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Wirtschaftliches:
Schlitzohren

Übersicht

  • BauernfĂ€ngerei oder Strohhalm?
    Die Sache mit den Medien-Abos
  • Etikettenschwindel
    Pflanzliche Fremdsubstanzen entpuppen sich als Fleischbeilage
  • Das Handwerk und die fĂŒnfte TodsĂŒnde
  • Das große GeschĂ€ft mit dem (meist) ‚kleinen GeschĂ€ft‘
    Timo Beil ĂŒber die „sanifaire“ Abzocke auf Autobahn-RaststĂ€tten
  • Kapitalismus in Reinform
    Zitat
  • Apropos: Gewinnmaximierung ...
    Grafik
  • Etikettenschwindel, so weit das Auge reicht ...
  • UnverschĂ€mte Abzocke!
    ErbsenzĂ€hler-Verein „Deutsche Post“
  • Acht Fakten ĂŒber Glyphosat
    Was man dem BĂŒrger gerne vorenthĂ€lt

BauernfÀngerei oder Strohhalm?

Die Sache mit den Medien-Abos

(Foto: © Frank R. Bulla)

Viele von uns kennen ja diese Umfragen von durchaus seriösen Medien, wie z. B. „Der Spiegel“ oder „Die Zeit“, die schon seit Jahren bei „Facebook“ kursieren. Hat man einmal auf das Umfrage-Posting geklickt, wird schnell klar, wie der Hase lĂ€uft: Zwar wird wohl die Stimme gezĂ€hlt, wenn man auf einen Options-Button geklickt hat, aber wohl nur, sofern man das Spielchen weiterspielt – und das bedeutet: kostenlos ein Probe-Abo bestellen. Das ist in der Tat kostenlos (beim „Spiegel“ sind das beispielsweise vier Ausgaben frei Haus), aber insofern nicht ganz unverbindlich, weil man zu einem bestimmten Zeitpunkt das Probe-Abo kĂŒndigen muss (beim „Spiegel“ ist das nach Erhalt der zweiten Ausgabe – nicht vorher!). Und wer die Frist verpasst, hat erst mal ein Abo an der Backe.

Als frĂŒherer „Spiegel“-Leser der Print-Ausgabe verfolge ich natĂŒrlich auch heutzutage regelmĂ€ĂŸig das, was von dem Magazin online angeboten wird. Und ich habe natĂŒrlich immer wieder auch ein etwas schlechtes Gewissen, wenn ich die „Spiegel“-Artikel lese, das Heft aber nicht kaufe (ich veröffentliche ja selbst seit fast 35 Jahren ein Medium).

Und so ließ ich mich im Rahmen der „Facebook“-Online-Umfrage auf das kostenlose Probe-Abo ein, denn ich wollte gerne wissen, inwieweit sich das Print-Magazin verĂ€ndert hat, wollte aber fĂŒr diesen Test vorerst kein Geld ausgeben.

Nun ja – so ein Magazin wie der „Spiegel“ ist sicherlich Geschmackssache: Manche Leute mögen das Nachrichten-Magazin, andere bevorzugen eher etwas Einfacheres, Komprimierteres wie den „Focus“. Was beiden sicherlich gemeinsam ist: Sie haben im Laufe der Jahre ein wenig nachgelassen, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass UmsĂ€tze und Auflagen allgemein sinken und dadurch – zumindest macht es auf mich den Eindruck – immer mehr VolontĂ€re und Praktikanten beschĂ€ftigt werden, die Zahl der gestandenem Journalisten weniger wird und deswegen wohl sowohl Ausdruck als auch Orthographie schon mal bessere Zeiten gesehen haben. Auch gute Mitarbeiter wollen eben angemessen bezahlt werden. Wir leben aber leider in einer Zeit, da es immer mehr solche MissverhĂ€ltnisse gibt: Wir leben im Zeitalter der „Geiz ist geil“-MentalitĂ€t.

Wie auch immer. Der „Spiegel“ hat mich nicht wirklich enttĂ€uscht, aber er ist auch nicht besser geworden gegenĂŒber den letzten Ausgaben, die ich vor ein paar Jahren mal las. Deswegen kĂŒndigte ich das Probe-Abo rechtzeitig, was einwandfrei funktionierte. Die versprochenen insgesamt vier kostenlosen Ausgaben gab's dennoch. Auch in dieser Hinsicht ist der „Spiegel“ nach wie vor ein seriöses Medium.

Die Frage, ob diese Online-Umfrage BauernfÀngerei ist oder nur ein Strohhalm, nach dem das Medium greift, um die Zahl der Abonnenten zu pushen, ist nicht so leicht zu beantworten. Fakt ist, dass diese Sache mit dem Probe-Abo auch anderswo lÀuft: z. B. im Online-Handel, wo einem bei Abschluss eines Auftrags als vermeintliches Dankeschön PrÀsente winken, z. B. kostenlose Zeitschriften-Probe-Abos ...

(Abb.: Screenshot)



Etikettenschwindel

Pflanzliche Fremdsubstanzen
entpuppen sich als Fleischbeilage

(Foto: © Frank R. Bulla)

KĂŒrzlich entdeckte ich – kurz vor der heimischen Herstellung von Haferflocken – auf dem Etikett einer durchsichtigen Packung Nackthafer, einem Markenprodukt aus dem Bio-Laden, den Hinweis: „Kann Spuren von Mandeln, NĂŒssen, Sesam, Soja, Milch oder Sellerie enthalten“. Das fand ich schon mal höchst interessant, wĂ€hrend ich mich fragte, ob der Herstelker seine Maschinen vorm nĂ€chsten Produktionsprozess nie gescheit sĂ€ubert? Oder werden selbst bei der Produktion von Bio-Erzeugnissen billigere FĂŒllmittel verwendet, um den Umsatz zu steigern?

Schwer zu sagen. Die Spuren o. g. Fremdsubstanzen konnte ich nach eingehender Sichtung nicht entdecken, dafĂŒr aber zwei Krabbeltiere, die dunkler als die Haferkörner waren und fast genauso groß. Da stelle man sich mal vor, ein Vegetarier oder womöglich ein Veganer wĂŒrde ĂŒber diese unerwĂŒnschte Fleischbeilage stolpern. Man möchte dann wohl auch nicht wirklich wissen, wie viele Tierchen beim letzten Flockungsvorgang bereits zu KĂ€ferflocken verarbeitet und verzehrt worden sind.

Ich habe dann jedenfalls mal den Hersteller angeschrieben und angeregt, das Etikett zu ĂŒberarbeiten: „Kann Spuren von Mandeln, NĂŒssen, Sesam, Soja, Milch, Sellerie oder Krabbeltieren enthalten“, damit wenigstens auch Vegetarier und Veganer kĂŒnftig wissen, woran sie sind.



Das Handwerk und die fĂŒnfte TodsĂŒnde

Der sprichwörtliche ‚goldene Boden‘
bewahrheitet sich immer wieder

(Foto: © Frank R. Bulla)

Wir leben in einer Zeit, da es dank niedriger Zinsen einen Bau-Boom gibt. Davon partizipiert vor allem auch das Handwerk – und zwar so sehr, dass es lange Wartezeiten gibt. Manche Arbeiten haben aber nicht immer so lange Zeit.

Wir als Bauherren haben gerade die Aufgabe, uns um den in Eigenleistung zu erbringenden Mineral-Anstrich fĂŒr den Haussockel zu kĂŒmmern, was dazu dient, Feuchtigkeit vom GemĂ€uer fernzuhalten. Eigentlich wollte ich den Job selbst erledigen, bin da allerdings auf ein kleines Problem gestoßen: Unser favorisierter (und auch nicht ganz so billiger) Anbieter dieses Mineral-Anstrichs gibt das Gemisch ausschließlich als 18-Liter-Gebinde ab. Wir brauchen allerdings nur höchstens ein Drittel davon. Und weil das Zeug ganz schön teuer ist, wĂ€ren zwei Drittel ĂŒbrig, fĂŒr die wir keine Verwendung haben und die sich vermutlich auch nicht ganz so leicht verĂ€ußern lassen.

Der Hersteller hatte lediglich insofern ein Einsehen mit uns, als er mir den Tipp gab, einen bestimmten Maler in der Region zu fragen, der u. a. auch exakt mit diesem Mineralgemisch arbeitet, ob der uns nicht die gewĂŒnschte Menge abtreten könnte. Eigentlich eine gute Idee – aber offenbar nicht fĂŒr den schwer beschĂ€ftigten Maler, der das Zeug ausschließlich in Verbindung mit einer Dienstleistung abgeben wĂŒrde, das heißt: Er mĂŒsste den Auftrag fĂŒr den Anstrich bekommen. Gleichzeitig rĂ€umte er aber ein, dass er derzeit sehr stark ausgelastet sei und es von daher ein Weilchen dauern könnte, bis wir bedient wĂŒrden ...

Da das Gemisch unter anderm noch eins zu eins mit Zement ergĂ€nzt werden muss (mit Zement habe ich blöderweise noch nie gearbeitet!), bat ich – natĂŒrlich etwas widerwillig! – um ein entsprechendes Angebot, das zu erstellen ja eigentlich nicht so schwierig sein dĂŒrfte, zumal ich ihm die exakte Bemaßung der zu streichenden FlĂ€che mit auf den Weg geben konnte. Statt eines Angebots nannte er mir seinen Stundensatz – was wohl bedeutete, dass ich mir selbst ausrechnen darf, wie viele Stunden er wohl benötigen wĂŒrde, oder wie!?

Ich wÀhnte mich im falschen Film!

Inzwischen habe ich eine passable Do-it-yourself-Lösung gefunden. Den Maler indes habe ich auf die Schwarze Liste der habgierigen Halsabschneider gesetzt. Möge er in der Hölle schmoren!



Das große GeschĂ€ft mit dem
(meist) ‚kleinen GeschĂ€ft‘

Timo Beil ĂŒber die „sanifaire“ Abzocke
auf Autobahn-RaststÀtten

(Grafik: N. N.)

Auf „3Sat“ gab's vor geraumer Zeit mal Kabarett vom Feinsten zu sehen: „Die Anstalt“. Es ging dabei – wie sollte es in der Vorweihnachtszeit anders sein – unter anderem um Geschenke; auch um solche, die der Staat uns direkt oder indirekt macht bzw. gemacht hat.

Zum Beispiel dieses unsĂ€gliche, von RaststĂ€tten her bekannte Unternehmen mit dem noch unsĂ€glicheren Namen: „Sanifair“. Ein Etikettenschwindel sondersgleichen – von der Zielsetzung bis hin zur Namensgebung ein echter Griff ins Klo, der uns immer teurer zu stehen kommt, weil die Möglichkeit zur Gewinnmaximierung – hat man sie erst mal einreißen lassen – geradezu inflationĂ€r ist.

Man muss sich das mal ĂŒberlegen: Man macht Station an der RaststĂ€tte, weil es durchaus der Natur des Menschen entspricht, nach einer gewissen Anzahl an Stunden, die man fern jeglichen stillen Örtchens auf der Autobahn verbracht hat, die sanitĂ€ren Einrichtungen einer RaststĂ€tte aufzusuchen. Man könnte zur Vermeidung der Abzocke natĂŒrlich auch einen simplen Parkplatz aufsuchen und dort in die BĂŒsche machen – tut man aber nicht, weil man eine etwas gemĂŒtlichere Pause einlegen will und sich nach dem Toilettengang und vor dem Imbiss vor allem die HĂ€nde waschen will. Und im ĂŒbrigen haben – zum GlĂŒck fĂŒr die „Sanifair“-Betreiber und auch die anderen Unternehmen auf einer solchen RaststĂ€tte – die meisten RaststĂ€tten-Besucher Anstand und eben kein „Ballermann“-Niveau, sonst wĂŒrden die Konsequenzen aus dieser Abzocke im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stinken.

OK, frĂŒher war's auf der RaststĂ€tte auch nicht wirklich rosig: Da stand zwar kein Automat mit MĂŒnzschlitz und arretiertem Drehkreuz im Weg, sondern es saß da lediglich eine – vornehmlich auslĂ€ndische – Person an strategischer Stelle, um einen ernst und fordernd, ja, geradezu anklagend anzusehen, wenn man erleichtert vom Urinal oder Klobeckenrand zurĂŒckkehrte. Es kostete schon ein wenig Überwindung, dem Blick zu widerstehen, um deutlich zu machen, dass man nicht Willens war, fĂŒr das bisschen Pipi auch noch Geld hinzublĂ€ttern – schon allein deswegen, weil es schon Geld gekostet hat, dieses bisschen Pipi ĂŒberhaupt zu erzeugen. Dieser Blick: eine besondere Form der UnverschĂ€mtheit, Ă€hnlich jener UnverschĂ€mtheit von Wasserwerken, die nicht nur fĂŒr das Bereitstellen von Trinkwasser sorgen (kostbares Trinkwasser, das dĂ€mlicherweise auch fĂŒr den Toilettengang genutzt werden muss) und dafĂŒr die Hand aufhalten, sondern fĂŒr die entnommene Menge nochmals kassieren, nĂ€mlich fĂŒrs Abwasser, selbst wenn das Wasser fĂŒr das Berieseln von Pflanzen auf dem Balkon genutzt wird und somit ĂŒberhaupt nicht ins Abwasser gelangt.

Im schlimmsten Fall entnimmt man heutzutage am heimischen Wasserhahn Wasser fĂŒr Tee oder Kaffee fĂŒr die Thermoskanne, zahlt sowohl fĂŒr Frisch- als auch nicht anfallendes Abwasser, sucht schließlich eine dieser unsĂ€glichen "Sanifair"-Toiletten auf und zahlt nochmals dafĂŒr, weil Tee oder Kaffee schließlich wieder den Körper verlassen mĂŒssen. Und da der gemeine RaststĂ€tten-User kein Akrobat ist, vermag er nicht, die vom Geld abhĂ€ngige Schranke kostenfrei zu ĂŒberwinden.

Und da man nicht bereit ist – wenn man denn schon genötigt wird, fĂŒrs ‚kleine oder große GeschĂ€ft‘ zu berappen –, Geld zu verschenken, nutzt man die Möglichkeit, den im Eintritt zum Austreten enthaltenen Gutschein einzulösen. So stehen beispielsweise 50 Cent zum wahrlich sinnlosen Verprassen zur VerfĂŒgung. Das bedeutet in der Regel: eine sĂŒĂŸe Kleinigkeit fĂŒr zwischendurch (die man sich unter normalen UmstĂ€nden sehr wahrscheinlich nicht hĂ€tte antun mĂŒssen und auch nicht hĂ€tte antun wollen). Findet man fĂŒr diese 50 Cent nichts, was einen anspricht (was meistens der Fall ist!), muss man noch was drauflegen.


KAPITALISMUS IN REINFORM

„Kapitalismus in Reinform ist, wenn man betrĂŒgerisch
Abgaswerte verfÀlscht, die Fahrzeuge mit unrichtigen Angaben
verkauft und – nachdem das ans Licht kommt - von der Politik
dafĂŒr nicht zur Rechenschaft gezogen wird, den Kunden
auf dem hohen Wertverlust sitzenlĂ€sst und dann Rekordgewinne einfĂ€hrt, die dem Vorstand riesige Boni-Zahlungen bescheren.“

Apropos:
Gewinnmaximierung








(Foto / Grafik: © Frank R. Bulla)



Etikettenschwindel,
so weit das Auge reicht ...

Wenn es nach dem Willen einiger Politiker geht (an der Spitze der bayrische „CSU“-Agrarminister Christian Schmidt), dĂŒrfte es Begriffe wie „vegane WĂŒrstchen“ gar nicht mehr geben. Das politische Vorpreschen in Sachen „vegane WĂŒrstchen“ oder „vegane Schnitzel“ finde ich allerdings höchst albern, zumal andere Lebensmittel in puncto Etikettenschwindel sehr viel Ă€ltere Rechte haben.

Nehmen wir nur mal die Kalbsleberwurst, die gesetzesgemĂ€ĂŸ nur mindestens 50 Prozent an Kalbsleber enthalten muss – der Rest kann beispielsweise Schweineleber sein. Man kann jedoch ziemlich sicher sein, dass es keinem Hersteller aus wirtschaftlichen ErwĂ€gungen heraus einfallen wird, mehr als die mindestens geforderte Menge beizumischen (was ja wohl bei nahezu allen kennzeichnungspflichtigen Lebensmitteln der Fall sein dĂŒrfte), was dann aus einer Kalbsleberwurst in Wahrheit beispielsweise eine Kalbsleber-Schweineleber-Wurst macht.

Und wenn man denn schon Begriffe wie „vegane WĂŒrstchen“ verbieten will, dann sollte man in erster Linie die entsprechende Form des Lebensmittels verbieten, denn gerade die erinnert an das fleischhaltige Produkt. Und wenn ein WĂŒrstchen nicht mehr aussieht wie ein WĂŒrstchen, dann nennt man es auch nicht mehr so und hat als Verbraucher auch nicht mehr die Assoziation, dass es irgendetwas mit dem Fleischprodukt zu tun haben könnte. Zuweilen hat man aber den Eindruck, dass es gewissen Vegetariern und vielleicht sogar auch Veganern gar furchtbar leidtut, dass sie dem leckeren (echten) Fleisch- oder Wurstgeschmack abgeschworen haben, sodass sie mit den vegetarischen Surrogaten wenigstens eine Alternative mit Ă€hnlicher Form und Ă€hnlichem Geschmack zur VerfĂŒgung haben.

Aber gerade Politiker sollten sich in puncto Etikettenschwindel nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, gehen sie da doch als ganz schlechtes Beispiel voran. Oder hat in den ... sagen wir mal: letzten 20 Jahren irgendjemand das GefĂŒhl gehabt, dass sich die großen Parteien großartig unterscheiden, geschweige denn, sich namensgerecht verhalten? Beispielsweise „CDU“ / „CSU“, die mit „christlicher“ Gesinnung ganz offensichtlich reichlich wenig am Hut haben, oder die „SPD“, die heutzutage nur noch herzlich wenig durch besonders viel „soziale“ Denke glĂ€nzt. Folglich sollte man erst mal den Parteien ans Herz legen, sich umzubenennen – oder sich alternativ dem Parteinamen entsprechende Programme zu verordnen. Anschließend kann man dann ja mal darĂŒber nachdenken, Produkte mit Schwindel erregenden Bezeichnungen umzubenennen.



UnverschÀmte Abzocke!

ErbsenzĂ€hler-Verein „Deutsche Post“

(Foto: © Frank R. Bulla)

Im FrĂŒhjahr 2019 brachte der Postbote einen Brief, der mit einem heftigen Nachporto belegt war. Zwar trug der Brief keinen Absender, fiel aber durch seine sehr persönliche Aufmachung, insbesondere auch durch die handgeschriebene Anschrift auf und erweckte den Eindruck eines GlĂŒckwunschschreibens, sonst wĂ€re der Empfang wohl abgelehnt worden und wĂ€re postwendend an den Absender zurĂŒckgegangen.

Man muss wissen: Ein Standardbrief hat die Maße 22,0 mal 11,0 Zentimeter. Das Exemplar, das hier heute eingetrudelt war, war 12,0 mal 12,0 Zentimeter groß, somit im Grunde genommen nicht grĂ¶ĂŸer als der Standardbrief (von der FlĂ€che her sogar um einiges kleiner!) und vom Gewicht her definitiv nicht schwerer als ein Standardbrief, der seinerzeit 0,70 Euro kostete. Ich staunte nicht schlecht, als ich dafĂŒr 2,75 Euro (!) wegen der „SondergrĂ¶ĂŸe“ berappen musste.

Die „SondergrĂ¶ĂŸe“ ergibt sich ĂŒbrigens daraus – so habe ich recherchiert –, dass die eine Ausrichtung eines Standardbriefs zwischen 14,0 und 23,5 Zentimetern liegen muss und die andere Ausrichtung zwischen 9,0 und 12,5 Zentimetern. Zusammengefasst bedeutet das, dass der erhaltene Brief hinsichtlich des einen Richtmaßes sogar noch ein wenig kleiner war und beim zweiten Richtmaß vollkommen im Rahemn.

Dem könnte man ja jetzt spaßeshalber mal gegenĂŒberstellen, dass die „Deutsche Post“ von 2016 bis 2018 rechtswidrig Porto-Erhöhungen realisiert hat – und zwar auf Basis eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts. Auf die gerichtliche BegrĂŒndung soll hier nicht weiter eingegangen werden. Jedenfalls hieß es, dass die „Deutsche Post“ wohl kaum mit einer Porto-RĂŒckforderung rechnen muss – vermutlich schon allein deswegen nicht, weil es gerade fĂŒr Privatleute schwierig sein dĂŒrfte, zu belegen, wann und in welchen Mengen man welche Briefmarken gekauft hat. Vielleicht war die Angelegenheit aber auch schon verjĂ€hrt. Ein bisschen erinnert das an den Diesel-Skandal, wenngleich bei der „Deutsche Post“ möglicherweise nicht ganz so viel kriminelle Energie im Spiel war wie bei gewissen Auto-Herstellern.

So jedenfalls macht sich die „Deutsche Post“ wahrlich keine Freunde. Aber zum GlĂŒck hat der Konzern bereits seit vielen Jahren Mitbewerber, die vielfach auch kostengĂŒnstiger sind, gerade wenn es um den Bereich „Standardbrief“ geht. Und dass bei diesen Mitbewerbern ErbsenzĂ€hler beschĂ€ftigt sind, konnte ich bislang auch nicht feststellen.



Acht Fakten ĂŒber Glyphosat

Was man dem BĂŒrger gern vorenthĂ€lt

(Grafik: Yikrazuul / photoshopped: Frank R. Bulla)

WĂ€re da nicht stĂ€ndig diese WirtschaftnĂ€he einiger Politiker, wie beispielsweise der derzeitigen Landwirtschafsministerin Julia Klöckner („CDU“), wĂŒrde man Chemikalien, die noch nicht restlos erforscht sind, wie beispielsweise Glyphosat, erst mal auf Eis legen. Schließlich ist Glyphosat Bestandteil von Breitband-Herbiziden, die sich im Einsatz zur UnkrautbekĂ€mpfung sowohl auf erwĂŒnschte Flora als auch auf Tierwelt und Menschen auswirkt. Stattdessen lĂ€sst man diesen Stoff fĂŒr Jahre zu.

  1. Glyphosat erhöht beim Menschen das Risiko, an LymphdrĂŒsenkrebs zu erkranken.
  2. Glyphosat im Futter fĂŒhrt bei MĂ€usen und Ratten zu steigenden Krebsraten.
  3. Glyphosat ist gentoxisch – es schĂ€digt das Ergbut.
  4. Glyphosat fĂŒhrt bei Fröschen und HĂŒhnern zur Missbildung von Embryonen.
  5. Glyphosat zerstört die Artenvielfalt – durch Abtöten von Wildpflanzen fehlt Insekten und Vögeln die Nahrungsgrundlage.
  6. Glyphosat fördert die Entstehung von resistenten Super-UnkrÀutern.
  7. Glyphosat ist ein endokriner Disruptor – es greift in unser Hormonsystem ein.
  8. Die Risiko-Bewertung von Glyphosat durch die „EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit“ beruht auf geheimen Studien der Hersteller.

Mehr ĂŒber Glyphosat erfahren Sie bei „Wikipedia“.

(Quelle: „Campact“)