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Nur ein Traum:
Märchenhaftes

 Übersicht

  • Nur kurz die Welt retten ...
    Das Märchen vom Corona-Virus
  • Was wäre aus Schneewittchen geworden ...
    ...
    wenn es ein Smartphone gehabt hätte?
  • Warum Märchen unseren Kindern schaden
    Wie, bitteschön, sollen unsere Jüngsten denn noch auf die Erwachsenen hören, wenn ...
  • Auto-Märchen
  • Schöne neue Welt
    Technisches Wunder Fahrstuhl
  • Dialoge
  • „Rotkäppchen“
    Wie das Märchen politisch korrekt erzählt wird ...


Nur kurz die Welt retten ...

Das Märchen vom Corona-Virus

(Grafik: N. N.)

Es war Ende 2019, als mal wieder Hiobsbotschaften bezüglich der Auswirkungen des Klimawandels um die Welt gingen. Umweltschützer mahnten zum x-ten Male und appellierten an das Umweltbewusstsein von Bürgern und Politikern. Greta Thunberg schlug ebenfalls zum x-ten Male die Hände über dem Kopf zusammen angesichts so viel weltweiter Dummheit und Ignoranz, schien es doch immer schwieriger, die Köpfe der Politiker wieder aus dem Arsch der Wirtschaft herauszuziehen.

Indes tummelte sich ein kleines Lebewesen, das Monate später unter dem Namen „COVID-19“ zu globaler trauriger Berühmtheit gelangen sollte, in irgendeiner unbedeutenden Fledermaushöhle in China und tat sich gütlich an den Substanzen, die im Blut seines ultraschallgesteuerten Wirts herumschwammen.

Zunächst genügte das Virus sich selbst, dachte keineswegs daran, sich durch Vereinnahmung fremder Körperzellen fortzupflanzen und sich so womöglich mit ungeliebten Artgenossen zu umgeben, während sich draußen in der Welt alles Mögliche mehrte: mehr Menschen, mehr Müll, mehr Luftverschmutzung, mehr Gletscherschmelze, mehr Dummheit ...
Es trug sich allerdings zu, dass „COVID-19“ von dem ganzen Elend in der Welt Wind bekam. Würde solch ein Virus über ein einigermaßen brauchbares Hirn verfügen, hätte es vielleicht versucht, über die Probleme der Menschheit nachzudenken (obwohl das, wie man siebenmilliardenfach sehen kann, auch nicht wirklich immer zum Erfolg führt). Stattdessen reagierte es instinktiv, und sein Instinkt sagte ihm, dass man der Menschheit helfen könnte, indem man sich als Virus ungehemmt vermehrt. So begann das Corona-Virus alsbald tatsächlich, sich ungehemmt zu vermehren.

Eines Tages, als sein Wirt durch die Nacht flog und mal kurz ausatmete, landete das Virus auf einem anderen Lebewesen, wo es ihm gelang, sich zu Millionen und Abermillionen Mitstreitern zu entwickeln. Die allermeisten Wirte waren wenig beeindruckt von der Anwesenheit dieser winzigkleinen Schar, was eher zum Ableben der zahlreichen Viren führte. Ein Virus jedoch landete im Körper eines Menschen und fing an, sich dort ganz prächtig zu entwickeln. Es teilte sich und teilte sich und war letztlich so zahlreich in diesem Menschen vertreten, das dessen Abwehrkräfte nicht mehr gegen die kleine Armada ankamen. Der Mensch erkrankte ernsthaft und auch alle anderen, mit denen er Kontakt hatte. So sorgte „COVID-19“ für eine Epidemie.

Die Epidemie breitete sich über das ganze Land aus, über den ganzen Kontinent, sodass die Viren schließlich auf der ganzen Erde vertreten und zu einer Pandemie geworden waren.

Sehr viele Menschen erkrankten, manche starben sogar, und die Viren brachten das Leben der gesamten Menschheit immer mehr durcheinander und hoben zahlreiche Mechanismen aus den Angeln. Die Folge war, dass immer weniger produziert wurde, dass immer weniger Autos, Flugzeuge und Schiffe unterwegs waren und dass immer weniger Fabrikschornsteine rauchten und die Luft verpesteten.

Das Ergebnis dieser massiven Reduktion zu beobachten, war geradezu atemberaubend. Die Luft verbesserte sich geradezu dramatisch. Nicht genug, dass die Erderwärmung gestoppt worden war, nein, die Durchschnittstemperatur ging sogar noch ein klein wenig zurück und erreichte damit ein für die Erde und ihre Bewohner optimales Niveau.
Die Menschheit indes war so dankbar über das, was dem Corona-Virus gelungen war, dass zu seinen Ehren auf den größten Plätzen der allergrößten Hauptstädte der Welt riesige metallene Modelle des Virus' errichtet wurden: „COVID-19“ – das Virus, das die Welt rettete! Und es war natürlich Ehrensache, dass man fortan alles dransetzte, um das wohltuende Klima-Niveau zu halten.

Und wenn das Corona-Virus nicht gestorben ist, dann lauert es noch heute in irgendeiner abgelegenen Höhle im Blut irgendeiner Fledermaus und wartet auf seinen nächsten Einsatz zur Rettung der Menschheit, der hoffentlich nicht so schnell kommen wird.



Was wäre aus Schneewittchen geworden ...

... wenn es ein Smartphone gehabt hätte?

(Grafik: © Frank R. Bulla)

Fortschritts-affine Menschen können sich bereits heute – mittels Selfie-Funktion ihres Handys – völlig ohne Spiegel ein Bild von sich machen. Schneewittchen wäre begeistert gewesen, wenn sie damals schon ein Smartphone gehabt hätte. Aber vermutlich wäre nicht sie es gewesen, die zum Smombie (= jugendsprachliches Kurzwort für „Smartphone-Zombie“) avanciert wäre, sondern beispielsweise die böse Königin:

  • „Smartphone, Smartphone in der Hand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Und da die böse Königin das Smartphone immer dabeigehabt und ständig reingeschaut hätte, hätte es passieren können, dass sie sich ob der vielen Nutzung bald nicht mehr hätte sehen können und vor lauter Überdruss dann doch wieder „Google“ mit der ursprünglichen Frage aus der Reserve gelockt hätte, was ungefähr 67.000 Antworten hätte nach sich ziehen können ...

(Abb.: N. N.)

Bis aber die böse Königin all die vielen Antworten ausgewertet hätte und dabei alt und grau geworden wäre, hätte sich Schneewittchen längst auf die Suche nach ihrem Traumprinzen gemacht: entweder via „Facebook“ oder sie hätte sich alle elf Minuten in einer Online-Single-Börse verliebt. Und so hätte sie wohl auch niemals die sieben Zwerge kennenlernen können, weil es unter der Erde im Reich der Zwerge kein Internet gibt: Herr Telekom hatte bislang Kosten und Mühen gescheut, dort tätig zu werden.

Und wäre sie nicht vor Unzeiten schon gestorben, wäre Schneewittchen noch immer online auf der Suche. Denn die Sache mit dem Traumprinzen ist am Ende wohl doch nur ein Märchen.



Warum Märchen
unseren Kindern schaden

Wie, bitteschön,
sollen unsere Jüngsten
dann noch auf die
Erwachsenen hören,
wenn ...


(Abb.: N. N.; Text: N. N. / Frank R. Bulla)

  • ... Aschenputtel unterwegs einen Schuh verliert
    und erst sehr spät nach Hause kommt?
  • ... Batman, Superman und Spiderman innerorts
    mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Straßen rasen?
  • ... der Igel und seine Frau den Hasen bescheißen?
  • ... der Schneider mit seiner großen Schere dem Daumenlutscher
    einfach beide Daumen abschneidet?
  • ... der Zappel-Philipp mit dem Stuhl schaukelt und mitsamt
    Tischdecke und Mahlzeit zu Boden fällt?
  • ... die sieben Geißlein nie das tun, was ihnen ihre Mutter sagt?
  • ... Dornröschen jahrelang nur untätig rumliegt und darauf wartet,
    dass jemand kommt und sie wachküsst?
  • ... eine Prinzessin für ein dämliches Spielzeug ihr Leben aufs Spiel
    setzt und in einen tiefen Brunnen springt?
  • ... Eltern ihre Kinder Hänsel und Gretel einfach im Wald aussetzen?
  • ... Frau Holle ihre benutzte Bettwäsche völlig gedankenlos
    über unseren Köpfen ausschüttelt?
  • ... Gretel eine alte Frau in den Backofen schubst?
  • ... Hanns Guck-in-die-Luft gedankenlos und in den Himmel starrend
    umherläuft, einen Hund über den Haufen rennt und mitsamt
    Schulmappe ins Wasser fällt?
  • ... Hans im Glück Wertvolles solange gegen irgendwelchen Mist
    eintauscht, bis er am Ende gar nichts mehr hat?
  • ... Hänsel und Gretel ohne Erlaubnis Teile von einem
    fremden Haus abbrechen und sich daran schadlos halten?
  • ... Pacman in einem dunklen Saal mit Techno-Musik rumläuft
    und Pillen futtert, die ihn schneller machen?
  • ... Popeye, der tätowiert ist und ständig raucht?
  • ... Pinocchio ständig nur am lügen ist?
  • ... Rapunzel sich mit Vergnügen an den Haaren ziehen
    und von fremden Männern besteigen lässt?
  • ... Robin Hood ein Dieb ist?
  • ... Schneewittchen mit sieben Männern zusammenlebt?
  • ... Struwwelpeter Haare, Finger- und Zehnägel
    einfach wachsen lässt?
  • ... Tarzan nur mit einem Lendenschurz bekleidet herumläuft?



Wie ich zu meinem ersten Buch kam

... daran kann ich mich nur zu gut erinnern

Ich bekam es an meinem siebenten Geburtstag von einem wildfremden Mann. Der nämlich hatte mich am Tag zuvor mit seinem weißen „VW Käfer“ überfahren.

Der Grund dafür, dass sich der „Käfer“ auf Abwege begeben hatte, war folgender: Es hatte in jenen Tagen sehr heftig geschneit, und die Räumfahrzeuge hatten alle Schaufeln voll zu tun, und so wurden an den Straßenrändern große Berge mit Schnee aufgetürmt. Durch die klirrende Kälte an jenem verheißungsvollen Tage hatte sich die zur Fahrrinne verengte Fahrbahn samt der danebenliegenden Schneehaufen zu einer wahren Bobbahn entwickelt.

Just in dem Augenblick, als ich mich auf dem Bürgersteig befand, versuchten in meiner unmittelbaren Nähe zwei Fahrzeuge auf der reichlich verengten Fahrbahn aneinander vorbeizukommen. Der „Käfer“ war derjenige, der letztlich das gewagteste Ausweichmanöver absolvierte, was ihn mit Schwung über einen der angehäuften Hügel schleuderte. Dabei erwischte er mich, und am Ende lag ich in einem kleinen Gärtchen vor einem Reihenhaus unter dem Auto. Mein Schutzengel sorgte dafür, dass ich nicht mal einen blauen Fleck davontrug! (vermutlich der gleiche Schutzengel, der in späteren Jahren weitere zweimal bewirkte, dass mir „VW Käfer“ nichts zu Leide taten: beide Male war ich Beifahrer eines Fahrzeugführers, der die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte – klar, dass ich mir niemals einen „VW Käfer“ gekauft habe!!!)

Übrigens: Titel des Buches war „Hauff's Märchen“ – ein Buch, in das ich, wenn ich denn mal ein wenig Muße habe (was heutzutage nicht mehr ganz so oft vorkommt), immer noch gerne hineinschaue. Und Dank solch glorreicher Erfindungen wie Smartphones kann ich diese und viele andere Geschichten heutzutage sogar vorm Einschlafen im Bett lesen, ohne meine bereits schlafende Frau mit der Beleuchtung und dem Umblättern von Seiten zu stören.



Auto-Märchen

(Text: N. N. / Frank R. Bulla)

  • Das hässliche Entlein
  • Das tapfere Kurvenschneiderlein
  • Der gestiefelte Kadjar
  • Der Golf und die sieben Reiflein
  • Der Teufel mit den drei goldenen Wagen
  • Die Geschichte von dem kleinen Buick
  • Die Mercedes-Stern-Taler
  • Die Prinzessin auf der Ente
  • Hans im Buick
  • König Drosselklappe
  • Radkäppchen und der böse Golf
  • Von einem, der auszog, das Flitzen zu lernen



Schöne neue Welt

Technisches Wunder Fahrstuhl

(Text.: N. N.)

Eine Familie aus einem Entwicklungsland ist zum ersten Mal in einem Kaufhaus. Während die Mutter sich die Dessous anschaut, stehen Vater und Sohn voller Staunen vor einer geteilten Metalltür, die sich wie von Geisterhand öffnet, einen kleinen Raum freigibt und wieder schließt. (Es ist natürlich ein Aufzug.)

Fragt der Sohn: „Vater, was ist das?“

Der Vater: „Mein Sohn, so was habe ich im Leben noch nicht gesehen!“

Da humpelt eine kleine, alte Dame mit einem schrumpeligen Gesicht und einem Buckel, der einer Hexe zur Ehre gereicht hätte, in den Aufzug. Die Tür schließt sich, Vater und Sohn beobachten die Lampen über der Tür, wie sie nacheinander aufleuchten: "12 - 13 - 14 - 15 - 14 - 13 - 12". Da geht die Tür auf, und eine fantastisch aussehende Blondine verlässt den Lift.

Der Vater zu seinem Sohn: „Schnell! Hol' deine Mutter!“


DIALOGE

(Im Fahrstuhl ganz unten) „Fahren Sie nach oben?“
„Nein, nach rechts und danach dritte links.“

*

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ...“
„Geh weg!“

*

Fee: „Du hast drei Wünsche frei. Wähle weise!“
Glückspilz: „Ich hätte gerne Käsekuchen – drei Stück.“

*

„Verzaubere mich!“
„In was denn?“

*

Böser Wolf:
„Na, Rotkäppchen, was hast du denn im Körbchen?“
Rotkäppchen: „75 D“




„Rotkäppchen“

Wie das Märchen politisch korrekt erzählt wird ...

(Text: N. N. / Foto: © Frank R. Bulla)

Es war einmal ein junger weiblicher Mensch namens Rotkäppchen. Sie lebte mit ihrer Mutter am Rande eines großen Waldes. Eines Tages bat ihre Mutter sie, ihrer Großmutter einen Korb frischen Obstes und natriumarmen Mineralwassers zu bringen. Dieses beileibe nicht, weil es sich hier um eine typische Frauenarbeit handelt, sondern weil eine derartige Handlungsweise hilft, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu erzeugen.

Schließlich ist die Großmutter auch keinesfalls krank, sondern im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte, von daher also durchaus in der Lage, ihr Leben als reife Erwachsene selbst in die Hand zu nehmen.

So streifte also Rotkäppchen mit ihrem Korb durch den Wald. Viele Menschen glaubten, der Wald sei gefährlich und voller dunkler Kräfte und setzten nie auch nur einen Fuß in seine Nähe. Rotkäppchen jedoch vertraute viel zu sehr ihrer knospenden Sexualität, als dass derartig freudianische Vorstellungen sie hätten einschüchtern können. Auf dem Weg zum Haus ihrer Großmutter wurde Rotkäppchen von einem Wolf angesprochen, der wissen wollte, was sie in ihrem Korb habe.

„Reformhauskost für meine Großmutter, die selbstverständlich alleine in der Lage ist, ihr Leben als reife Erwachsene zu führen“, antwortete Rotkäppchen.

Der Wolf aber entgegnete: „Weißt du, Kleines, es ist gar nicht so ungefährlich für ein kleines Mädchen, sich in diesem Wald herumzutreiben.“

Sofort sagte Rotkäppchen: „Ich finde deine sexistische Bemerkung zwar außerordentlich beleidigend, bin jedoch bereit, diese zu ignorieren, da du ein klassischer Außenseiter der Gesellschaft bist und der Stress dieses sozialen Status' bei dir zur Entwicklung eines eigenen, für dich individuell gültigen Weltbildes geführt hat. Nun entschuldige mich aber, ich muss weiter.“

Und Rotkäppchen folgte weiter der Straße zum Haus ihrer Großmutter. Der Wolf aber, dessen Status als Außenseiter ihn von der sklavischen Verfolgung linearer, in der westlichen Kultur begründeten Denkmuster befreit hatte, wusste eine Abkürzung.

Er brach in das Haus ein und fraß die Oma, ein für einen Fleischfresser für sich genommen durchaus legitimes Verhalten. Nun aber, ungehemmt von starren, traditionalistischen Vorstellungen von männlichem und weiblichem Verhalten, legte er die Kleider der Großmutter an und kletterte in ihr Bett.

Als Rotkäppchen die Waldhütte betrat, rief sie: „Großmutter, ich habe dir ein paar fett- und cholesterin-arme Lebensmittel mitgebracht, um dich in deiner Rolle als weiser und nährender Mutter des Matriarchats zu stärken.“

„Näher, mein Kind, komm näher!“ ertönte es leise vom Bett.

„Oh je“, rief Rotkäppchen, „ich hatte ja ganz vergessen, dass du optisch herausgefordert bist wie eine Fledermaus. Oma, was hast du nur für große Augen!“

„Viel haben sie gesehen, und viel vergeben, meine Liebe.“

„Oma, was hast du nur für eine große Nase. Selbstverständlich nur eher vergleichsweise und durchaus schön auf ihre eigene Art.

„Viel hat sie gerochen, und viel vergeben, meine Liebe.“

„Großmutter, wie groß sind deine Zähne!“

„Ich bin durchaus zufrieden mit meiner Identität und was damit zusammenhängt“, sagte der Wolf und sprang aus dem Bett. Sofort packte er sie mit seinen Klauen in der Absicht, sie alsbald zu verzehren.

Rotkäppchen schrie auf, nicht aus Besorgnis über des Wolfs offensichtliche Tendenz, sich über bürgerliche Normen geschlechtsspezifischer Kleidung hinwegzusetzen, sondern wegen des bewussten Eindringens in ihre Privatsphäre. Ihre Schreie wurden von einem vorbeigehenden Holzfäller gehört (er selbst zog es vor, sich als Ingenieur für nachwachsende Rohstoffe zu bezeichnen). Er stürmte sofort in die Hütte, nahm die Gefahr wahr und wollte Rotkäppchen zu Hilfe eilen. Als er aber seine Axt hob, ließ der Wolf von Rotkäppchen ab und beide wandten sich ihm zu.

„Was glaubst du eigentlich, was du hier machst?“ herrschte Rotkäppchen ihn an. Der Holzfäller zuckte zusammen und versuchte zu antworten, doch ihm fehlten die Worte. „Du platzt hier rein wie ein Neandertaler, im Vertrauen auf deine Waffe, die dir das Denken abnimmt“, schimpfte sie. „Sexist! Rassist! Was bildest du dir eigentlich ein, anzunehmen, Frauen und Wölfe könnten ihre Probleme nicht ohne die Hilfe eines Mannes lösen?“

Als die Großmutter Rotkäppchen's leidenschaftliche Worte hörte, sprang sie aus dem Maul des Wolfs, ergriff die Axt des Holzfällers und hieb diesem den Kopf ab. Nach diesem Gottesurteil ergriff Rotkäppchen, ihre Großmutter und den Wolf ein eigentümliches Gefühl für die Gemeinsamkeit ihrer Interessen und so entschieden sie sich, eine auf gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme gegründete Wohngemeinschaft zu bilden, worin sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage lebten.