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Wortspielerei:
Malapropismen

Wenn Bildung vorgetäuscht wird ...

„Wikipedia“ versteht unter dem Begriff „Malapropisus“ Folgendes: „Der Malapropismus ist die in der Regel unabsichtliche Verwendung eines ähnlich klingenden, aber von der Absicht her falschen Wortes. Oft handelt es sich dabei um Fremdwörter, wobei das Ersatzwort keinen echten Sinn ergibt und das Ergebnis witzig wirkt.“

Manchmal sind Malapropismen nur simple Versprecher, manchmal will der Sprecher mit der Verwendung von Fremdwörtern nur Bildung – oder womöglich sogar „Inkontinenz“? – vortäuschen, was dann nicht selten in die Hose geht. Allein im Bereich Fußball haben mehr oder weniger namhafte Personen Fremdwörter gern mal falsch angewendet:

  • „Da gehe ich mit Ihnen ganz chloroform.“
    (Helmut Schön)
  • „Wir haben die Mannschaft ganz karibisch zusammengestellt.“
    (Klaus Hilpert)
  • „Ich habe ihn nur ganz leicht retuschiert.“
    (Olaf Thon)
  • „Der arbeitet von morgens bis abends. So was nennt man im Volksmund, glaube ich, einen Alcoholic.“
    (Rudi Völler)

Oder auch Aussagen wie die diese:

  • „Der JĂĽrgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio.“
    (Fritz Walter)
    Später korrigierte er seinen Fehler: „Ich meinte: ein Quartett.“

Beim Fußball denkt man sicherlich oft an „Torschusspanik“, wenn man doch eigentlich „Torschlusspanik“ meint. Aber auch außerhalb des Deutschen liebsten Sports finden sich reichlich Malapropismen:

  • „Das Geld wird fĂĽr karikative Zwecke eingesetzt.“
  • „Das ist ein Präsidentsfall.“
  • „Das Mädchen hat sich im Kindergarten gut intrigiert.“
  • „Das wird doch alles von den Medien hochsterilisiert.“
  • „Der Arzt ist eine Konifere auf dem Gebiet.“
  • „Der Chef bedankt sich bei den Mitarbeitern fĂĽr derren Arrangement.“
  • „Der Macho will mit seinem gehabe imprägnieren.“
  • „Der Richter hat in dem Prozess ein Exemplar stationiert.“
  • „Die Ausgaben reiĂźen ein riesiges Loch ins Bidet.“
  • „Die Mannschaft ist technisch ziemlich serviert.“
  • „Die MaĂźnahmen werden mit Bronchialgewalt durchgesetzt.“
  • „Die Wirtschaft steckt in einer tiefen Rezension.“
  • „Er hat sich geschickt aus der Atmosphäre gezogen.“
  • „Der tut das ja eh nur wegen des schnöden Mammuts.“
  • „Meine GĂĽte, das ist ja eine Syphilisarbeit!“
  • „Naja, das kann ja mal panieren!“

Gern verwechselte man auch mal was bei gängigen Redewendungen oder bringt Redewendungen durcheinander wie in folgenden Beispielen:

  • „Der Affe fällt nicht weit vom Stamm.“
  • „Das kannst du in der Tonne rauchen.“
    (oder meinte man hier „Das kannst du in die Pfeife treten“?)