bulla-blog
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Zeitgeist:
Handy & Co.  đŸ“±

Übersicht

  • Wie die Zeit vergeht ...
    Und wie einem Smartphones dabei helfen, den Überblick zu behalten
  • Autokorrektur
    Zitat
  • Geschichten, die das Smartphone schreibt ...
  • Die Urgroßeltern des Smartphones
  • Dialoge
  • Buch vs. Smartphone

Wie die Zeit vergeht ...

Und wie einem Smartphones dabei helfen,
den Überblick zu behalten

Smartphone-Apps sind doch eine tolle Erfindung! Kurz vor Weihnachten stolperte ich in meinem App-Bezugsportal ĂŒber eine nette kleine Anwendung namens „Day Counter Widget“. Diese zeigt an, wie oft man noch schlafen muss, bis ein bestimmtes Ereignis eintritt. FĂŒr Freunde der Vergangenheit gibt es auch die Möglichkeit, die Anzahl der Tage zu ermitteln, die ein Ereignis bereits her ist.

Letzteres probierte ich – obwohl nicht unbedingt ein Freund der Vergangenheit, sondern mehr in der RealitĂ€t und der Fantasie zu Hause – gleich mal aus und gab das Datum des Tages ein, an dem sich meine Frau und ich kennenlernten. Es ist schon erstaunlich, dass es Menschen gibt, die man schon weit mehr als 10.000-mal nicht nur gesehen, sondern live und hautnah erlebt hat und derer man nicht ĂŒberdrĂŒssig wird, wĂ€hrend man andere, die man lediglich von der Glotze her kennt (wie z. B. Stefan Raab oder Helene Fischer, um nur einige wenige zu nennen) schon nach wenigen Malen echt nicht mehr sehen kann.

Leider reicht der Funktionsumfang der App nur bis zum 1. Januar 1900 zurĂŒck, sodass man weder ermitteln kann, wie lange es her ist, dass Christoph Columbus Amerika entdeckte noch die Anzahl der Tage bis zum 30-jĂ€hrigen Krieg. Aber mit dieser EinschrĂ€nkung muss ich wohl leben. Immerhin konnte ich erfragen, wie weit das Ende des Zweiten Weltkrieges bereits zurĂŒckliegt (weit ĂŒber 25.000 Tage).

Ich wĂŒrde mich weder als Fan noch als ganz entschiedener Gegner von Weihnachten bezeichnen (wenn ĂŒberhaupt, hasse ich das viele Aufhebens, das um Weihnachten gemacht wird, zumal das angebliche „Fest der Liebe“ immer mehr zu einer kommerziellen Veranstaltung verkommt). Dennoch fiel mir an Heiligabend nichts Besseres ein, als meine neue App zu fragen, wie viele Tage noch bis Weihnachten ĂŒbrig sind. Da das Folgejahr ein Schaltjahr ist, antwortete das Programm wahrheitsgemĂ€ĂŸ mit „366 days left“. Angesichts der anderen bereits ermittelten ZeitrĂ€ume ein Klacks! Ein Jahr ist eben immer schnell um – deswegen sollte ich mir wohl doch schon mal langsam Gedanken ĂŒber Weihnachtsgeschenke machen ...


AUTOKORREKTUR

„Was ich an der Autokorrektur Hase, ist die Tatwaffe,
daß sie stĂ€ndig falsche WĂ€rter hinscheißt,
obwohl ich die richtigen anzicke.
Das ist nicht luftig und kostet viel Zweig
und die will ich ja eigentlich Sparkurs.
Mus ja mal gesĂ€gt werden!“




Geschichten, die
das Smartphone
schreibt ...

(Grafik: © Frank R. Bulla)

Wer kennt nicht diese merkwĂŒrdige Eigenart von virtuellen Smartphone-Tastaturen, die – wĂ€hrend man gerade einen Text eingibt – zur Vereinfachung der Eingabe Wörter vorgibt, die als nĂ€chstes gebraucht werden könnten, wobei das Wort, das PrioritĂ€t haben könnte, farblich markiert ist (in meinem Falle tĂŒrkisfarben – siehe Abb.!). So bin ich heute mal auf die Idee gekommen, einen Text zu schreiben, fĂŒr den ich lediglich diese grĂŒn markierten Wörter benutze. Hier das Ergebnis:

  • „Und ich bin seit dem ich mich nicht mehr so viel wie möglich zu halten, aber zehn Minuten spĂ€ter ging's weiter - bis sich andere beschwerten. Sonntag, 21. Januar - ca. 09:00 wĂ€hrend des FrĂŒhstĂŒcks rund 10 Min. sehr lautes Staubsaugen in einer HĂ€lfte des bestuhlten Teils des Gastraumes Donnerstag, 18. Januar ...“

WĂ€hrend sich der Text so entwickelte, kamen mir einzelne Wörter doch so sehr bekannt vor, dass ich sie einer ganz bestimmten Geschichte, die ich im Laufe der letzten Jahre mal geschrieben habe, zuordnen konnte, wenngleich der Wortlaut nicht exakt ĂŒbernommen worden war; der Grund dafĂŒr ist wohl u. a. darin zu suchen, dass ich den Entwurf fĂŒr die Geschichte seinerzeit wĂ€hrend eines Urlaubs direkt in mein Smartphone getippt hatte. MerkwĂŒrdig ist allerdings, dass sich diese Entwurfsdatei schon lange nicht mehr auf meinem Smartphone befunden hat.

Der mehr oder weniger interessante Part des Textes, den sich mekn Smartphone aus den Tiefen seiner Innereien zusammenreimte, endete allerdings recht plötzlich mit dem Text „Donnerstag, 18. Januar“ – denn ab da wurden Teile des bisherigen Textes nur noch wiederholt. Wie schade! Hatte ich mir doch so sehr erhofft, auf diesem Wege mal eine Geschichte zu entwickeln, ohne dass ich mehr tun muss als auf die grĂŒne Zeichenfolge zu klicken. Ich muss sagen: Ich bin sehr enttĂ€uscht von meinem Smartphone!

Die Geschichte, aus der sich mein Smartphone Wörter entliehen hat, ist ĂŒbrigens unter dem Titel „Staubsauger am Morgen“ sowohl auf dieser Plattform als auch in der Anthologie „Die Zeit fliegt mitsamt der Uhr“ zu finden.



Die Urgroßeltern des Smartphones

(Foto: N. N.)

OK, das WĂ€hlen mit dem Telefon ging damals etwas langsamer vonstatten, machte dafĂŒr aber ein angenehm surrendes GerĂ€usch, und das Tippen von Buchstaben war vor allem laut und die Fehlerbeseitigung etwas mĂŒhseliger – aber alles in allem ein Fortschritt gegenĂŒber den Zeiten, als man noch Gedanken in Stein meißeln oder zur Kontaktaufnahme Kuriere losschicken musste ...


DIALOGE

Chirurg: „Legen Sie das Handy bitte weg!“
Patient: „Gleich.“
Chirurg: „Nein, sofort!“
Patient: „Aber ich muss doch meinen ‚Facebook‘-Freunden
posten, dass die Narkose noch nicht wirkt!“

*

„Opa, wie konntet ihr damals ohne TV, Handy und Internet leben?“
„So, wie ihr heute ohne Liebe, Menschlichkeit, Zusammenhalt, Respekt, WertschĂ€tzung und Vertrauen.“

*

„Papa, ich will 'ne Barbie!“
„Aber du hast doch schon so viele ...“
„Weiß Mama eigentlich, dass du zwei Handys hast?“
„Willst du die Ballerina oder die SĂ€ngerin?“


Buch
vs.
Smartphone




(Cartoon: © Tango)