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Tierisches:
Insekten

Ăśbersicht

  • Chillen mit Schnaken
    Ein Faultier wĂĽrde ob dieses Temperaments vor Neid erblassen
  • Wundersame Schmetterlinge
  • Innovativ
    Die sanfte Art, Fliegen zu fangen

Chillen mit Schnaken

Ein Faultier wĂĽrde ob dieses Temperaments
vor Neid erblassen

(Foto: © Frank R. Bulla)

Manche Krabbeltiere haben aber auch wirklich die Ruhe weg! Gestern Abend, kurz vorm Zubettgehen, saß sie bereits am Fensterrrahmen – geradezu so, als würde sie sagen wollen: „Nun mach' endlich das Fenster auf, damit ich verschwinden kann!“; oder als würde sie darauf warten, abgelichtet zu werden. Nun – letztlich erfüllte ich ihr beide vermeintliche Wünsche, bevor ich sie mit einem leichten Luftzug aus meinem Mund Richtung Ausgang beförderte. In dem Moment, als ich bei der Kamera Zoom und Schärfe-Einstellung betätigte, überkam mich ein plötzliches Gefühl von Ruhebedürftigkeit: Fast wäre ich abermals auf das Bett neben mir gesunken, um in einen Dornröschenschlaf zu fallen. Als mir jedoch einfiel, dass die Zahl der Ritterinnen, die einen wachküssen könnten, heutzutage gleich null ist, gab ich das Vorhaben schnell wieder auf.

Es war sicherlich nicht das erste Mal, dass mir so ein Etwas, dessen sechs Beine häufig mit Sollbruchstellen versehen sind, aufgefallen ist, wie es sich stundenlang an ein und derselben Stelle aufhielt. Davon könnte sich ein Faultier wohl noch eine Scheibe abschneiden! Gerade in der heutigen, sehr hektischen Zeit könnte vielen Leuten ein solches Temperament nicht schaden, das sie gelegentlich dazu bringt, ausgiebig zu chillen: nichts tun, nichts denken, einfach nur in Bewegungslosigkeit verharren und bestenfalls noch den inneren Verdauungsvorgängen lauschen ...

Ăśbrigens: Im Volksmund hat das Insekt, von dem es allein hierzulande 140 Arten gibt (weltweit sogar rund 4.000!) sehr viele Namen: Schnake, Schneider, Schuster, BachmĂĽcke, LangbeinmĂĽcke, PferdemĂĽcke, MĂĽckenhengst, Hexe, Kothammel ..., um nur mal einige wenige zu nennen.



Wundersame Schmetterlinge

(Foto: © Frank R. Bulla)

Von der Terrasse aus habe ich einen herrlichen Blick auf den Schmetterlingsstrauch, der vor allem Pfauenaugen magisch anzuziehen scheint. Aber auch andere Schmetterlingsarten finden immer wieder den Weg zu diesem wunderschön und üppig blühenden Gewächs.

Nun – diese filigranen Wesen wirken von ihrem Wesen her per se ziemlich chaotisch, man könnte fast sagen: flatterhaft, geradezu so, als wüssten sie nie so recht, wohin sie der Weg als nächstes führen soll. Was bei den Schmetterlingsstrauch-Anhängern unter ihnen immer wieder auffällt, ist, dass viele von ihnen den Schmetterlingsstrauch nach ausgiebiger Mahlzeit zwar verlassen, aber nach einer großen Runde um die Terrasse herum genau dort wieder landen, um weiter zu dinieren. Ich habe dafür nur zwei Erklärungen: Entweder sind die Flatterwesen unersättlich oder aber sie fühlen sich nach der Mahlzeit am Strauch zunächst durchaus gesättigt, beabsichtigen deshalb, woanders hinzufliegen, um jedoch bereits nach wenigen Metern des chaotischen Herumflatterns festzustellen, dass sie inzwischen doch wieder ein leichtes Hungergefühl verspüren, was sie letztlich wieder zum Ausgangspunkt zurückbringt. Letztere Erklärung scheint plausibel, denn betrachtet man mal den Flugstil und die scheinbare Unentschlossenheit, frisst das sehr viel Energie. Wir kennen das ja – nur noch ungleich exzessiver – von den Kolibris, die einen dermaßen hohen Grundumsatz haben, dass sie ständig fressen müssen, um nicht zu verhungern – ein Grundumsatz, der sich im Tierreich wohl kaum toppen lässt.



Innovativ

Die sanfte Art, Fliegen zu fangen

Fliegen, Spinnen, Käfer u. dgl. sollten mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattet werden. Dann würden sie voraussehen, dass sie besser nicht in menschlichen Wohnungen auflaufen sollten, weil sie dort oft Fliegenklatschen und ähnlichen Gerätschaften zum Opfer fallen. Das würde das Insektensterben ein wenig eindämmen und würde mehr Futter für Vögel bedeuten, die partiell durchaus auch vom Artensterben betroffen sind.

Im Sommer 2020 wurde in einem TV-Beitrag ein Gerät vorgestellt, das auf sehr schonende Weise Insekten, vor allem auch Fliegen, einzufangen in der Lage sein sollte – und zwar ohne hässliche kleine Blutflecken oder zermatschte Insektenkadaver an Tapeten und Möbeln zu hinterlassen. Zum Zeitpunkt des TV-Beitrags existierte das Fanggerät lediglich als Prototyp und sollte erst in einigen Monaten Marktreife erlangen. Man darf also gespannt sein!

Das Gerät besteht aus zwei Teilen, jeweils mit einem Griff versehen, die durch ein bewegliches Element miteinander verbunden sind. Der obere Teil sieht fast aus wie ein sehr feinmaschiges Küchensieb, der untere Teil dient der Abdeckung des offenen Teils des Siebs. Zunächst wird die Fliege eingefangen, indem man sie unter dem Sieb einschließt. Dazu wird das Sieb beispielsweise an der Wand über die Stelle geführt, wo sich die Fliege befindet. Anschließend wird die Abdeckung unter den offenen Teil des Siebs geführt, sodass die Fliege endgültig gefangen ist. Nun kann man sie außerhalb des Hauses wieder freilassen.

Da die meisten Fluginsekten nicht unbedingt zu den Cleversten zählen, kann es passieren, dass sie schnell wieder den Weg ins Haus finden, um sich abermals einfangen und wiederum der außerhäusigen Freiheit übergeben zu lassen. Um festzustellen, ob die Fliege wieder dieselbe ist, die man gerade erst aus dem Haus befördert hat, müsste man eine eingefangene Fliege allerdings erst mal markieren. Ich bin zwar durchaus offen für Neues – aber wenn ich es recht bedenke, werde ich wohl auch weiterhin mein Glück mit Fliegenklatsche oder Küchenhandtuch versuchen.