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Philosophisches:
Natur

Übersicht

  • Der ewige Kreislauf ...
    Timo Beil ĂŒber herbstliche Licht- und Schattenseiten –vor allem LaubblĂ€ser
  • Können GĂ€nseblĂŒmchen lachen?
  • Saunen – Ă€lteste Tradition Finnlands

Der ewige Kreislauf ...

Timo Beil ĂŒber herbstliche Licht- und Schattenseiten –
vor allem LaubblÀser

(Foto: © Frank R. Bulla)

WĂ€hrend sich das Wetter im Herbst meist in einer Weise entwickelt, die viele Menschen unter uns wohl eher genervt abwinken lĂ€sst, entschĂ€digt es gleichsam mt farbenfrohem Outfit: Bereits im Oktober hat der Herbst ganz entschieden Einzug gehalten und die BlĂ€tter an den BĂ€umen von GrĂŒn in fast alle erdenklichen Farben verwandelt, die so ein gemeines Blatt eben anzunehmen vermag. Ein Anblick, an den man sich gewöhnen könnte. Aber der ewige Kreislauf des Lebens lĂ€sst einem meist nicht viel Zeit, sich solcher Anblicke zu erfreuen: Kaum haben sich die BĂ€ume ihr buntes Herbstkleid ĂŒbergestreift, hĂ€lt kaum mehr etwas die BlĂ€tter auf den BĂ€umen – und was sie von alleine nicht schaffen, erledigt der Herbstwind.

Da liegt sie nun auf den Straßen, Rad- und Fußwegen, die bunte Pracht, und schreit danach, entsorgt zu werden. FrĂŒher war das ganz einfach: Da liefen fast tĂ€glich Menschen durch die Stadt, die einen Beruf hatten, der heute nahezu ausgestorben scheint: Straßenfeger. Sie fegten Schmutz und Staub zusammen, achtlos Weggeworfenes, nahmen den lĂ€stigen Hundekot auf, schippten Schnee ĂŒberall da, wo RĂ€umfahrzeuge nichts ausrichten konnten – und, ja: Im Herbst kĂŒmmerten sie sich darum, dass das Laub schleunigst von Straßen und Wegen verschwindet. Dazu brauchten sie Utensilien, die auch heute noch benötigt werden: Besen, Schaufeln, Kehrbleche, Schubkarren und Fahrzeuge, die das ganze Laub seiner weiteren Bestimmung zufĂŒhrten.

Heute allerdings dient dies ganze Zubehör nur noch dem Endstadium des Laubsammelns, weil die ganze Vorarbeit, so wie sie frĂŒher erledigt wurde, heute viel zu zeit- und somit viel zu kosten-intensiv ist – die Hauptarbeit leisten die Ohren betĂ€ubenden LaubblĂ€ser-Aggregate, die mit viel Getöse das Laub zu Haufen zusammenblasen, die dann nach getaner Arbeit von Kehrmaschinen oder einigen wenigen Mitarbeitern der Stadtreinigung verladen und von Lastwagen abtransportiert werden. Und das Laub braucht am Ende aufgrund seines großen Volumens (denn schließlich wird nicht jedes Blatt einzeln zwischen Buchseiten gepresst) viele Wagenladungen, um von A nach B zu gelangen.

Man fragt sich zuweilen, was dieser Blödsinn soll: Laub zu Haufen zusammenblasen in einer Jahreszeit, die fĂŒr seine krĂ€ftigen Winde bekannt ist: Da wird mit viel LĂ€rm und Gestank gearbeitet, und wenn eine tĂŒchtige Windböe kommt, bevor der ganze zusammengeblasene Haufen verladen ist, kann das Spektakel von vorne beginnen – und so etwas passiert gar nicht so selten, wenn das Laub nicht umgehend wegtransportiert wird.

Mit etwas Fantasie malt man sich dann aus, was wĂ€re, wenn statt LaubblĂ€sern Laubsauger zum Einsatz kĂ€men – womöglich noch welche, die das ganze Laub gleich beim Aufsaugen zerhĂ€ckseln, sodass sich das Volumen deutlich verringert. Das wĂŒrde zwar auch LĂ€rm verursachen, aber die AuffanggefĂ€ĂŸe (eine Art Staubsaugerbeutel) mĂŒssten nur noch mit wenig Aufwand in relativ wenige Lastwagen entleert werden – ein Vorgang, der am Ende erheblich effektiver und stadtsĂ€ckelfreundlicher wĂ€re. Rein theoretisch. Praktisch ist es aber so, dass der Einsatz von Laubsaugern nur im privaten Umfeld sinnvoll ist; nur ganz selten verwenden stĂ€dtische Betriebe solches GerĂ€t, denn solch ein Laubsack ist schnell voll und wiegt zuweilen schwer aufgrund feuchten Laubes.

Die Stadt Celle beispielsweise hat auch ein SauggerĂ€t, nutzt aber primĂ€r BlasgerĂ€te in unterschiedlichsten AusfĂŒhrungen. Zum Unterschied „Harke – LaubblĂ€ser“ meinte Wolfgang Fischer, ehemaliger Pressesprecher der Stadt Celle:

„Fakt ist tatsĂ€chlich, dass man mit den Maschinen mehr schafft und schneller ist als mit Harke oder Besen. Unsere Stadtreinigung hat im ĂŒbrigen auch solche GerĂ€te. Bevor die große Kehrmaschine kommt, wird von öffentlichen Wegen in die Fahrspur gepustet. Es sei denn, es hat gefroren oder es ist klitschnass. Dann ist man mit einer Harke schneller, statt minutenlang auf das angefrorene Laub zu pusten.

Damit kommen wir zu einem zweiten Vorteil: BlasgerĂ€te kann man das ganze Jahr einsetzen, SauggerĂ€te nur im Herbst. Die Laubsauger (die GeblĂ€seschaufel hĂ€ckselt das Laub meist etwas) haben nur einen kleinen Fangsack. Da rennen dann die Kollegen stĂ€ndig, um das Ding leerzumachen. Auch hier geht es wieder schneller, große Haufen zu pusten und aufzuladen. Deshalb ist das BlasgerĂ€t in der GĂ€rtner-Branche weit verbreitet.“

Da stellt sich einem die Frage, warum man das Laub nicht einfach liegenlĂ€sst. Als hundertprozentiges Naturprodukt mĂŒsste es doch relativ schnell von allein verrotten. Wir kennen das ja auch vom Komposthaufen, wo sogar noch viel Komplexeres zusammenkommt als nur BlĂ€tter. Wolfgang Fischer dazu:

„TatsĂ€chlich muss das Laub nicht ĂŒberall entfernt werden. Das machen wir auch nicht. In den Beeten kann man es liegenlassen. Es verrottet und bildet eine Mulchschicht. Vom Rasen sollte es aber entfernt werden, sonst fĂ€ngt es darunter an zu gammeln (Schneeschimmel etc.) und zu verfilzen. Von der schlechten Optik mal ganz zu schweigen. In den historischen Park-Anlagen wird das Laub also entfernt.

Im Wald bleibt liegen, was von den BĂ€umen fĂ€llt. Berge von ‚Privatlaub‘ gehören allerdings nicht in den Wald. Das verĂ€ndert unter UmstĂ€nden das ökologische System (Eichenlaub!) und fĂ€llt unter illegale MĂŒllbeseitigung.“

Also bedarf es wohl doch noch eines Daniel DĂŒsentrieb, der jene Maschine entwickelt, die das Laub gleichsam lautlos, kosten-, zeit-, raum- und gewichtsparend aufzusaugen vermag – und dabei trotz optimaler Technik nicht noch mehr ArbeitsplĂ€tze vernichtet: so eine Art Wollmilchsau fĂŒrs Laub.



Können GĂ€nseblĂŒmchen lachen?

(Foto / photoshopped: © Frank R. Bulla)

„Können GĂ€nseblĂŒmchen lachen?“ fragte mal eine „Facebook“-Freundin. Nun – eigentlich sind sie viel zu klein und haben schon allein deswegen nichts zu lachen, geht das einzelne GĂ€nseblĂŒmchen zudem noch in einem Meer von Artgenossen unter. Und wenn es Pech hat, wird es von plumpen Menschen, herumtobenden Kindern oder weidenden KĂŒhen achtlos niedergetrampelt.

Ganz anders die Sonnenblume, hat sie doch obendrein auch noch genug FlĂ€che, um ein ganz breites Grinsen zum Besten zu geben. DarĂŒber hinaus thront sie deutlich ĂŒber dem Boden, wĂ€chst zuweilen ĂŒbermannshoch – und zaubert allein schon mit ihrer prĂ€chtigen, strahlenden Erscheinung vielen Menschen ein LĂ€cheln ins Gesicht.

Mag sein, dass GĂ€nseblĂŒmchen gelegentlich ein ganz klein wenig lĂ€cheln können – Sonnenblumen indes haben allen Grund zu lachen und sich zu freuen.



Saunen – Ă€lteste Tradition Finnlands

In einem TV-Beitrag ĂŒber Finnland war zu erfahren, das man zum Betreiben einer Sauna zweierlei benötigt: viel Wasser und viel Holz. Von beidem hat Finnland reichlich und ist deswegen wohl auch das Ursprungsland der Sauna.

Jetzt wird auch klar, warum es in WĂŒsten wie der Sahara keine Saunen gibt: Man findet dort weder viel Wasser noch viel Holz. 😜