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Wortspielerei:
Mr. B's Tierreich

Übersicht

  • Über 130 kuriose Geschöpfe von A bis Z
    Amtsschimmel, Angsthase, Automarder, Autoschlange, Benzinhahn, Betthase, Bierhahn, Blödhammel, Bordsteinschwalbe, BĂŒcherwurm, BĂŒrohengst, Computer-Maus, Dampfross, Drahtesel, Dreckschwein, Dreckspatz, Drehwurm, ErklĂ€rbĂ€r, Etappenhase, Etappenhengst, Etappensau, Finanzhai, Fleischwolf, Frechdachs, Galgenvogel, Gashahn, Geldfliege, Geldhahn, Geldhai, Geldkatze, Gewitterziege, Goldesel, Hausdrachen, Himmelhund, Höllenhund, Honigkuchenpferd, Hornochse, Hupfdohle, Immobilienhai, Kameradenschwein, Kampfhahn, Karbolmaus, KĂ€seigel, Kettenhund, Kirchenmaus, Knallfrosch, Kollegenschwein, Kredithai, Laborratte, Lackaffe, Lakritzschnecke, Laufkatze, Leseratte, Lockvogel, Luftschlange, Lustmolch, Meckerziege, Mettigel, Mistvieh, Muskelkater, Nachteule, Naschkatze, Neidhammel, Nussschnecke, Ohrwurm, Osterhase, Ostfriesennerz, Papiertiger, Partylöwe, Pechvogel, Pistensau, Planierraupe, Platzhirsch, Pleitegeier, Polente, Pomade, Pottsau, Prellbock, Profitgeier, Quietscheente, Rampensau, Ratefuchs, Reißwolf, Rollmops, Sackratte, Salonlöwe, SaubĂ€r, Saufziege, Schaukelpferd, Schlosshund, Schluckspecht, Schmierfink, Schmutzfink, Schnapsdrossel, Schweinehund, Schweinigel, Skihase, Sparfuchs, Sparschwein, Spaßvogel, Speckmade, Spinatwachtel, Stahlross, Steckenpferd, Strandmuschel, Streuselschnecke, SĂŒndenbock, Talente, Tangente, TanzbĂ€r, Tanzmaus, Tapetenigel, Tontaube, UnglĂŒcksrabe, Unschuldslamm, Versuchskaninchen, VW-KĂ€fer, Wachhund, Wackeldackel, Wandervogel, Warteschlange, WĂ€schespinne, Wasserhahn, WC-Ente, WeidenkĂ€tzchen, Wetterfrosch, Wetterhahn, Wohlstandsmade, Wollmaus, Wollmilchsau, Zapfhahn, Zeitungsente, Zimtschnecke, Zimtzicke, Zuckerschnecke, Zwiebelfisch
  • Vita von Mr. B

Über 130
kuriose Geschöpfe
von A bis Z




(Grafik: N. N. / Frank R. Bulla)

Der Amtsschimmel

Der Amtsschimmel kooperiert meist mit dem BĂŒrohengst (siehe unten!) und ist vor allem in Behörden zu finden, wo er schon seit Jahrhunderten sein Unwesen treibt. Hier kĂŒmmert er sich darum, dass die BĂŒrokratie kein Ende nimmt. Der Amtsschimmel ist zwar nicht besonders beliebt, reitet ihn doch meist das BedĂŒrfnis, alle VerwaltungstĂ€tigkeiten auf die Spitze zu treiben. Gleichwohl ist er aus den Amtsstuben nicht wegzudenken, weil das doch vermutlich jede Menge ArbeitsplĂ€tze kosten wĂŒrde und der Staat dann womöglich jede Menge Geld fĂŒr sinnvolle Dinge ĂŒbrig hĂ€tte.

Der Angsthase

Der Angsthase ist eine sehr unauffĂ€llige Erscheinung, sowohl, was sein Äußeres angeht als auch sein Verhalten. Entsprechend vorsichtig sind seine Bewegungen und sehr zurĂŒckhaltend seine LautĂ€ußerungen. Alles ist darauf ausgerechnet, möglichst nicht von der Umwelt wahrgenommen zu werden. Das Verbreitungsgebiet des Angsthasen ist weltweit, wobei er LebensrĂ€ume wĂ€hlt, wo er sich gut verstecken und wo er gut untertauchen kann. Auch die Nahrungsaufnahme ist sehr verhalten und zielt darauf ab, wenige GerĂ€usche zu erzeugen. Da der Angsthase sehr zurĂŒckgezogen lebt, weiß man nur wenig ĂŒber sein Fortpflanzungsverhalten. Der Angsthase ist ĂŒbrigens entstanden aus einer Kreuzung von Laborratte (siehe unten!) und Versuchskaninchen (siehe unten!).

Der Automarder

Der Automarder hat eine ganze Reihe von Lieblingsspeisen – und die findet er in Fahrzeugen aller Art, die er insbesondere in der Dunkelheit aufsucht. Nicht selten auch in Begleitung von Artgenossen, sucht er dort nach Brauchbarem wie Wertsachen oder Autoteilen. Mit der Gewalt, mit der er sich Zutritt zu Fahrzeugen verschafft, richtet der Automarder zuweilen oft mehr Schaden an als mit den entwendeten GegenstĂ€nden, was ihn zu einer großen Plage macht. Selten wird man seiner habhaft, sodass er jahrelang unbehelligt sein Unwesen treiben kann.

Die Autoschlange

Die Autoschlange fĂ€llt insbesondere durch ihre LĂ€nge auf, die meist im drei- bis vierstelligen Meterbereich rangiert. Die Fortbewegung ist langsam und schwerfĂ€llig. Gelegentliche LautĂ€ußerungen erinnern sehr stark an HupgerĂ€usche. Der Lebensraum der Autoschlange sind in der Regel verkehrsreiche Regionen, wo sie sowohl schmaleren als auch breiteren Pfaden folgt. Abseits der Pisten sind Autoschlangen ĂŒberhaupt nicht anzutreffen. Die Hauptnahrung besteht aus Treibstoff, der permanent verbrannt wird. Die Nahrungsaufnahme erfolgt grundsĂ€tzlich an sogenannten Tankstellen. Eine Fortpflanzung im konventionellen Sinne erfolgt nicht; es kann bestenfalls zu einer VergrĂ¶ĂŸerung der KörperlĂ€nge kommen, schlechtestenfalls zu einer Reduktion derselben; beides erfolgt mehr oder weniger spontan. Geburt und Tod erfolgen in der Regel ebenso spontan, wenngleich die Wissenschaft davon ausgeht, dass bestimmte UmstĂ€nde beidem sehr zutrĂ€glich sein können. In diesem Punkt hat die Autoschlange sehr viel mit der Warteschlange (siehe unten!) gemeinsam, mit der sie naturgemĂ€ĂŸ verwandt ist.

Der Benzinhahn

Der Benzinhahn hat von seiner Konstitution her viel Ähnlichkeit mit dem Bierhahn (siehe unten!), dem Wasserhahn (siehe unten!), dem Zapfhahn (siehe unten!) und auch dem Gashahn (siehe unten!), ist aber dem schnöden Mammon nicht abgeneigt, weswegen er nicht selten auch mit dem Geldhahn (siehe unten!) befreundet ist. Der Benzinhahn siedelt hauptsĂ€chlich in Kraftfahrzeugen, wo er die Treibstoffversorgung reguliert, was ihn vor allem in Kraftfahrerkreisen sehr beliebt macht. Der Benzinhahn ist so leicht durch nichts zu erschĂŒttern, fĂŒrchtet sich aber sehr vor Feuer, was sein vorzeitiges Ende bedeuten könnte.

Der Betthase

Der Betthase hat in der Regel keinen festen Partner, sondern treibt sich mal in diesem, mal in jenem Bett herum, denn Betten zĂ€hlen zu seinen absoluten Lieblings-Orten, findet man ihn doch kaum anderswo. Da ein fester Partner da auf Dauer nicht mithalten kann, muss sich der Betthase in sehr vielen unterschiedlichen Betten vergnĂŒgen. Man findet ihn sowohl beim „One Night Stand“ als auch bei lĂ€nger wĂ€hrenden Liebschaften. Oft selbst Produkt eines außerpartnerschaftlichen Kontakts, kann das Naturell des Betthasen ein wenig variieren. Aus der Kreuzung mit einem Angsthasen (siehe oben!) hervorgegangen, ist der Angsthase beim Fremdgehen natĂŒrlich ausgesprochen Ă€ngstlich und ĂŒbervorsichtig, um nicht aufzufliegen. Aus der Kreuzung mit einem Osterhasen (siehe unten!) geht oft ein Betthase hervor, der immer irgendetwas verstecken muss, z. B. Sexspielzeug, Kondome oder die „Zigarette danach“. Hinter so manchem Skihasen (siehe unten!) verbirgt sich auch ein Betthase.

Der Bierhahn

Der Bierhahn ist nur ein anderer Name fĂŒr den Zapfhahn (siehe unten!).

Der Blödhammel

Der Blödhammel ist zwar entfernt mit dem Neidhammel (siehe unten!) verwandt, ist im Gegensatz zu diesem aber an Dummheit kaum zu ĂŒberbieten. LautĂ€ußerungen gipfeln hĂ€ufiger in purem Blöken denn in deutlich artikulierten SĂ€tzen, was ihn in der Gunst seiner Umwelt weiter sinken lasst, da er sich ihr gegenĂŒber nicht besonders gut verstĂ€ndlich machen kann. Der Blödhammel konsumiert naturgemĂ€ĂŸ nur Dinge, mit denen er auch was anfangen kann; dazu zĂ€hlen beispielsweise Verschwörungstheorien oder massive Vorurteile. Erstaunlicherweise ist die Spezies noch nicht ausgestorben und ist weltweit verbreitet, wo sie die Verdummung am Leben hĂ€lt. Der Blödhammel ist ĂŒbrigens kastriert – genau wie der Hornochse (siehe unten!), was nur ein andere Name fĂŒr den Blödhammel ist –, deswegen kann er sich glĂŒcklicherweise nicht fortpflanzen, sonst gĂ€be es noch mehr Dummheit in der Welt.

Die Bordsteinschwalbe

Die Bordsteinschwalbe ist stets versucht, ihr Äußeres ĂŒberbetont attraktiv fĂŒr das (meist) andere Geschlecht zu machen, das sie in der Regel am Straßenrand antrifft. Sie lĂ€sst durch entsprechende Verkleidung ihre Beine lĂ€nger erscheinen, stellt ihre geschlechtsspezifischen Merkmale stark in den Vordergrund, malt Augen und Schnabel sehr stark an, legt sich ein besonders attraktives Gefieder zu und umgibt sich mit betörenden DĂŒften. Mit der Fortpflanzung hat es die Bordsteinschwalbe nicht so sehr – auch wenn es tagtĂ€glich viele Male so aussieht –, weil das ihrer vornehmlichen Aufgabe nicht besonders zutrĂ€glich wĂ€re.

Der BĂŒcherwurm

Der BĂŒcherwurm weist physisch keine spezifischen Eigenschaften auf. BĂŒcherwĂŒrmer können klein, groß, dick oder dĂŒnn sein, was sich allerdings auf die Fortbewegung in keiner Weise auswirkt. Von entscheidender Bedeutung ist die gute Ausbildung der Sehorgane, die ihm ein erfĂŒlltes Leben ermöglicht. Moderneren Exemplaren genĂŒgen allerdings auch gut ausgebildete Hörorgane. Die meisten BĂŒcherwĂŒrmer verstehen sich auf beide Methoden der Wahrnehmung gleichermaßen. Der BĂŒcherwurm ist weltweit aktiv, kommt aber vorwiegend in gebildeteren Kreisen vor. Die Nahrung besteht, wie der Name schon sagt, aus BĂŒchern, wobei die meisten BĂŒcherwĂŒrmer die Inhalte deutlich ĂŒber das Ă€ußere Erscheinungsbild stellen. Über die Fortpflanzung der BĂŒcherwĂŒrmer ist wenig bekannt – sogar die BĂŒcherwĂŒrmer selbst scheinen darĂŒber nur theoretisch Bescheid zu wissen, da sie von Natur aus sehr belesen sind.

Der BĂŒrohengst

Der BĂŒrohengst liebt den Aufenthalt am Schreibtisch, wo er – oft auch zusammen mit dem Amtsschimmel (siehe oben!) – sein Naturell ausleben kann, das von Pedanterie und von Engstirnigkeit geprĂ€gt ist. Als wahrer SchreibtischtĂ€ter kĂŒmmert er sich gern auch um Projekte, die weit entfernt sind und von denen er absolut keine Ahnung hat, weil er ihrer noch nie ansichtig geworden ist, folgt dabei aber klar umrissenen Richtlinien, sodass man ihm nicht ans Bein pinkeln kann.

Die Computer-Maus

Die Computer-Maus zĂ€hlt mit zu den seltsamsten Geschöpfen auf unserem Planeten. Sie lebt von Strom, meidet die Natur, ist dafĂŒr in HĂ€usern und dort insbesondere auf Schreibtischen zu finden. Wohl in der Annahme, dass sie sich davonstehlen könnte, hat man sie viele Jahre lang mittels einer Schnur am Computer festgemacht. Erst im Laufe der Zeit begann man, sie testweise von der Leine zu lassen. Möglicherweise hat sich die Spezies im Laufe von Jahrzehnten dermaßen an ihren Platz auf dem Schreibtisch gewöhnt, dass sie gar keine Anstalten machte, zu entfliehen und sich andernorts umzuschauen, als sie endlich Gelegenheit dazu hatte. So verrichtet die Computer-Maus also brav ihren Dienst am Rechner und sorgt zuverlĂ€ssig dafĂŒr, dass alles, was sich auf dem Monitor befindet, an die richtige Stelle bewegt wird.

Das Dampfross

Das Dampfross ist eine sehr schwerfĂ€llige Spezies, die Ăźn der heutigen Zeit insbesondere durch viel LĂ€rm und viel Gestank negativ auffĂ€llt. Das ist vermutlich auch der Grund dafĂŒr, dass das Dampfross zusehends ausstirbt. Es ist fast nur noch in armen LĂ€ndern verbreitet, wo es sich noch großer Beliebtheit erfreut, oder in Museen, wo es allerdings zur UntĂ€tigkeit verdammt ist.

Der Drahtesel

Der Drahtesel – auch Stahlross (siehe unten!) genannt – ist eine ausgesprochen nĂŒtzliche und zeitgemĂ€ĂŸe Spezies und unterscheidet sich maßgeblich von anderen Maultieren dadurch, dass er nicht von Sturheit geprĂ€gt ist. Lediglich gesundheitliche BeeintrĂ€chtigungen wie Plattfuß, Schraube locker, abgenutzte BremsbelĂ€ge, ausgefallene Beleuchtung oder eine defekte Klingel sind hier als negativ auffĂ€llig zu nennen. Heutzutage stehen manche Drahtesel sogar regelrecht unter Strom, was ihnen vielfach sogar noch mehr Sympathien zutrĂ€gt. Der Drahtesel benötigt allerdings ein gewisses Maß an körperlicher Zuwendung in Form regelmĂ€ĂŸiger Reinigung und vor allem auch Bewegung, denn sonst gilt – wie so oft im Tierreich –: „Wer rastet, der rostet!“ Der Drahtesel ist ĂŒbrigens ausdrĂŒcklich nicht mit dem Goldesel (siehe unten!) verwandt.

Das Dreckschwein

Das Dreckschwein (die korrekte Bezeichnung fĂŒr das weibliche Tier lautet ĂŒbrigens „Drecksau“) hat eine Neigung, die dem Dreckspatzen (siehe unten!) sehr Ă€hnlich ist: Je dreckiger und feuchter der Untergrund, umso besser. Gleichwohl sind die beiden Arten absolut nicht miteinander verwandt. Das Dreckschwein ist von seinem Naturell her eine schmutzige Erscheinung: Es legt auf Sauberkeit keinen Wert. Auch moralisch ist ihm durchaus Verwerflichkeit zu eigen. Das gesellschaftliche Niveau schlĂ€gt sich beim Dreckschwein ebenso sprachlich nieder, wenn beispielsweise der Eber seine Frau mit „Na, du alte Sau!“ und den reichlich vorhandenen Nachwuchs mit „Na, ihr ollen Ferkel!“ begrĂŒĂŸt. Als Allesfresser nimmt das Dreckschwein alles zu sich, was ihm vors Maul kommt, vermag also ĂŒberall zu ĂŒberleben, sofern es etwas zu vertilgen gibt und vor allem, wenn der Untergrund stimmt. Das Dreckschwein wird ĂŒbrigens auch Pottsau (siehe unten!) genannt.

Der Dreckspatz

Der Dreckspatz ist verwandt mit dem Schmierfink (siehe unten!) und dem Schmutzfink (siehe unten!), unterscheidet sich von seinen Verwandten lediglich in der Art und im Grad der Verschmutzung. Zweifelsfrei ist der Dreckspatz der Ungepflegteste der drei Arten und zieht Schmutz jedweder Art geradezu magisch an. Er wĂ€lzt, nein, er suhlt sich geradezu im Dreck, legt es regelrecht darauf hin, so richtig dreckig zu werden, und ist erst zufrieden, wenn er vor Dreck steht und kaum mehr wiederzuerkennen ist. Entsprechend dieser Vorlieben findet man ihn in PfĂŒtzen, im Matsch, im Schlamm, in TĂŒmpeln, in SĂŒmpfen, im Morast, wo er sich mit seinesgleichen verlustiert. Hier findet er auch seine wechselnden Geschlechtspartner, mit denen er Nachwuchs zeugt, der sich gleich von Anfang an im tiefsten Dreck wohlfĂŒhlt. Manchmal gewinnt man sogar den Eindruck, dass sich der Dreckspatz von Dreck ernĂ€hrt, denn seine Leibspeise stippt er vor dem Verzehr erst mal in seinen Lieblingsuntergrund.

Der Drehwurm

Der Drehwurm liebt es, sich im Kreis zu drehen – oft sogar in Schwindel erregendem Maße, sodass es keine Seltenheit ist, dass er ob des starken SchwindelgefĂŒhls zu Fall kommt und sich mehr oder weniger heftig verletzt. In manchen FĂ€llen fĂŒhrt das unentwegte Drehen dazu, dass sich der Drehwurm erbrechen muss. Gerade was letzteren Aspekt betrifft, muss man sich allerdings fragen, wie es ĂŒberhaupt zur Nahrungsaufnahme kommen kann, weil die Schwerkraft vor allem auch die Aufnahme von FlĂŒssigkeit enorm erschwert. Auch fragt man sich, wie angesichts des permanenten Drehens ĂŒberhaupt Fortpflanzung möglich ist – aber sie scheint zu funktionieren, denn bislang ist der Drehwurm nicht ausgestorben und zĂ€hlt auch nicht zu einer gefĂ€hrdeten Art.

Der ErklÀrbÀr

Der ErklĂ€rbĂ€r ist ein EinzelgĂ€nger und kommt ĂŒberall dort vor, wo es darum geht, Wissen zu vermitteln. Er ernĂ€hrt sich in der Hauptsache von LehrbĂŒchern und hat dadurch auch sehr viel Ähnlichkeit mit der Intelligenzbestie (siehe unten!). Der ErklĂ€rbĂ€r ist geradezu prĂ€destiniert, um anderen Sachverhalte verstĂ€ndlich zu machen – ob man diese nun hören will oder nicht –, und der ErklĂ€rbĂ€r wird niemal mĂŒde, dies zu tun.

Der Etappenhase

Der Etappenhase – auch bekannt als Etappenhengst (siehe unten!) oder Etappensau (siehe unten!) – ist niemals an vorderster Front tĂ€tig, sondern arbeitet im Hintergrund, hat dort aber beispielsweise wichtige administrative, pflegerische oder technische Aufgaben inne. Der Etappenhase lebt nicht nur wie die berĂŒhmte Made im Speck (auch Speckmade genannt, siehe unten!), sondern schikaniert auch gern mal all jene, die an vorderster Front ihren Dienst tun, weil diese von dem Tun des Etappenhasen stark abhĂ€ngig sind. So hat der Etappenhase schnell mal den Ruf eines Kameradenschweins (siehe unten!) oder eines Kollegenschweins (siehe unten!) weg. Gleichwohl ist der Etappenhase beim anderen Geschlecht sehr beliebt und kann so fĂŒr reichlich Nachwuchs sorgen.

Der Etappenhengst

Der Etappenhengst ist nur ein anderer Name fĂŒr den Etappenhasen (siehe oben!) oder die Etappensau (siehe unten!).

Die Etappensau

Die Etappensau ist nur ein anderer Name fĂŒr den Etappenhasen (siehe oben!) oder den Etappenhengst (siehe oben!).

Der Finanzhai

Der Finanzhai ist nur ein anderer Name fĂŒr den Geldhai (siehe unten!) oder den Kredithai (siehe unten!).

Der Fleischwolf

Der Fleischwolf ist verwandt mit dem Reißwolf (siehe unten!), hat sich allerdings auf den Verzehr von Fleisch spezialisiert. Seine Exkremente sind besonders nahrhaft und werden von anderen Lebewesen mit Vorliebe verzehrt. Der Fleischwolf lebt als EinzelgĂ€nger und ist bei der Jagd nicht auf die UnterstĂŒtzung eines Rudels angewiesen, ist aber dennoch ausgesprochen erfolgreich.

Der Frechdachs

Der Frechdachs zeichnet sich durch Respektlosigkeit, anmaßendes und unverschĂ€mtes Benehmen aus. Insofern kennt seine Beliebtheit durchaus Grenzen, was ihn hĂ€ufig zum Sonderling macht, der viel Zeit unter der Erde verbringt, wo er sich sein Dasein sehr komfortabel einrichtet und wo er sich in aller Ruhe alle möglichen Frechheiten einfallen lassen kann. Vermutlich verfĂŒgt sein Erdbau deswegen ĂŒber ein kompliziertes System an Kammern und GĂ€ngen mit zahlreichen Ein- bzw. AusgĂ€ngen, damit er sich nach all seinen Frechheiten schnell wieder zurĂŒckziehen kann, bevor ihm irgendeine Unbill droht.

Der Galgenvogel

Der Galgenvogel fĂŒhlt sich in sehr unterschiedlichen Rollen wohl: Mal ist er Taugenichts, mal Strolch, mal Bösewicht, mal Krimineller – in jedem Falle ist er gewissenlos. So hĂ€lt sich auch der Grad seiner Beliebtheit sehr stark in Grenzen, weil er – was auch immer er unternimmt – seinen Artgenossen Schaden zufĂŒgt. So kommt es, dass er permanent mit einem Bein im GefĂ€ngnis steht. Ein andere Name fĂŒr den Galgenvogel ist ĂŒbrigens Himmelhund (siehe unten!).

Der Gashahn

Der Gashahn ist eng verwandt mit dem Wasserhahn (siehe unten!) und dem Zapfhahn (siehe unten!), ist aber auf Gas spezialisiert, das er je nach Einstellung mal mehr, mal weniger stark entlĂ€sst oder weiterleitet. Im Gegensazu zu seinen Verwandten lebt der Gashahn allerdings gefĂ€hrlich, weil bei unsachgemĂ€ĂŸer Behandlung immer Explosionsgefahr besteht, weswegen viel Wert darauf gelegt wird, dass der Gashahn nicht undicht wird. Das Verbreitungsgebiet des Gashahns ist immens. Er wird sowohl im Privaten als auch in der Industrie genutzt. Überall erfreut er sich großer Beliebtheit. Ähnlich wie beim Wasserhahn und beim Zapfhahn wartet man beim Gashahn vergeblich auf LautĂ€ußerungen wie ein „Kikeriki“; stattdessen kann es im Laufe seines Daseins zu leisen QuietschgerĂ€uschen kommen.

Die Geldfliege

Die Geldfliege fĂŒhrt in der Regel ein friedliches Dasein, denn da, wo manche ihrer Verwandten Fliegenklatsche oder Insekten-Spray zum Opfer fallen, erfreut sich die Geldfliege eines komfortablen Daseins und lebt geradezu wie die Made im Speck  (auch Speckmade genannt, siehe unten!). Der Grund ist tief in dem Aberglauben verwurzelt, der besagt, dass man, wenn man es vermeidet, der Geldfliege etwas zuleide zu tun, zu einem gewissen Reichtum gelangt. Neben der gemeinen Geldfliege gibt es auch noch die durch Genmanipulation mutierte Variante, die zu monströser GrĂ¶ĂŸe (etwa faustgroß) angewachsen und dadurch völlig flugunfĂ€hig geworden ist und nur dazu dient, Bank-Managern, Börsenspekulanten und dergleichen Zeitgenossen GlĂŒck zu bringen, indem sich diese die Geldfliege wie eine Krawatte um den blĂŒtenweißen Hemdkragen binden.

Der Geldhahn

Der Geldhahn ist weder mit dem Bierhahn (siehe oben!) noch mit dem Zapfhahn (siehe unten!) noch mit dem Gashahn (siehe oben!) noch mit dem Wasserhahn (siehe unten!) verwandt. Er ist eine ganz eigenstĂ€ndige Spezies, die den Geldfluss regelt. Daher ist der Geldhahn sehr gefĂŒrchtet. Wenn er dichtmacht bzw. wenn man ihn zudreht – was zuweilen auch ganz willkĂŒrlich erfolgen kann –, ist Schluss mit lustig: Dann muss derjenige, der Geldbedarf hat, zusehen, wo er bleibt. Nicht selten fĂŒhrt das in einschlĂ€gigen Kreisen zu mehr oder weniger kriminellen Handlungen, um flĂŒssig bleiben zu können.

Der Geldhai

Der Geldhai ist nur ein anderer Name fĂŒr den Finanzhai (siehe oben!) oder den Kredithai (siehe unten!).

Die Geldkatze

Die Geldkatze ist ein sehr anhĂ€ngliches Geschöpf und liebt es, an GĂŒrteln abzuhĂ€ngen. Ihre vornehmliche Lebensaufgabe besteht darin, Dinge aufzubewahren wie Geldscheine, MĂŒnzen oder kleinere SchmuckstĂŒcke. Dank ihrer meist sehr stabilen Lederhaut sind alle GegenstĂ€nde sicher verwahrt und vor NĂ€sse geschĂŒtzt.

Die Gewitterziege

Die Gewitterziege ist ausdrĂŒcklich nicht mit der Saufziege (siehe unten!) verwandt. Als wenig umgĂ€ngliches Geschöpf ist die Gewitterziege ein Musterbeispiel an Boshaftigkeit: Sie ist zĂ€nkisch und provoziert ihr soziales Umfeld, wo sie nur kann. Jede Lappalie, jedes noch so geringes Vorkommnis nimmt sie zum Anlass, herumzuzicken, sodass jeder versucht, einen möglichst großen Bogen um die Gewitterziege zu machen. Denn wenn man ihr versehentlich und nichtsahnend begegnet, dann gibt's ein Donnerwetter sondersgleichen. Ein andere Name fĂŒr die Gewitterziege ist ĂŒbrigens Zimtzicke (siehe unten!).

Der Goldesel

Der Goldesel ist mit dem Drahtesel (siehe oben!) nicht verwandt, unterscheiden sich beide doch durch grundlegend unterschiedliche Interessen. Der Goldesel ist im Grunde genommen so etwas wie eine unerschöpfliche Geldquelle, weil er am laufenden Bande GoldstĂŒcke kackt, mit denen er sich und seiner Familie ein sehr komfortables Leben verschafft. Dass der Goldesel nur im MĂ€rchen vorkommt, ist ĂŒbrigens ein MĂ€rchen.

Der Hausdrachen

Der Hausdrachen ist die domestizierte Form des feuerspeienden Ungeheuers, von dem alte Sagen berichten. Das einst kĂ€mpferische Temperament ist inzwischen völlig verkĂŒmmert – vermutlich durch ÜberzĂŒchtung. Geblieben ist lediglich sein etwas aufbrausendes Wesen, das sich aber bĂ€ndigen lĂ€sst, indem man es dem Hausdrachen gleichtut und ebenfalls aufbrausend wird. Das wirkt in diesem Falle erstaunlicherweise tatsĂ€chlich deeskalierend. Die StĂ€rke des aufbrausenden Temperaments verhĂ€lt sich ĂŒbrigens umgekehrt proportional zur GrĂ¶ĂŸe der Unterkunft: Je kleiner diese, umso grĂ¶ĂŸer das Aufbrausen. Insofern vermag der Wechsel in eine grĂ¶ĂŸere Unterkunft das Problem weitestgehend zu lösen.

Der Himmelhund

Der Himmelhund ist nur eine anderer Name fĂŒr den Galgenvogel (siehe oben!), auch wenn er namentlich fast ein Pendant zum Höllenhund (siehe unten!) darstellen könnte.

Der Höllenhund

Der Höllenhund ist weder ein Pendant zum Himmelhund (siehe oben!) noch ist er verwandt mit dem Kettenhund (siehe unten!), dem Schlosshund (siehe unten!) oder dem Schweinehund (siehe unten). Er ist eine ganz eigene Spezies, die auch als Wachhund (siehe unten!) bezeichnet wird, nur mit dem Unterschied, dass der Höllenhund am Eingang der Unterwelt Wache schiebt. NaturgemĂ€ĂŸ muss auch ein Höllenhund mal schlafen – das sieht man ihm dann aber absolut nicht an, wenn er in Schlaf versunken ist, weil er stets mit offenen Augen schlĂ€ft. Das hat zur Folge, das niemand, aber auch wirklich niemand ungesehen am Höllenhund vorbeikommt.

Das Honigkuchenpferd

Das Honigkuchenpferd war frĂŒher mal auf JahrmĂ€rkten heimisch. Irgendwann traf es dann mal auf die Zimtschnecke (siehe unten!), mit der es seine Vorliebe fĂŒr gewĂŒrze wie Zimt teilt; diese machte ihm WeihnachtsmĂ€rkte schmackhaft, sodass es seither auch dort herumtrabt. Wo sich das Honigkuchenpferd außerhalb von Jahrmarkt- und Weihnachts-Saison herumtreibt, ist nicht bekannt. Möglicherweise fĂ€llt es – wie auch die Zimtschnecke – der Naschkatze (siehe unten!) zum Opfer und wird von daher nicht sehr alt.

Der Hornochse

Der Hornochse ist nur ein anderer Name fĂŒr den Blödhammel (siehe oben!).

Die Hupfdohle

Die Hupfdohle ist ein recht sportliches Geschöpf und ĂŒberzeugt vor allem durch Beinarbeit, weswegen man sie vornehmlich beim Tanzen bewundern kann. Sehr viel Beifall wird ihr vor allem bei Revuen und im Ballett zuteil, wo sie mĂ€chtig das Tanzbein schwingt. In den Tanzpausen trifft sie sich zuweilen mit der Schnapsdrossel (siehe unten!), mit der sie gern auf ihre Erfolge anstĂ¶ĂŸt, hĂ€lt sich dabei aber an Alkoholfreies, um beim anschließenden abermaligen Betreten der BĂŒhne nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Sehr zuwider ist der Hupfdohle der Spaßvogel (siehe unten!), der ihre Bewegungen regelmĂ€ĂŸig ins LĂ€cherliche zieht und ihr jegliches Talent abspricht.

Der Immobilienhai

Der Immobilienhai gehört zusammen mit dem Kredithai (siehe unten!) zur Gattung der Profitgeier (siehe unten!), wobei sich der Immobilienhai auf die Vermietung und das Verkaufen von GrundstĂŒcken und GebĂ€uden verschrieben hat, die kostspielig sind, wo er allerdings nur dann Hand anlegt und investiert, wenn es gar nicht anders geht, denn im Vordergrund steht die Gewinnmaximierung. Auch wenn sich der Immobilienhai mit seinem Tun oft auf recht dĂŒnnem Eis bewegt, ist er weit davon entfernt, auszusterben.

Die Intelligenzbestie

Die Intelligenzbestie ernĂ€hrt sich – Ă€hnlich wie der ErklĂ€rbĂ€r (siehe oben!) – vorzugsweise von LehrbĂŒchern, die es massenweise verschlingt. NatĂŒrlich versucht die Intelligenzbestie regelmĂ€ĂŸig, sein Wissen auch zu vermitteln. Die Intelligenzbestie ist in dem, was sie tut, wirklich außerordentlich gut, aber ihre Beliebtheit stĂ¶ĂŸt sehr schnell auf Grenzen: In der Schule ist das Geschöpf dann im Nu als Streber verschrien, und spĂ€ter im Arbeitsleben zeigt sich alsbald der Neid der Kollegenschaft, was nicht selten in Mobbing gipfelt.

Das Kameradenschwein

Das Kameradenschwein ist nur ein anderer Name fĂŒr das Kollegenschwein (siehe unten!).

Der Kampfhahn

Der Kampfhahn hat – im Gegensatz zu Benzinhahn (siehe oben!), Bierhahn (siehe oben!), Wasserhahn (siehe unten!) und Zapfhahn (siehe unten!), die vor allem mit FĂŒssigkeiten zu tun haben, und zum Geldhahn (siehe oben) – ganz andere Interessen: Sein Dasein ist vom stĂ€ndigen Kampf geprĂ€gt, das er vorwiegend in Arenen verbringt. Er liebt es, im Rampenlicht zu stehen und angefeuert zu werden, was ihn zu Höchstleistungen anspornt, Manchmal geht es bei den ausgerichteten KĂ€mpfen um viel Geld, manchmal lediglich um die Ehre – gleichwohl gibt der Kampfhahn immer einhundert Prozent. Die Verletzungsgefahr ist stets groß, weswegen er sich nach einem Kampf hĂ€ufig in Ă€rztliche Behandlung begeben muss.

Die Karbolmaus

Die Karbolmaus ist ein gar freundliches Wesen, das obendrein hĂŒbsch anzusehen ist, sodass es sich vor allem beim anderen Geschlecht großer Beliebtheit erfreut. Die Karbolmaus ist vor allem dort tĂ€tig, wo es um Gesundheit, Genesungs- und Heilungsprozesse geht. Dort findet sie dann oft auch Anschluss und die Partnerschaft fĂŒrs Leben mit allem, was dazugehört.

Der KĂ€seigel

Der KĂ€seigel ist eng verwandt mit dem Mettigel (siehe unten!), wenngleich beide von sehr unterschiedlicher Beschaffenheit sind. Beide tummeln sich aber mit Vorliebe auf Partys und ZusammenkĂŒnften aller Art, wo man die GĂ€ste mit kleinen Leckereien bewirtet. Der KĂ€seigel eignet sich alle Arten von KĂ€se an, die er sich in Form von Scheiben oder StĂŒcken einverleibt. Gern verziert er sich mit allerhand Gedöns wie Weintrauben oder Rosinen, um seine AttraktivitĂ€t zu steigern. Seine optischen und geschmacklichen VorzĂŒge gereichen ihm allerdings sehr schnell zum Nachteil, weswegen er nach und nach bei lebendigem Leibe von seinen Feinden verzehrt wird.

Der Kettenhund

Der Kettenhund ist eng verwandt mit dem Schlosshund (siehe unten!) und teilt mit ihm ein Ă€hnliches Schicksal. Der Kettenhund ist eigentlich eine KettenhĂŒndin mit einer Vorliebe fĂŒr Geschmeide jedweder Art: Ringe, Armreifen, Fußkettchen und dergleichen mehr. Das macht sich der RĂŒde zunutze, um die KettenhĂŒndin an sich zu binden, zumal sie gelegentlich unter einer gewissen BindungsunfĂ€higkeit leidet. So trĂ€gt sie eine Halskette, die je nach Folgsamkeit mal kĂŒrzer und mal lĂ€nger ausfĂ€llt, in der Regel aber mindestens wenige Meter lang ist. Eine Verwandtschaft des Kettenhundes mit dem Himmelhund (siehe oben!) und dem Schweinehund (siehe unten!) konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Die Kirchenmaus

Die Kirchenmaus zeichnet sich durch Armut aus und kommt reichlich heruntergekommen daher, obwohl sie hauptsĂ€chlich in einer Umgebung vorkommt, die nicht selten ausgesprochen prunkvoll ist und eher von – allerdings materiellem – Reichtum zeugt. So kann sie sich nur sehr bescheiden von dem ernĂ€hren, was in dem GemĂ€uer von GotteshĂ€usern vorkommt. Immerhin ist sie hier absolut sicher vor der Naschkatze (siehe unten!) und vermag ein friedvolles und ruhiges Leben zu fĂŒhren. Man kann eben nicht alles haben.

Der Knallfrosch

Der Knallfrosch ist klein und von grĂŒner FĂ€rbung. Er ist zwar weltweit verbreitet, ist aber in der Regel nur um den Jahreswechsel herum aktiv. Seine Hauptaufgabe ist es, LĂ€rm zu machen. Da er darin nicht allzu gut ist, lebt er meistens im Rudel, was bei der BewĂ€ltigung der eigentlichen Lebensaufgabe den allerbesten Effekt erzielt. Auf diese Aufgabe wird der Knallfrosch bestmöglich vorbereitet: In der Knallfrosch-Schule erfolgt die Anleitung durch den Knallfrosch-Lehrer (auch Oberknallfrosch genannt), der die erste Lehrstunde traditionell mit den Worten beginnt: „Ich mache euch das aber nur ein einziges Mal vor!“

Das Kollegenschwein

Das Kollegenschwein wird nicht als solches geboren, sondern entwickelt sich erst im Laufe seines Daseins zu einem solchen. Grund fĂŒr diese Metamorphose ist das Konkurrenzdenken. Im Zuge dessen entwickelt das Kollegenschwein Strategien, um seine Kollegen aus dem Rennen zu katapultieren. Es versucht es mit Intrigen, mit LĂŒgen, mit AnschwĂ€rzen, mit dem Klau von Ideen, mit LĂ€stereien und verleumdenden Äußerungen. Das Kollegenschwein ist deswegen bei den Argenossen, mit denen er zusammenarbeitet, ausgesprochen unbeliebt. Ist es geschickt, kommt das Kollegenschwein mit seinen Sauereien durch und bewirkt, dass Kollegen aus dem Betrieb verschwinden; ist es dagegen ungeschickt, kann sich die Strategie zum Bumerang werden: Das Kollegenschwein wird ebenso behandelt oder wird gemobbt, bis es freiwillig die Segel streicht.

Der Kredithai

Der Kredithai – zuweilen auch Finanzhai (siehe oben!) genannt – gehört zusammen mit dem Immobilienhai (siehe oben!) zur Gattung der Profitgeier (siehe unten!), wobei sich der Kredithai auf das Verleihen von Geld zu geradezu absurden Konditionen verschrieben hat. Auf Grund seines rhetorischen Geschicks und seiner ausgeprĂ€gten Unternehmer-MentalitĂ€t findet er jedoch immer wieder Opfer, die auf ihn hereinfallen. Auch wenn es geradezu aussichtslos erscheint, gelingt es ihm immer wieder, an das verliehe Geld zu kommen – zuweilen auch mit reichlich krimineller Energie, die sich vermutlich bereits angesichts der Verleih-Konditionen unterstellen lĂ€sst. Der Kredithai ist ĂŒberall auf der Welt aktiv und trotz seiner Machenschaften weit davon entfernt, auszusterben.

Die Laborratte

Die Laborratte ist zwar mit dem Versuchskaninchen (siehe unten!) nur um mehrere Ecken herum verwandt, gleichwohl gelang es beiden Geschöpfen, eine ungewöhnliche Kreuzung hervorzubringen: den Angsthasen (siehe oben!). Die Laborratte hat sich der Wissenschaft verschrieben und ist dort ehrenamtlich, lediglich gegen Kost und Logis tĂ€tig. Das Dasein ist zwar nicht immer einfach – die Unterkunft ist recht beengt und die Laborratte steht quasi den ganzen Tag unter Beobachtung –, aber sie muss sich um nichts kĂŒmmern. Am bekanntesten ist die Laborratte geworden durch ihren unermĂŒdlcihen Einsatz bei der BekĂ€mpfung der Sackratte (siehe unten!), mit der sie allerdings absolut nicht verwandt ist.

Der Lackaffe

Der Lackaffe fĂ€llt insbesondere dadurch auf, dass er ĂŒbertrieben viel an seinem Äußeren manipuliert: Er lackiert Finger- und FußnĂ€gel, schmiert sich Pomade ins Haar oder verwendet Unmengen an Haarspray, parfĂŒmiert sich massiv ein, spachtelt sein Gesicht mit Cremes aller Art zu, um Falten zu ĂŒbertĂŒnchen, verwendet Lidschatten und Wimperntusche. Auch in puncto Kleidung ĂŒbertreibt er maßlos. Er lĂ€sst im Grunde genommen nichts unversucht, um sein Äußeres aufzumotzen, um damit innere Defizite auf Grund ausgeprĂ€gter Dummheit zu kompensieren. Das Ganze findet seine Krönung im Verhalten, das von jener Angeberei gekennzeichnet ist, die schnell als solche zu entlarven ist. Alles in allem zielt sein Auftreten darauf ab, dem GegenĂŒber Scheiße als Gold zu verkaufen. Egal, wo in der Welt er auftaucht, kommt er lautmalerisch auf einer Schleimspur daher. Die Nahrungsaufnahme in der Öffentlichkeit passt er stets den UmstĂ€nden an, wobei er ebenfalls versucht, ordentlich auf die Kacke zu hauen.

Die Lakritzschnecke

Die Lakritzschnecke ist auf Grund ihrer meist schwarzen Farbe und ihrer Konsistenz einmalig, auch wenn sie in puncto Fom gewisse Ähnlichkeiten mit der Nussschnecke (siehe unten!), der Streuselschnecke (siehe unten!), der Zimtschnecke (siehe unten!) und der Zuckerschnecke (siehe unten!) aufweist. TatsĂ€chlich aber sagt man ihr eine entfernte Verwandtschaft zur Luftschlange (siehe unten!) nach, wofĂŒr es bislang allerdings keine wissenschaftlichen Belege gibt. Ähnlich der Luftschlange vermag sich die Lakritzschnecke auszurollen, was zu einer beachtlichen LĂ€nge fĂŒhrt. Da sie viele gierige Fressfeinde hat, kommt es hĂ€ufig vor, dass sie es gar nicht mehr schafft, sich zu entrollen, und bereits in ihrem naturgegebenen Zustand verzehrt wird, indem man einfach mitten in sie hineinbeißt. In jedem Falle aber ist ihr Dasein recht kurz.

Die Laufkatze

Die Laufkatze ist weder mit der Geldkatze (siehe oben!) noch mit der Naschkatze (siehe unten!) verwandt. Zwischen all diesen Geschöpfen liegen Welten. Die Laufkatze tummelt sich auf Baustellen, vornehmlich im Bereich von KrĂ€nen, wo es die Umlenkrollen fĂŒr die Hubseile trĂ€gt – eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, die Geschmeidigkeit erfordert und der sich die Laufkatze mit ganzer Hingabe widmet, weswegen Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung hĂ€ufig zu kurz kommen.

Die Leseratte

Die Leseratte unterscheidet sich vom BĂŒcherwurm (siehe oben!) lediglich durch seine Ă€ußere Erscheinung, vor allem durch sein ausgeprĂ€gtes Gebiss, durch die unbĂ€ndige und gerĂ€uschvolle Nahrungsaufnahme sowie durch ĂŒbermĂ€ĂŸige Fortpflanzung. In Sachen Bildung ist er dem BĂŒcherwurm absolut gleichgestellt. Die Leseratte unterstĂŒtzt durch ihr umfangreiches Wissen hĂ€ufig die Laborratte (siehe oben!), vor allem bei der BekĂ€mpfung der Sackratte (siehe unten!). Gleichwohl sind alle drei Geschöpfe absolut nicht miteinander verwandt.

Der Lockvogel

Der Lockvogel zĂ€hlt zu den merkwĂŒrdigsten Vögeln auf diesem Planeten, besteht seine eigentlich Aufgabe doch grĂ¶ĂŸtenteils darin, seine Artgenossen ins Verderben zu locken. Mit diesem fiesen Charakterzug vermag er sogar noch, Geschöpfe wie das Kollegenschwein (siehe oben!) zu toppen. Gleichwohl man muss dem Lockvogel zu Gute halten, dass er diese Aufgabe nicht immer freiwillig macht, weil er oft dazu gezwungen wird – manchmal als Gefangener (eingesperrt oder angekettet), manchmal durch erpresserische Methoden.

Die Luftschlange

Die Luftschlange hat zwar gemeinsame Vorfahren mit der Autoschlange (siehe oben!) und der Warteschlange (siehe unten!), ist aber letztlich physisch in hohem Maße von diesen verschieden. Sie beginnt ihr Dasein normalerweise voll entwickelt, aber in zusammengerolltem Zustand. Das Erwachsenendasein erfolgt zielgerichtet, aber urplötzlich. Daraus resultierend, entfaltet sich die Luftschlange auf volle GrĂ¶ĂŸe, die sie bis zum Lebensende beibehĂ€lt, wobei sie sich als sehr standorttreu erweist. Erst der Tod fĂŒhrt zu einem Zustand, der eine gewisse Ähnlichkeit hat wie der Zustand zum Zeitpunkt der Geburt, nur unordentlicher. Eine Nahrungsaufnahme findet ebenso wenig statt wie eine Fortpflanzung. Letztere ist insofern auch nicht nötig, da es zu Beginn gleich eine Vielzahl an Klonen gibt, die sich bestenfalls ein wenig durch die Farbgebung unterscheiden.

Der Lustmolch

Der Lustmolch gibt sich ĂŒber das normale Maß hinaus geschlechtlichen Begierden hin, was ihm im Laufe der Zeit eine enorme Zahl an Sexualkontakten, aber auch an Nachwuchs bescheren kann. StĂ€ndig auf der Suche nach Artgenossen, die er unsittlich berĂŒhren kann, wird der Lustmolch von der Umwelt zunĂ€chst als abolut normal eingeschĂ€tzt, hat sogar oft Frau und Kinder, was ihm sehr als Deckmantel zugutekommt fĂŒr seine lĂŒsternen Machenschaften und sein ĂŒberbordendes sexuelles Verlangen, das zuweilen sogar von pĂ€dophilen Neigungen geprĂ€gt sein kann.

Die Meckerziege

Die Meckerziege meckert stĂ€ndig – ĂŒber Gott und die Welt. Sie ist nie zufrieden mit dem, was sie hat, sondern leidet unter permanenter Unzufriedenheit. Hat sie schließlich das erreicht, was ihr Begehr ist, relativiert sich das sehr schnell und sie verlangt nach mehr oder nach etwas völlig anderem – und meckert unentwegt weiter. Die Hauptsache scheint zu sein, dass sie ordentlich was zu meckern hat – je ausgiebiger, umso besser. Und das mit einer widerwĂ€rtig penetranten Stimme, der man sich nur schwer entziehen kann – es sei denn, man kann deutlich schneller laufen als die Meckerziege. Um mal ein Beispiel zu geben, wie sich in etwa die typischen Äußerungen einer Meckerziege anhören, sei auf das „YouTube“-Video „Interview mit einer Ziege“ verwiesen.

Der Mettigel

Der Mettigel ist eng verwandt mit dem KĂ€seigel (siehe oben!), wenngleich beide von sehr unterschiedlicher Beschaffenheit sind. Beide tummeln sich aber mit Vorliebe auf Partys und ZusammenkĂŒnften aller Art, wo man die GĂ€ste mit kleinen Leckereien bewirtet. Gern verziert er sich mit allerhand Gedöns wie Zwiebelringen, um seine AttraktivitĂ€t zu steigern. Seine optischen und geschmacklichen VorzĂŒge gereichen ihm allerdings sehr schnell zum Nachteil, weswegen er nach und nach bei lebendigem Leibe von seinen Fressfeinden vertilgt wird.

Das Mistvieh

Das Mistvieh ist sehr weit davon entfernt, beliebt zu sein, weil es seinem sozialen Umfeld stĂ€ndig GrĂŒnde liefert, weswegen man auf es wĂŒtend oder sauer ist. Das beginnt schon im Kindesalter: Das kleine Mistvieh hört weder auf die Eltern noch auf die Lehrer noch auf sonstwen; es hat offenbar seinen eigenen Kopf und erweckt geradezu den Eindruck, als wolle es provozieren und als gĂ€be es nichts Schöneres auf der <welt als dies zu tun.

Der Muskelkater

Der Muskelkater treibt gern sein Unwesen im Umfeld von Sportlern und sehr aktiven Geschöpfen. Als reichlich fiese Natur, sorgt der Muskelkater dafĂŒr, dass sich besagte Wesen unwohl fĂŒhlen und unter unangenehmen Schmerzen leiden. In vielen Kreisen weiß man inzwischen, wie man angemessen auf die Anwesenheit eines Muskelkaters reagiert, sodass dieser nicht mehr so leichtes Spiel hat. Über Paarung und Fortpflanzung von Muskelkatern ist nichts bekannt, zumal sich nicht mal die Existenz einer Muskelkatze nachweisen lĂ€sst.

Die Nachteule

Die Nachteule ist selten zu sehen, wenn die Sonne vom Himmel scheint. Der Grund dafĂŒr liegt in ihrem merkwĂŒrdigen Lebenswandel: Sie geht zu einer Zeit schlafen, da andere Geschöpfe fast schon wieder aufwachen, und verschlĂ€ft so fast den Großteil des Tages. Deswegen ist die Nachteule als LangschlĂ€fer verschrien, obgleich sie nicht wirklich deutlich mehr schlĂ€ft als andere. Die Augen der Nachteule haben sich dermaßen an Dunkelheit gewöhnt, dass sie Tageslicht eher als unangenehm empfindet und weitestgehend meidet. So hat sie ihr Dasein ganz und gar an das Nachtleben angepasst, wo sie richtig aufblĂŒht und die UmstĂ€nde genießt. Ihr Lebenswandel fĂŒhrt natĂŒrlich unweigerlich zu konsequentem EinzelgĂ€ngertum.

Die Naschkatze

Die Naschkatze ist in der Regel sehr beleibt, weil sie bei der Nahrungsaufnahme kaum etwas auslĂ€sst. Entsprechend trĂ€ge liegt sie dann in der Gegend herum, wo man sie vornehmlich kauend, schmatzend und genießend antrifft. Die Naschkatze ist ĂŒberall da anzutreffen, wo Leckereien im Überfluss vorhanden sind, insbesondere Schokolade und andere SĂŒĂŸwaren sowie zuckerhaltige, zum Teil auch alkoholische GetrĂ€nke. Auch was die Fortpflanzung betrifft, ist die Naschkatze kein KostverĂ€chter und zeigt sich auch hier als wahres Leckermaul, zumal wenn ihr ein ausgesprochen attraktiver Naschkater ĂŒber den Weg lĂ€uft.

Der Neidhammel

Der Neidhammel ist zwar entfernt mit dem Blödhammel (siehe oben!) verwandt, aber nicht ganz so dĂ€mlich, auch wenn Neid an sich nicht wirklich ein Zeichen von Intelligenz ist, sondern eher niedere Instinkte zu Tage fördert. Der Neidhammel jedenfalls findet immer irgendetwas, das er entbehrt und deswegen unbedingt haben möchte, insbesondere dann, wenn er es bei anderen entdeckt hat. Der etwas wohlhabendere Neidhammel kann seinen Neid in der Regel schnell befriedigen – es sei denn, er ist neidisch auf eine Freundschaft oder eine Partnerschaft. Der mehr oder weniger mittellose Neidhammel hingegen muss sich lange Zeit mit dem GefĂŒhl quĂ€len, das das soziale Umfeld in ihm ausgelöst hat. Nicht selten wird er deswegen kriminell und wird von der Gesellschaft weggesperrt.

Die Nussschnecke

Die Nussschnecke – eng verwandt mit der Streuselschnecke (siehe unten!), der Zimtschnecke (siehe unten!) und der Zuckerschnecke (siehe unten!) – kommt hauptsĂ€chlich in BĂ€ckereien und Konditoreien vor, wo sie sich meist großer Beliebtheit erfreut. Das mag daran liegen, dass sie NĂŒsse jedweder Art – HaselnĂŒsse, WalnĂŒsse, ParanĂŒsse, ErdnĂŒsse und dergleichen – magisch anzieht und sich einverleibt. Auf Grund dieser AffinitĂ€t, die man ihr entgegenbringt, ist ihr Dasein jedoch zeitlich sehr begrenzt, da sie schnell zum Opfer von Naschkatzen (siehe oben!) wird.

Der Ohrwurm

Der Ohrwurm ist von seinem Wesen her ausgesprochen penetrant: Hat er sich erst mal im Ohr seines Opfers eingenistet, ist er dort so schnell nicht zu entfernen. Das schafft dann meist nur ein anderer Ohrwurm, dem es gelingt, den alten Ohrwurm zu ĂŒbertrumpfen und ihn dadurch zu vertreiben. Die mittlere Lebenserwartung von OhrwĂŒrmern ist sehr unterschiedlich: Manche existieren lediglich einen Tag, andere halten sich tage-, wochen-, ja, zuweilen gar monatelang.

Der Osterhase

Der Osterhase ist spezialisiert auf das Verstecken bunter und gemusterter Eier, die er zuvor in aller Abgeschiedenheit produziert. Er arbeitet nur saisonal, liegt aber den grĂ¶ĂŸten Teil des Jahres auf der faulen Haut, frisst die fĂŒr ihn typische Nahrung und rammelt, was das Zeug hĂ€lt. Inzwischen gibt es dermaßen viele Osterhasen, dass die Frage durchaus berechtigt ist: Brauchen wir wirklich so viele davon?

Der Ostfriesennerz

Der Ostfriesennerz ist – im Gegensatz zu den meisten anderen Nerz-Arten – nicht ausgestorben und auch weit davon entfernt, auszusterben. Das mag darin begrĂŒndet sein, dass sein Fell zwar zweckmĂ€ĂŸig, das heißt, regen- und windresistent ist, aber keineswegs kuschelig warm oder gar schön. Und wertvoll ist das Fell schon gar nicht. Seine meist grellgelbe Farbe ist eher gewöhnungsbedĂŒrftig, zudem ist sie einer Tarnung sehr abtrĂ€glich, weswegen sich der Ostfriesennerz stĂ€ndig auf dem PrĂ€sentierteller befindet. Da er aber keine Fressfeinde zu fĂŒrchten hat, stellt die Farbe kein Problem dar. Entgegen seinem Namen, trifft man den Ostfriesennerz nicht nur in Ostfriesland an, sondern im Grunde genommen an den meisten norddeutschen KĂŒstenstreifen, zuweilen auch im angrenzenden Ausland.

Der Papiertiger

Der Papiertiger ist eine Spezies, die sich zwar mĂ€chtig und einflussreich gibt und auch dafĂŒr hĂ€lt, tatsĂ€chlich aber keinerlei Bedeutung hat, was der Umwelt aber erst im Laufe der Zeit klar wird: Das, was zunĂ€chst als Raubtier daherkommt, entpuppt sich irgendwann als viel heiße Luft.

Der Partylöwe

Der Partylöwe steht – Ă€hnlich wie der Salonlöwe (siehe unten!) – gern im Mittelpunkt, wird ebenso wie dieser stark vom (meist) anderen Geschlecht umschwĂ€rmt, verfĂŒgt aber nicht ĂŒber dessen betrĂ€chtliches Vermögen, will aber möglichst genauso viel Spaß haben. Als vollwertiges Mitglied der Spaßgesellschaft legt er nicht allzu viel Wert auf Bildung, sondern will in seinem Dasein lediglich viel erleben und sucht das Abenteuer.

Der Pechvogel

Der Pechvogel – ein anderer Name fĂŒr ihn ist auch UnglĂŒcksrabe (siehe unten!) – beginnt sein Dasein bereits unter sehr erschwerten Bedungungen, schafft er es doch nicht, sich eigenstĂ€ndig aus dem Ei zu befreien, was die Pechvogel-Eltern auf den Plan ruft, die sich mĂ€chtig abmĂŒhen mĂŒssen, um die Schale zu knacken. Zuweilen muss erhebliche Gewalt angewendet werden, wodurch das PechkĂŒken nicht selten schon mal ein wenig Schaden nimmt. Hier beginnt die PechstrĂ€hne, die sich durch sein gesamtes Leben zieht: Der Pechvogel wĂ€hlt die falschen Freunde, erwischt gelegentlich das falsche Futter, findet nicht den richtigen Partner, und zu guter Letzt ist der Nachwuchs körperlich oder geistig zurĂŒckgeblieben oder behindert. Zu Tode kommt der Pechvogel meistens auf unnatĂŒrliche Weise, indem er beispielsweise von einem Auto an- oder ĂŒberfahren wird.

Die Pistensau

Die Pistensau hat zwar einen fiesen Charakter wie der Schweinehund (siehe unten!), ist aber mit diesem nicht verwandt. EĂ­n enges VerwandtschaftsverhĂ€ltnis dagegen besteht zum Skihasen (siehe unten!), zumal beide Ă€hnliche sportliche Interessen teilen. Die Pistensau gilt als Skifahrer – aber auch im sonstigen Dasein – als abolut rĂŒcksichtslos, was auf eine nicht unerhebliche CharakterschwĂ€che schließen lĂ€sst. Auf der Skipiste, seinem Hauptverbreitungsgebiet, ist in der Regel sehr schnell und oft im Rudel unterwegs. Da jede Pistensau nicht gerade durch Können und gute Technik beim Fahren glĂ€nzt, wird sie schnell zur Gefahr fĂŒr andere.

Die Planierraupe

Die Planierraupe zĂ€hlt zu jener Spezies, mit der nicht zu spaßen ist. Sie kann zwar zuweilen nĂŒtzlich sein, macht aber in der Regel dort, wo sie sich jeweils befindet, gnadenlos alles platt, was dann auch ihr einziger Lebensinhalt ist und bleibt, bis sie irgendwann ihren Geist aufgibt.

Der Platzhirsch

Der Platzhirsch könnte ein einfaches Leben haben, wĂŒrde er sich einfach mit gewissen UmstĂ€nden abfinden. Stattdessen legt er alles daran, das Sagen zu haben und zu behalten, und versucht, jeden zu eliminieren, der ihm das Recht darauf streitigmachen will. So nimmt er Verletzungen in Kauf, leidet am Ende gar Hunger, weil er vor lauter Auseinandersetzungen keine Zeit zum Fressen hat, nimmt ab, wird immer schwĂ€cher. Das alles hĂ€lt ihn aber nicht davon ab, solange damit weiterzumachen, bis die Dinge ein fĂŒr allemal – und hoffentlich in seinem Sinne – geregelt sind: Alle Nebenbuhler sind ausgeschaltet und alle Weibchen sind ihm hörig.

Der Pleitegeier

Der Pleitegeier ist im Grunde genommen eine sehr traurige Gestalt, die etwas zerlumpt daherkommt. Er befindet sich – im Gegensatz zum Profitgeier (siehe unten!) – stĂ€ndig auf absteigendem Ast. Da HöhenflĂŒge absolut nicht angesagt sind, bleiben nur Versuche, im Tiefflug irgendetwas zu ergattern, was jedoch hĂ€ufig zum Scheitern verurteilt ist. Bestenfalls kann er durch erbarmungswĂŒrdiges KrĂ€chzen auf das Mitleid seiner Umwelt hoffen, die ihm gelegentlich etwas zusteckt, damit er so leidlich am Leben bleiben kann. Als Bewohner der Schattenseite des Lebens fĂ€llt es ihm naturgemĂ€ĂŸ außerordentlich schwer, seine Art fortzupflanzen.

Die Polente

Die Polente zĂ€hlt – zusammen mit der Talente (siehe unten!) und der Tangente (siehe unten!) – zu den allermerkwĂŒrdigsten Geschöpfen im Tierreich. Die Polente ist hauptsĂ€chlich an den Endpunkten der Meridiane zu finden, wo sie den ganzen Tag lang in der EiseskĂ€lte mit Blaulicht herumfĂ€hrt und auf Verbrecherjagd ist. Da Arktis und Antarktis die geringste Verbrecherquote weltweit aufweisen, hat die Polente herzlich wenig zu tun und verdingt sich hĂ€ufig in diversen Minijobs, die angesichts der geographischen Lage nicht sehr ergiebig sind, weswegen die Polente ein sehr bescheidenes Leben fĂŒhrt und meistens kalte FĂŒĂŸe hat. Die Polente kann nicht schwimmen und macht deswegen um GewĂ€sser stets einen großen Bogen. Immer wieder wird behauptet, dass „Polenta“ die Bezeichnung fĂŒr die weibliche Polente wĂ€re, was natĂŒrlich völliger Blödsinn ist.

Die Pomade

Die Pomade ist ein gar absonderliches Geschöpf, das weder mit der Speckmade (siehe unten!) noch mit der Wohlstandsmade (siehe unten!) das Geringste gemein hat. Auch wenn der Name es vermuten lĂ€sst, befindet sich das Hauptverbreitungsgebiet der Pomade normalerweise nicht im Analbereich seines Wirts. Die Pomade ist ein höchst schmieriges Etwas, das sich am liebsten in haariger Umgebung herumtreibt, wo es sich mit seinem etwas klebrigen Sekret, das normalerweise aus dem Hinterteil seines hĂ€ufig tubenförmigen Körpers quillt, voll entfalten kann. Ist das Sekret erst einmal abgesondert, lĂ€sst es sich nur noch mit viel warmem Wasser und einer recht seifigen Substanz entfernen. Ein Schmierfink (siehe unten!) kann sich ĂŒbrigens durchaus mit dem Lebenswandel der Pomade anfreunden, sodass beide Geschöpfe zuweilen eine Symbiose eingehen.

Die Pottsau

Die Pottsau ist nur ein anderer Name fĂŒr das Dreckschwein (siehe oben!).

Der Prellbock

Der Prellbock stammt aus derselben Familie wie der SĂŒndenbock (siehe unten!). Beide mĂŒssen immer fĂŒr irgendetwas herhalten, wobei der Prellbock vor allem physisch etwas einstecken können muss. Im Grunde genommen ist er sehr stolz auf sein Talent, weil er durch sein Dasein bewirkt, dass Schlimmeres passiert, und verhindert, dass manche Dinge ĂŒber ihr Ziel hinausschießen.

Der Profitgeier

Der Profitgeier bildet die Hauptgattung, zu der auch Kredithai (siehe oben!) und Immobilienhai (siehe oben!) zĂ€hlen. Er schwebt ĂŒber den Dingen und verbringt sein Dasein damit, ĂŒberall und in hohem Maße Profit abzuschöpfen, was ihn zuweilen an den Rand der LegalitĂ€t bringt und nicht selten sogar darĂŒber hinaus. Da sich der Profitgeier – in krassem Gegensatz zum Pleitegeier (siehe oben!) – ein sehr komfortables Leben einrichten kann, sind seine Möglichkeiten zur Nahrungsaufnahme und zur Fortpflanzung außerordentlich gut.

Die Quietscheente

Die Quietscheente ist in der Regel quietschgelb und hat eine glĂ€nzende, weiche Haut. Sie liebt es außerordentlich, gedrĂŒckt zu werden, worauf sie verzĂŒckt Laute von sich gibt, die letztlich zu ihrer Namensgebung gefĂŒhrt haben. Am wohlsten fĂŒhlt sich die Quietscheente im Wasser: Man findet sie sowohl in Badewannen als auch in Swimmingpools als auch in Badeseen. Zuweilen nimmt sie auch an Wettbewerben teil, wo sie mit Hunderten anderer Quietscheenten auf FlĂŒssen um die Wette schwimmen muss.

Die Rampensau

Die Rampensau ist kĂŒnstlerisch tĂ€tig und fĂŒhlt sich am wohlsten auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Im Gegensatz zu anderen Sauen ist die Rampensau eine sehr gepflegte Erscheinung mit (zumindest auf der BĂŒhne und in der Öffentlichkeit) guten Manieren. Allerdings steht die Rampensau gern im Mittelpunkt, drĂ€ngt sich geradezu dorthin, wĂ€hrend durch dieses Tun andere in den Hintergrund geraten. Gleichwohl vermag die Rampensau mitzureißen, ist leidenschaftlich und authentisch.

Der Ratefuchs

Der Ratefuchs bestreitet sein Dasein vor allem dadurch, dass er an Quiz-Sendungen und Ratespielen teilnimmt, wo er sich dann von Mal zu Mal steigert und zu ungeahnten Höchstleistungen hinaufschwingt. Eine regelmĂ€ĂŸige Fortbildung erfolgt durch das Schauen adĂ€quater TV-Sendungen und durch eine Anreicherung von Wissen durch das Lesen einschlĂ€giger BĂŒcher. Vielfach macht sich so seine Teilnahme an TV-Sendungen sogar dermaßen bezahlt, dass der Ratefuchs zu einigem Wohlstand gelangt.

Der Reißwolf

Der Reißwolf kennt absolut kein Pardon, macht mit allem kurzen Prozess. Alles, was ihm in die Quere kommt, schluckt er und macht daraus Kleinholz – egal, ob Holz, Kunststoff oder Papier. Er ist quasi ein Allesfresser. Seine Exkremente sind in der Regel sehr nĂŒtzlich und werden sinnvoll weiterverwendet. Der Reißwolf lebt als EinzelgĂ€nger und ist bei der Jagd nicht auf die UnterstĂŒtzung eines Rudels angewiesen, ist aber dennoch ausgesprochen erfolgreich. Ein naher Verwandter des Reißwolfs ist der Fleischwolf (siehe oben!).

Der Rollmops

Der Rollmops fĂ€llt durch mehrere Besonderheiten auf: Er riecht zwar immer ein wenig nach Fisch, hat aber nicht diese Glubschaugen, die jeden Moment aus den Höhlen zu springen scheinen, und auch nicht diese platte Schnauze, so als wĂ€re das Geschöpf mit Vollgas vor eine Wand gelaufen. Der Rollmops liebt es, sein Dasein in zusammengerolltem Zustand zu verbringen. Zudem hat er ein Faible dafĂŒr, sich mit einer Gurke, einer Zwiebel und einem Hölzchen zu dekorieren. Zu seinem Hauptverbreitungsgebiet sind FischgeschĂ€fte, wo er sich gegen ein kleines Entgelt bereitwillig mitnehmen lĂ€sst.

Die Sackratte

Die Sackratte – ĂŒbrigens nicht verwandt mit Leseratte (siehe oben!) oder Laborratte (siehe oben!) – liebt Locations, wo es dunkel, feucht und nach Möglichkeit behaart ist; riecht es dort zudem noch ĂŒbelst, so bedeutet das fĂŒr die Sackratte ein wahres Paradies. Daher verbirgt sie sich am liebsten im Genitalbereich von Geschöpfen, die deutlich grĂ¶ĂŸer sind als sie. Die Sachratte ist ĂŒbrigens so winzig, dass man sie mit bloßem Auge nur schwer erkennen kann. Bereits von weitem erkennt man die Sackratte an einem großen Sack, den sie stets bei sich trĂ€gt. Dieser ist gefĂŒllt mit Unmengen an juckpulver-Ă€hnlichen Substanzen, die die Sackratte gern im Genitalbereich seines Wirts verstreut, sodass es diesen dort unentwegt juckt, weswegen er sich stĂ€ndig kratzen muss.

Der Salonlöwe

Der Salonlöwe ist in der Regel – Ă€hnlich wie der Partylöwe (siehe oben!) nicht nur exzentrisch, sondern – ganz im Gegensatz zu jenem – vor allem sehr betucht, sodass er nicht arbeiten muss und seine gesamte Zeit dem Ausgeben von Geld, dem Essengehen in teuren Restaurants, dem Party-Machen und dem Rummachen mit dem (meist) anderen Geschlecht widmen kann. Selbst wenn der Salonlöwe von der Natur nicht ĂŒber GebĂŒhr mit Schönheit gesegnet worden ist, tut das seiner Beliebtheit keinen Abbruch, vermag er doch mittels seines Geldes und eines gewissen Charmes die Leute fĂŒr sich einzunehmen. Die Gelegenheiten zur Fortpflanzung sind reichlich, fĂŒhren aber nur selten zu lĂ€nger andauernden Beziehungen.

Der SaubÀr

Der SaubĂ€r ist eine Spezies, die sich – Ă€hnlich wie der Schweinehund (siehe unten!) – schwer zuordnen lĂ€sst, die aber auf Grund der Eigenschaften nur sehr wenige Sympathisanten findet. Einerseits empfindet man die Mischung aus Grunzen und BrĂŒllen als befremdlich, andererseits fĂŒhlt man sich – hat man sich dann doch mal auf den SaubĂ€ren eingelassen – regelmĂ€ĂŸig von ihm in die Enge getrieben, weiler einerseits erbĂ€rmlich stinkt, andererseits zu plötzlichen AusbrĂŒchen von Aggression neigt.

Die Saufziege

Die Saufziege ist nur ein anderer Name fĂŒr den Schlucksprecht (siehe unten!).

Das Schaukelpferd

Das Schaukelpferd ist ausgesprochen standorttreu, kommt physisch wie mental nur ganz schwer von der Stelle, wo es – einmal angestoßen – kaum mehr tut als hin- und herzuschaukeln. Die geradezu hospitalistisch anmutende Bewegung, gepaart mit einer gewissen Wortkargkeit, geht dem sozialen Umfeld meist dermaßen auf die Nerven, dass man das Schaukelpferd sich selbst ĂŒberlĂ€sst, wo es dann irgendwann zur Ruhe und zum Stillstand kommt – und zwar so lange, bis abermals jemand vorbeikommt, um es anzuschubsen. Da allerdings kein Fortschritt zu erkennen ist, lĂ€sst man das Schaukelpferd irgendwann einfach links liegen und lĂ€sst es so lange stehen, bis es irgendwem im Weg ist und es auf den Dachboden umziehen oder entsorgt werden muss.

Der Schlosshund

Der Schlosshund ist eng verwandt mit dem Kettenhund (siehe oben!) und teilt mit ihm ein Ă€hnliches Schicksal. Der Schlosshund ist eigentlich eine SchlosshĂŒndin, die es mit der Treue nicht so genau nimmt, weswegen ihr der RĂŒde regelmĂ€ĂŸig einen KeuschheitsgĂŒrtel anlegt – naturgemĂ€ĂŸ auch mit dem obligatorischen Schloss, von dem auch der Name Schlosshund herrĂŒhrt. Da sich die SchlosshĂŒndin dadurch sehr in ihrer Freiheit eingeschrĂ€nkt fĂŒhlt, hört man sie den lieben langen Tag lang immer wieder heulen. Dass sich der Schlosshund vornehmlich auf einem Schloss aufhĂ€lt, gilt als AmmenmĂ€rchen, das immer wieder gern zum Besten gegeben wird. Eine Verwandtschaft des Schlosshundes mit dem Himmelhund (siehe oben!) und dem Schweinehund (siehe unten!) konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Der Schluckspecht

Der Schluckspecht ist eng verwandt mit der Schnapsdrossel (siehe unten!). Im Gegensatz zu dieser ist der Schluckspecht unersĂ€ttlich: Er sĂ€uft sozusagen, bis der Arzt kommt. Er kippt sich alles hinter die Binde, das ihm in die Quere kommt – Hauptsache, der Promille-Wert hat am Ende ein hohes Niveau und der Schlucksprecht kann damit prahlen. Schluckspecht und Schnapsdrossel sind erwartungsgemĂ€ĂŸ in Kneipen und Bars anzutreffen sowie bei geselligen Veranstaltungen, der Schluckspecht hockt aber oft auch vor der gut ausgestatteten hauseigenen Bar und lĂ€sst sich volllaufen. Ein anderer Name fĂŒr den Schluckspecht ist ĂŒbrigens Saufziege (siehe oben!).

Der Schmierfink

Der Schmierfink ist eng verwandt mit dem Dreckspatz (siehe oben!) und dem Schmutzfink (siehe unten!), unterschiedet sich von seinen Verwandten lediglich in der Art und im Grad der Verschmutzung. Der Schmierfink hat vor allem eine Vorliebe fĂŒr etwas fettigere oder öligere UntergrĂŒnde.

Der Schmutzfink

Der Schmutzfink ist eng verwandt mit dem Dreckspatz (siehe oben!) und dem Schmierfink (siehe oben!), unterschiedet sich von seinen Verwandten lediglich in der Art und im Grad der Verschmutzung. Der Schmutzfink ist von den drei Geschöpfen noch das reinlichste.

Die Schnapsdrossel

Die Schnapsdrossel ist eng verwandt mit dem Schluckspecht (siehe oben!). WĂ€hrend der Schluckspecht alles an Alkohol vertilgt, das ihm in die Quere kommt und auch vor großen GlĂ€sern nicht haltmacht, begnĂŒgt sich die Schnapsdrossel mit kleinsten TrinkgefĂ€ĂŸen, die zuweilen kaum grĂ¶ĂŸer als ein Fingerhut sind, die aber auf ‚ex‘ geleert werden. Schluckspecht und Schnapsdrossel sind erwartungsgemĂ€ĂŸ in Kneipen und Bars anzutreffen sowie bei geselligen Veranstaltungen jedweder Art.

Der Schweinehund

Der Schweinehund ist eine Spezies, die sich – Ă€hnlich wie der SaubĂ€r (siehe oben!) – schwer zuordnen lĂ€sst, die aber auf Grund der Eigenschaften nur sehr wenige Sympathisanten findet. Einerseits mag die Mischung aus Grunzen und Bellen fĂŒr die Verunsicherung im sozialen Umgang verantwortlich sein, andererseits fĂŒhlt man sich – hat man sich dann doch mal auf den Schweinehund eingelassen – regelmĂ€ĂŸig vom Schweinehund ĂŒbergangen, ĂŒber den Tisch gezogen, ĂŒbers Ohr gehauen. Viele derer, die mit dem Schweinehund zu tun haben, wissen aber rein intuitiv, was von einem Schweinehund zu halten ist, haben sie doch selbst einen inneren Schweinehund, dem sie regelmĂ€ĂŸig ausgeliefert sind und dem sie sich nur sehr schwer erwehren können. Wider Erwarten ist der Schweinehund weder mit dem Kettenhund (siehe oben!) noch mit dem Schlosshund (siehe oben!) verwandt.

Der Schweinigel

Der Schweinigel saut in seinem Umfeld ordentlich herum: Er beschmutzt alles, was ihm zwischen die Finger kommt, und er erzĂ€hlt stĂ€ndig obszöne oder unanstĂ€ndige Witze, weswegen man in seiner Gegenwart hĂ€ufig die Augen verdreht, was den Schweinigel allerdings keineswegs anficht. Auch gibt er sich gern sexuell anzĂŒglich. Im Grunde genommen gibt es kaum eine Peinlichkeit, derer er sich nicht hingibt. Damit unterscheidet er sich maßgeblich vom Tapetenigel (siehe unten!), der ein wahrer Könner auf seinem Gebiet ist.

Der Skihase

Der Skihase ist mit der Pistensau (siehe oben) verwandt, ist aber charakterlich von diesem grundsĂ€tzlich sehr verschieden. Nur die sportliche Neigung ist beiden gemein. Der Skihase ist ausgesprochen attraktiv, sportlich, sehr modern und markenbewusst gekleidet und nicht nur in seinem Hauptverbreitungsgebiet, den Skipisten, ein echter Hingucker. Nicht selten taucht der Skihase im Rudel auf und sorgt dabei fĂŒr reichlich Hormon-Ausstoß beim anderen Geschlecht, wodurch er schnell Anschluss findet. Anschluss sucht der Skihasse gerne in jenen Kreisen, die geradezu nach Geld stinken. Dort wird er schnell mal zum Betthasen (siehe oben!).

Der Spaßvogel

Der Spaßvogel ist durch und durch ein Witzbold, der durch ein erfrischendes positives und lustiges Temperament besticht, indem er versucht, die Umwelt durch allerhand Blödsinn zu erheitern, auch wenn er sich als wahrer Schelm mit seiner Bespaßung nicht immer Freunde macht. Der Spaßvogel mit seinem ausgeprĂ€gten Humor erfreut sich dermaßen großer Beliebtheit, dass sein Tun selbst im Fernsehen einen nicht unerheblichen Raum einnimmt.

Der Sparfuchs

Der Sparfuchs ist entfernt verwandt mit dem Sparschwein (siehe unten!), unterscheidet sich von diesem allerdings dadurch, dass er zwar Geld spart, aber dergestalt, dass er willens ist, das Geld auch auszugeben, allerdings nicht mehr als nötig. Oft hat der Sparfuchs nicht genug Geld, um sich bestimmte Dinge zum normalen Preis leisten zu können. Gelernt hat der Sparfuchs vermutlich auf orientalischen Basaren, wo die Methode zur Reduktion von Geldausgaben – hier schimpft es sich „Runterhandeln“ – verfeinert worden ist und geradezu exzessiv betrieben wird. Gleichwohl sind die Ambitionen des Sparfuchses auch hierzulande von Erfolg gekrönt, manchmal auch unter Zuhilfenahme von Werbe-Prospekten mit zahlreichen Sonderangeboten.

Das Sparschwein

Das Sparschein ist entfernt verwandt mit dem Sparfuchs (siehe oben!), unterscheidet sich von diesem allerdings dadurch, dass es bis zur Besinnungslosigkeit Geld in seinem Inneren ansammelt - oft so lange, bis es fast platzt. Manchem Sparschwein kann dann Erleichterung verschafft werden, indem man es an einer bestimmten Stelle mittels eines SchlĂŒssels öffnet und melkt. Das GlĂŒck hat nicht jedes Sparschwein, denn manchmal ist der SchlĂŒssel auf Nimmerwiedersehen verschwunden oder eine Vorrichtung zum Öffnen ist ĂŒberhaupt nicht vorhanden, weswegen das Sparschwein geschlachtet werden muss – meistens auf brutalste Weise mit einem Hammer. Diese Notschlachtung bedeutet dann fraglos das unwiderrufliche Ende des Sparschweins.

Die Speckmade

Die Speckmade ist nicht wĂ€hlerisch, solange sie sich von Fleisch – egal, ob in vitaler oder in toter Form – ernĂ€hren kann. In totem Fleisch lebt sie geradezu im Überfluss. Die Wohlstandsmade (siehe unten!), mit der sie durchaus verwandt ist, ist in diesem Punkt allerdings deutlich anspruchsvoller und begnĂŒgt sich nicht allein mit schnöder Fleischeslust. Die Speckmade findet man in Speisekammern in jenen Ecken, wo Gammelfleisch zu finden ist, auf Komposthaufen sowie in Wald und Flur, sowohl auf als auch unter ObstbĂ€umen – dort ĂŒberall zĂ€hlt sie zum großen Heer der organischen MĂŒllabfuhr. Und wenn etwas noch nicht so ganz ihrem Geschmack entspricht, macht sie es madig. Die Speckmade liebt zwar Fettiges, hat dennoch mit der Pomade (siehe oben!) absolut nichts zu tun.

Die Spinatwachtel

Die Spinatwachtel zeichnet sich durch einen schmalen, hageren Körperbau mit grimmigem Gesichtsausdruck aus. Dahinter steckt ein reichlich seltsamer, ja, geradezu schrulliger Charakter, dem VerrĂŒcktheit und Versponnenheit nachgesagt wird. Durch diese Eigenheiten ist die Spinatwachtel geradezu fĂŒr das EinzelgĂ€ngertum prĂ€destiniert, weswegen sie nicht selten ohne Nachwuchs bleibt, weil sich kaum ein Partner findet, der sich mit ihr fortpfalnzen möchte.

Das Stahlross

Das Stahlross ist nur ein anderer Name fĂŒr den Drahtesel (siehe oben!).

Das Steckenpferd

Das Steckenpferd ist von Natur aus mehr oder weniger stark gehbehindert, weswegen es Mitleid erregt und durch Herumtragen in einen Zustand versetzt wird, der ihm das GefĂŒhl gibt, sich einigermaßen artgerecht fortzubewegen. In manchen Kulturen werden – oft anlĂ€sslich bestimmter Veranstaltungen – sogar ganze Herden an Steckenpferden bewegt, also so eine Art „Paralympics“ fĂŒr Steckenpferde.

Die Strandmuschel

Die Strandmuschel kommt vornehmlich an Meeresgestaden, seltener auch an Fluss-Ufern vor. ZunĂ€chst zusammengefaltet, kann sie sich – mit etwas UnterstĂŒtzung – zu enormer GrĂ¶ĂŸe aufrichten. Ganz selbstlos bietet die Strandmuschel dann all jenen Geschöpfen Schutz und Unterschlupf, die sich vor Wind und Regen zu schĂŒtzen suchen oder die aus anderen GrĂŒnden nicht gesehen werden wollen.

Die Streuselschnecke

Die Streuselschnecke – eng verwandt mit der Nussschnecke (siehe oben!), der Zimtschnecke (siehe unten!) und der Zuckerschnecke (siehe unten!) – kommt hauptsĂ€chlich in BĂ€ckereien und Konditoreien vor, wo sie sich meist großer Beliebtheit erfreut. Das mag daran liegen, dass sie dicke Streusel magisch anzieht und sich einverleibt. Auf Grund dieser AffinitĂ€t, die man ihr entgegenbringt, ist ihr Dasein jedoch zeitlich sehr begrenzt, da sie schnell zum Opfer von Naschkatzen (siehe oben!) wird.

Der SĂŒndenbock

Der SĂŒndenbock stammt aus derselben Familie wie der Prellbock (siehe oben!). Beide mĂŒssen immer fĂŒr irgendetwas herhalten, wobei der SĂŒndenbock vor allem mental etwas einstecken können muss, weil man ihn stets einer Sache bezichtigt, die er nicht getan hat. Je öfter so etwas passiert, umso dickfelliger wird der SĂŒndenbock natĂŒrlich, und irgendwann begreift er sich gar als ein wichtiges RĂ€dchen im Getriebe, denn Dinge nĂ€hmen zuweilen einen unerwĂŒnschtern Verlauf, wenn irgendetwas geschĂ€he und keiner könnte dafĂŒr zur Verantwortung gezogen werden.

Die Talente

Die Talente zĂ€hlt – zusammen mit der Polente (siehe oben!) und der Tangente (siehe unten!) – zu den allermerkwĂŒrdigsten Geschöpfen im Tierreich. Die Talente haust meist am Grund von Bergeinschnitten und dort vorzugsweise in Höhlen. Da sie sehr vielseitig interessiert und ebenso begabt ist, gelingt es ihr, sich finanziell gut ĂŒber Wasser zu halten. Allerdings kann die Talente nicht schwimmen und macht deswegen um GewĂ€sser stets einen großen Bogen.

Die Tangente

Die Tangente zĂ€hlt – zusammen mit der Polente (siehe oben!) und der Talente (siehe oben!) – zu den allermerkwĂŒrdigsten Geschöpfen im Tierreich. Die Tangente lebt in der Regel am Meer und ernĂ€hrt sich in der Hauptsache von grĂ¶ĂŸeren Algen, die sie geschickt, aber sehr vorsichtig aus dem Wasser angelt, obwohl sie nicht schwimmen kann und jederzeit zu ertrinken droht. In ihrer Freizeit entwickelt sie in der Regel ein Faible fĂŒr Kreise und Kurven, denen sie sich regelmĂ€ĂŸig und vollkommen kompromisslos annĂ€hert, weil sie in diesem Punkt absolut keine BerĂŒhrungsĂ€ngste kennt. Nicht immer trifft diese AnnĂ€herung auf Gegenliebe, sodass es zuweilen nur so Anzeigen wegen BelĂ€stigung hagelt.

Der TanzbÀr

Der TanzbĂ€r ist – genau wie die Tanzmaus (siehe unten!) – ein possierliches Wesen, das sich nicht wirklich aufs Tanzen versteht, sondern mehr tĂ€nzerische Bewegungen vollfĂŒhrt, die ein wenig wie andressiert wirken. Was ihn als Mitglied der Gattung BĂ€ren auszeichnet, ist sein BĂ€renhunger, um den zu stillen ihm kein Weg zu weit ist, weswegen er weltweit an vielen Orten anzutreffen ist. Dort lebt er sowohl als Vegetarier als auch als Fleischfresser – je nach Angebot. Als EinzelgĂ€nger trifft er nur zur Paarungszeit auf Mitglieder des anderen Geschlechts, wo er sich dann um die Erzeugung kleiner TanzbĂ€ren kĂŒmmert.

Die Tanzmaus

Die Tanzmaus ist – genau wie der TanzbĂ€r (siehe oben!) – ein possierliches Wesen, das sich nicht wirklich aufs Tanzen versteht, sondern mehr tĂ€nzerische Bewegungen vollfĂŒhrt, die ein wenig wie andressiert wirken. Der wesentliche Unterschied zum TanzbĂ€ren besteht darin, dass sich die Tanzmaus ob ihrer geringen GrĂ¶ĂŸe deutlich graziler zu bewegen vermag. In puncto Fortpflanzung dagegen ist sie nicht zu halten und produziert Nachwuchs am laufenden Band.

Der Tapetenigel

Der Tapetenigel ist ein ausgesprochen hĂ€usliches Geschöpf und hat ein ungemeines Faible fĂŒr WandbelĂ€ge, vor allem, wenn es darum geht, sich nicht unerheblich an deren Beseitigung zu beteiligen. Stachelbewehrt bewegt er sich ĂŒber die BelĂ€ge und perforiert sie. Je hartnĂ€ckiger diese festkleben, umso mehr ist der Tapetenigel in seinem Element und schafft – spitzfindig wie er ist – Löcher, durch die Feuchtigkeit eindringen kann, was in einem spĂ€teren Verfahren ihre Ablösung begĂŒnstigt. Davon bekommt der Tapetenigel allerdings nichts mit, weil er bereits anderswo sein Tagewerk verrichtet. Durch sein Tun unterscheidet er sich maßgeblich vom Schweinigel (siehe oben!), aber mehr noch von KĂ€seigel (siehe oben!) und Mettigel (siehe oben!), auf die er – meist von einer Wand aus – etwas hochnĂ€sig herabblickt.

Die Tontaube

Die Tontaube zĂ€hlt zu den Geschöpfen, die ein besonderes kurzes Dasein fristen, fĂ€llt sie doch bereits in der BlĂŒte ihrer Jugend der Zerstörung anheim. SchießwĂŒtige haben die Tontaube dazu auserkoren, sie als Zielscheibe fĂŒr ihre Freizeit-AktivitĂ€ten zu nutzen – vermutlich, weil es nicht genug andere Geschöpfe gibt, an denen man sich im Schießen ĂŒben kann. Es ist geradezu so, als wĂŒrde man mit Kanonen auf Spatzen schießen, denn die Wucht, mit der die Tontaube getroffen wird, ist so heftig, dass sie geradezu explodiert und in tausend StĂŒcke zerfĂ€llt. Das arme Tier!

Der UnglĂŒcksrabe

Der UnglĂŒcksrabe ist nur ein anderer Name fĂŒr den Pechvogel (siehe oben!).

Das Unschuldslamm

Das Unschuldslamm tut regelmĂ€ĂŸig vollkommen unbeteiligt und – das verrĂ€t ja bereits sein Name –, als wĂ€re es absolut unschuldig und als wĂŒsste es von gar nichts. In Wahrheit hat es das Unschuldslamm stets faustdick hinter den Ohren, was man allerdings wegen des dichten Fells in diesem Bereich nicht zu erkennen vermag. Deshalb hĂ€lt es sein soziales Umfeld fĂŒr unabdingbar, regelmĂ€ĂŸig eine Schur durchzufĂŒhren, um vor allem auch die Ohren als sicheres Erkennungszeichen fĂŒr vorgetĂ€uschte Unschuld freizulegen. Nicht auf den Kopf gefallen, hat sich das Unschuldslamm rechtzeitig um eine PerĂŒcke gekĂŒmmert, das die Ohren abermals bedeckt und vor Entlarvung schĂŒtzt.

Das Versuchskaninchen

Das Versuchskaninchen ist zwar mit der Laborratte (siehe oben!) nur um mehrere Ecken herum verwandt, gleichwohl gelang es beiden Geschöpfen, eine ungewöhnliche Kreuzung hervorzubringen: den Angsthasen (siehe oben!). Das Versuchskaninchen hat sich der Wissenschaft verschrieben und ist dort ehrenamtlich, lediglich gegen Kost und Logis tĂ€tig. Das Dasein ist zwar nicht immer einfach – die Unterkunft ist recht beengt und das Versuchskaninchen steht quasi den ganzen Tag unter Beobachtung –, aber es muss sich um nichts kĂŒmmern.

Der VW-KĂ€fer

Der VW-KĂ€fer ist quasi der Cyborg unter den KĂ€fern. Von beachtlicher GrĂ¶ĂŸe, mit reichlich technischem Schnickschnack und tollen Farben und Mustern ausgerĂŒstet, hat er bereits vor vielen Jahrzehnten mit seiner knuddeligen Figur den Siegeszug ĂŒber den Planeten angetreten. Im Gegensatz zu seinen kleinen Vorbildern, die nicht besonders langlebig sein, zumal sie schnell mal zertreten oder gefressen werden, lĂ€uft er und lĂ€uft und lĂ€uft und lĂ€uft ...

Der Wachhund

Der Wachhund ist nur ein andere Name fĂŒr den Höllenhund (siehe oben!), wobei sich der Wachhund eher ĂŒberirdisch aufhĂ€lt.

Der Wackeldackel

Der Wackeldackel ist vom kurzbeinigen, lĂ€nglichen Körperbau her seinen engsten Verwandten sehr Ă€hnlich, hat aber einen entscheidenden Vorteil fĂŒr sein Umfeld: Er fĂ€llt weder durch seine gelegentliche Dickköpfigkeit auf noch durch sein nervtötendes und zuweilen unmotiviert scheinendes Gebell. Gleichwohl wirkt er mental nicht besonders gesund und erinnert ein wenig an Hospitalismus, der durch den mehr oder weniger starken Entzug von sozialen Kontakten entsteht. Das ist kein Wunder, fristet der Wackeldackel doch gemeinhin sein Dasein im Fond von Personenwagen, wo er auf der Hutablage meist den Blick durch die Heckscheibe richtet: Dort werden ihm selten positive Reaktionen entgegengebracht, sondern bestenfalls KopfschĂŒtteln – und das, obwohl sein vorwĂ€rtsgerichtetes Kopfnicken etwas Positives, so etwas wie Zustimmung auszudrĂŒcken scheint. Dieses zustimmende Kopfnicken wird oft von eher unterwĂŒrfigen Arbeitnehmern imitiert, wenn sie sich im GesprĂ€ch mit Vorgesetzten befinden. Da die Konstitution des Wackeldackels eher schwach ist, passiert es schon mal, dass er auf sehr holprigen Straßen seinen Kopf verliert.

Der Wandervogel

Der Wandervogel ist vom Temperament her weniger sesshaft, sondern mehr flatterhaft und versucht, der Stadt zu entfliehen. Er begibt sich oft auf Wanderschaft – mal allein, mal in der Gruppe –, wodurch er auf kein bestimmtes Verbreitungsgebiet festgelegt ist. Nur zum Zwecke der Fortpflanzung bleibt er fĂŒr ein Weilchen standorttreu.

Die Warteschlange

Die Warteschlange ist mit der Autoschlange (siehe oben!) verwandt, ist aber in der Regel deutlich kĂŒrzer. Gleichwohl ist ihre Bewegung ebenfalls langsam und schwerfĂ€llig. LautĂ€ußerungen kommen in der Regel nicht vor. Das Verbreitungsgebiet ist hauptsĂ€chlich dort zu finden, wo es entweder was zu holen gibt oder wo einem ganz besondere Leistungen zuteilwerden. Nahrungsaufnahme und Fortpflanzungsverhalten folgen im Grunde genommen dem der Autoschlange.

Die WĂ€schespinne

Die WĂ€schespinne ist deutlich grĂ¶ĂŸer und verfĂŒgt ĂŒber mehr Beine als die gemeine Spinne. Im Gegensatz zu Letzerer sind die Beine meist nach oben gerichtet, dienen somit auch nicht der Fortbewegung und werden daher gerne als Arme bezeichnet. Die WĂ€schespinne lĂ€sst sich platzsparend zusammenfalten und entsprechend deponieren. LautĂ€ußerungen konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Der bevorzugte Lebensraum von WĂ€schespinnen sind GĂ€rten und Dachböden, wo sie sich voll entfalten können. Auf den ersten Blick scheint sich die WĂ€schespinne von Textilien zu ernĂ€hren. Da Letztere aber durch die NĂ€he zur WĂ€schespinne an Feuchtigkeit verlieren, ist möglicherweise davon auszugehen, dass sich die WĂ€schespinne von dieser Feuchtigkeit ernĂ€hrt. Da die WĂ€schespinne eine betrĂ€chtliche Lebensdauer besitzt und bislang keine Merkmale von Geschlechtsreife oder entsprechendem Verkehr dokumentiert worden sind, ist wohl davon auszugehen, dass eine Fortpflanzung nicht stattfindet.

Der Wasserhahn

Der Wasserhahn ist eng verwandt mit dem Gashahn (siehe oben!) und dem Zapfhahn (siehe unten!), ist aber auf Wasser spezialisiert, das er je nach Einstellung mal mehr, mal weniger stark entlĂ€sst oder weiterleitet, wobei die Wassertemperatur sehr unterschiedlich sein kann. GlĂŒcklicherweise kann der Wasserhahn auf Grund seiner Beschaffenheit mit allen gĂ€ngigen Temperaturen gut umgehen, sodass es nur sehr selten zu Erfrierungen und niemals zu VerbrĂŒhungen kommt. Im Laufe seines Daseins kann es schon mal zu einer leichten Inkontinenz kommen, die sich dann aber schnell durch eine neue Dichtung beheben lĂ€sst. Das Verbreitungsgebiet des Wasserhahns ist immens. Er wird sowohl im Privaten als auch in der Industrie genutzt. Überall erfreut er sich großer Beliebtheit. Ähnlich wie beim Zapfhahn wartet man beim Wasserhahn vergeblich auf LautĂ€ußerungen wie ein „Kikeriki“; stattdessen kann es im Laufe seines Daseins zu leisen QuietschgerĂ€uschen kommen.

Die WC-Ente

Die WC-Ente zieht es stets an bestimmte Orte: Ihr angestammter Lebensraum sind sanitĂ€re Anlagen, wo sie sich um die Reinigung von Toiletten kĂŒmmert. Sie ist fĂŒr diese Aufgabe geradezu prĂ€destiniert, weil sie besonders gut das Innere des Beckenrandes erreicht. Zu den Highlights im Dasein einer WC-Ente gehören Klo-Verstopfungen: Sie liebt diese seltenen Ereignisse einerseits, weil diese ihrem Naturell Rechnung tragen und sie schwimmen lassen, auch wenn es sich dabei leglich aus einem Gemisch aus Wasser, Klopapier und FĂ€kalien handelt; andererseits hat sie nach Beseitigung der Verstopfung jede Menge an Reinigungsarbeit zu leisten.

Das WeidenkÀtzchen

Das WeidenkĂ€tzchen hĂ€lt sich mit Vorliebe auf BĂ€umen und StrĂ€uchern und dort meist an den dĂŒnnsten Ästen auf, wo es schnell grĂ¶ĂŸer wird und sich lĂ€ssig herunterbaumeln lĂ€sst. Sein Fell sieht kuschelig aus und ist in der Tat sehr weich. Bedauerlicherweise fallen so ziemlich alle WeidenkĂ€tzchen kurz vor Erreichen des Erwachsenenalters von den BĂ€umen und StrĂ€uchen herunter, wo sie dann verenden. Wie schade!

Der Wetterfrosch

Der Wetterfrosch ist mit dem Wetterhahn (siehe unten!) ĂŒberhaupt nicht verwandt, obgleich beide Ă€hnliche Interessen verfolgen. Der Wetterfrosch ist meist von grĂŒner Hautfarbe. Er ist bekannt dafĂŒr, dass er ein Spezialist sein soll fĂŒr die Vorhersage des Wetters, indem er – je nach Weterlage – am jeweiligen Ort empor- oder hinabklettert. Hinsichtlich der Richtigkeit der Prognosen unterscheidet er sich eigentlich nur wenig von professionell arbeitenden Meteorologen. Da der Wetterfrosch sein Leben lang mit der lokalen Wettervorhersage beschĂ€ftigt ist, ist er sehr standorttreu, hat nur wenig Zeit fĂŒr die Nahrungsaufnahme und widmet sich noch weniger der Fortpflanzung, obwohl diese zwischendurch stattfinden muss, sonst wĂ€re der Wetterfrosch schon lĂ€ngst ausgestorben.

Der Wetterhahn

Der Wetterhahn ist weder mit dem Wetterfrosch (siehe oben!) verwandt noch mit dem Gashahn (siehe oben!), dem Wasserhahn (siehe oben!) oder dem Zapfhahn (siehe unten!). Der Wetterhahn ist eine ganz eigene Spezies und verfolgt auch ganz andere Interessen, die allerdings selten die eigenen sind: Er hĂ€ngt sozusagen sein FĂ€hnchen in den Wind und lĂ€sst sich mal hierhin, mal dorthin bewegen. Deswegen schĂ€tzt man seine Meinung lediglich in Kreisen, wo man mehr ĂŒber die aktuelle Richtung des Windes erfahren möchte; ansonsten pfeift man auf ihn, zumal er keine Gelegenheit hat, die Welt kennenzulernen und vielfĂ€ltige Erfahrungen zu sammeln, sondern sein gesamtes Dasein an Ort und Stelle verharrt.

Die Wohlstandsmade

Die Wohlstandsmade – auch bekannt als „Made in Germany“ – gehört zu jenen Geschöpfen, die Wohlstand als SelbstverstĂ€ndlichkeit, als naturgegeben verstehen und absolut keinen Sinn dafĂŒr haben, dass zunĂ€chst mal eine Menge Arbeit zu leisten ist, um diesen Wohlstand zu erreichen. Wie die berĂŒhmte Made im Speck  (auch Speckmade genannt, siehe unten!), lebt die Wohlstandsmade in den Tag hinein und schert sich nur wenig um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und hat abolut keine Vorstellung davon, dass ihr Dasein an sich schnell auch ganz anders aussehen kann. Entsprechend weltfremd geraten so auch ihre Weltanschauung und ihr Verhalten, womit sie sich keine Freunde macht – außer vielleicht im Kreise anderer Wohlstandsmaden, die dann alle in ihrer eigenen kleinen und beschrĂ€nkten Welt leben. Die Wohlstandsmade ist ĂŒbrigens mit der Pomade (siehe oben!) weder verwandt noch verschwĂ€gert.

Die Wollmaus

Die Wollmaus entsteht anscheinend aus dem Nichts und besteht aus zahlreichen Haaren, Fusseln, kleinsten Bettfedern und Staub. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Zimmerecken sowie die Bereiche unter und hinter Betten und SchrĂ€nken. Dort wĂ€chst sie zĂŒgig heran und bildet gern zusammen mit anderen WollmĂ€usen enge Gemeinschaften. Der Ă€rgste Feind einer Wollmaus ist zwar der Staubsauger, der sie zunĂ€chst ihrem bevorzugten Lebensraum entzieht; da die Wollmaus allerdings recht anpassungsfĂ€hig ist, kommt sie auch mit einem Leben im Staubsaugerbeutel klar. Hier findet sie zuweilen völlig andersartige Geschöpfe vor, mit denen sie ihr weiteres Dasein verbringt.

Die Wollmilchsau

Die Wollmilchsau – die korrekte Bezeichnung lautet eigentlich „Eierlegende Wollmilchsau“ – ist ein ausgesprochen seltenes Geschöpf, das dadurch besticht, dass es seiner Umwelt nur Vorteile bringt, allen AnsprĂŒchen genĂŒgt und somit die BedĂŒrfnisse aller befriedigt, selbst aber – zum Beispiel im Hinblich auf Nahrung und Unterkunft – sehr anspruchslos ist. Gleichwohl konnte sich diese vorteilhafte Spezies in der Evolution nicht wirklich durchsetzen, und das sicherlich nicht nur, weil die Fortsetzung nicht so funktionierte, wie sie eigentlich sollte.

Der Zapfhahn

Der Zapfhahn ist eng verwandt mit dem Gashahn (siehe oben!) und dem Wasserhahn (siehe oben!), ist aber auf FlĂŒssigkeiten wie beispielsweise Bier oder alkoholfreie GetrĂ€nke spezialisiert; hier wird er auch gern als Bierhahn (siehe oben!) bezeichnet. Auf Grund dieser Spezialisierung ist der Zapfhahn vornehmlich in GaststĂ€tten zu finden, aber auch ĂŒberall dort, wo es was zu zapfen gibt, wie beispielsweise GeschĂ€fte, die Speiseöl, Essig oder Benzin verkaufen. Ähnlich wie beim Wasserhahn wartet man beim Zapfhahn vergeblich auf LautĂ€ußerungen wie ein „Kikeriki“; stattdessen kann es im Laufe seines Daseins zu leisen QuietschgerĂ€uschen kommen.

Die Zeitungsente

Die Zeitungsente ist eine Spezies, die meist im Sommerloch geboren wird. Sie kommt in sehr unterschiedlichen Gestalten daher, versucht aber stets, sich im Schatten der Wahrheit zu bewegen. Da sie deshalb wenig Sonne zu Gesicht bekommt, wirkt sie oft ein wenig blĂ€sslich, ja, geradezu krĂ€nklich. Die meisten Zeitungsenten sind sehr kurzlebig, nur wenige fĂŒhren ein jahrelanges Dasein und gelangen zu ein wenig BerĂŒhmtheit.

Die Zimtschnecke

Die Zimtschnecke – eng verwandt mit der Nussschnecke (siehe oben!), der Streuselschnecke (siehe oben!) und der Zuckerschnecke (siehe unten!) – kommt hauptsĂ€chlich in BĂ€ckereien und Konditoreien vor, wo sie sich insbesondere in der Vorweihnachts- und der Weihnachtszeit großer Beliebtheit erfreut. Das mag daran liegen, dass sie sich ausgiebig mit Zimt-Aroma parfĂŒmiert, was bei Naschkatzen (siehe oben!), denen sie hĂ€ufig zum Opfer fĂ€llt, ausgesprochen beliebt ist, weswegen sie nicht allzu langlebig ist.

Die Zimtzicke

Die Zimtzicke ist nur ein anderer Name fĂŒr die Gewitterziege (siehe oben!).

Die Zuckerschnecke

Die Zuckerschnecke – eng verwandt mit der Nussschnecke (siehe oben!), der Streuselschnecke (siehe oben!) und der Zimtschnecke (siehe oben!) – kommt hauptsĂ€chlich in SĂŒĂŸwarengeschĂ€ften und auf JahrmĂ€rkten vor, wo sie sich ganzjĂ€hrig großer Beliebtheit erfreut. Das mag daran liegen, dass sie Ungesundes wie Unmengen an Zucker magisch anzieht und sich einverleibt. Auf Grund dieser AffinitĂ€t, die man ihr entgegenbringt, ist ihr Dasein jedoch zeitlich sehr begrenzt, da sie schnell zum Opfer von Naschkatzen (siehe oben!) wird.

Der Zwiebelfisch

Der Zwiebelfisch ist heutzutage selten geworden, um nicht zu sagen: ausgestorben. FrĂŒher kam er vorzugsweise in der Schriftsetzerei vor, wo er sein Unwesen trieb, indem er hier und da die Inhalte von SetzkĂ€sten in Unordnung brachte und in Folge dessen auch SchriftsĂ€tze, weil sich zwischendrin Buchstaben aus anderen Schriftarten oder anderen SchriftgrĂ¶ĂŸen einfanden. Im Gegensatz zum Spaßvogel (siehe oben!), der solche Unordnung ganz bewusst und zur Erheiterung der Umwelt herbeifĂŒhren wĂŒrde, sind die Motive des Zwiebelfisches vollkommen anderes gelagert und gehen entweder mit Schludrigkeit oder mit Boshaftigkeit einher.

Vita von Mr. B

(Foto: © Frank R. Bulla)

Mr. B ist Hobby-Zoologe, studierte zwölf Semester lang das Liebesleben von Lustmolchen und WÀschespinnen (leider erfolglos) und verdingt sich seither als Versuchskaninchen bei der Erforschung der Kreuzung von Autoschlange und Benzinhahn.