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Zeitgeist:
Werbung

Übersicht

  • Kaffee-Kapseln
    Timo Beil über die Suche nach intelligentem Leben im All oder: Was war zuerst da: das Ei oder die Henne?
  • Risiken und Nebenwirkungen
    Unterschiede in der Reglementierung von TV-Werbung
  • Merkwürdige Gleichmacherei
    Timo Beil über eine Facette der Globalisierung
  • Sex-Spielzeug
    Werbung zur Unzeit
  • Spargelstand
    Angebot des Tages
  • Werbe-Slogans
    Erinnern Sie sich noch?
  • Penetrante Werbung
    Wenn Berufsbezeichnungen in Personennamen eingeschleust werden ...
  • Originelle Idee
    Schleichwerbung
  • Gummibärchen machen doof!
  • „I ❤️ Vorprung“
    Wie Möchtegern-Kreative Aussagen verhunzen
  • Werbung auf „Facebook“

Kaffee-Kapseln

Timo Beil über die Suche nach intelligentem Leben im All
oder: Was war zuerst da: das Ei oder die Henne?

Kaffee in Kapseln kostet zwischen 60 und 80 Euro pro Kilo (das Maximum liegt bei 80 Euro pro Kilo für „Nespresso“ im Gegensatz zu ca. 12 Euro pro Kilo für Röstkaffee der Marke „Jacob's Krönung“).

Dass Prominente wie George Clooney womöglich voller Überzeugung in den vergangenen Jahren für solche Kapseln Werbung gemacht haben, scheint nicht wirklich abwegig: Sie können sich diesen Luxus-Kaffee sicherlich locker leisten. Dennoch stellt sich die Frage: Was war zuerst da: das Ei oder die Henne? Ist „Nespresso“ so teuer, weil George Clooney dafür Werbung macht? Oder muss jemand wie George Cooney dafür Werbung machen, weil „Nespresso“ so teuer ist und den teuren Plastikmüll sonst keiner kaufen würde?

Jedenfalls könnten manche Produkte deutlich günstiger sein, würde man nicht so viel Geld dafür ausgeben, dass Prominente dem Verbraucher vorgaukeln, sie würden das Produkt selbst konsumieren. Dass wiederum viele Verbraucher auf diese Täuschung mittels Testimonials reinfallen, lässt den Versuch, intelligentes Lebens auf dem Mars zu finden, statt auf der Erde, als äußerst sinnvoll erscheinen, zumal dank des vielen unnötigen Mülls, den die Kapseln verursachen (die Rede ist von mehr als 8.000 Tonnen Alu-Müll weltweit), die Erde eh bald unbewohnbar und ein Umzug auf einen anderen Planeten angesagt sein wird.

Übrigens: Damit Sie mal eine Vorstellung davon bekommen, wie viel 8.000 Tonnen sind: Allein das Stahlgerüst des ca. 325 Meter hohen Eiffelturms in Paris wiegt 7.600 Tonnen.

Nebenbei bemerkt ...

Mal abgesehen davon, dass Kapsel-Kaffee ökologisch betrachtet die allerletzte Wahl ist, gibt es im Falle des von George Clooney beworbenen Produkts ein noch weiteres Manko: Diese Kapseln sind vom Konzern „Nestlé“, der schon seit sehr vielen Jahren Negativ-Schlagzeilen macht. Ein Beispiel mieser Geschäftspolitik ist „das dreckige Geschäft mit dem Wasser der Dritten Welt“ – so auch der Titel einer Dokumentation des „WDR“, die man aus Copyright-Gründen hierzulande auf „YouTube“ leider nicht mehr anschauen kann. Alternativ gibt ein anderes „YouTube“-Video (englisch, mit deutschen Untertiteln) einen kurzen Einblick in das, worum es hier geht.

Auch im US-Staat Colorado hat der Konzern – wie dem „WDR“-Video zu entnehmen war – seine Finger im Spiel, wo man es inzwischen bedauert, „Nestlé“ auf einem Fleckchen Land die Wasserrechte überlassen zu haben. Dazu John Graham von der Bürger-Initiative „Salida“:

„Was ‚Nestlé‘ Quellwasser nennt, geht erst fünf Meilen durch eine Leitung und wird dann in Trucks verfrachtet. Anschließend transportiert man es 120 Meilen nach Denver. Also – das Quellwasser zu nennen und zu verkaufen als irgendwie magische, extrem gesunde Substanz, ist doch Augenwischerei. Sie füllen zwei Produkte ab: Das eine nennen sie ‚Arrow Head‘ und das andere ‚Pure Life‘. Dafür nehmen sie einfach nur das Leitungswasser von Denver und verpacken es in Plastikflaschen – dasselbe Wasser, was jeder in Denver bekommt, wenn er den Hahn aufdreht. ‚Nestlé‘ zahlt etwa zwei Cent für vier Liter und verkauft das dann für zehn Dollar.“

Wohl aus guten Grund stellte sich Peter Brabeck-Letmathe, ehemaliger Manager und Präsident des Verwaltungsrates von „Nestlé“, vor das Produkt Wasser und vertrat die Meinung, dass unbegrenzter Zugang zu Wasser kein Menschenrecht sein soll, sondern jeder ordentlich dafür zahlen müsse.

Interessant ist übrigens auch der folgende „YouTube“-Beitrag: „Die Wahrheit über Nestlé“.

Als inzwischen weltgrößter Lebensmittelkonzern steht „Nestlé“ für zahlreiche Produkte, die es zu boykottieren gilt, sofern man ein Zeichen setzen will. Hier nur eine kleine Auswahl der bedeutendsten in Deutschland erhältlichen Marken:

  • „After Eight“, „Alete“, „Bärenmarke“, „Beba“, „Beneful“ (Tierfutter), „Buitoni“, „Caramac“, „Caro“, „Choclait Chips“, „Choco Crossies“, „Cini-Minks“, „Clusters“, „Dörffler“, „Felix“ (Tierfutter), „Frische Brise“, „Herta“, „Kitkat“, „LC1“, „Libby's“, „Lion“, „Maggi“, „Motta“, „Mövenpick“, „Nescafé“, „Nespresso“, „Nesquik“, „Nestea“, „Nutren“, „Nuts“, „Pro Plan“ (Tierfutter), „Rolo“, „Schöller“, „Smarties“, „Thomy“, “„Wagner Pizza“, „Yes“ sowie verschiedene Produkte mit dem Markennamen „Nestlé“.

Und nicht zu vergessen das Wasser, das den Ärmsten gestohlen wird, um es teuer weiterzuverkaufen, u. a.:

  • „Acqua Panna“, „Aquarel“, „Contrex“, „Perrier“, „Poland Spring“, „Pure Life“, „S. Pellegrino“, „Vera“, „Vittel“.

Eine komplette Liste aller „Nestlé“-Marken finden Sie übrigens bei „Wikipedia“.



Risiken und Nebenwirkungen

Unterschiede in der Reglementierung von TV-Werbung

Völlig unverständlich, dass lediglich bei TV-Werbung für Medikamente die Aussage „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“ gemacht werden muss. Dabei gibt es dermaßen viele ausgesprochen gesundheitsschädliche Lebensmittel und andere Produkte, die regelmäßig beworben werden, die es mindest genauso nötig hätten, ebenso kritisch behandelt zu werden – wenn nicht sogar noch nötiger!



Merkwürdige Gleichmacherei

Timo Beil über eine Facette der Globalisierung

(Abb.: N.N. / Grafik: © Frank R. Bulla)

Wie immer wieder zu bemerken ist, nimmt eine merkwürdige Entwicklung weiter ihren Lauf – wo doch viele Leute insgeheim gehoft hatten, dass das nur eine Mode-Erscheinung ist, die über kurz oder lang wieder in der Versenkung verschwindet. Aber die Macht der Globalisierung ist stärker!

Können Sie sich noch erinnern? Vor sehr vielen Jahren bereits wurde der Schoko-Riegel „Raider“ in „Twix“ umbenannt. Dies markierte wohl den Anfang eines Trends, der seither immer weiter fortschreitet. Man sieht das u. a. daran, dass weltweit viele TV-Spots im Hinblick auf die Filmaufnahmen ganz offensichtlich nur noch einmal (und sehr wahrscheinlich in Englisch) produziert werden, um in den einzelnen Ländern entsprechend synchronisiert werden zu können. Das spart Kosten, wirkt aber m. E. selten authentisch, weil eine Synchronisation eben nur eine Synchronisation ist.

Es hat Zeiten gegeben (und zum Teil gibt es sie noch immer), da hießen bestimmte Produkte ganz nationalspezifisch, weil die Namen in den einzelnen Staaten eben werbewirksamer waren als der Name des Originals: „Meister Proper“ (siehe Abb.!) beispielsweise hat viele Namen: in Frankreich „Mr. Propre“, in Spanien „Don Limpio“, in Italien „Mastro Lindo“, in viele Teilen Europas, vor allem in Osteuropa „Mr. Proper“, in den USA „Mr. Clean“, in Mexiko „Maestro Limpio“ etc.

Der letzte Schrei: „Capri-Sonne“ wurde – so wie bereits in den meisten anderen Ländern der Erde – in „Capri Sun“ umbenannt. Das spart abermals Kosten, weil man sich nur über einen Produktnamen Gedanken machen und somit auch nur noch ein Produkt-Logo mit dem entsprechenden Corporate Design entwickeln muss.

Überall da, wo merkwürdige Dinge passieren, ruft das naturgemäß auch Spötter auf den Plan, die zugleich eine Zunahme der Verenglischung prophezeien. So mutmaßt man, dass „Deutschländer“ bald in „Germancountries“ umbenannt wird, „Blaupunkt“ in „Bluepoint“, „Braun“ in „Brown“, „Jägermeister“ in „Huntermaster“, „Kinder Schokolade“ in „Children Chocolate“, „Landliebe“ in „Countrylove“, „Lufthansa“ in „Airhanseatic“, „Schwarzkopf“ in „Blackhead“ und „Volkswagen“ in „Peoplewagon“.

Fehlt eigentlich nur noch, dass „Deutschland“ in „Germany“ umbenannt wird und die EU eine Verordnung erlässt, wonach in allen europäischen Staaten nur noch Englisch als Amtssprache zulässig ist, damit sich – recht lobbyismusfreundlich – die Werbe-Branche letztlich noch die ganze Synchronisierungs-Prozedur bei sämtlichen TV-Spots erspart!



Sex-Spielzeug

Werbung zur Unzeit

Völlig zur Unzeit – nämlich Im Nachmittagsprogramm der Privat-Glotze – läuft schon seit langem zuweilen Werbung eines renommierten Sex-Spielzeug-Lieferanten. Bereits vor einigen Jahren fing das u. a. auch mit solchen Dialogen an, die Pärchen aus dem Bett heraus von sich gaben:

Spot 1  (Jenny & Benne)

  • Jenny: „... für mich war das, als wären tausend Schmetterlinge in mich reingeflogen ... und die waren alle unglaublich bunt gewesen ... und dann hätten sie sich multipliziert ... und wären alle explodiert ...“

Spot 2  (Dominique & Ariel)

  • Ariel: „... also, ich habe mich wirklich auf diesen ganzen Bereich konzentriert, weil alles hat richtig vibriert ... und sie hat noch dazu vibriert ... und ... ja ...“
    Dominique: „... es war alles eine ganz große Vibration ...“
    Ariel: „... ja, und deswegen haben wir das Bett zerstört ...“

Die Zeiten, da man sich seitens der Medienwächter um solche Dinge gekümmert hat, sind offenbar längst vorüber. Zu der Tageszeit, da es früher mal typische Kindersendungen gegeben hat (z. B. „Flipper“ oder „Lassie“), ist heute offenbar alles möglich: Da laufen nackte Menschen über den Bildschirm, es gibt Mord und Totschlag und vieles mehr, was am Nachmittag im Grunde genommen nichts zu suchen hat. Oder gehört es inzwischen zu einer zeitgemäßen Erziehung dazu, dass Kinder von Anfang an alles, aber auch wirklich alles mit ansehen dürfen?

Da fragt man sich, wieso es bei der Beurteilung von Kino-Filmen überhaupt noch so was wie „FSK ("Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft)“ gibt? Das könnte man sich doch glatt sparen. Dank Internet haben die meisten Kids heute eh Zugriff auf alles, auf wirklich alles – ob es nun gut für sie ist oder nicht.

Um wieder auf das Sex-Spielzeug zurückzukommen ... Dabei geht es dann nicht nur um die Frage, die die „Stiftung Warentest“ gestellt haben könnte („Ist beim Test von Vibratoren ‚befriedigend‘ eigentlich besser als die Note ‚gut‘?“), sondern es bewegt einen unter Umständen die Frage, was man den Kids antwortet, wenn sie fragen würden: „Papa, was ist eigentlich ein Paar-Vibrator?“

Es stellt sich auch die Frage, wie man mit derartigen Gerätschaften bei Nichtgefallen wohl umgeht. Kann man das Equipment eigentlich umtauschen? Oder inseriert man es bei „Ebay“ mit den Worten „Paar-Vibrator zu verkaufen – nur einmal benutzt“?

Oder landet das Teil letztlich – um sich jegliche Peinlichkeiten zu ersparen – doch im Gelben Sack? Denn viele Eltern verspüren ja durchaus noch eine gewisse Peinlichkeit, weil sie in einer Zeit aufgewachsen sind, da manche Dinge noch tabu waren. Heutzutage dagegen ist man – auch dank des Internets – über alles aufgeklärt: Es kommt alles aufs Tablett, wird enttabuisiert, ja, verliert dadurch auch seinen Zauber. Möglicherweise steuern wir nunmehr auf eine Zeit zu, in der einem irgendwann nichts mehr peinlich ist, weil es auch immer weniger Geheimnisse und Tabus geben wird.

Letztlich stellt sich auch die Frage: Sind Menschen heutzutage dermaßen abgestumpft, dass sie sich selbst nicht mehr genügen, sondern auf Hilfsmittel angewiesen sind? Vermutlich dauert es nicht mehr lange, dann gibt es auch auf diesem Gebiet eine adäquate App, zu deren Leistungsumfang ein Mini-Vibrator gehört, der 24 Stunden am Tag an Ort und Stelle sitzt und nur noch via Bluetooth aktiviert werden muss. Bei der Partner-Version werden dann einfach mal die Smartphones getauscht ...



Spargelstand

Angebot des Tages

(Foto: © Frank R. Bulla)

Am Spargelstand gleich neben unserem Supermarkt sind jede Menge Schilder angebracht, die die Preise angeben: für normalen Spargel, für Jumbo-Spargel, Suppenspargel, Spargelbruch u. dgl. mehr. Die Angabe der Währungs-Einheit hat man sich grundsätzlich erspart.

Ein Preis sprang mich heute besonders an: „1,50“. Die Ziffern waren groß und fett auf das weiße Schild gepinselt, wie bei den anderen Schildern eben auch. Wow, dachte ich noch, was ist das Spargelschälen teuer geworden!

Aber nein: Es handelte sich lediglich um den Hinweis auf den corona-bedingten Mindest-Abstand.



Werbe-Slogans

Erinnern Sie sich noch?

Seit Jahrzehnten wird unser Leben, vornehmlich in der Glotze, durch Werbung bestimmt. Wissen Sie noch, welches Produkt sich hinter dem einen oder anderen Slogan verbirgt?

  • „Alle reden vom Wetter – wir nicht.“
  • „Alles Müller oder was!?“
  • „An meine Haut lasse ich nur Wasser und CD.“
  • „Aral – alles super!“
  • „Aus dieser Quelle trinkt die Welt.“
  • „Bauknecht weiß, was Frauen wünschen.“
  • „Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reiohe.“
  • „Besser ankommen.“
  • „Bezahlen Sie einfach mit Ihrem guten Namen.“
  • „Bild dir deine Meinung!“
  • „Bin ich schon drin?“
  • „Bitte ein Bit!“
  • „Bonduelle ist das famose Zartgemüse aus der Dose.“
  • „Brille? Fielmann!“
  • „Come in and find out.“
  • „Da weiß man, was man hat.“
  • „Da werden Sie geholfen.“
  • „Dann geh doch zu Netto!“
  • „Das Frühstückchen.“
  • „Das Gute daran ist das Gute darin.“
  • „Das ist nicht lustig!“ – „Aber funny!“
  • „Der Fels in der Brandung.“
  • „Der gute Stern auf allen Straßen.“
  • „Der Tag geht, Johnny Walker kommt.“
  • „Die Bahn komm.“
  • „Die besten Filme aller Zeiten.“
  • „Die Freiheit nehm' ich mir.“
  • „Die klügere Zahnbürste gibt nach.“
  • „Die wahrscheinlich lÄngste Praline der Welt.“
  • „Die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt.“
  • „Drei Dinge braucht der Mann: Feuer, Pfeife, Stanwell.“
  • „Du, Papa, wenn ich groß bin will ich auch mal Spießer werden.“
  • „Du bist, was du isst.“
  • „Eine Perle der Natur.“
  • „Einmal hin – alles drin.“
  • „Er läuft und läuft und läuft ...“
  • „Erst mal zu Penny.“
  • „Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben.“
  • „Etwas Warmes braucht der Mensch.“
  • „Ford – die tun was.“
  • „Für das Beste im Mann.“
  • „Geiz ist geil.“
  • „Greife lieber zur HB!“
  • „Gute Preise – gute Besserung.“
  • „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso.“
  • „Heiß geliebt und kalt getrunken.“
  • „Ich bin Amy Sedaris, Wäscheexpertin.“
  • „Ich bin doch nicht blöd!“
  • „Ich lache, ich niese, ich habe Blasenschwäche.“
  • „Ich liebe es.“
  • „Ich will so bleiben wie ich bin.“
  • „Im Falle eines Falles klebt Uhu wirklich alles.“
  • „Irgendwann erfrischt es jeden.“
  • „Katzen würden Whiskas kaufen.“
  • „Kleine Torte statt vieler Worte.“
  • „Knackiger Spaß im Glas.“
  • „Mach' es zu deinem Projekt!“
  • „Mach' mal Pause!“
  • „Mann, sind die Dickmann!“
  • „Mit dem grÜnen Band der Sympathie.“
  • „Mit dem Zweiten sieht man besser.“
  • „Mutti, Mutti, er hat Überhaupt nicht gebohrt!“
  • „Natürlich nasche ich.“
  • „Nichts geht über Bärenmarke.“
  • „Nicht immer, aber immer öfter.“
  • „Nichts ist unmöglich.“
  • „Otto – find ich gut!“
  • „Pack' den Tiger in den Tank!“
  • „Quadratisch, praktisch, gut.“
  • „Red Bull verleiht Flügel.“
  • „Schrei vor Glück!“
  • „Sind wir nicht alle ein bisschen Bluma?“
  • „So geht Bank heute.“
  • „Vertrau Pink, vergiss Flecken.“
  • „Vorsprung durch Technik.“
  • „Waschmaschinen leben länger mit Calgon.“
  • „Wecke den Tiger in dir.“
  • „Wenn's gut werden soll ...“
  • „Wenn's mal wieder länger dauert ...“
  • „Wenn's um Geld geht - Sparkasse.“
  • „Wer wird denn gleich in die Luft gehen?“
  • „Wir lieben Lebensmittel.“
  • „Wir machen den Weg frei.“
  • „Zusammener weihnachten.“

Mehr Werbe-Slogans finden Sie bei „Wikipedia“!



Penetrante Werbung

Wenn Berufsbezeichnungen in Personennamen
eingeschleust werden ...

Wer in der heutigen Zeit lebt, muss so manche Skurilität erleben, beispielsweise, wie Eltern ihre Kinder nennen. Zum Glück gibt es auf den Richterstühlen dieser Republik zuweilen doch noch ein wenig Vernunft – und diese ist dafür verantwortlich, dass Wunschnamen wie „Borussia“, „Gastritis“, „McDonald“, „Porsche“, „Rumpelstizlchen“, „Steißbein“ oder „Störenfried“, keine Chance haben. Dass diese Vernunft nicht permanent anhält, zeigen allerdings höchstrichterlich zugelassene Vornamen wie „Apple“, „Bluna“, „Chanel“, „Ikea“, „Popo“, „Sheriff“, „Wasa“ oder „Winnetou“.

Bei „Facebook“ nimmt man zunehmend eine Entwicklung wahr, die sich sowohl auf Vor- als auch auf Familiennamen auswirkt – wobei nicht bestätigt ist, dass Eltern für diese Namensgebung verantwortlich zeichnen, sondern vielmehr die Namensträger selbst. Allein in meinem "Facebook“-Freundeskreis tummeln sich noch immer mehrere Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, die den Namen „Autorin“ / „Autor“ entweder als Vor- oder Familiennamen, seltener auch als Spitznamen tragen.

Seit ich „Facebook"-Mitglied bin, gab es in meinem Freundeskreis noch erheblich mehr von der Sorte, die allerdings in diesem Umfeld nicht allzu alt wurdem, weil sie neben der etwas albernen, pseudo-geschäftstüchtigen Namensgebung nicht müde geworden waren, mich mit privaten Nachrichten oder mittels Einladungen zu ihren gleichlautenden „Facebook“-Gruppen, „Facebook“-Unternehmensseiten oder Websites zu nerven. Man könnte also von einer gewissen Penetranz sprechen, die nur noch dadurch getoppt werden konnte, dass die Damen und Herren nicht umhinkamen bzw. -kommen, stets und ständig darauf hinzuweisen, dass ihre Machwerke auch via „Amazon“ zu haben sind. Wer mich kennt, weiß, dass „Amazon“ ein ziemlich rotes Tuch für mich ist (mit das roteste überhaupt, schlimmer noch als „Nestlé“!) und dass ich schon des öfteren darüber nachgedacht habe, all jene aus meinem „Facebook“-Freundeskreis zu entfernen, die aktiv diesem mistigen Konzern zuarbeiten und / oder diesen erwähnen.

In gewisser Weise habe ich durchaus ein bisschen Verständnis – ja, man könnte fast sagen: Mitleid – für die Autorinnen und Autoren mit den merkwürdigen Profilnamen, denn – egal, welcher Qualität ihre geistigen Ergüsse auch sein mögen: Sie haben es in zunehmendem Maße mit reichlich Konkurrenz auf dem Sektor zu tun. Manchmal habe ich angesichts der Zahl der Autoren-Postings auf der „Neuigkeiten“-Seite bei „Facebook“ fast den Eindruck, als sei bei „Facebook“ keine andere Berufsgruppe mehr vertreten und es gäbe nirgendwo aufder Welt einen größeren Autoren-Tummelplatz als bei „Facebook“ (aber ich muss gestehen, dassich nur „Facebook“ kenne und mich auf anderen Plattformen nicht auskenne und auch nicht wirklich auskennen will).

Aber man soll ja nie „nie“ sagen! Wer weiß!? Wenn es mir mal angesichts stark zunehmender Konkurrenz in meinen Betätigungsfeldern finanziell nicht mehr gutgehen sollte, verfalle ich vielleicht auf den Trick, meine private Profilseite in „Stadtmagazin Frank Redner Bulla Werbeagentur“ umzubenennen – wobei ich mir noch nicht ganz über die Reihenfolge der einzelnen Namen im Klaren bin ... Aber ich schätze mal, das wird dann auch der Tag sein, an dem sich einige meiner „Facebook“-Freunde von mir verabschieden würden.



Originelle Idee

Schleichwerbung

(Foto: © Frank R. Bulla)

Kürzlich fand ich im Büro-Briefkasten u. a. eine ordentlich adressierte, frankierte und abgestempelte Postkarte. Es ist ausgesprochen selten, dass man hier private Post vorfindet, zumal, wenn es sich um eine Postkarte handelt, bei der Anschrift und Text ausnahmsweise mal nicht maschinell erzeugt worden sind.

„Sonnige Grüße von der B 3“ hörte sich schon mal ein bisschen nach Urlaubspost von Verwandten, Freunden oder Bekannten an. Aus der Unterschrift glaubte ich schon mal „Wolfgang“ herauslesen zu können, der Nachname könnte „Meier“ heißen. Kenne ich einen Wolfgang Meier? Definitiv nicht! Beim Umdrehen der Karte dachte ich mir auch nicht allzu viel, denn viele Leute nutzen irgendwelche Postkarten mit irgendwelchen Motiven, die sie mal irgendwo kostenlos erhalten haben, um sie aus den unterschiedlichsten Anlässen heraus verschicken zu können. Gleichwohl las ich den Text auf dem Foto, wunderte mich noch, dass da auch die Rede von „Bundesstraße 3“ war, da mir ja bereits auf der manuell beschrifteten Seite das orangefarbene Schild, das die „B 3“ kennzeichnet, aufgefallen war. Nach dem Lesen des kleinen Textes dämmerte es mir dann allmählich, dass ich hier eine wirklich gut gemachte Werbe-Postkarte in Händen hielt ...

Normalerweise mache ich keine Werbung für irgendwelche Produkte, aber diese Idee fand ich so originell, dass ich sie einfach mal zum Besten geben musste.



Gummibärchen machen doof!

Erst hat Gottschalk „Wetten, dass ...“ aufgegeben und danach die „Haribo“-Werbung, weil er als Werbe-Ikone wohl nicht mehr taugte. Ist „Haribo“ jetzt auch am Ende? Ist das auch das Ende der Gummibärchen?

Nein. Inzwischen machen offenbar grenzdebile oder infantile Erwachsene (so genau lässt sich das nicht sagen) Werbung für die ungesunde Süßigkeit (siehe beispielsweise „YouTube“-Video!). Firmengründer Hans Riegel jedenfalls ist schon tot, würde sich aber angesichts der neuesten Werbe-Spots vermutlich im Grabe umdrehen.



„I ❤️ Vorprung“

Wie Möchtegern-Kreative Aussagen verhunzen

(Abb.: N. N.)

Falls Sie meinen, in den Titel dieses Beitrag, hätte sich ein Tippfehler eingeschlichen, kann ich Sie beruhigen: Diese Schreibweise ist Absicht!

Was sich manche Kollegen aus irgendwelchen Werbeagenturen zuweilen für einen Blödsinn aus den Fingern saugen! Schlimm genug, dass vielen von ihnen als potenzielle Vorbilder und Meinungsmultiplikatoren Orthographie nicht wirklich wichtig scheint, vergehen sie sich nicht selten auch in anderer Weise an jedweder Form von Werbeaussagen.

Vor geraumer Zeit bin ich mal an einem riesigen Plakat vorbeigefahren, auf dem die folgende Zeile prangte:

Da „Vorprung“ kein Wort ist, dachte ich mir, muss das Tier zwischen den beiden Silben „Vor“ und „Prung“ wohl was zu bedeuten haben. Womöglich sind das keine Silben, sondern Versalien, die eine Abkürzung von irgendetwas ganz Gewaltigem sind. Ich fing vor meinem geistigen Auge an, den Sinn dieser Zeile zu verstehen und kam schließlich doch von der Idee ab, dass es sich um eine Abkürzung handeln könnte und versuchte, das Bild durch ein Wort zu ersetzen.

„Vor-Pferd-Prung“ ergab ebenso wenig Sinn wie „Vor-Gaul-Prung“, „Vor-Hengst-Prung“ oder "Vor-Sichaufbäumen-Prung“. Letztlich ist es wohl derselbe fehlgeschlagene Versuch, mit der Kombination aus „I“ plus Herz-Symbol plus „N. Y.“ zum Ausdruck zu bringen sollen, dass man New York liebt. Diese Kombination aus Text und Herz findet sich bereits seit Jahrzehnten weltweit in den unterschiedlichsten Variationen, was die Befürchtung nahelegt, dass noch niemandem wirklich aufgefallen zu sein scheint, dass da etwas nicht wirklich schlüssig ist. Aber es ist offenbar chic, sich solch' einen Aufkleber mit einer mega-kurzen Aussage aufs Heck seines Autos oder wohin auch immer zu kleben.



Werbung auf „Facebook“

Die meisten Supermärkte sind feste Größen in unserem Leben. Die meisten Leute haben ihre ein, zwei festen Supermärkte, die sie regelmäßig besuchen – da hilft allgemeingehaltene Werbung in sozialen Netzwerken relativ wenig, denn die meisten Leute sind heutzutage viel zu phlegmatisch, um weiter entfernte Supermärkte aufzusuchen (es sei denn, es gibt da mal das Super-Knaller-Angebot). Insofern kann man beispielsweise nicht wirklich von „Edeka“-Werbung sprechen, wenn diese Supermarkt-Kette mal in einem sozialen Netzwerk Erwähnung findet.

Werbung ist, womit uns Sugarhillie auf „Facebook“ Tag für Tag konfrontiert: mit irgendwelchem Mist, mit dem wir nichts anfangen können, mit dem wir nichts anfangen wollen. So kommt mir „Facebook“ regelmäßig mit Werbung für „Amazon“ oder „Nestlé“ (wer mich kennt, weiß, dass diese Konzerne ein rotes Tuch für mich sind und bei mir ganz konsequent auf der Schwarzen Liste stehen) oder Werbung für Kredite, Treppenlifte oder vegane Produkte. Da frage ich mich zuweilen schon, ob man die ganzen Algorithmen, derer man sich in der hochkapitalistischen Welt bedient, nicht besser in die Tonne tritt.

Wobei ich noch viel schlimmer finde, wenn Leute bei „Facebook“ regelmäßig irgendwelche Unternehmen liken – denn damit machen sie seriöse Print- und Online-Medien nachhaltig kaputt. Allein in den letzten zehn Jahren haben bereits sehr viele Tageszeitungen den Geist aufgegeben, und viele werden noch folgen (vor allem auch, seit „COVID-19“ angefangen hat, sich weltweit zu verbreiten). Und das haben wir auch Plattformen wie „Facebook“ zu verdanken. Zu allem Überfluss besitzen Leute dann noch die Frechheit, sich über einen sich verschlechternden Journalismus aufzuregen. Kein Wunder: Gute Journalisten können nur bezahlt werden, wenn die Medien, für die sie arbeiten, auch entsprechend gut finanziert werden – und das klappt in der Regel nur über Werbung: bezahlte Werbung!

Darüber sollte man sich mal ernsthaft Gedanken machen!