bulla-blog
–——————————–

Zeitgeist:
Feste feiern ...

Ăśbersicht

  • Warum Feste feiern, wie sie fallen?
    Ostern? Weihnachten? Einerlei! / Ostfriesen-Witz des Jahres
  • FĂĽr alle, die es nicht mehr abwarten können
    Die ultimativen Countdowns zum Fest
  • Spenden statt Geburtstagsgeschenken?

Warum Feste feiern, wie sie fallen?

Ostern? Weihnachten? Einerlei!

(Foto: © Frank R. Bulla)

Es entspricht absolut dem Zeitgeist, dass es zeitliche Überschneidungen gibt. Während noch die Reste vom letzten Fest in den Supermarkt-Regalen lagern, stehen schon längst die Produkte fürs nächste Fest am Start. Irgendwann werden wir so weit sein, dass es bereits im Frühjahr – also kurz nach Ostern – bereits das ganze Weihnachtsgedöns geben wird, unmittelbar gefolgt – kurz nachdem der erste Run auf die Weihnachtsartikel gelaufen ist – von dem ganzen Ostergedöns.

Spätestens Mitte der 2020er Jahre wird es dann wohl endlich so weit sein, dass es alles ganzjährig geben wird – selbst „Mon Chéri“ wird nicht seine berühmte Sommerpause einlegen. Und logisch, dass man dann den geschmückten Tannenbaum sowie den geschmückten Osterstrauch (alles selbstverständlich aus nahezu unverwüstlichem Kunststoff hergestellt) gleich das ganze Jahr lang stehenlässt. Der ganzjährige Adventskalender ist dann genauso Usus wie das tägliche Geschenk.

Ostfriesen-Witz des Jahres

Nachdem ich die obigen Zeilen verfasst hatte, kam mir ein Zeitungs-Artikel in die Quere, in dem Ostfriesen eine groĂźe Rolle spielen:

Die Ostfriesen sind ja immer wieder gut als Produzenten von typisch nordeutschem Humor, der zuweilen ebenso flach sein kann wie die norddeutsche Tiefeben. Ostfriesen sind aber auch immer wieder gut als Zielscheibe fĂĽr Spott. JĂĽngst gaben sie dafĂĽr mal wieder Anlass:

So ging im September 2020 durch die Medien, dass die Ostfriesen das wegen der Corona-Pandemie ausgefallene Osterfeuer im Herbst nachholen wollen – schließlich seien diese Veranstaltungen Brauchtumsfeiern ...

Was für ein Blödsinn! Wenn das Schule macht, kommt man womöglich noch auf die Idee, Weihnachtsmärkte, die in diesem Jahr auf Grund von „COVID-19“ um einiges dürftiger als sonst ausfallen dürften, im Frühjahr 2021 nachzuholen, weil dann die Chance, dass man wieder normal ausgestattete und normal besuchte Weihnachtsmärkte abhalten kann, erheblich größer sein könnte als im Winter 2020. Zudem wäre es im Frühjahr schon so warm draußen, dass es kein Problem darstellen würde, auf Glühwein zu verzichten, der auf den Weihnachtsmärkten 2020 verboten sein könnte, was für viele das Vergnügen deutlich schmälern könnte, weil Weihnachtsmärkte inzwischen hauptsächlich zum Fressen und Saufen gut sind. Stattdessen könnte es ja dann Eis in der Waffel geben.

Wenn man dann im Frühjahr lange genug wartete, könnte man vielleicht sogar Weihnachtsmärkte mit Ostermärkten zusammenlegen. Hinsichtlich der saisonbedingten Schokoladen-Produkte ist es im Laufe der vergangenen Jahre eh schon zu erheblchen zeitlichen Verschiebungen gekommen. So stehen schon jahrelang bereits im August in den Supermarkt-Regalen Süßwaren wie Domino-Steine, Lebkuchen und Weihnachtsmänner zur Verfügung. Ein Zusammenlegen der Feste könnte den Startpunkt markieren für einen ganzjährigen Verkauf von Oster- und Weihnachtsleckereien. Bald könnte dann jeder Deutsche (derzeit ist es noch jeder zweite) auf die Frage, was er denn zum Fest bekommen hat, wahrheitsgemäß antworten: „Einen Bauch.“ Die Auto-Industrie hat ja bereits vor ein paar Jahren eine entsprechende Entwicklung eingeleitet durch den Verkauf von SUVs: Selbst dicke und schwere Menschen finden darin bequem Platz, ohne dass die Karosserie ächzt.



FĂĽr alle, die es
nicht mehr abwarten können ...  🕛

Die ultimativen Countdowns zum Fest


Verbleibende Zeit bis Ostern 2021:


Verbleibende Zeit bis Weihnachten 2020:


Verbleibende Zeit bis Silvester 2020:



Spenden statt Geburtstagsgeschenken?

Nicht genug, dass Sugarhillie (so bezeichne ich regelmäßig den „Facebook“-Macher Mark Zuckerberg) einen unzählige Male daran erinnert, wenn der eigene Geburtstag naht – nein, schon vor geraumer Zeit hat er sich was völlig Neues ausgedacht:

Seither können Schenkwillige per Klick dazu veranlasst werden, statt dem Geburtstagskind etwas zu kredenzen, lieber für einen guten Zweck zu spenden. Als baldiges Geburtstagskind kann man „Facebook“-Freunde dazu veranlassen, und diese Veranlassung wird einem potenziell Schenkwilligen regelmäßig vorgelegt – vermutlich so lange, bis der jeweilige Geburtstag gelaufen ist. Im Gegensatz zu Einladungen zu Veranstaltungen, die man per Knick ignorieren oder absagen kann, gibt es hier ganz offensichtlich keinen Aus-Knopf. Das nervt!

Dieses Spendenverfahren erinnert mich eh viel mehr an die Gepflogenheit, in Traueranzeigen oder auf Trauerkarten darauf hinzuweisen, dass man tunlichst keine Blumen zum Grab mitbringen, sondern lieber zu einem bestimmten Zweck eine Spende abgeben möge.

Was Geburtstagsgeschenke angeht, finde ich es gut und alternativlos (wie unsere Bundesmutti gern zu sagen pflegt), dass man zum Geburtstag etwas geschenkt bekommt. Anlässlich meines Geburtstages haben mein Leben lang immer andere Leute für mich gespendet: ganz früher Socken, Schlüpfer, Krawatten, Fahrräder, Rollschuhe, Gesellschaftsspiele, später dann neben Süßigkeiten auch mal Blumen, Veranstaltungs-Tickets oder andere nützliche Dinge. Da freut man sich als Geburtstagskind einfach, weil das auch mit Wertschätzung zu tun hat.

Ich hoffe, Sugarhillie gewöhnt sich diese überflüssige Marotte bald wieder ab. Denn jeder muss selbst wissen, wann und wo er spendet.

Das sollten sich vor allem auch mal die zahlreichen Hilfs-Organisationen zu Herzen nehmen, die regelmäßig mit viel Aufwand per Post versuchen, Spendengelder einzutreiben. Von den Postdiensten der Nation werden jedes Jahr Unmengen an Bettelschreiben unter die Leute gebracht. Hatte man sich früher mal auf die Vorweihnachtszeit beschränkt – die Zeit also, von der man meinte, dass die Bettelschreiben-Empfänger ein besodners weiches Herz haben –, werden potenzielle Spender bereits seit längerem ganzjährig von allen möglichen Hilfs-Organisationen penetriert. Das ist m. E. viel rausgeschmissenes Geld, das man besser den Hilfsbedürftigen zu Gute kommen lassen sollte.

Mal nebenbei bemerkt, weiß man nicht wirklich, in welchen dunklen Kanälen die Gelder am Ende versickern. Man weiß aber, dass der ganze Verwaltungsapparat von Hilfs-Organisationen sehr viel Geld verschlingt, viel zu viel Geld – hier von den horrenden Summen mal ganz zu schweigen, die für Geschäftsführer, Vorstände u. dgl. draufgehen, die pro Person und Jahr teils fünf- oder sechsstellig ausfallen: Es scheint sehr lukrativ zu sein, in einer Hilfs-Organisation das Sagen zu haben.