    Timo Beil ĂŒber das Parkverhalten zum Fest
  • Festlicher Zeitgeist
    Timo Beil ĂŒber die Zukunft zweier kirchlicher Feste
  • Let’s keep the Candles burning ...
    Weihnachten – ein modernes Fest!
  • Die elf Kalorien-Regeln zur Weihnachtszeit
    Zum AufhĂ€ngen am KĂŒhlschrank
  • Gibt es ein Christkind?
    Und was ist mit dem Weihnachtsmann?

    Ein kleiner Schriftwechsel
  • Warum es keinen Weihnachtsmann geben kann ...
  • Die vier Stufen des Lebens
  • Ansage vom Christkind
  • Eine schöne Bescherung!
    Der Weihnachtsmann mit einem Bein im Knast
  • FrĂŒhgeburt
    Warum ĂŒberhaupt noch monatelang aufs Christkind warten!?
  • Der Dienstweihnachtsbaum (Dwbm)
    Eine Dienstanweisung fĂŒr Beamte
  • Nicht alle Tassen im Schrank ...
    Timo Beil ĂŒber die prolligen Weihnachtstassen

WĂ€re das Christkind
heutzutage geboren worden ...

Ein fiktiver Zeitungsbericht

(Text: N. N. / Grafik photoshopped: Frank R. Bulla)

„DPA“: SĂ€ugling in Stall gefunden –
Polizei und Jugendamt ermitteln:
Schreiner aus Nazareth und unmĂŒndige Mutter vorlĂ€ufig festgenommen

Bethlehem / JudĂ€a.  In den frĂŒhen Morgenstunden wurden die Behörden von einem besorgten BĂŒrger alarmiert. Er hatte eine junge Familie entdeckt, die in einem Stall haust. Bei Ankunft fanden die Beamten des Sozialdienstes, die durch Polizeibeamte unterstĂŒtzt wurden, einen SĂ€ugling, der von seiner erst 14-jĂ€hrigen Mutter, einer gewissen Maria H. aus Nazareth, in Stoffstreifen gewickelt in eine Futterkrippe gelegt worden war.

Bei der Festnahme von Mutter und Kind versuchte ein Mann, der spĂ€ter als Joseph H., ebenfalls aus Nazareth identifiziert wurde, die Sozialarbeiter abzuhalten. Joseph, unterstĂŒtzt von anwesenden Hirten, sowie drei unidentifizierten AuslĂ€ndern, wollte die Mitnahme des Kindes unterbinden, wurde aber von der Polizei daran gehindert.

Festgenommen wurden auch die drei AuslĂ€nder, die sich als ‚weise MĂ€nner‘ eines östlichen Landes bezeichneten. Sowohl das Innenministerium als auch der Zoll sind auf der Suche nach Hinweisen ĂŒber die Herkunft dieser drei MĂ€nner, die sich anscheinend illegal im Land aufhalten. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass sie keinerlei Identifikation bei sich trugen, aber in Besitz von Gold, sowie von einigen möglicherweise verbotenen Substanzen waren. Sie widersetzten sich der Festnahme und behaupteten, Gott habe ihnen angetragen, sofort nach Hause zu gehen und jeden Kontakt mit offiziellen Stellen zu vermeiden. Die mitgefĂŒhrten Chemikalien wurden zur weiteren Untersuchung in das Kriminallabor geschickt.

Der Aufenthaltsort des SĂ€uglings wird bis auf weiteres nicht bekannt gegeben. Eine schnelle KlĂ€rung des ganzen Falls scheint sehr zweifelhaft. Auf RĂŒckfragen teilte eine Mitarbeiterin des Sozialamts mit: „Der Vater ist mittleren Alters und die Mutter ist definitiv noch nicht volljĂ€hrig. Wir prĂŒfen gerade mit den Behörden in Nazareth, in welcher Beziehung die beiden zueinander stehen.“

Maria ist im Kreiskrankenhaus in Bethlehem zur medizinischen und psychiatrischen Untersuchungen. Sie kann mit einer Anklage rechnen. Weil sie behauptet, sie wĂ€re noch Jungfrau und der SĂ€ugling stamme von Gott, wird ihr geistiger Zustand nĂ€her unter die Lupe genommen. In einer offiziellen Mitteilung des Leiters der Psychiatrie steht: „Mir steht nicht zu, den Leuten zu sagen, was sie glauben sollen, aber wenn dieser Glaube dazu fĂŒhrt, dass – wie in diesem Fall – ein Neugeborenes gefĂ€hrdet wird, muss man diese Leute als gefĂ€hrlich einstufen. Die Tatsache, dass Drogen, die vermutlich von den anwesenden AuslĂ€ndern verteilt wurden, vor Ort waren, trĂ€gt nicht dazu bei, Vertrauen zu erwecken. Ich bin mir jedoch sicher, dass alle Beteiligten mit der nötigen Behandlung in ein paar Jahren wieder normale Mitglieder unserer Gesellschaft werden können.“

Zu guter Letzt erreicht uns noch diese Info: Die anwesenden Hirten behaupteten ĂŒbereinstimmend, dass ihnen ein großer Mann in einem weißen Nachthemd mit FlĂŒgeln auf dem RĂŒcken befohlen hĂ€tte, den Stall aufzusuchen und das Neugeborene zu seinem Geburtstag hoch leben zu lassen. Dazu meinte ein Sprecher der Drogenfahndung: „Das ist so ziemlich die dĂŒmmste Ausrede vollgekiffter Junkies, die ich je gehört habe.“



Verkehrs-Chaos

(Text: N. N.)

Frage:
Du fĂ€hrst mit gleichbleibender Geschwindigkeit. Auf der linken Seite befindet sich ein Abhang, auf deiner rechten fĂ€hrt ein riesiges Feuerwehrauto mit gleicher Geschwindigkeit. Vor dir gallopiert ein Schwein, das eindeutig grĂ¶ĂŸer ist als dein Auto, und du kannst nicht vorbei. Hinter dir verfolgt dich ein Hubschrauber in Bodenhöhe. Das Schwein und der Hubschrauber haben exakt die gleiche Geschwindigkeit. Was unternimmst du, um der Situation zu entkommen?

Die richtige Antwort muss lauten:
Vom Kinderkarussell absteigen und weniger GlĂŒhwein saufen!



Herrscht an Weihnachten
Narrenfreiheit?     

Timo Beil ĂŒber das Parkverhalten zum Fest

Wenn man einen Tag vor Heiligabend den Wochen- und Feiertags-Einkauf erledigt, muss man damit rechnen, dass wieder jede Menge blinde, hirnlose, rĂŒcksichtslose, gleichgĂŒltige, respektlose, asoziale, empathiebefreite Zeitgenossen unterwegs sind – deutlich mehr als zu anderen Zeiten.

Bei „Real“ zum Beispiel. Da gibt es vorm GebĂ€ude Bereiche, die mit dem Zeichen 283 (absolutes Haltverbot; siehe Abb.!) versehen sind und die FlĂ€chen kennzeichnen, wo Falschparker andere behindern wĂŒrden oder auch die verkehrsmĂ€ĂŸige Übersichtlichkeit deutlich einschrĂ€nken wĂŒrden. Das ganze Jahr ĂŒber gibt es immer mal wieder irgendeine faule Sau, die keinen Bock hat, ein paar Meter zu gehen und das Auto (egal, ob Pkw, SUV oder Transporter) direkt gegenĂŒber dem Haupteingang unter besagtem Verkehrsschild parkt. Einen Tag vor Weihnachten kann es passieren, dass man auf Grund der vielen Kunden und dem entsprechenden Verkehrsaufkommen noch ein paar mehr Meter gehen muss. Da ist es fĂŒr ein paar zerebral Entkernte einfacher, die gĂŒnstig gelegenen Haltverbot-Zonen zu nutzen – und davon wird zur Weihnachtszeit ĂŒber GebĂŒhr viel Gebrauch gemacht. Ähnliches trifft auch auf Behinderten-ParkplĂ€tze zu, die rege von jedermann genutzt wurden, denn diese sind schließlich auch in den meisten FĂ€llen sehr dicht am Haupteingang platziert.

Man stelle sich mal vor, es wĂŒrde keine Einkaufswagen geben: WĂŒrden die Leute dann mit dem Auto direkt in den Supermarkt reinfahren, um nicht so weit laufen zu mĂŒssen?

Wie auch immer ... Vermutlich denken sich diese Knallfrösche, die Mitmenschen könnten ja vor allem in der Vorweihnachtszeit (aber natĂŒrlich auch sonst) mal ein wenig Toleranz aufbringen fĂŒr Leute ohne Moral und Rechtsbewusstsein.

Wenn ich dieses wilde Treiben vor Weihnachten sehe, gehen mir eigentlich nur noch Begriffe durch den Kopf wie „Herdentrieb“ oder „animalisch“. Die menschlichen ZĂŒge verwĂ€ssern zusehends. Dank klarer Sozialstrukturen und Instinkte wĂŒrde es im Tierreich aber deutlich geordneter zugehen.



Festlicher Zeitgeist

Timo Beil ĂŒber die Zukunft zweier kirchlicher Feste

(Animation: N. N.)

Nach neuesten Erkenntnissen von Gesellschaftsforschern sollen sich innerhalb der nĂ€chsten zehn Jahre die Ereignisse komplett ĂŒberschlagen: Dann werden Geschenke fĂŒr Ostern und Weihnachten bereits weit ĂŒber ein Jahr vorher gekauft, und auch die entsprechenden Schokoladen- und Lebkuchen-Leckereien werden bereits rund 16 Monate vor dem jeweiligen Fest in den Supermarktregalen zu finden sein.

Auch der „Geiz ist geil“-MentalitĂ€t wird kĂŒnftig in zunehmendem Maße Rechnung getragen: Unterhosen, Socken, Krawatten, Dessous und Nylon-StrĂŒmpfe u. dgl. können bereits fĂŒr wenigstens zehn Jahre im Voraus geordert werden. DafĂŒr lassen sich die HĂ€ndler nicht lumpen und tun NachlĂ€sse von bis zu 150 Prozent raus.

Sollten im Laufe der zehn Jahre die Partner den KonfektionsgrĂ¶ĂŸen entwachsen sein, soll das den Forschern zufolge kein Problem darstellen: Man sucht sich dann halt – im wahrsten Sinne des Wortes – passende neue Partner. Man kennt das Prinzip ja von Pudeln, die nicht mehr zum Sofa passen, nachdem man sich im Wohnzimmer komplett neu eingerichtet hat, und die dann kurzerhand an irgendeiner weit entfernten Parkbank, auf einem Autobahn-Rastplatz oder vorm Tierheim festgeleint worden sind.



Let’s keep the Candles burning ...

Weihnachten – ein modernes Fest!

(Text: N. N. / Foto: © Frank R. Bulla)

Status: Wie Weihnachten im Vorjahr im Internet gezeigt hat, heißt das Weihnachten in diesem Jahr nicht mehr Weihnachten, sondern X-mas, also muss der Weihnachtsmann auch X-man sein! Da X-mas quasi schon vor der TĂŒr steht, war es spĂ€testens ab MĂ€rz höchste Zeit, mit der Weihnachtsvorbereitung zu beginnen – Verzeihung: das diesjĂ€hrige Weihnachts-Roll-out zu starten und die Christmas-Mailing-Aktion just in Time vorzubereiten. Hinweis: Die Kick-off-Veranstaltung (frĂŒher 1. Advent) fĂŒr die diesjĂ€hrige „SanCRoS“ („Santa Claus Road Show“) findet bereits am 28. November statt. Daher wurde das offizielle Come-together des Organizing Committees unter Vorsitz des CIO (Christmas Illumination Officer) schon am 6. Januar abgehalten.

Erstmals haben wir ein Projektstatus-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine in Workshops entwickelte To-do-Liste und einheitliche Job-Descriptions erstellt wurden. Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine powervolle Performance des Kunden-Events und optimierte Geschenk-Allocation geschaffen werden, was wiederum den Service-Level erhöht und außerdem hilft, „X-mas“ als Brandname global zu implementieren. Dieses Meeting diente zugleich dazu, mit dem Co-Head Global Christmas-Markets (Knecht Ruprecht) die Ablauf-Organisation abzustimmen, die Geschenk-Distribution an die zustĂ€ndigen Private-Schenking-Centers sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu definieren. Erstmals sollen auch so genannte Geschenk-Units ĂŒber das Internet angeboten werden.

Die Service-Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden bereits via Conference-Call virtuell informiert und die Core-Competences vergeben. Ein BĂŒndel von Incentives und ein separater Team-Building-Event an geeigneter Location sollen den Motivations-Level erhöhen und gleichzeitig helfen, eine einheitliche Corporate-Culture samt Identity zu entwickeln. Der Vorschlag, jedem Engel einen Coach zur Seite zu stellen, wurde aus Budget-GrĂŒnden zunĂ€chst gecancelt. Stattdessen wurde auf einer zusĂ€tzlichen Client-Management-Conference beschlossen, in einem Testbezirk als Pilotprojekt eine Hotline (35 Cent / Minute) fĂŒr kurzfristige WeihnachtswĂŒnsche einzurichten, um den Added-Value fĂŒr die Beschenkten zu erhöhen.

Durch ein ausgeklĂŒgeltes Management-Information-System (MISt) ist auch Benchmark-orientiertes Controlling fĂŒr jedes Private-Schenking-Center möglich. Nachdem ein neues Literatur-Konzept und das Layout-Format von externen Consultants definiert wurde, konnte auch schon das diesjĂ€hrige Goldene Buch (Golden Book Release 0.1) erstellt werden. Es erscheint als Flyer, ergĂ€nzt um ein Leaflet und einen Newsletter fĂŒr das laufende Updating. Hochauflagige Low-Cost-Giveaways dienen zudem als Teaser und flankierende Marketing-Maßnahme. Ferner wurde durch intensives Brainstorming ein Konsens ĂŒber das Mission-Statement gefunden. Es lautet: „Let's keep the Candles burning“ und ersetzt das bisherige „Frohe Weihnachten“. Santa Claus hatte zwar anfangs Bedenken angesichts des Corporate-Redesigns, akzeptierte aber letztlich den progressiven Consulting-Ansatz und wĂŒrdigte das Know-how seiner Investor Relations Manager. In diesem Sinne: Noch erfolgreiche X-mas-Preparation!



Die elf Kalorien-Regeln
zur Weihnachtszeit

Zum AufhĂ€ngen am KĂŒhlschrank

(Text: N. N. / Cartoon: N. N.)

Da wir uns ja nun in der Weihnachtszeit befinden, ist es wichtig, sich an die Kalorien-Regeln zu erinnern: (kann man das ganze Jahr ĂŒber geltend machen).

  1. Wenn Sie etwas essen und keiner sieht es, dann hat es keine Kalorien.
  2. Wenn Sie eine Light-Limo trinken und dazu eine Tafel Schokolade essen, dann werden die Kalorien in der Schokolade von der Light-Limo vernichtet.
  3. Schokolade, die man im Dunkeln verzehrt, hat keine Kalorien, weil einen die Kalorien im Dunkeln nicht finden.
  4. Wenn Sie mit anderen zusammen essen, zÀhlen nur die Kalorien, die Sie mehr essen als die anderen.
  5. Essen, das zu medizinischen Zwecken eingenommen wird, z. B. heiße Schokolade, Rotwein, Cognac ... zĂ€hlt nie.
  6. Je mehr Sie diejenigen mÀsten, die tÀglich rund um Sie sind, desto schlanker wirken Sie.
  7. Essen, das als Teil von Unterhaltung verzehrt wird (Popcorn, ErdnĂŒsse, Limo, Schokolade etc.) z. B. beim Schauen von Video oder DVD oder beim Musikhören, enthĂ€lt keine Kalorien, da es ja nicht als Nahrung aufgenommen wird, sondern nur als Teil der Unterhaltung.
  8. KuchenstĂŒcke oder GebĂ€ck enthalten keine Kalorien, wenn sie gebrochen und StĂŒck fĂŒr StĂŒck verzehrt werden, weil das Fett verdampft, wenn es aufgebrochen wird.
  9. Alles, was von Messern, aus Töpfen oder von Löffeln geleckt wird, wÀhrend man Essen zubereitet, enthÀlt keine Kalorien, weil es ja Teil der Essenszubereitung ist.
  10. Essen mit der gleichen Farbe hat auch den gleichen Kaloriengehalt (z. B. Tomaten und Erdbeermarmelade, Pilze und weiße Schokolade ...)
  11. Speisen, die eingefroren sind, enthalten keine Kalorien, da Kalorien eine WĂ€rmeeinheit sind.

In diesem Sinne: Lassen Sie es sich schmecken!

Gibt es ein Christkind?
Und was ist mit dem Weihnachtsmann?

Ein kleiner Schriftwechsel

(Text: N. N.)

Die achtjĂ€hrige Virginia aus New York schrieb vor langer Zeit an die „Sun“ einen Brief:

  • „Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt kein Christkind. Papa sagt, was in der „Sun“ steht, ist immer wahr. Bitte sagen Sie mir: Gibt es ein Christkind?

    Virginia O'Hanlon“

Die Antwort von der „Sun“:

  • „Liebe Virginia,

    deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur, was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen gehört oder einem Kind. Im Weltall verliert es sich wie ein Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu begreifen.
    Ja, Virginia, es gibt ein Christkind. Es gibt es so gewiss wie die Liebe und die Großherzigkeit und die Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wĂ€re die Welt, wenn es kein Christkind gĂ€be! Es gĂ€be dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst ertrĂ€glich macht. Ein Flackergeist an sichtbarem Schönen bliebe ĂŒbrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, mĂŒsste verlöschen.
    Es gibt ein Christkind. Sonst könntest du auch den MĂ€rchen nicht glauben. Gewiss könntest du deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, das Christkind zu fangen. Und keiner von ihnen bekĂ€me das Christkind zu Gesicht – was wĂŒrde das beweisen? Kein Mensch sieht es einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken – geschweige denn, sie zu sehen –, das vermag nicht der KlĂŒgste auf der Welt.
    Was du auch siehst, du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, den nicht einmal alle Gewalt auf der Erde zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lĂŒften. Dann wird die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein.
    ‚Ist das denn auch wahr?‘ kannst du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und bestĂ€ndiger. Das Christkind lebt, und ewig wird es leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird es da sein, um Kinder wie dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfĂŒllen.

    Frohe Weihnacht, Virginia!“



Warum es keinen Weihnachtsmann
geben kann ...

(Foto: N. N. / Text: N. N.)

Gibt es ihn nun oder gibt es ihn nicht?

Keine bekannte Spezies der Gattung Rentiere kann fliegen. Allerdings gibt es auf der Erde 300.000 bisher noch nicht klassifizierte Spezies von Tieren. Auch wenn es sich vor allem um Bakterien und Insekten handelt, so ist doch nicht eindeutig bewiesen, dass es nicht auch fliegende Rentiere gibt, die bisher nur der Weihnachtsmann gesehen hat.

Es gibt zwei Milliarden Kinder auf der Welt – also Menschen unter 18 Jahren. Wenn man noch in Betracht zieht, dass der Weihnachtsmann nicht zu Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten kommt, reduziert sich die Zahl der zu beschenkenden Kinder auf 15 Prozent, das sind etwa 378 Millionen Kinder. Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl pro Haus von 3,5 ergibt dies 91,8 Millionen HĂ€user. Wir nehmen an, in jedem Haus lebt mindestens ein liebes Kind, das auch vom Weihnachtsmann beschenkt wird.

Da der Weihnachtsmann von Osten nach Westen reist, hat er – bedingt durch die Zeitzonen – einen 31-Stunden-Weihnachtstag. Daraus ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde; pro Haus hat der Weihnachtsmann also etwa 1/1000 einer Sekunde Zeit. In dieser Zeit muss er vom Schlitten steigen, auf das Hausdach klettern, den Schornstein hinuntersteigen, ins Wohnzimmer gehen, die StrĂŒmpfe fĂŒllen, die ĂŒbrigen Geschenke an den Weihnachtsbaum legen, die Reste vom Weihnachtsessen vertilgen, den Schornstein wieder hochklettern, sich auf seinen Schlitten schwingen und zum nĂ€chsten Haus fliegen. Nehmen wir an, dass alle HĂ€user stochatisch auf den Erdkreis verteilt sind, ergibt sich eine Entfernung von Haus zu Haus von etwa 1,3 Kilometern und somit eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen Kilometern; nicht mit eingerechnet die Zeit, die er fĂŒr den Schornstein braucht, die Zeit, um Geschenke abzulegen und zu essen sowie die Zeit, seine Notdurft zu verrichten. Der Schlitten des Weihnachtsmannes muss folglich mindestens mit 1.040 Kilometer pro Sekunde fliegen, das ist die 3.000-fache Schallgeschwindigkeit (zum Vergleich: das schnellste vom Menschen je gebaute Fahrzeug auf der Erde, der Ulysses Space Probe, fĂ€hrt mit lachhaften 43,8 Kilometern pro Sekunde; ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 Kilometer pro Stunde).

Auch die Ladung des Schlittens ist zu berĂŒcksichtigen. Angenommen, kein Kind bekommt mehr als ein mittleres „Lego“-Set (ca. ein Kilogramm), hat die Ladung des Schlittens ein Gewicht von wenigstens 378.000 Tonnen. Ein normales Rentier schafft nicht mehr als 175 Kilogramm Zuglast. Nehmen wir an, dass himmlische, fliegende Rentiere die zehnfache Zuglast bewĂ€ltigen können, sind immer noch sage und schreibe 216.000 Rentiere nötig, um den Schlitten zu ziehen. Somit erhöht sich das Gewicht des Schlittens auf wenigstens 410.000 Tonnen (damit wĂ€re er mehr als viermal so schwer wie das Schiff „Queen Elizabeth“; weiterhin sind alle Gewichtsangaben nicht-relativistisch gerechnet; bei relativistischer Rechnung ergĂ€be sich nochmals ein deutlich höheres Gewicht.

410.000 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1.040 Kilometern pro Sekunde ergibt einen ungeheuren Luftwiderstand. Die Rentiere werden Ă€hnlich einem in die AthmosphĂ€re eintretendem Raumschiff aufgeheizt. Das vorderste Paar Rentiere muss pro Sekunde und Tier immerhin 16,6 Trillionen Joule (22,1 Gigawatt) absorbieren. Anders gesagt: die ersten Rentiere gehen praktisch augenblicklich in Flammen auf, und das nĂ€chste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand ausgesetzt. Das gesamte Team von Rentieren (216.000 Tiere) wird innerhalb von fĂŒnf Tausendstel Sekunden vollstĂ€ndig vaporisiert, und es gibt einen ohrenbetĂ€ubenden Knall. Der Weihnachtsmann wird wĂ€hrend seiner Reise dauernd der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Bei einem Weihnachtsmanngewicht von mindestens 120 Kilogramm (was der Beschreibung nach lĂ€cherlich wenig sein muss) wird der gute alte Weihnachtsmann mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton (2,06 Kilotonnen) an das Ende seines Schlittens genagelt.

Folgerung: Sollte der Weihnachtsmann irgendwann mal die Geschenke gebracht haben, ist er heute tot. Todesursache vermutlich schweres HWS-Schleudertrauma.



Die vier Stufen des Lebens

(Text: N. N.)

Stufe 1:
Sie glauben an den Weihnachtsmann.

Stufe 2:
Sie glauben nicht an den Weihnachtsmann.

Stufe 3:
Sie sind der Weihnachtsmann.

Stufe 4:
Sie sehen aus wie der Weihnachtsmann.

Ansage vom Christkind

(Text: N.N.)

„Liebe Kinder,

das Christkind hat auf „Facebook“ eure Statusmeldungen und Fotos gesehen. Deswegen bekommt ihr in diesem Jahr deutlich mehr anzuziehen und vor allem auch ein Wörterbuch!“



Eine schöne Bescherung!

Der Weihnachtsmann mit einem Bein im Knast

(Text: N. N.)

Lieber guter Weihnachtsmann,
jetzt ist's soweit, jetzt bist du dran.
Mein Chef ist nÀmlich Rechtsanwalt.
Der klagt dich an, der stellt dich kalt.

Seit vielen, vielen hundert Jahr'n,
bist du nun durch das Land gefahr'n,
ohn' Nummernschild und ohne Licht.
Auch „TÜV“ und „ASU“ gab es nicht.

Dein Schlitten eignet sich nur schwer,
zur Teilnahme am Luftverkehr.
Gerichtlich wird's zu klÀren sein:
Besitzt du den Pilotenschein?

Durch den Kamin ins Haus zu kommen:
rein rechtlich ist es streng genommen
Hausfriedensbruch – Einbruch sogar.
Das gibt GefÀngnis, das ist klar!

Und stiehlst du nicht bei den Besuchen,
von fremden Tellern Obst und Kuchen?
Das wird bestraft, das muss man ahnden.
Die Polizei lÀsst nach dir fahnden.

Es ist auch allgemein bekannt,
du kommst gar nicht aus diesem Land.
Wie man so hört, steht wohl dein Haus
am Nordpol – also sieht's so aus,
als kÀmmst du nicht aus der EU.
Das kommt zur Klageschrift dazu!

Hier kommt das deutsche Recht zum Tragen.
Ein jeder Richter wird sich fragen,
ob deine Arbeit rechtens ist,
weil du ohne Erlaubnis bist.

Der Engel, der dich stets begleitet,
ist minderjÀhrig und bereitet
uns daher wirklich Kopfzerbrechen.
Das Jugendamt will mit dir sprechen!

Jetzt kommen wir zu ernsten Sachen!
Wir finden es gar nicht zum Lachen,
dass Kindern du mit SchlÀge drohst.
DarĂŒber ist mein Chef erbost.

Ja, Nötigung heißt das Vergehen
und wird bestraft, das wirst du sehen!
Freiheitsentzug von ein paar Jahren –
aus ist's bald mit dem Schlittenfahren.

Das Handwerk ist dir bald gelegt,
es sei denn, dieser Brief bewegt
dich, die Kanzlei reich zu beschenken.
Dann wird mein Chef es ĂŒberdenken ...



FrĂŒhgeburt

Warum ĂŒberhaupt noch monatelang
aufs Christkind warten!?

(Text: Esther Kunitz / Foto: © Frank R. Bulla)

Der Oktober ist da und mit ihm auch alles an Weihnachts-Artikeln, was der Verbraucher so wĂŒnscht. Es ist allerdings jetzt nicht so, dass Tannenbaumschmuck, Lebkuchen, Schokoladen-WeihnachtsmĂ€nner und herrlich bunte Lichterketten erst im Oktober (zwei Monate vor Weihnachten!) in den Regalen stehen – das wĂ€re ja durchaus noch zu verkraften.

Nein – ich zum Beispiel habe den ersten Weihnachtsschmuck entlarvt, als draußen sommerliche 33 Grad Celsius im Schatten herrschten, mir der Schweiß herunterlief und ich an einem Eis schleckte: nĂ€mlich im August!

Herrlich, nicht wahr!? Da kommen richtig weihnachtliche GefĂŒhle in jedem hervor und man kann sich schon so richtig aufs „Fest der Liebe“ freuen!

Es soll ja tatsĂ€chlich Menschen geben, die schon jetzt so viele Lebkuchenherzen verdrĂŒcken, dass sie dann im Dezember keinen Appetit mehr darauf haben (oder womöglich gar nicht mehr durch die TĂŒre passen) – denen kann man natĂŒrlich auch nicht mehr helfen.

Vielleicht gehöre ich aber auch zu der aussterbenden Spezies, die GlĂŒhwein und Lebkuchen erst zu sich nimmt, wenn es draußen kalt und dunkel ist, den Tannenbaum erst am Tag vor dem Heiligen Abend schmĂŒckt und Geschenke sowieso erst auf den letzten DrĂŒcker kauft.

Vielleicht runzeln Sie aber auch just in diesem Moment die Stirn und sagen sich: Eigentlich gehöre ich ja dann auch zu dieser aussterbenden Art. Richtig! Mein ganzer Bekanntenkreis gehört dazu. Alle regen sich ĂŒber das verfrĂŒhte WeihnachtsgeschĂ€ft auf und meinen, dass man ja doch nichts Ă€ndern kann.

Ach, es ist ja auch jedem selbst ĂŒberlassen, wie er die Misere handhabt ... solange die GeschĂ€fte nicht auch noch anfangen, ab August Weihnachtsmusik rauf und runter zu dudeln: Weihnachts-Artikel kann man schließlich â€šĂŒbersehen‘ oder einen großen Bogen darum machen; die Musik allerdings ist allgegenwĂ€rtig und sollte daher nicht zu frĂŒh ins vorweihnachtliche Spiel gebracht werden!

Nein, jetzt mal im Ernst: Ist hinter allem Konsum ĂŒberhaupt noch an den mehr oder weniger christlichen Hintergrund von Weihnachten zu denken!? Aber dieses Thema erörtern wir ein andermal ... es ist ja schließlich erst Oktober!



Der Dienstweihnachtsbaum (Dwbm)

Eine Dienstanweisung fĂŒr Beamte

(Text: N. N. / Animation: N. N.)

Arbeitsorganisations-Richtlinien ĂŒber die Handhabung und Verwendung von NadelbĂ€umen kleineren und mittleren Wuchses, die in DienstrĂ€umen Verwendung als DienstweihnachtsbĂ€ume finden (ArbOrgRichtl. Dwbm, Fassung vom 1. Dezember 1980):


§1 DienstweihnachtsbÀume

DienstweihnachtsbĂ€ume (Dwbm) sind WeihnachtsbĂ€ume natĂŒrlichen Ursprungs oder natĂŒrlichen BĂ€umen nachgebildete WeihnachtsbĂ€ume, die zur Weihnachtszeit in DienstrĂ€umen aufgestellt werden.

§2 Aufstellen von Dwbm

DienstweihnachtsbĂ€ume dĂŒrfen nur von sachkundigem Personal nach Anweisung des unmittelbaren Vorgesetzten aufgestellt werden. Dieser hat darauf zu achten, dass:

  • der Dwbm mit seinem unteren, der Spitze entgegengesetzten Ende, in einen zur Aufnahme von Baumenden geeigneten Halter eingebracht und befestigt wird
  • der Dwbm in der Haltevorrichtung derart verkeilt wird, dass er senkrecht steht (in schwierigen FĂ€llen ist ein zweiter Beamter hinzuziehen, der die Senkrechtstellung ĂŒberwacht, bzw. durch Zurufe wie mehr links, mehr rechts usw. korrigiert)
  • im Unfallbereich des Dwbm keine zerbrechlichen oder durch umfallende DwBm in ihrer Funktion zu beeintrĂ€chtigenden Anlagen vorhanden sind.

§3 Behandlung der Beleuchtung

Die Dwbm sind mit weihnachtlichem Behang nach Maßgabe des Betriebsleiters zu versehen. Weihnachtsbaumbeleuchtungen, deren Leuchtwirkung auf dem Verbrennen eines Brennstoffs mit Flammenwirkung beruht (sog. Kerzen), dĂŒrfen nur Verwendung finden, wenn die Bediensteten ĂŒber die Gefahren von FeuerbrĂŒnsten hinreichend unterrichtet sind und wĂ€hrend der Brennzeit der Beleuchtungskörper ein in der FeuerbekĂ€mpfung unterwiesener Beamter mit Feuerlöscher bereitsteht.

§4 AuffĂŒhren von Krippenspielen und Absingen von Weihnachtsliedern

In Dienststellen mit ausreichendem Personal können Krippenspiele unter Leitung eines erfahrenen Vorgesetzten zur AuffĂŒhrung gelangen. Zur Besetzung sind folgende in der Personalplanung vorzusehende Personen notwendig:

  • Maria: möglichst weibliche Beamtin oder Ă€hnliche Person
  • Josef: Ă€lterer Beamter mit Bart
  • Kind: kleinwĂŒchsiger Beamter oder Auszubildender
  • Esel und Schafe: geeignete Beamte aus verschiedenen Laufbahnen
  • Heilige Drei Könige: sehr religiöse Beamte

Zum Absingen von Weihnachtsliedern stellen sich die Bediensteten unter Anleitung eines Vorgesetzten ganz zwanglos nach Dienstgraden geordnet um den Dwbm auf. Eventuell vorhandene Weihnachtsgeschenke können bei dieser Gelegenheit durch den Vorgesetzen in Gestalt eines Weihnachtsmannes an die Untergebenen verteilt werden.

Wir bitten darum, die vorgenannte Richtlinie in geeigneter Weise in den jeweiligen ZustÀndigkeitsbereichen bekanntzugeben.

Die verfassungsmĂ€ĂŸigen Rechte des Bundesrates sind gewahrt.

Im Auftrag
MĂŒller-LĂŒdenscheidt

Interessanter Link



Nicht alle Tassen im Schrank ...

Timo Beil ĂŒber die prolligen Weihnachtstassen

Wir schrieben gerade Juni 2006. Eigentlich war Weihnachten schon lange vorbei, und in der Glotze lief ohne Ende dieser megadĂ€mliche Spot mit den Weihnachtstassen (aber irgendwie bringen mich diese sprechenden Tassen doch immer wieder zum Schmunzeln). Um den Zusammenhang zu verstehen, muss man wissen, dass seinerzeit noch Unmengen dieser unsĂ€glichen Werbe-Spots liefen, die Masen von Klingeltönen fĂŒr Handys angepriesen hatten.

Jedenfalls sollte es fĂŒr einen pubertierenden PickelausdrĂŒcker wohl mega-witzig gewesen sein, wenn auf seinem Handy plötzlich ein Klingelton zu hören war, wo sich zwei (computer-animierte) mimikreiche Tassen ungefĂ€hr den folgenden Dialog lieferten:

  • „Du kannst mich am Arsch lecken.“
    „Du kannst mich auch mal am Arsch lecken.“
    „Du kannst mich ganz ... viermal am Arsch lecken.“
    „Immer zweimal mehr wie du.“

Abgesehen davon, dass da auf breiter Front mal wieder mit dazu beigetragen wird, absolut schlechtes Deutsch zu vermitteln (heißt es doch richtigerweise eigentlich: „Immer zweimal mehr als du!“), trĂ€gt die Anwendung der FĂ€kalsprache auch nicht gerade dazu bei, einen halbwegs gepflegten Umgangston zu fördern. Aber als TV-Zuschauer ist man in dieser Hinsicht ja schon seit vielen Jahren einiges gewohnt, werden heute zu Hauf Wörter verwendet, die man frĂŒher – wenn ĂŒberhaupt – hinter vorgehaltener Hand hat verlauten lassen.

Hier also das „YouTube“-Video:

Weihnachtstassen

synchronisiert vom Komiker-Duo Mundstuhl