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Zeitgeist:
Allgemeines

Übersicht

  • Schöne neue Zeitrechnung
    „Jahr x vor Corona“
  • Sind wir noch zu retten?
  • Zeitgeist
    Zitat
  • „FrĂŒher war alles besser“!?
    Wir leben im Zeitalter der Reiz-Überflutung

Schöne neue Zeitrechnung

„Jahr x vor Corona“

Bei einer „Facebook“-Freundin las ich in letzter Zeit des öfteren EintrĂ€ge wie „Jahr 3 vor Corona“. Unter dieser Überschrift nĂ€mlich postete sie BeitrĂ€ge von vor einiger Zeit, in diesem Falle von vor drei Jahren. Es dauerte eine Weile, bis mir Sinnhaftigkeit und Relevanz dieser Aussage eigentlich erst so richtig bewusst wurde. Abgesehen von anderen wichtigen Aspekten steht eines auf jeden Fall schon mal fest: Im Gegensatz zu Aussagen wie „2020 n. Chr.“ gibt es Corona tatsĂ€chlich und ist absolut kein Hirngespinst, auch wenn diverse Verschwörungs-Theoretiker völlig anderer Meinung zu sein scheinen.

Allerdings sei kritisch anzumerken, dass das Corona-Virus nicht erst seit 2020 existiert, ist die aktuelle Version – „COVID-19“ – doch nur Teil der großen Corona-Familie, die bereits seit den 1960er Jahren ihr Unwesen treibt. Insofern wĂ€re es treffender (um beim Beispiel zu bleiben) von „Jahr 3 vor COVID-19 (3 v. C19)“ zu sprechen.

Viel entscheidender fĂŒr die Wahl dieser neuen Zeitrechung aber könnte die ZĂ€sur sein, die das Virus „COVID-19“ in diesem Jahrtausend bewirkte. Es hat unser aller Leben, das Leben der gesamten Menschheit völlig auf den Kopf gestellt – im Grunde genommen mehr noch als das das Geschehen wĂ€hrend der beiden Weltkriege vermochte, wo immerhin weite Teile der Welt unberĂŒhrt geblieben waren.



Sind wir noch zu retten?

(Text: N. N.)

Jedes Jahrzehnt steht unter einem anderen Motto:

  • 1980: „Rettet den Baum!“
  • 1990: „Rettet den Regenwald!“
  • 2000: „Retten den EisbĂ€ren!“
  • 2010: „Rettet den Euro!“
  • 2020: „Rette sich, wer kann!“


ZEITGEIST

„FrĂŒher war alles besser, sogar die Zukunft.“
(Karl Valentin)




„FrĂŒher war alles besser“!?

Wir leben im Zeitalter der Reiz-Überflutung

(Foto: N. N.)

„FrĂŒher war alles besser“ – diese Aussage bekommen wir heutzutage hĂ€ufig zu hören. Dabei ist das, was wir in allen möglichen Bereichen wahrnehmen, lediglich das Ergebnis einer langen Entwicklung – ein Ergebnis, das sich eigentlich schon lĂ€ngst relativiert haben mĂŒsste.

Was sich im Gegensatz zu frĂŒher definitiv zum Schlechteren hin verĂ€ndert hat, ist beispielsweise die geradezu inflationĂ€re Reiz-Überflutung in der Glotze.

Nimmt man nur einmal die fehlenden ÜbergĂ€nge zwischen BeitrĂ€gen und Werbung: Manchmal sind die ÜbergĂ€nge so fließend, dass man kaum bemerkt, dass bereits ein neuer Beitrag, ein neuer Film, eine neue Serie oder ein neuer Werbe-Spot angefangen hat. Nur auf ganz wenigen – vornehmlich öffentlich-rechtlichen – Sendern praktiziert man noch ‚Trennmittel‘ wie beispielsweise die „MainzelmĂ€nnchen“ auf dem „ZDF“.

Wenn es noch so was wie AbspĂ€nne bei Filmen gibt, sind diese sehr kurz gefasst (Devise: „In der KĂŒrze liegt die WĂŒrze!“) und vermischen sich auf dem Bildschirm bereits mit Hinweisen auf die folgende Sendung und / oder mit Vorschauen auf spĂ€ter auszustrahlende BeitrĂ€ge. FrĂŒher haben uns AbspĂ€nne so eine Art ‚Cooldown‘ beschert: ein ganz allmĂ€hliches Sich-lösen von dem Geschehen des Kino-Streifens. Heutzutage werden wir, kaum dass ein Film zu Ende gegangen ist, vom Folgebeitrag emotional förmlich erschlagen. Es ist fast so, als wollte man uns daran hindern, Zeit zum Nachdenken, zur Besinnlichkeit zu haben.

Mit am exzessivsten wird die Reiz-Überflutung auf Nachrichten-Sendern praktiziert: WĂ€hrend die neuesten Meldungen verlesen werden, wimmelt es auf dem Bildschirm nur so von textlichen Informationen: Börsenkurse, Temperaturen und vieles andere mehr. Ein normales Gehirn ist gar nicht in der Lage, diese Flut an Fakten aufzunehmen und zu verarbeiten.

Wen wundert es da, dass der Mensch emotional an Tiefe zu verlieren droht, weil er in der heutigen Welt von allen Seiten mit EinflĂŒssen dermaßen bombardiert wird, dass er kaum mehr ein klares GefĂŒhl, einen klaren Gedanken fassen kann und so zusehends der OberflĂ€chlichkeit zum Opfer fĂ€llt.

Der krasseste Unterschied zwischen der Glotze frĂŒher und heute dĂŒrfte wohl folgender sein: Damals wurde nicht ununterbrochen gesendet. Bestenfalls flimmerte noch so was wie ein Testbild ĂŒber den Bildschirm (siehe Abb.!) – meist jedoch zeigte die Mattscheibe etwas, was man sich heute ĂŒberhaupt nicht mehr vorstellen kann: Wir nannten es „Schnee“, wenn die Masse der Bildpunkte nur noch aus Unmengen von schwarzen und weißen Pixeln bestand und im Grunde genommen nichts zeigte.