bulla-blog
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Wirtschaftliches:
Allgemeines

Übersicht

  • Bad – worse – worst
    Erkenntnis beim zweiten FrĂŒhstĂŒck
  • Obsoleszenz
    Kaufen fĂŒr die MĂŒllhalde
  • Die Qual der Wahl
    Nahrungsaufnahme „to go“
  • „Hakle feucht“ & Co.
    Einkaufsmuffel Timo Beil
    ĂŒber die Schwierigkeit, sich im Supermarkt zurechtzufinden
  • Abgelaufen
    Die Sache mit dem Haltbarkeitsdatum
  • Apropos: abgelaufen ...
  • Rechen-Exempel
    Vergleich zwischen
    Aktien und Bier
  • Blau-Weiß vorm Aus ...
    Steht die Welt vor einer gigantischen Pleitewelle?
  • Überall wird gespart ...
    Eine kleine Konversation zum Thema „WertschĂ€tzung“
  • Dialoge
  • Eigennutz weiter im Vormarsch?
  • Kauf-nix-Liste
  • Wer bei „Amazon“ kauft ...
  • Made in Germany
    Erfindungen aus Deutschland
  • Nachhaltigkeit
    Interessante Zahlen

Bad – worse – worst

Erkenntnis beim zweiten FrĂŒhstĂŒck

(Foto: © Frank R. Bulla)

WĂ€hrend ich heute im Rahmen meines zweiten FrĂŒhstĂŒcks einen FrĂŒchte-Joghurt genoss und mich beim Löffeln ein wenig ĂŒber die gewohnte und schon seit langem ĂŒbliche Konsistenz wunderte, ging mir etwas MerkwĂŒrdiges auf:

Normalerweise liegt es in der Natur des Menschen, die Dinge zu verbessern, zumal in der heutigen Zeit: grĂ¶ĂŸer, höher, schneller ... So trifft das auch auf die Wirtschaft zu. Es gibt einen enormen Wettbewerb, der die Optimierung zusĂ€tzlich an- und vorantreibt.

Seit geraumer Zeit jedoch – vielleicht begann das bereits in den 20er Jahren, als das Unternehmen „Osram“ die Lebensdauer einer GlĂŒhbirne aus wirtschaftlichen GrĂŒnden kĂŒnstlich und sehr deutlich begrenzte (Obsoleszenz) – gibt es eine parallele Entwicklung, vor allem auch in der Lebensmittel-Industrie, die offenbar das Gegenteil anstrebt: Die QualitĂ€t lĂ€sst stetig nach – zu Gunsten der Gewinnmaximierung. Um in einer Lebensmittelpackung ein gewisses Volumen zu erzielen, wird vermehrt auf minderwertiges FĂŒllmaterial gesetzt: unnötiger Zucker, unnötiges Salz, simples Wasser, ja, auch Gas, um Verpackungen aufzublĂ€hen, damit sie dem Verbraucher viel Inhalt vorgaukeln. Der Fantasie der Chemiker sind hier kaum Grenzen gesetzt, nicht mal ausreichend staatliche, weil der Lobbyismus (eine legitimierte, scheinbar harmlose Form der Korruption) blĂŒht wie nie zuvor, um die Gewinnmaximierung der Wirtschaft am laufen zu halten. So wird der Verbraucher immer mehr und immer öfter betrogen: Pferdefleisch in der Lasagne, Chemikalien und Erreger in HĂŒhnereiern, manipulierte Abgaswerte bei Autos ...

Klar schiebt man dem Verbraucher gern den ‚Schwarzen Peter‘ zu, indem man ihm seine „Geiz ist geil“-MentalitĂ€t zum Vorwurf macht. Aber das ist eben nur die eine HĂ€lfte der Wahrheit. Genau, wie es ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gibt, haben auch beide Seiten – Hersteller und Verbraucher – die Möglichkeit, das ZĂŒnglein an der Waage zu sein. Das setzt aber auf beiden Seiten einen gewissen Anstand und eine gewisse WertschĂ€tzung fĂŒr die jeweils andere Seite voraus. Aber an dieser Moral mangelt es in unserer heutigen Zeit zusehends.

Und so werden wir in absehbarer Zeit in Lebensmitteln vermutlich nur noch Spuren dessen finden, was in dem Produkt laut Etikett (gemeint ist hier definitiv nicht das Kleingedruckte!) enthalten sein sollte. Spinnt man diese Entwicklung noch ein bisschen weiter, landet man dann vielleicht doch noch irgendwann in dem Szenario, dass so wunderbar in dem Science Fiction-Film „Jahr 2022 ... die ĂŒberleben wollen“ realisiert ist – und zwar in Form eines Produkts namens „Soylent Green“ (so auch der Originaltitel des Kino-Streifens).

(Grafik.: N. N.)



Obsoleszenz

Kaufen fĂŒr die MĂŒllhalde

(Foto: © Frank R. Bulla)

Auf dem TV-Sender „Arte“ gab es Anfang 2013 einen sehr interessanten Beitrag zum Thema „Obsoleszenz“ zu sehen, der inzwischen leider von „YouTube“ gesperrt wurde und den man sich nur noch ausschnittweise zu GemĂŒte fĂŒhren kann. Wesentliche Aspekte der Thematik sind in Videos der „ARD“-Mediathek zu sehen (siehe u. g. Link-Liste!).

Laut „Wikipedia“ bezeichnet Obsoleszenz, dass ein Produkt auf natĂŒrliche oder kĂŒnstlich beeinflusste Art veraltet ist oder altert.

Das PhĂ€nomen namens Obsoleszenz ist kein neues – die AnfĂ€nge reichen bis in die 1920er Jahre zurĂŒck. Hersteller von Autos, aber auch von GlĂŒhbirnen waren die ersten, die zum Zwecke der Unmsatzsteigerung dafĂŒr sorgten, dass kĂŒnftig die Lebensdauer technischer GerĂ€te planmĂ€ĂŸig begrenzt werden sollte. So wurde beispielsweise auch die Lebensdauer von GlĂŒhbirnen international festgelegt, deren Brenndauer auf 1.000 Stunden begrenzt wurde. Ziel der Hersteller ist schon lange nicht mehr, den Kunden zufriedenzustellen, sondern höhere UmsĂ€tze zu generieren.

Nachfolgend finden Sie ein paar Links zu der Thematik aus der „ARD“-Mediathek:

Eigene Erfahrung

Das PhĂ€nomen der Obsoleszenz konnte ich bereits bei meinen letzten vier Handys bzw. Smartphones sehr gut nachvollziehen: Immer schon Monate, bevor der Vertragszeitraum von zwei Jahren vorĂŒber war, zeigten sich erste Verfallserscheinungen: im besten Falle mehr oder weniger schwerwiegende Macken auf dem Display, in einem Falle sogar urplötzlicher Totalausfall ohne plausiblen Grund ...

Zukunftsvision

Die Tendenz der kĂŒnstlich herbeigefĂŒhrten Obsoleszenz wird – wenn man nicht ganz massiv versucht, sie auszubremsen – dazu fĂŒhren, dass es irgendwann (um mal beim Beispiel Smartphones zu bleiben) Einweg-Handys geben wird, die man quasi gleich nach Absetzen eines Anrufs oder einer SMS wegschmeißen kann. Denn es wird immer mehr Menschen auf der Erde geben und immer mehr Arbeitswillige; wenn aber die ProduktivitĂ€t nicht mittels des Werkzeuges Obsoleszenz gesteigert wird, wird die Zahl der Arbeitslosen mĂ€chtig in die Höhe gehen ...

Einzige Alternative dazu dĂŒrfte sein: eine angemessene Preis-Erhöhung vieler Produkte. Dann aber sind beispielsweise Mobilfunk-VertrĂ€ge, bei denen hochwertige Smartphones ĂŒber den Ladentisch gehen, nicht mehr fĂŒr 'n Appel und 'n Ei zu haben – darĂŒber sollte man sich im Klaren sein.



Die Qual der Wahl

Nahrungsaufnahme „to go“

(Abb.: N. N.)

Unsere Welt wird immer verrĂŒckter und unĂŒbersichtlicher. Wenn wir manchmal vor den Supermarkt-Regalen stehen, sehen wir den Wald vor lauter BĂ€umen nicht, weil es ein Produkt gleich in zig Varianten und Verpackungs-Einheiten gibt und zudem von zahlreichen Herstellern. Ähnlich ist die Vielfalt in manchen gastronomischen Betrieben, insbesondere im „To go“-Bereich – ganz gleich, ob es um feste Nahrung geht oder um GetrĂ€nke.

Da fehlt es eigentlich nur noch, dass man bei der Bestellung von losem Speise-Eis beim Italiener bis zum Geht-nicht-mehr ausgefragt wird:

  • „Zum Mitnehmen oder zum Hieressen?“
  • „Groß, mittel oder klein?“
  • „Im Becher, in der Waffel oder direkt in den Mund?“
  • „Brauchen Sie einen Löffel oder lecken sie es ab?“
  • „Normal, vegetarisch oder vegan?“
  • „Aus Magermilch, fettarmer Milch, Vollmilch, H-Milch, Muttermilch, Stutenmilch oder Milchpulver?“
  • „Mit Zucker, Stevia oder SĂŒĂŸstoff?“
  • „Normal oder laktosefrei oder glutenfrei?“
  • „FĂŒr Jungen, MĂ€dchen oder Transsexuelle?“
  • „FĂŒr Heterosexuelle, Homosexuelle oder Bisexuelle?“
  • „Politische Ausrichtung?“
  • „Religiös oder Atheist?“
  • „Und welche Sorte darf's nun sein?“

... und dann noch bei der Bezahlung:

  • „Haben Sie ein Kundenkarte?“
  • „Zahlen Sie bar oder mit Kreditkarte?“
  • „Wollen Sie Punkte sammeln oder den Rabatt gleich ausgezahlt bekommen?“

Da möchte man am liebsten fragen, ob die Möglichkeit der Zusendung eines ausfĂŒhrlichen Angebots besteht – am besten per E-Mail, vorzugsweise als PDF-Formular, das man gleich als Bestellschein nutzen und alles in Frage kommende direkt ankreuzen kann.

Beim nĂ€chsten Mal wĂŒrde ich dann aber doch kurz in den Supermarkt gehen und mir ein verpacktes Eis holen. Das ginge deutlich schneller!

„Hakle feucht“ & Co.

Einkaufsmuffel Timo Beil ĂŒber die Schwierigkeit,
sich im Supermarkt zurechtzufinden

(Foto: © Frank R. Bulla)

KĂŒrzlich fand ich mich mal wieder völlig verwirrt mitten im Supermarkt (einer von jener Sorte, die zu Recht diese Bezeichnung trĂ€gt) und war tierisch genervt von dem riesigen Angebot: Ich stand da wie der berĂŒhmte Ochs' vorm Berge und schaute dabei womöglich aus der WĂ€sche wie die noch berĂŒhmtere Gans, wenn's donnert ...

Zehn Meter Nudeln, weitere zehn Meter Reis – da wird man ja völlig bekloppt bei all den zahlreichen Vertretern von „Onkel Ben“ und „Mama Miracoli“! Daneben noch Berge von Schoklade in allen nur denkbaren Variationen – Schokolade, so weit das Auge reicht.

Noch schlimmer ist die Abteilung mit den Milchprodukten! Buttermilch, Sojamilch (natur, mit Vanille-Geschmack, mit einer Extra-Portion Kalzium), fettarme H-Milch, h-arme Fettmilch, H-Vollmilch, homogenisiert, homophob, Muttermilch, Stutenmilch, Ziegenmilch, Schafsmilch, Milchpulver, Milchshakes, Dosenmilch, Kaffeesahne, glutenfrei, laktose-intolerant ...

Und dann allein mehrere Zehn-Meter-Regale mit Joghurt: mit linksdrehenden Kulturen, rechtsdrehenden und Kulturen, die sich ĂŒberhaupt nicht drehen – dafĂŒr dreht sich bei mir regelmĂ€ĂŸig alles angesichts dieser unnötig riesigen Auswahl! FrĂŒher ist man schließlich auch nicht verhungert oder war unzufrieden, weil es nur eine, höchstens zwei verschiedene Camembert-Marken gab!

Und dann der Eierstand: Eier aus KĂ€fighaltung, aus Bodenhaltung, aus Freilandhaltung, RĂŒhreier, Spiegeleier, bereits angemalte Ostereier – und alles in den GrĂ¶ĂŸen S, M und L. Daneben noch Wachteleier (XS), Straußeneier (XXL) und verlorene Eier (das ist die Sorte, nach der ich regelmĂ€ĂŸig vergeblich suche, obwohl ich sie so gerne esse).

Letzte Woche sollte ich mal fĂŒr meine Frau etwas aus dem Supermarkt mitbringen: Als ich hörte „Hakle feucht“, verdrehte ich innerlich schon die Augen und dachte an die beiden eingangs erwĂ€hnten Tiere – diesmal allerdings nicht, weil ich Angst vor einem Zehn-Meter-Regal hatte, sondern wegen der buchstĂ€blichen Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen: Wer, bitteschön, braucht schon so was wie „Hakle feucht“!? Ein paar alte Leute vielleicht (aber besorgen's denen im Pflegeheim nicht eh die Altenpfleger?) – und vielleicht noch meine sehr wĂ€hlerische Gemahlin. In der Abteilung fĂŒr Körperhygiene angekommen, stand ich dann plötzlich (ohne suchen zu mĂŒssen!) vor einem Regal: Die ĂŒblichen zehn Meter lang und voll mit dem gewĂŒnschten Produkt (und das nicht nur von dem Hersteller, durch den dieses feuchte Etwas berĂŒhmt geworden ist!): Es gab das Zeug auch mit Rosenduft, mit Vanilleduft, mit Tannennadelduft (das riecht dann hinterher, als wenn jemand in die Schonung geschissen hat) oder mit Knoblauchgeruch, „Hakle feucht for Men“, „Hakle feucht Junior“ (frĂŒh ĂŒbt sich im Feuchtabwischen!), „Hakle feucht Eminem“ (voll en vogue, juckt das vermutlich dermaßen, dass man das Bad mit Hip-Hop-Gehopse, rappend und eine Hand im Schritt verlĂ€sst) ...

Irgendwann habe ich es jedenfalls aufgegeben, weiter zu Gunsten meiner Frau Nachforschungen zu betreiben nach der geeigneten Sorte, mit der sich ein ganz gewöhnlicher Hintern abwischen lÀsst (obwohl sich der von meiner Frau sicherlich nicht verstecken muss), und habe den Ort des Schrecken unverrichteter Dinge verlassen.

Als ich nach Hause kam, war die Gattin zum GlĂŒck noch nicht da, so dass ich in Ruhe Vorbereitungen treffen konnte, um ihrem Wunsche dennoch so einigermaßen zu entsprechen: Jetzt steht (zumindest bis zum nĂ€chsten Einkauf, zu dem ich die Frau Gemahlin besser wieder mitnehmen werde!) neben der KloschĂŒssel ein kleines GefĂ€ĂŸ mit Wasser: da kann sie das ganz gewöhnliche Klopapier bei Bedarf immer einstippen ...



Abgelaufen

Die Sache mit dem Haltbarkeitsdatum

(Grafik: © Frank R. Bulla)


Was waren das fĂŒr kundenfreundliche Zeiten, als man – noch vor der Euro-Umstellung (2002) – die Filialen einer renommierten Supermarktkette besuchte! Fand man in den Regalen Produkte, deren Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen war, gab's dafĂŒr 5 Mark.

Irgendwann wurde diese Regelung abgeschafft – und das war wohl gleichsam auch der Startschuss fĂŒr das allmĂ€hliche Verkommen der geschĂ€ftsinternen Beobachtung der Haltbarkeitsdaten und der guten Manieren gegenĂŒber der Kundschaft. Inzwischen – so scheint es – scheinen viele SupermĂ€rkte darauf zu bauen, dass sich genĂŒgend Dumme finden, die die zahlreichen bereits abgelaufenen Artikel doch noch kaufen, weil sie nicht aufs Datum achten. Damit erspart man sich nicht nur die regelmĂ€ĂŸige Durchsicht der Regale, um Abgelaufenes auszusortieren, sondern macht auch weniger VerlustgeschĂ€fte, weil ĂŒberfĂ€llige Produkte sonst zwangslĂ€ufig im MĂŒll-Container enden wĂŒrden.

Es dauert bestimmt auch nicht mehr lange, dann könnte eine neue PrĂ€mie ausgelobt werden: Wer ein Produkt findet, dessen Haltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist, bekommt 2,50 Euro. Die PrĂ€mie gibt es ebenfalls fĂŒr Produkte, die bereits vor der Euro-Umstellung (2002) abgelaufen sind.


APROPOS: ABGELAUFEN ...

Wussten Sie, dass es in Frankreich strafbar ist,
Lebensmittel auf den MĂŒll zu werfen?
Große SupermĂ€rkte sind sogar verpflichtet,
Lebensmittel zu spenden.
In Deutschland dagegen ist es strafbar,
Lebensmittel aus dem MĂŒll von SupermĂ€rkten zu retten.



Rechen-Exempel

Vergleich zwischen Aktien und Bier*

(Text: N. N.)

Wer vor 18 Monaten 1.158,40 Euro in „Commerzbank“-Aktien investiert hat, musste sich 18 Monate ĂŒber fallende Kurse Ă€rgern und hat heute noch stolze 215,28 Euro ĂŒbrig.

Wer vor 18 Monaten 1.158,40 Euro in „Krombacher“-Bier investiert hat, war stĂ€ndig heiter, hatte viel Spaß, hat ein StĂŒck Regenwald gerettet und hat heute noch Leergut im Wert von 223,30 Euro.

  • * Zur Erinnerung: In den 2000er Jahren hatte die bekannte deutsche Biermarke eine Aktion zum Schutz des Regenwaldes gestartet. Auf dieser Tatsache basiert der ein wenig scherzhaft gemeinte Vergleich.



Blau-Weiß vorm Aus ...

Steht die Welt vor einer gigantischen Pleitewelle?

2012 standen sie vor dem Aus: Griechenland, „Schlecker“ und „Schalke 04“.



Wie viele andere Blau-Weiße wird dasselbe Schicksal ereilen? Namhafte Firmen wie „Aral“, „Dell“, „Facebook“, „Ford“, „Hyundai“, „Oral-B“, „Samsung“, „Sega“ und „VW“ ...


... und was ist womöglich mit ParkplĂ€tzen, Kreisverkehr, Spielstraßen und Autobahnen?


Fragen ĂŒber Fragen ...



Überall wird gespart ...

Eine kleine Konversation zum Thema „WertschĂ€tzung“

(Text: N. N. / Frank R. Bulla)

Nicht erst wĂ€hrend der Corona-Krise hat sich der Stellenwert gezeigt, den Kultur in unserer Gesellschaft hat, aber wĂ€hrend der Pandemie und der damit verbundenen EinschrĂ€nkungen und finanziellen UnterstĂŒtzungen wurde es mal wieder besonders deutlich. Nimmt man nur mal den Umstand, dass man staatlicherseits bereit war, Milliarden in das Unternehmen „Lufthansa“ zu pumpen, wĂ€hrend fĂŒr die Kulturschaffenden nur mal wieder Almosen, also kaum mehr als ein mĂŒdes LĂ€cheln ĂŒbriggewesen sind; oder nehme man den Umstand, dass zum Zeitpunkt, als es in puncto Abstandhalten zu Lockerungen kam, Flugzeuge ganz normal mit Passagieren gefĂŒllt (oder besser gesagt: gepfercht) ihre Reise in die Sonne antreten durften, wĂ€hrend bei Open Air-Veranstaltungen immer noch die Abstandsregeln (mindestens anderthalb Meter) galten.

Der nachfolgende kleine Briefwechsel macht wieder einmal die WertschĂ€tzung deutlich, die der Kultur – in diesem Falle gegenĂŒber der Gastronomie – widerfĂ€hrt ...

Anfrage

  • „Wir sind ein kleines Restaurant und suchen Musiker, die gelegentlich bei uns musizieren, um bekannt zu werden. Wir können zwar keine Gage zahlen, aber wenn die Sache gut funktioniert und die Musik bei unseren GĂ€sten gut ankommt, könnten wir an den Wochenenden auch Tanzveranstaltungen machen. Sollten Sie also daran interessiert sein, Ihre Musik bekannt zu machen, melden Sie sich bitte bei uns!“

Antwort

  • „Wir sind Musiker und wohnen in einem ziemlich großen Haus. Wir suchen ein Restaurant, das gelegentlich bei uns Catering macht, um bekannt zu werden. Bezahlen können wir nichts, aber wenn die Sache gut funktioniert und das Essen schmeckt, dann könnten wir das regelmĂ€ĂŸig machen. Es wĂ€re bestimmt eine gute Reklame fĂŒr Ihr Restaurant. Bitte melden Sie sich bei uns!“


DIALOGE

Kassiererin (im Supermarkt):
„Sie kaufen Ihre Milch jetzt auch hier?“
Kuh: „Klar! FĂŒr den Preis kann ich sie selbst nicht produzieren!“

*

Kassiererin: „Sammeln Sie Punkte?“
Kundin: „Haben Sie auch Kommas?“

*

„Treuepunkte?“
„Nö.“
„Sammelbilder?“
„Nö.“
„Kassenbon?“
„Nö.“
„Tschakkeline, komma bei mich bei –
wia ham hia ein Kwerulant!“

*

Kassiererin: „Sammeln Sie Punkte?“
Kundin: „Das sind Sommersprossen!“

*

(Nach dem Einbruch bei „IKEA“)
Einbrecher 1: „Hast du die Beute?“
Einbrecher 2: „Ah... nee! Ich habe nur Kerzen und Teelichter.“
Einbrecher 1: „Verdammt, ich auch!“

*

(Im Drogeriemarkt)
„Wo finde ich Schwangerschaft-Tests?“
„Gleich neben den Kondomen.“
„Wenn ich wĂŒsste, wo die Kondome liegen,
brĂ€uchte ich jetzt den Test nicht!“

*

„Weißt du eigentlich, wie viel Essen im MĂŒll landet?“
„Ja. Aber noch mehr Sorgen macht mir,
wie viel MĂŒll im Essen landet!“




Eigennutz weiter im Vormarsch?

Angesichts der drohenden globalen ökologischen Krise: Wie lange können wir eigennĂŒtzige Mitmenschen noch die Entscheidung ĂŒberlassen, welche Nahrungsmittel sie essen und welches Auto sie fahren?

EigennĂŒtzige Menschen – sind das nicht die allermeisten von uns? All jene nĂ€mlich, ...

  • die ungebrochen bei „Amazon“ kaufen und fĂŒr noch mehr Lkw-Traffic auf den Straßen sorgen
  • die ungebrochen Produkte des „NestlĂ©â€œ-Konzerns kaufen, auf dass immer mehr Wasserquellen in armen LĂ€ndern versiegen
  • die immer grĂ¶ĂŸere und PS-stĂ€rkere Autos, vor allem SUVs, kaufen
  • deren Fleischkonsum ungebrochen ist
  • die Produkte kaufen, worin Palmfett enthalten ist, wodurch immer mehr RegenwĂ€lder abgeholzt werden mĂŒssen
  • die jedes Mal ein neues Smartphone kaufen, wenn eine neue Version auf den Markt kommt
  • die Produkte kaufen, die immer mehr der Obsoleszenz anheimfallen, was unsere MĂŒllberge weiter wachsen lĂ€sst
  • die nach wie vor den LĂŒgen von Politikern glauben, die letztlich eh nichts anderes wollen, als der Wirtschaft in den Arsch zu kriechen
  • und und und ...



Kauf-nix-Liste

In Zeiten, da immer mehr weggesschmissen wird – selbst Dinge, die andere noch gbrauchen könnten –, die MĂŒllberge immer grĂ¶ĂŸer und die Ressourcen immer knapper werden, das Klima sich verschlechert etc., wird es immer wichtiger, beim Einkauf ĂŒber Sinn und Zweck der materiellen ‚Eroberung‘ nachzudenken.

Dass Unmengen von Lebensmitteln auf dem MĂŒll landen, wissen wir schon lange, und auch, dass wir nur einen sehr geringen Teil des Inhalts unserer KleiderschrĂ€nke tatsĂ€chlich anziehen, ist inzwischn hinlĂ€nglich bekannt. in Grund mehr gelegentlich mal beim Einkaufen die nachfolgende Liste durchzugehen:

  • Brauch ich das?
  • Wie viel habe ich bereits davon?
  • Wie oft werde ich es benutzen?
  • Wie lange wird es halten?
  • Kann ich es auch ausleihen?
  • Habe ich etwas, das genauso ist?
  • Kann ich auch ohne leben?
  • Kann ich es selbst reparieren?
  • Will ich das auch wirklich?
  • Was mache ich damit, wenn ich es nicht mehr brauche?
  • Wer bekommt mein Geld dafĂŒr?
  • Wie und wo wurde es produziert?
  • Wie lange wird es mich glĂŒcklich machen?



Wer bei
„Amazon“
kauft ...



(Grafik: © Frank R. Bulla)

  • hilft dabei, Arbeitnehmer auszubeuten
  • ruiniert kleine LĂ€den
  • unterstĂŒtzt Steuerflucht im großen Stil
  • macht den reichsten Mann der Welt noch reicher –
    und andere dafĂŒr noch Ă€rmer

DafĂŒr lohnt es sich doch, seinen Hintern nicht vom Sofa zu bewegen, oder!? 😎



Made in Germany

Erfindungen aus Deutschland

(Text: N. N.)

  • Aspirin:
    Felix Hoffmann
  • Automobil:
    Carl Benz
  • Buchdruck:
    Johannes Gutenberg
  • DĂŒbel:
    Artur Fischer
  • Dynamo:
    Werner von Siemens
  • Fernsehen:
    Manfredvon Ardenne
  • Funkuhr:
    Wolfgang HĂŒbert
  • Hubschrauber:
    Henrich Focke
  • Motorrad:
    Gottlieb Daimler
  • MP3-Format:
    „Fraunhofer-Institut“
  • Straßenbahn:
    Werner von Siemens
  • Teebeutel:
    Adolf Rambold

Nachhaltigkeit

Interessante Zahlen

So viele Menschen könnten nachhaltig auf der Erde leben, wenn sie so leben wĂŒrden wie die Menschen in

  • Indonesien:  7,5 Milliarden
  • Costa Rica:  4,7 Milliarden
  • Brasilien:  4,5 Milliarden
  • SĂŒd-Afrika:  4,0 Milliarden
  • China:  3,5 Milliarden
  • Polen:  2,9 Milliarden
  • Bhutan:  2,8 Milliarden
  • Schweiz:  2,7 Milliarden
  • Deutschland:  2,64 Milliarden
  • Russland:  2,5 Milliarden
  • Österreich:  2,1 Milliarden
  • USA:  1,58 Milliarden
  • Luxemburg:  1,0 Milliarden

(Quelle: „Quarks“)