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Tierisches:
Foto-Story  🐩

Amseln auf dem Balkon

Überraschender Besuch im April 2007

(Fotos: © Frank R. Bulla)

Anfang April beehrte den heimischen Balkon ein Amsel-PĂ€rchen – vielleicht initiiert durch das Amsel-MĂ€nnchen, das sich bereits im Vorjahr auf dem großen Balkon offenbar sehr wohl gefĂŒhlt hatte und mit so manchem StĂ€ndchen aufwartete.


Zum Reinhören:  „Amsel-Gesang“
(Datei: © Frank R. Bulla)

Amsel.mp3 (489.02KB)
Amsel.mp3 (489.02KB)


Nachfolgend die wichtigsten Momente des mehrwöchigen Besuchs in jenem Jahr:

1. April-Woche:

Frau Amsel's Nestbau ist in vollem Gange.

Hoffentlich ist sie mit dem Ergebnis zufrieden, sonst zetert sie womöglich noch wochenlang herum.

2. April-Woche:

Frau Amsel beginnt schließlich mit der Eiablage.

Indes denkt Herr Amsel wohl ĂŒber ungelegte Eier nach.

14. April:

Das erste Ei ist gelegt.

Gelohnt hat sich ja die QuÀlerei: Da liegt sie nun, die wunderschöne Vorhut!

15. April:

Das zweite Ei ist gelegt.

Auf einem Ei kann man ja bekanntlich schlecht brĂŒten.

15. April:

Das dritte Ei ist gelegt.

Merke: Aller guten Dinge sind drei ...

16. April:

Das vierte Ei ist gelegt.

... oder auch vier.

Frau Amsel brĂŒtet die Eier aus ...

Eventuell denkt sie gerade: „Hoffentlich werden es MĂ€dchen und keine Rabauken.“

... und Herr Amsel bewacht das Nest.

... und denkt vielleicht:
„Hoffentlich ist wenigstens ein Stammhalter dabei.“

26. April:

Das erste KĂŒken ist geschlĂŒpft.

Da konnte es wohl einer mal wieder nicht abwarten.

27. April:

Das zweite KĂŒken ist geschlĂŒpft.

Dabei wollte es doch so gerne Erster werden.

27. April:

Das dritte KĂŒken ist geschlĂŒpft.

Nur nicht aufgeben, kleiner Mann (oder vielleichrt auch kleine Frau): Eine HĂ€lfte liegt noch vor dir.

28. April:

Das vierte KĂŒken ist geschlĂŒpft.

Lasst uns jetzt mal 'ne Runde „blindes KĂŒken“ spielen.

Hungrige KĂŒken ...

Hoffentlich gibt's hier bald mal was zu futtern!

3. Mai:

Noch mehr hungrige KĂŒken ...

Notfalls muss der ganze Chor Überzeugungsarbeit leisten: „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger, haben Hunger, Hunger, Hunger ...“

Herr Amsel ist unentwegt auf Futtersuche ...

Ob die Kids heute wohl eher sauren Wurm mögen oder liebe sĂŒĂŸe Insekten?

... und Frau Amsel natĂŒrlich auch.

Ist schon anstrengend, so ein kleines Familien-Unternehmen zu leiten.

... und nach jedem Beutezug wird alles brĂŒderlich geteilt und an die KĂŒken verfĂŒttert.

Man fragt sich, ob sie WĂŒrmer haben, weil sie so unersĂ€ttlich sind? Ja, natĂŒrlich! Die bringen Papa und Mama Amsel im FĂŒnf-Minuten-Takt frisch ins Nest.

4. Mai:

Die erste Gesangsstunde mit Mama Amsel ...

Mal unter uns: Was es da auf die Ohren gibt, stellt „DSDS“ völlig in den Schatten.

... und weil die Singerei hungrig macht, muss sich Papa Amsel bis in den Abend hinein um das leibliche Wohl des Nachwuchses kĂŒmmern.

Ob ihn das wohl manchmal ein wenig wurmt!?

5. Mai:

Ein schwarzer Tag im Leben der Familie Amsel: Ein Junges fehlt.

Hat es sich die Elster geholt, wurde es von seinen Geschwistern aus dem Nest gestoßen? Ist es beim HerumrĂ€keln aus dem Nest gefallen? Oder ist es ob der stĂ€rkeren Geschwister schlichtweg verhungert? Wir wissen es nicht.

6. Mai:

Aber das Leben geht weiter – auch zu dritt.

Zugegebenermaßen wĂ€re das Nest fĂŒr vier Junge ganz schön eng geworden.

Der Hunger jedenfalls bleibt ungebrochen.

... obgleich das Futter jetzt unter drei, statt unter vier kleinen FresssÀcken aufgeteilt wird.

7. Mai:

Und das MĂ€sten trĂ€gt schon sichtbare FrĂŒchte.

Am besten schon mal langsam die Nummer der „Blackbird Weight Watchers“ 'raussuchen.

11. Mai:

Heute ist Mistwetter – und vegetarischer Nachmittag!

Da liegt man steif wie Brokkoli im Nest 'rum und fragt sich, wie man mit sooo vollem Magen ĂŒberhaupt fliegen lernen soll.

12. Mai vormittags:

Es ist vollbracht! Das erste Junge hat den beschwerlichen Weg vom Nest bis zum zwei Meter entfernten PflanzenkĂŒbel geschafft und einen Höhenunterschied von rund anderthalb Metern ĂŒberwunden.


Das Nest leert sich zusehends.


12. Mai nachmittags:

Auch das zweite Junge hat's geschafft.


12. Mai nachmittags:

Nur die Nummer drei kann sich noch nicht so recht entschließen.

Ein kleiner Schritt fĂŒr einen Menschen – ein großer fĂŒr eine kleine Amsel.

Was bleibt, ist ein verwaistes Nest ...


... und eine beschissene Wand. Der Ernst des Lebens hat begonnen.


19. Mai:

Aber ohne die quirligen Amseln ist es irgendwie langweilig auf dem Balkon.


Die Foto-Story liegt ĂŒbrigens auch als „YouTube“-Video vor.